Der Ironman France ist ein Triathlon-Wettbewerb über die Ironman-Distanz. Er findet seit 2005 jährlich im Juni in Nizza statt und löste dort den an gleicher Stelle ausgetragenen Triathlon International de Nice ab. In den Jahren 2002 bis 2004 wurde bereits der Triathlon de Gérardmer 800 Kilometer nördlich von Nizza unter dem Namen Ironman France veranstaltet.

Geschichte 1982 entstand in Nizza Europas erster Langdistanz-Triathlon, der sich mit einem Top-Starterfeld und hoher Medienaufmerksamkeit als Klassiker etablierte und in einem Atemzug mit den Triathlon-Wettkämpfen in Roth und dem Ironman Hawaii genannt wurde. 4 Kilometer Schwimmen im offenen Meer, eine selektive Radstrecke durch die französischen Seealpen mit teilweise 2600 Höhenmetern auf 130 Kilometer und schließlich eine als Wendepunktstrecke bis Antibes geführter Lauf über 2 × 15 Kilometer stellten die „Nizza-Distanz“ dar.

mini|250px|Strandboulevard von Nizza bei Nacht

Sechs Mal war Nizza seit 1994 Schauplatz der offiziellen Langdistanz-Weltmeisterschaften des Weltverbandes International Triathlon Union (ITU). Triathlon-Legende Mark Allen, der auch sechs Mal die Ironman World Championship auf Hawaii gewann, siegte in den 1980er und 1990er Jahren zehnmal beim „Triathlon International de Nice“. Ein Preisgeld von 90.000 Euro (2004, davon 20.000 Euro für den Gesamtsieger), bis zu 2200 Teilnehmer (Melderekord im Jahr 2000) mit spektakulärem Massenstart in der Baie des Anges mitten im Zentrum von Nizza und die in Europa neben Roth höchste Medienaufmerksamkeit machten den vom französischen Triathlonverband F.F.TRI. ausgerichteten Wettkampf zu einem Anziehungspunkt für ambitionierte Triathleten. In: 3athlon.de. 5. Mai 2004

Die Stadt Nizza, die den Vertrag für den Triathlon jeweils immer für vier Jahre abgeschlossen hatte, vergab die Rechte für den Zeitraum ab 2005 nach zwölf Austragungen durch die IMG sowie weiteren elf durch F.F.TRI 2005 an die österreichische Agentur Triangle show & sports promotion GmbH, bereits den Ironman Austria sowie den Ironman South Africa organisierte. Das Recht zur Nutzung des Markenzeichens Ironman erhielt Triangle zunächst durch einen Lizenzvertrag mit dem Markeninhaber World Triathlon Corporation (WTC). Die Wettkampfstrecken wurden an die Ironman-Distanz mit 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad und 42,2 Kilometer Laufen angepasst. Nachdem die WTC 2008 von einer Investmentgesellschaft aufgekauft wurde, kaufte sie ihrerseits 2010 Triangle auf und tritt seither selbst als Veranstalter des Ironman France auf. Renndirektor des Ironman France ist seit 2005 Yves Cordier, Mark Allens größter französischer Konkurrent bei seinen Starts in Nizza und damals bekanntester aktiver Triathlet in Frankreich. Umgekehrt wurden die Startgebühren für die Teilnehmer von zuletzt 130 Euro 2004 über 300 Euro 2006 auf 515 Euro zzgl. 6 Euro Gebühren für 2016 erhöht. Die Teilnehmerzahlen halbierten sich nach der Übernahme durch Triangle zunächst auf 1155 Anmeldungen als Tiefststand 2006, stiegen dann aber wieder an und liegen seit 2009 alljährlich bei rund 2750 Anmeldungen.

Im Juni 2011 gelang Silvia Felt der erste Sieg einer deutschen Triathletin in Nizza seit dem letzten Sieg von Ines Estedt 2002. Mit Boris Stein gewann 2015 erstmals seit 1982 ein Deutscher in Nizza. Der letzte siegreiche Schweizer in Nizza war Christoph Mauch 1999. In Gérardmer konnten – innerhalb des Zeitraums, in dem die Veranstaltung dort unter dem Namen „Ironman France“ organisiert wurde – 2002 Karin Thürig, 2003 Timo Bracht und 2004 Stefan Riesen gewinnen. 2017 wurde das Rennen vom Juni auf den Juli verlegt. Im Juni 2018 wurde der Ironman France zum 17. Mal ausgetragen.

Das Rennen 2019 wurde auf Grund hoher Temperaturen, Ozonwarnung und Luftverschmutzung über eine auf 152 Kilometer verkürzte Rad- und auf 31 Kilometer verkürzte Laufstrecke ausgetragen.

Die ursprünglich für den 14. Juni geplante und im Rahmen der Ausbreitung des Coronavirus auf den 11. Oktober 2020 verschobene 19. Austragung musste schließlich im April abgesagt werden.IRONMAN European Championship in Frankfurt 2020 abgesagt (6. April 2020)

Ironman World Championships 2023 bis 2025 2023 wurde der Ironman France am 25. Juni ausgetragen. Am 10. September fanden in Nizza zusätzlich das Rennen der Männer der Ironman World Championship statt. Die Frauen starteten am 14. Oktober auf Hawaii. Weltmeister wurde der Franzose Sam Laidlow, vor Patrick Lange und Magnus Ditlev.

2024 starteten die Frauen im Rahmen der Ironman World Championship in Nizza. Weltmeisterin wurde Laura Philipp. Auch 2025 fanden die Weltmeisterschaften der Männer in Nizza statt.Ironman-WM der Männer: So einfach wird die Quali für Nizza 2023 – und so schwer für Kona 2024 (6. Januar 2023) Weltmeister wurde der Norweger Casper Stornes. Die eigentlich für den 28. Juni 2026 geplante 20. Austragung in Nizza musste im Juni wegen hoher Temperaturen zusammen mit dem Ironman 70.3 Nizza abgesagt werden.Wegen Hitze: Ironman Nizza und Ironman 70.3 Nizza 2026 abgesagt (26. Juni 2026).

Streckenverlauf mini|250px|Die Promenade des Anglais (2010; Blick westwärts gerichtet)

Die Schwimmdistanz ist ein doppelter Rechteckkurs über 3,8 Kilometer senkrecht zur Promenade des Anglais. Die Radstrecke über 180 Kilometer geht in einer Runde durch das Hinterland von Nizza über den Col de l’Êcre (1120 m) und weist insgesamt 2427 Höhenmeter auf. Der abschließende Marathon über 42,2 Kilometer geht über eine viermal zu absolvierende Wendepunktlaufrunde von der Wechselzone über die komplette Promenade des Anglais in westlicher Richtung bis zum Flughafen.

Streckenrekorde Casper Stornes – 7:51:39 h (14. September 2025) Laura Philipp – 8:45:15 h (22. September 2024)

Auf den einzelnen Abschnitten werden die folgende Rekorde gehalten: +SchwimmenRadfahrenLaufenFrauen Edith Niederfriniger: 48:59 min (2006) Laura Philipp: 5:02:25 h (2024) Laura Philipp: 2:44:59 h (2024)Männer Jan Sibbersen: 44:44 min (2007) Sam Laidlow: 4:29:29 h (2025) Casper Stornes: 2:29:25 h (2025)

Siegerliste Ironman World Championships in Nizza

Datum/Jahr Männer Frauen Ironman Weltmeister Zweiter Platz Dritter Platz Ironman Weltmeisterin Zweiter Platz Dritter Platz Casper Stornes () Gustav Iden Kristian Blummenfelt – – – – – – Laura Philipp () – – –

Ironman France in Nizza Datum/Jahr Männer Frauen Erster Platz Zweiter Platz Dritter Platz Erster Platz Zweiter Platz Dritter Platz (abgesagt wegen hoher Temperaturen) Vincent Terrier Ugo Lovera Paul Blondel Merve Güney Laure Waeldin Linda Guinoiseau Steven Galibert Anthony Haynes Oskar de Schynkel Lucy Charles-Barclay Barbora Besperát Merle Brunnée Clément Mignon Bart Aernouts Jonas Hoffmann Maelle Deruaz Deborah Eckhouse Linda Guinoiseau Rodolphe Von Berg William Mennesson Arthur Horseau Svenja Thoes Alexandra Tondeur Gabriella Zelinka James Cunnama Kevin Rundstadler Frederik Van Lierde Carrie Lester Tine Deckers Manon Genêt Frederik Van Lierde Antony Costes Cameron Wurf Corinne Abraham Carrie Lester Manon Genêt Frederik Van Lierde Alessandro Degasperi Denis Chevrot Carrie Lester Annabel Luxford Linda Guinoiseau Victor Del Corral Morales James Cunnama Stefan Schmid Tine Deckers Emma Bilham Leanda Cave Boris Stein Victor Del Corral Morales Romain Guillaume Caitlin Snow Lisa Roberts Linda Guinoiseau Bart Aernouts Victor Del Corral Morales Tyler Butterfield Tine Deckers Caitlin Snow Lisa Roberts Frederik Van Lierde Bart Aernouts Clemente Alonso McKernan Mary Beth Ellis Jeanne Collonge Delphine Pelletier Frederik Van Lierde Paul Amey François Chabaud Tine Deckers Gina Crawford Kristin Möller Frederik Van Lierde François Chabaud Marcel Zamora Pérez Silvia Felt Martina Dogana Kim Loeffler Marcel Zamora Pérez Frederik Van Lierde Olivier Marceau Tine Deckers Erika Csomor Alexandra Louison Marcel Zamora Pérez Hervé Faure Simon Billeau Tine Deckers Christel Robin Martina Dogana Marcel Zamora Pérez Hervé Faure Patrick Bringer Martina Dogana Katja Schumacher Alexandra Louison Marcel Zamora Pérez Gilles Reboul Patrick Bringer Alexandra Louison Kathrin Pätzold Tine Tretner Marcel Zamora Pérez Hervé Faure François Chabaud Edith Niederfriniger Mariska Kramer-Postma Martina Dogana Hervé Faure Marcel Zamora Perez Gilles Reboul Mariska Kramer Catherine Houseaux Astrid Perathoner

SR – Streckenrekord

Ironman France in Gérardmer In den Jahren 2002, 2003 und 2004 fand der seit 1988 veranstaltete Triathlon de Gérardmer unter dem Namen Ironman France statt. Seit 2005 läuft die Veranstaltung in Nizza unter diesem Namen. Der Triathlon de Gérardmer besteht unverändert fort. Datum/Jahr Männer Frauen Erster Platz Zweiter Platz Dritter Platz Erster Platz Zweiter Platz Dritter Platz Stefan Riesen Frank Vytrisal Hervé Faure Sophie Delemer Marilyn MacDonald Zsuzsanna Harsányi Timo Bracht Stefan Riesen Gilles Reboul Helene Salomon-Watson Françoise Wellekens Jennifer Potts François Chabaud Stefan Riesen Timo Bracht Karin Thürig Gina Kehr Ariane Gutknecht

Triathlon International de Nice Die Initiatoren Mark McCormack und die IMG, die die Medienaufmerksamkeit um den Ironman Hawaii wahrgenommen hatten, planten ursprünglich mit Monaco als Austragungsort für den ersten europäischen Langdistanz-Triathlon, entschieden sich nach dem Tod von Grace Kelly aber, die Veranstaltung mit den Distanzen 1,5 km Schwimmen, 100 km auf dem Rad und einem abschließenden Marathon 1982 als Triathlon de Nice zu organisieren.

57 Athleten, darunter Mark Allen, Scott Tinley und sein Bruder Jeff, Scott Molina, Axel Koenders und John Howard, sprangen bei der Premiere in das damals 14 °C kalte Mittelmeer. Ab 1983 lief die Veranstaltung über die Distanzen 3 km Schwimmen, 120 km auf dem Rad und 32 km Laufen unter dem Namen Triathlon Longue Distance de Nice. Hohe Preisgelder (75.000 US-Dollar 1985, während der Ironman Hawaii zu diesem Zeitpunkt keinerlei Preisgelder zahlte) und TV-Berichte durch den amerikanischen Sender CBS sorgten dafür, dass die komplette Weltelite in den Achtzigerjahren in Nizza am Start stand. Bereits 1986 gingen in Nizza 1166 Anmeldungen aus 30 Staaten ein, die Polizei berichtete von 100.000 Zuschauern entlang der Strecke. 1994 übernahm der französische Triathlonverband F.F.TRI. die Organisation von der IMG, die Veranstaltung wurde ab jetzt unter dem Namen Triathlon International de Nice beworben.

In den Jahren 1994, 1995, 1997, 2000 und 2002 wurde die Langdistanz-Weltmeisterschaft der Internationalen Triathlon Union (ITU) im Rahmen des Triathlon International de Nice ausgetragen.

Der US-Amerikaner Mark Allen konnte dieses Rennen in Nizza zwischen 1982 und 1993 zehn Mal gewinnen. Paula Newby-Fraser aus Simbabwe war mit vier Siegen die erfolgreichste Starterin.

Männer Frauen Datum/Jahr Erster Platz Zweiter Platz Dritter Platz Julien Loy Mike Aigroz Gilles Reboul Patrick Vernay François Chabaud Olivier Marceau Cyrille Neveu Torbjørn Sindballe Rutger Beke Gilles Reboul Xavier Galea Christoph Hamard Peter Sandvang Cyrille Neveu François Chabaud Christoph Mauch Rainer Müller Luc Van Lierde Rob Barel Jérôme Sanson Olaf Rennicke Luc Van Lierde Rob Barel Jean-Christophe Guinchard Luc Van Lierde Olivier Marceau Rob Barel Simon Lessing Luc van Lierde Peter Reid Rob Barel Lothar Leder Yves Cordier Mark Allen Simon Lessing Rob Barel Mark Allen Yves Cordier Rob Barel Mark Allen Rob Barel Yves Cordier Mark Allen Mike Pigg Rob Barel Mark Allen Rob Barel Mike Pigg Rob Barel Scott Molina Scott Tinley Rick Wells Scott Tinley Hervé Niquet Mark Allen Scott Molina George Hoover Mark Allen Scott Tinley Rob Barel Mark Allen Dave Scott Scott Tinley Mark Allen Dave Scott Scott Molina Mark Allen Scott Molina Scott Tinley