St. Peter in der Au (auch Sankt Peter in der Au) ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Amstetten in Niederösterreich.
Geografie St. Peter in der Au liegt geografisch gesehen im westlichen Teil des Mostviertels im politischen Bezirk Amstetten.
Das Areal der Großgemeinde St. Peter in der Au umfasst seit der großen Gemeindereform am 1. Jänner 1971 eine Fläche von km² mit Einwohnern und 1071 Häusern, etwa 21 Prozent der Fläche ist bewaldet.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst sechs Katastralgemeinden und gliedert sich in sechs Ortschaften (in Klammern: Fläche Stand bzw. Einwohnerzahl Stand ): Hohenreith (; Ew.) samt Grift Kirnberg (); Kürnberg ( Ew.) samt Kleinraming und Kürnberg-Zerstreute Häuser St. Johann in Engstetten (); St. Johann in Engstetten ( Ew.) samt Dehendorf, Gruber, Hausleiten, Hochhof, Kaltenmarkt, Schadau, Schönbuch und Unterschadau St. Michael am Bruckbach (); St. Michael am Bruckbach ( Ew.) samt St. Michael am Bruckbach-Siedlung St. Peter in der Au Dorf (); St. Peter in der Au-Dorf ( Ew.) samt Bahnhof, Hörtlhof, Inzinghofsiedlung und Wiesenbach St. Peter in der Au Markt (); St. Peter in der Au-Markt ( Ew.)
Nachbargemeinden
Geschichte Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. St. Peter wurde von Egino von Owe im 12. Jahrhundert gegründet. Die Gemeinde war ehemals Sitz eines ausgedehnten Herrschaftsgebietes und ist seit rund 750 Jahren Markt. Sie zählt zu den Herz des Mostviertels-Gemeinden.
1918 bestand durch die Initiative des Bürgermeisters von Steyr der Plan für den Bau einer normalspurigen Bahn St. Peter–Steyr–Bad Hall, jedoch wurde vom k.k. Eisenbahnministerium der Antrag auf eine Vorkonzession abschlägig beschieden.
Im Kreisaltersheim St. Peter in der Au wurden in der Zeit des Nationalsozialismus Krankenmorde durchgeführt.
In der Katastralgemeinde St. Michael am Bruckbach befand sich ein NS-Zwansgarbeitslager für 20 ungarische Juden.
In der Nacht vom 24. zum 25. Oktober 1947 wurden in einem Bauernhaus in St. Peter elf Menschen aus zwei Familien ermordet,, die Täter wurden nie gefasst. Laut Gemeindechronik gilt die Tat als Österreichs größter ungeklärter Mordfall.
Religion Die Gemeinde ist überwiegend römisch-katholisch. Die Pfarre St. Peter in der Au umfasst Markt und Dorf.
Bevölkerungsentwicklung Von 1981 bis 2001 waren Geburtenbilanz und Wanderungsbilanz positiv. Danach wurde die Geburtenbilanz negativ, was aber eine steigende Zuwanderung bis 2021 ausgleichen konnte.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Schloss St. Peter in der Au: Das Schloss wird heute als Gemeindeamt und Museum genutzt. Katholische Pfarrkirche St. Peter in der Au Hll. Peter und Paul: Die spätgotische Wehrkirche ist mit einer Wehrgangsbrücke mit dem Schloss St. Peter in der Au verbunden. Katholische Pfarrkirche St. Michael am Bruckbach Mariä Flucht Katholische Pfarrkirche Engstetten hl. Johannes der Täufer Katholische Pfarrkirche Kürnberg hl. Jakobus der Ältere Carl-Zeller-Museum: Das Museum im Schloss St. Peter in der Au bietet einen vollständigen Überblick über Leben und Werk des in St. Peter in der Au geborenen Operettenkomponisten Carl Zeller, der mit seiner Operette Der Vogelhändler in den 1890er Jahren im deutschsprachigen Raum Ruhm erlangte. Musiktradition wird auch heute gepflegt, mit regelmäßigen Veranstaltungen in der Carl-Zeller-Halle und im Schloss. Im Juli 2005 wurde das 130-jährige Jubiläum des Musikvereins gefeiert. Elisabethwarte in Kürnberg 2007 fand – gemeinsam mit Waidhofen an der Ybbs sowie Ybbs – in St. Peter in der Au die niederösterreichische Landesausstellung Feuer & Erde statt.Birgit Trinker (Red.): Feuer & Erde. NÖ Landesausstellung 2007, Waidhofen, Ybbs und St. Peter in der Au. Katalog zur Niederösterreichischen Landesausstellung (…) in Waidhofen an der Ybbs und St. Peter in der Au, 28. April bis 4. November 2007. Schallaburg Kulturbetriebsgesellschaft, Schollach 2007, ISBN 978-3-9502343-1-2.
Wirtschaft und Infrastruktur Im Jahr 2001 gab es 160 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten, nach der Erhebung 1999 gab es 286 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Bei der Volkszählung 2001 betrug die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort 2.192, die Erwerbsquote lag 2001 bei 47 Prozent, im Jahresdurchschnitt 2003 gab es am Ort 23 Arbeitslose.
Unternehmen Steyr Mannlicher in Ramingtal/Kürnberg
Öffentliche Einrichtungen In der Gemeinde gibt es zwei Volksschulen und zwei Mittelschulen.Schulensuche auf Schulen online, abgerufen am 4. September 2020.
Sport Der UFC St. Peter/Au wurde 1946 gegründet. Der Verein bestreitet seine Heimspiele am 2018 grundrenovierten Sportplatz in St. Peter in der Au. Zum Verein USC Seitenstetten aus der östlichen Nachbargemeinde besteht seit jeher eine Rivalität, bei diesen Spielen pilgern selbst bei unterklassigen Spielen rund tausend Zuseher auf die örtlichen Sportplätze. Der Fußballclub spielt seit 2023 in der 1. Landesliga Niederösterreichs.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat hat 29 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 20 ÖVP und 5 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 19 ÖVP, 4 SPÖ und 2 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 ÖVP, 3 SPÖ und 2 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 21 ÖVP und 4 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 21 ÖVP und 4 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 20 ÖVP, 6 SPÖ und 3 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 21 ÖVP, 5 SPÖ und 3 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 19 ÖVP, 5 FPÖ, 3 GRÜNE und 2 SPÖ.
Bürgermeister
1997–2009 Johann Heuras (ÖVP) 2009–2015 Gerhard Wieser (ÖVP)Neuer Bürgermeister für St. Peter in der Au. ORF Niederösterreich, 10. März 2009 seit 2015 Johannes Heuras (ÖVP)Website Gemeinde St. Peter in der Au
Wappen
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Franz Oberleitner (* 26. April 1829; † 12. Februar 1897 in Ort bei Gmunden), Pfarrer, Botaniker und Archäologe Johannes Landlinger (* 24. April 1892; † 13./14. Oktober 1970), römisch-katholischer Prälat Carl Zeller (* 19. Juni 1842; † 17. August 1898 in Baden bei Wien), Operettenkomponist und Ministerialrat im k.k. Ministerium für Cultus und Unterricht Leo Schwingenschuß (* 23. Februar 1878; † 25. Februar 1954 in Wien), Lepidopterologe Emmerich Zinner (* 18. Oktober 1900 in Neunkirchen; † 1979), gründete 1921 die NSDAP-Ortsgruppe in St. Peter und weitere in anderen Ortschaften, Kreisschulungsleiter im Bezirk Amstetten, NSDAP-Bürgermeister von St. Peter in der Au und Waidhofen an der Ybbs. Kunibert Zinner (* 3. Juni 1906 in Kirchberg am Wechsel; † 24. Dezember 1990), Akademischer Bildhauer und Komponist und NS-Funktionär Friedrich Platzer (* 7. Mai 1928; † 27. Juni 1975), Politiker Ernst K. Zinner (* 30. Jänner 1937 in Steyr, Österreich; † 30. Juli 2015 in St. Louis, USA) war ein österreichischer Astrophysiker. Lois Lammerhuber (* 1952 in St. Peter), Fotograf und Verleger, verantwortlich für die österreichische Ausgabe von Geo Leopold Kogler (* 1952), Maler, Grafiker und Kunstpädagoge Johann Heuras (* 8. Oktober 1957 in Amstetten) ist ein österreichischer Politiker (ÖVP) und ehemaliger Lehrer. Seit 2015 ist er Bildungsdirektor für Niederösterreich (seit 2018; früher Landesschulrat). Sonja Ramskogler (* 7. Februar 1969 in Wien) ist eine österreichische Politikerin (SPÖ). Sie war von 2001 bis 2015 Abgeordnete zum Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderats.
Literatur Manfred Wohlfahrt: Gerichtsbezirk St. Peter in der Au. Die im Bauparzellenprotokoll des Franziszeischen Katasters angegebenen Häuser und ihre grundherrschaftliche Zuordnung. (Manuskript), Amstetten 2001. OBV. Susanne Slattery, Johannes Zinner (Fotos): Ein Führer durch die Marktgemeinde St. Peter in der Au, St. Michael am Bruckbach, St. Johann in Engstetten und Kürnberg. Marktgemeinde St. Peter in der Au, St. Peter in der Au 2010. OBV.
Weblinks
Geschichtliches über die Marktgemeinde St. Peter in der Au Geschichtliches über die Marktgemeinde und der Pfarre St. Peter in der Au Webpräsenz der Marktgemeinde St. Peter in der Au
Einzelnachweise
Kategorie:Ybbstaler Alpen