zentriert|350px|Historiengemälde der Schlacht bei Hohenlinden Französische Truppen besiegen im Zweiten Koalitionskrieg eine österreichisch-bayerische Koalitionsarmee in der Schlacht bei Hohenlinden und rücken daraufhin auf Wien vor. zentriert|160px|Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard Jacques-Louis David malt Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard. zentriert|180px|Pius VII., Porträt von Jacques-Louis David Giorgio Barnaba Luigi Chiaramonti wird unter dem Namen Pius VII. Papst. 1800 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1248/49 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1792/93 (10./11. September) Bengalischer Solarkalender 1205/1206 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2343/44 (südlicher Buddhismus); 2342/43 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 74. (75.) Zyklus Jahr des Metall-Affen 庚申 (am Beginn des Jahres Erde-Schaf 己未) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1162/63 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4133/34 (2./3. Oktober) Französischer Revolutionskalender Jahr VIII./IX. der Republik (21./22. September) Iranischer Kalender 1178/79 Islamischer Kalender 1214/15 (Jahreswechsel 24./25. Mai) Jüdischer Kalender 5560/61 (19./20. September) Koptischer Kalender 1516/17 (10./11. September) Malayalam-Kalender 975/976 Seleukidische Ära Babylon: 2110/11 (Jahreswechsel April) Syrien: 2111/12 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1856/57 (April)
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Osmanisches Reich/Ägyptische Expedition
20. März: Nach der Schlacht von Heliopolis im Zuge von Napoléons Ägyptischer Expedition fällt Ägypten an Frankreich. Die französische Armee unter dem Befehl von Jean-Baptiste Kléber besiegt osmanische Truppen unter dem Großwesir Jussuf Pascha vernichtend und besetzt Kairo nach der Niederschlagung eines Aufstandes wieder. Kléber wird am 14. Juni in Kairo ermordet. Neuer Oberbefehlshaber der Expeditionsarmee wird Jacques-François Menou.
21. März: Russland und das Osmanische Reich verabreden im Vertrag von Konstantinopel die Bildung der Republik der Sieben Inseln. Sie ist der Hohen Pforte tributpflichtig, Russland garantiert die Unabhängigkeit des neuen Staates. Die Republik, die die griechischen Inseln Andikythira, Andipaxos, Korfu, Kythira, Lefkada, Ithaka, Kefalonia, Paxos und Zakynthos umfasst, erhält eine aristokratische Verfassung nach dem Vorbild der Republik Ragusa. An der Spitze des Staates steht der von einem Präsidenten geleitete Senat, der sich aus Vertretern der „Großen Räte“ der Inseln zusammensetzt. Mitglieder des Senates und der „Großen Räte“ können nur Angehörige des Adels sein. Erster Präsident des Senates wird Graf Theotokis, als Senatssekretär fungiert Ioannis Kapodistrias.
Zweiter Koalitionskrieg in Europa
5. Mai: Napoleon Bonaparte beginnt einen weiteren Italienfeldzug. In der Schlacht bei Meßkirch, einer der blutigsten Schlachten im Zweiten Koalitionskrieg, zwingt die von Napoleon entsandte französische Rheinarmee unter dem Oberkommando von General Moreau das österreichische Heer unter Paul Kray von Krajowa zum Rückzug und damit zur Räumung Südwestdeutschlands. 9. Juni: Die Franzosen besiegen in der Schlacht von Montebello della Battaglia österreichische Streitkräfte. General Jean Lannes gewinnt mit seinen Soldaten den Kampf nach einem feindlichen Angriff beim Ort Casteggio.
mini|links|Schlacht bei Marengo, Gemälde von Louis-François Lejeune 14. Juni: Napoleon greift Österreich an. Die Schlacht bei Marengo bringt Napoleon den entscheidenden Sieg. 19. Juni: Der französischen Rheinarmee unter Jean-Victor Moreau gelingt in der Schlacht bei Höchstädt nach dem Donauübergang ein Sieg über österreichische und mit ihnen verbündete württembergisch-bayerische Truppen. Der gegnerische Feldherr Paul Kray von Krajowa sieht sich zum Rückzug aus Ulm veranlasst. 20. Juni: Die napoleonische Armee erobert nach ihrem Sieg in der Schlacht bei Marengo die Stadt Turin. Nach deren Fall wird das Königreich Sardinien-Piemont ein zweites Mal von den Franzosen aufgelöst und der König für abgesetzt erklärt. Das Land wird nicht wieder als Piemontesische Republik restauriert, sondern als Subalpinische Republik, die unter französischer Militärverwaltung existiert. 28. Juli: Ein Bündnis zwischen Russland und Preußen wird geschlossen. 5. September: Die Briten bringen nach einer Blockade Malta in ihren Besitz, das seit 1798 von napoleonischen Einheiten besetzt war. 1. Oktober: Im Dritten Vertrag von San Ildefonso zwingt Napoleon Bonaparte Spanien zur Abtretung seiner Kolonie Louisiana an Frankreich. 20. Oktober: Das Generalauditoriat der Preußischen Armee wird begründet. 3. Dezember: In der Schlacht bei Hohenlinden besiegt das französische Heer unter General Jean-Victor Moreau die von Erzherzog Johann von Österreich kommandierten österreichisch-bayerischen Streitkräfte. Der Erfolg ermöglicht das Vorrücken in Richtung Wien. Das politische Gewicht Napoleon Bonapartes wird durch den Sieg gestärkt. 12. bis 14. Dezember: In der Schlacht am Walserfeld bei Salzburg kann die k.k. Hauptarmee unter Erzherzog Johann einen Sieg über einen Teil der französischen Rheinarmee (verst. I. Korps Lecourbe) erringen. Aufgrund der erfolgreichen Überschreitung der Salzach weiter nördlich bei Laufen durch die Masse der französischen Truppen unter Jean-Victor Moreau droht der österreichischen Armee die Einkesselung im Raum Salzburg. Dies erzwingt einen weiteren Rückzug in Richtung Wien, um die inzwischen stark dezimierten österreichischen Truppen noch zu retten. Der Waffenstillstand von Steyr am 25. Dezember beendet den Vormarsch der Franzosen bei Melk. 24. Dezember: Eine Höllenmaschine wird beim missglückten Attentat auf Napoleon Bonaparte verwendet.
Großbritannien und Irland
15. Mai: Im Londoner Theatre Royal Drury Lane verübt James Hadfield ein Attentat mit einer Pistole auf den britischen König Georg III. Der Herrscher bleibt unverletzt, der Attentäter wird festgenommen.
Vereinigte Staaten von Amerika
mini|links|Wahlmännerstimmen nach Bundesstaaten mini|Vereinigte Staaten 1800 April bis Oktober: Bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten, manchmal auch als die Revolution von 1800 bezeichnet, besiegt Thomas Jefferson mit seinem designierten Vizepräsidenten Aaron Burr den amtierenden Präsidenten John Adams. Damit beginnt eine neue politische Epoche, die durch das Erstarken der Demokratisch-Republikanischen Partei und die Auflösung der Föderalistischen Partei geprägt ist. 7. Mai: US-Präsident John Adams unterzeichnet ein Gesetz, mit dem aus einem Teil des Nordwestterritoriums das Indiana-Territorium als Hoheitsgebiet der Vereinigten Staaten hervorgeht; das Gesetz tritt am 4. Juli in Kraft. 30. August: Gabriel Prosser führt in Virginia eine Sklavenrebellion an, scheitert jedoch, weil die Pläne verraten werden. Prosser wird auf der Flucht gefasst und am 7. Oktober gehängt. 1. November: US-Präsident John Adams bezieht seinen neuen Amtssitz, das spätere Weiße Haus.
mini|Zeichnung des Kapitols um 1800 17. November: In Washington, D.C. tagt erstmals der US-Kongress im Kapitol, das noch nicht ganz fertiggestellt ist. Ein Bundesgesetz verbietet, Sklaven aus den Vereinigten Staaten ins Ausland zu exportieren. Die Freilassungsgesetze in South Carolina werden verschärft. Da es vorgekommen ist, dass Sklavenhalter widersetzliche, alte oder kranke Sklaven freigelassen haben, die anschließend der Gemeinschaft zur Last fielen, schreibt das Gesetz vor, dass eine Kommission der Freilassung zustimmen müsse.
Asien
mini|Die Kent und Surcoufs Kaperschiff Confiance im Gefecht 7. Oktober: Der französische Kaperfahrer Robert Surcouf entert mit seiner Mannschaft im Indischen Ozean den Indienfahrer Kent der Britischen Ostindien-Kompanie. Die von Mythen umrankte Eroberung des Handelsschiffes verschafft ihm reiche Beute, doch ist er in Zukunft einem britischen Kopfgeld von fünf Millionen Francs ausgesetzt.
Wirtschaft
18. Januar: Die Bank von Frankreich wird durch Napoleon Bonaparte geschaffen.
Wissenschaft und Technik
20. März: Alessandro Volta informiert die Royal Society in London über eine von ihm erdachte Stromquelle, deren Prinzip als Voltasche Säule bekannt wird. 24. April: In Washington, D.C. wird die Library of Congress gegründet. 19. Oktober: Die französische Baudin-Expedition sticht von Le Havre aus in See. Nicolas Baudin soll mit seinem Team auf zwei Schiffen die Küste Australiens erkunden. Wilhelm Herschel entdeckt die Infrarotstrahlung Die Ludwig-Maximilians-Universität wird durch Kurfürst Max IV. Joseph von Ingolstadt nach Landshut verlegt. Mithilfe der von Alessandro Volta entwickelten Volta’schen Säule zerlegt William Nicholson gemeinsam mit Anthony Carlisle erstmals die chemische Verbindung Wasser in die Elemente Wasserstoff und Sauerstoff (Elektrolyse des Wassers). Der englische Chemiker Humphry Davy veröffentlicht seine Untersuchungen zur schmerzlindernden und euphorisierenden Wirkung von Distickstoffmonoxid (Lachgas) und schlägt vor, sich dies in der Anästhesie zunutze zu machen, ein Vorschlag, der jedoch erst 1844 aufgegriffen wird.
Kultur Literatur
Novalis verfasst das Gedicht Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren. Der Aschaffenburger Schiffer und Fischer Franz Haus verfasst das Fischerbüchlein.
Malerei
Jacques-Louis David fertigt das Gemälde Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard.
Musik und Theater
16. Januar: Die Uraufführung der Oper Les deux journées (Der Wasserträger) von Luigi Cherubini findet am Théâtre Feydeau in Paris statt. 2. April: Die Sinfonie Nr. 1 C-Dur op.21 von Ludwig van Beethoven wird mit großem Erfolg am Wiener Hofburgtheater uraufgeführt. 2. Juni: Die heroisch-komische Oper Cesare in Farmacusa von Antonio Salieri wird mit großem Erfolg am Theater am Kärntnertor in Wien uraufgeführt.
mini|Titelblatt des Erstdruckes der Maria Stuart 14. Juni: Das Trauerspiel Maria Stuart von Friedrich Schiller hat seine Uraufführung mit Friederike Vohs in der Titelrolle am Weimarer Hoftheater. November: Das Théâtre français in Bordeaux wird eröffnet. Der Spielbetrieb beginnt im folgenden Januar.
Gesellschaft
In ganz Paris, der nach London zweitgrößten Stadt Europas, gibt es um 1800 nur ca. 300 Badewannen.
Religion
14. März: Giorgio Barnaba Luigi Chiaramonti wird nach fast viermonatigem Konklave in Venedig als Nachfolger des im Sommer des Vorjahres verstorbenen Pius VI. zum Papst gewählt und nimmt den Namen Pius VII. an. 15. Mai: Der neue Papst fordert in der Enzyklika Diu satis die Rückkehr zu den Prinzipien des Evangeliums. 24. Mai: In der Enzyklika Ex quo ecclesiam beklagt Papst Pius VII. die Vertreibung von Rom nach Venedig durch die Franzosen. Pierre Coudrin gründet zu Weihnachten die Arnsteiner Patres.
Katastrophen
17. März: Beim Untergang des britischen Linienschiffs HMS Queen Charlotte (100 Kanonen) nach einem Brand an Bord vor Livorno, Italien, sterben 673 Seeleute, nur 156 können gerettet werden
Geboren Januar/Februar
1. Januar: Basilio Calafati, griechischer Zauberkünstler, Karussell- und Gasthausbesitzer im Wiener Wurstelprater († 1878) 1. Januar: Constantin Hering, gilt als Begründer der Homöopathie in Amerika († 1880) 1. Januar: Filipina Brzezińska, polnische Komponistin und Pianistin († 1886) 1. Januar: Francis Egerton, britischer Schriftsteller und Kunstliebhaber († 1857) 1. Januar: Václav Emanuel Horák, tschechischer Komponist († 1871) 2. Januar: Adolf von Goppelt, württembergischer Finanzminister († 1875) 2. Januar: Carl Friedrich Plattner, deutscher Hüttenkundler und Chemiker († 1858) 3. Januar: Wilhelm Schumacher, deutscher Schriftsteller und Zeitungsverleger († 1837)
mini|hochkant|Millard Fillmore 7. Januar: Millard Fillmore, US-amerikanischer Politiker und Präsident († 1874) 8. Januar: Moritz Daniel Oppenheim, deutscher Porträt- und Historienmaler († 1882)