mini|hochkant|Ludvig Munthe mini|hochkant|Düsseldorfer Stadttheater und Alleestraße, 1891, Öl auf Karton, 103,5 × 80,5 cm Ludvig Munthe (* 11. März 1841 in Årøy bei Sogndal, Norwegen; † 30. März 1896 in Düsseldorf, Rheinprovinz) war ein norwegischer Landschaftsmaler der Düsseldorfer Schule. Zu seiner Zeit war er neben Johan Christian Clausen Dahl und Hans Gude der bekannteste norwegische Kunstmaler im Ausland. Seine Hauptmotive waren melancholisch-stimmungsvolle oft abendliche Herbst- und Winterlandschaften sowie Strandszenen mit Fischer-Staffage.

Leben Ludvig Munthe war das dritte von acht Kindern des Bauern Gerhard Munthe (1791–1878) und der Sigrid (geborene Urnæs, 1811–1904). Er war zunächst Schüler von Franz Wilhelm Schiertz in Bergen und ging als 20-Jähriger mit einem staatlichen Stipendium zur weiteren Ausbildung nach Düsseldorf, wo er Privatschüler von Sophus Jacobsen und Albert Flamm war. Von 1863 bis zu seinem Tod 1896 war Munthe Mitglied des Düsseldorfer Künstlervereins „Malkasten“. Auch zählte er zu den Mitgliedern des 1876 gegründeten Düsseldorfer Radirclubs. Seine Reisen führten ihn durch Skandinavien und durch die Niederlande und Belgien, wo er autodidaktisch arbeitete.

Am 1. Juni 1872 heiratete Munthe in Düsseldorf die Holländerin Lene Wilhelmina Vlierboom (* 6. März 1853 in Rotterdam, Niederlande; † 20. Februar 1901 in Den Haag), die Tochter des Reeders Ary Vlierboom und der Eva Schalkwyck. Das Ehepaar hatte vier Kinder, unter ihnen den späteren Marinemaler Gerhard Morgenstjerne Munthe (1875–1927) sowie den Porträt- und Genremaler Christopher Munthe (1879–1958).

Für das Gemälde Norwegischer Strand erhielt er an der Weltausstellung 1878 in Paris die Goldmedaille 1. Klasse. 1880 war er erneut in Paris. Er kam mit der Schule von Barbizon in Kontakt, die seinen schon niederländisch beeinflussten Stil mit ihrem Realismus bereicherte. Seine Landschaften folgen der Tradition der „paysage intime“, sie sind nicht dramatisch oder grandios. Munthe bevorzugte dunkle Farben und schwermütige Stimmungen. 1884 führte ihn eine weitere Reise bis nach Marseille. Es folgten Ehrungen und Orden. Er war gleichzeitig Mitglied der Akademie der Künste in Stockholm und Kopenhagen. 1893 erhielt er den Titel Professor der Düsseldorfer Kunstakademie.

Orden und Ehrenzeichen Norwegischer St. Olav-Orden (1881) Österreichisch-kaiserlicher Leopold-Orden (1876) Orden der Französischen Ehrenlegion (1878)

Literatur

Hans Paffrath (Hrsg.): Lexikon der Düsseldorfer Malerschule 1819–1918. Band 2: Haach–Murtfeldt. Herausgegeben vom Kunstmuseum Düsseldorf im Ehrenhof und von der Galerie Paffrath. Bruckmann, München 1998, ISBN 3-7654-3010-2, S. 431 ff. Vidar Poulsson: Ludvig Munthe. In: Norsk biografisk leksikon. (norwegisch, Stand 13. Februar 2009, nbl.snl.no). Sigurd Willoch: Ludvig Munthe. In: Norsk Kunstnerleksikon. (norwegisch, Stand 4. Juli 2013, nkl.snl.no). Ludvig Munthe. In: Store norske leksikon. (norwegisch, Stand 29. Oktober 2019, snl.no).

Weblinks

Ludwig Munthe, Datenblatt im Portal rkd.nl (Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie)

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Norwegen) Kategorie:Maler (Düsseldorf) Kategorie:Maler (Düsseldorfer Malerschule) Kategorie:Landschaftsmaler Kategorie:Träger des Sankt-Olav-Ordens Kategorie:Träger des ö.k. Leopold-Ordens Kategorie:Wikipedia:Träger des ö.k. Leopold-Ordens (Ausprägung ungeklärt) Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion Kategorie:Wikipedia:Mitglied der Ehrenlegion (Ausprägung ungeklärt) Kategorie:Ehrenmitglied der Kungliga Konsthögskolan Stockholm Kategorie:Norwegischer Emigrant in Deutschland Kategorie:Norweger Kategorie:Geboren 1841 Kategorie:Gestorben 1896 Kategorie:Mann