Orlat (, siebenbürgisch-sächsisch Awersch-Bleschderf, ) ist eine Ortschaft im Kreis Sibiu in der Region Siebenbürgen in Rumänien.

Der Ort ist auch unter der deutschen Bezeichnung Ortenbach und den ungarischen Váralja oder Váraljafalu bekannt.

Geographische Lage mini|links|Lage der Gemeinde Orlat im Kreis Sibiu Orlat liegt in der Mărginimea Sibiului, einer ethnisch von jeher rumänisch geprägten Region im Südwesten der siebenbürgisch-sächsischen Dörfer um Hermannstadt, an der Mündung des Râul Săcel (Schwarzbach) in den Cibin (Zibin) etwa 17 Kilometer südwestlich von der Kreishauptstadt Sibiu entfernt. Die rumänische Autobahn A1 verläuft etwa zweieinhalb Kilometer nördlich von Orlat.

Geschichte Urkundlich wurde der Ort Orlat 1317 erstmals erwähnt.Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2. Das archäologische Verzeichnis Repertoriul Arheologic Național vermerkt westlich des Ortes auf dem Berg Cetatea Scurtă (Riesenberg), eine Erdenburg, welche der Bronzezeit zugeordnet wird.Repertoriul Arheologic Naţional (RAN) – Orlat, abgerufen am 13. Februar 2023 (rumänisch).

Im Ort war zur Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie ein rumänisches Grenzregiment stationiert. An den jeweiligen Regiments- und Bataillonsorten der Militärgrenze wurden Schulen gegründet, welche der Ausbildung von Unteroffizieren, aber auch der Allgemeinbildung der einfachen Grenzbevölkerung, dienten. Diese Schulen leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Entstehung eines rumänischen Schulwesens in Siebenbürgen. Ihre Besonderheit lag unter anderem darin, dass sie die Kluft zwischen den beiden rumänischen Konfessionen überbrückten, was vor allem im konfessionell gemischten Gebiet des walachischen Grenzregiments bei Hermannstadt von Bedeutung war. Mit der Auflösung der siebenbürgischen Militärgrenze im Jahre 1851, wurden die Schulen in den Besitz der Grenzerfamilien übergeben.Joachim von Puttkamer: Schulalltag und nationale Integration in Ungarn („Die Schulen der ehemaligen rumänischen Militärgrenze“), bei Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung.

Zur Zeit des Königreichs Ungarn gehörte Orlat dem Stuhlbezirk Szelistye in der Gespanschaft Hermannstadt (), anschließend dem historischen Kreis Sibiu und ab 1950 dem heutigen Kreis Sibiu an.

Bevölkerung Die Bevölkerung in Orlat entwickelte sich wie folgt: Volkszählung Ethnische Zusammensetzung Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche Andere 1850 1496 1331 28 74 63 1920 1890 1820 16 49 5 1956 2702 2555 33 20 94 1992 3363 3302 22 9 30 2002 3271 3226 27 2 16 2011 3205 3080 14 5 106 (Roma 42) 2021 2964 2693 4 7 260 (Ukrainer 6) Seit 1850 wurde auf dem Gebiet von Orlat die höchste Einwohnerzahl und auch die der Rumänen 1992 erreicht. Die höchste Bevölkerungszahl der Rumäniendeutschen wurde 1850, die der Magyaren (60) wurde 1977 und die der Roma (90) wurde 1956 registriert.Varga E. Árpád: Volkszählungen 1850–2002 in Siebenbürgen bei kia.hu, letzte Aktualisierung 4. November 2008 (PDF; 582 kB; ungarisch).

Sehenswürdigkeiten

Die orthodoxe Kirche Sfântul Nicolae 1794 oder 1796Angaben zur orthodoxen Kirche in Orlat bei biserici.org, abgerufen am 13. Februar 2023 (rumänisch). errichtet, steht laut dem Verzeichnis historischer Denkmäler des Ministeriums für Kultur und nationales Erbe (Ministerul Culturii și Patrimoniului Național) steht diese unter Denkmalschutz.Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (PDF; 12,7 MB; rumänisch). Das Gebäude des ehemaligen Grenzregiments 1763 errichtet und im 20. Jahrhundert umgebaut, ist heute ein Museum und steht unter Denkmalschutz. Die Holzhäuser bei Nr. 422 1852 errichtet und das bei Nr. 472 im 19. Jahrhundert errichtet, stehen unter Denkmalschutz. Die griechisch-katholische Kirche in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet.Angaben zur griechisch-katholische Kirche in Orlat bei biserici.org, abgerufen am 13. Februar 2023 (rumänisch). Das 1993 errichtete Kloster Sfânta Treime („Heilige Dreifaltigkeit“)Angaben zum Kloster Sfânta Treime in Orlat bei biserici.org, abgerufen am 13. Februar 2023 (rumänisch).

Weblinks

Orlat bei ghidulprimariilor.ro

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1317