Die Mainau ist mit etwa 45 Hektar Fläche die drittgrößte Insel im Bodensee.Aufgelistet. Fünf Fakten über die Insel Mainau. In: Südkurier vom 19. November 2010. Zum Stichtag des Zensus am 15. Mai 2022 wies sie rund 40 ständige Einwohner auf.Interaktiver Atlas des Zensus 2022 Der Molassekalkfelsen befindet sich im Überlinger See genannten nordwestlichen Teil des Bodensees.Die Mainau. In: Gerhard Fischer, Andreas Balze (Hrsg.): Bodensee. DuMont-Reiseverlag, Ostfildern 2005, ISBN 3-7701-6320-6. Sie ist vom Südufer des Überlinger Sees über eine Brücke zu erreichen und verfügt über einen Schiffsanleger, der von Kurs- und Ausflugsschiffen der Weißen Flotte bedient wird. Die nächsten größeren Städte sind Konstanz, Meersburg und Überlingen. Die Insel gehört im Stadtgebiet von Konstanz zum Stadtteil Litzelstetten und befindet sich seit 1974 im Besitz der von Graf Lennart Bernadotte gegründeten gemeinnützigen „Lennart-Bernadotte-Stiftung“. Die gräfliche Familie ist bis heute wichtiger Teil der Attraktion der Mainau.Die Blumeninsel Mainau macht Millionen Blütenträume wahr. In: Südkurier vom 21. August 2007. Die Insel liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße.

Geographie Lage mini|Lage der Mainau im Stadtgebiet von Konstanz mini|Insel Mainau und Litzelstetten Die Insel liegt auf einer Höhe zwischen 395 (Seeniveau bei mittlerem Wasserstand) und 425 Meter über Normalhöhennull (NHN). Der höchste Punkt ist laut amtlichen Karten bei der Großherzog-Friedrich-Terrasse (historisches Wasserreservoir auf dem Vogelherd). Ihre Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 610 Meter, ihre größte West-Ost-Ausdehnung rund 1050 Meter. Der Umfang der Insel beträgt rund drei Kilometer.Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee: Der Bodensee: Zustand – Fakten – Perspektiven. 2. korrigierte Auflage, IGKB, Bregenz 2004, ISBN 3-902290-04-8, S. 9. Die kürzeste Entfernung der abgesunkenen Molassescholle zum Seeufer beträgt 130 Meter.Manfred Schmidt: Strom- und Binnenseeinseln in Deutschland. GRIN-Verlag, München 2008, ISBN 3-638-95278-9, S. 15. Die Mainau gehört zum Konstanzer Stadtteil Litzelstetten rund vier Kilometer nördlich der Altstadt.

Die Mainau ist durch Fußgänger über eine Brücke mit dem westlich der Insel gelegenen Festland erreichbar. Eine Fahrspur auf dieser Brücke ist v. a. Inselbewohnern, Restaurantgästen und Angestellten vorbehalten. Für Besucher, die mit dem Auto anreisen, gibt es einen Parkplatz auf dem Festland unmittelbar am westlichen Eingang der Insel. Besucher können von Unteruhldingen, Konstanz, Kreuzlingen oder Meersburg aus mit den Personenfähren verschiedener Schifffahrtsgesellschaften mehrmals täglich auf die Insel gelangen. Ein Fähranleger mit zwei Landungsstegen befindet sich an der Ostseite. Südlich vom Schiffsanleger befindet sich ein kleiner Privathafen.

Das Wassergebiet zwischen der Insel Mainau und dem Festland ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Naturschutzgebiet Untere Güll liegt nördlich, die Obere Güll südlich der Brückenverbindung.

Bevölkerung Die Insel Mainau hat nur wenige Einwohner, Meyers Konversationslexikon von 1888 gab eine Bevölkerung von 28 an.https://www.peter-hug.ch/lexikon/11_0116 Zur Volkszählung 1961 war eine Bevölkerung von 123 nachgewiesen.Wohnplatzverzeichnis 1961, Staatshandbuch für Baden-Württemberg, Hrsg. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart 1964, S. 359. Auf der Insel Mainau lebt Björn Bernadotte mit seiner Familie.

Anlage Park- und Gartenanlagen mini|Eingang der Insel Mainau vom Schiffsanleger (2007) mini|links|Gemarkungsplan von Allmannsdorf von 1885 zeigt die Insel Mainau sowie auch das Kloster St. Katharinen als eigene Gemarkungen neben Allmannsdorf, mit separat nachgewiesenen Flächen mini|hochkant|1959/1960 angelegte Allee von Metasequoien (Mai 2006)

Bedingt durch das günstige Bodenseeklima wachsen auf der tropfenförmigen Insel Palmen und andere mediterrane Pflanzen. Wegen ihrer reichen subtropischen, teilweise auch tropischen Vegetation wird die Mainau auch als „Blumeninsel im Bodensee“ bezeichnet. Der 2004 verstorbene Graf Lennart Bernadotte nannte seine Insel gerne das „Blumenschiff“. Weiterhin beschrieb er das bekannte und für Besucher gegen Eintrittsgeld zugängliche Ausflugsziel mit folgenden Worten:

Mit den „neuen Kleidern“ mag er zuerst den immer wieder neu von Gärtnerhand gewebten Blütenüberwurf gemeint haben.Brigitte Elsner-Heller: Kunst eines „Radikal-Optimisten“. In: Südkurier vom 17. April 2007.

Herzstück der „Blumeninsel“ ist neben den historischen Gebäuden das von Großherzog Friedrich I. ab 1856 angelegte parkähnliche Arboretum der Insel Mainau mit seinen 500 verschiedenen Arten von zum Teil seltenen und wertvollen Laub- und Nadelgehölzen. Darunter befindet sich einer der ältesten Urweltmammutbäume (Metasequoia glyptostroboides) Deutschlands. Der aus China stammende Baum war 1952 als 70 Zentimeter großes Bäumchen im Ufergarten ausgepflanzt worden.Josef Siebler: Mammutbaum gekappt. In: Südkurier vom 13. Februar 2008. Besonders mächtig sind einige Exemplare des Riesenmammutbaums (Sequoiadendron giganteum). Die Samen dieser Bäume kamen 1853 aus Kalifornien, und 1864 ließ Friedrich I. zahlreiche Bäume auf der Mainau pflanzen. Damit gehören sie zu den ältesten ihrer Art in Europa.Richard Pott: Biotoptypen. Ulmer, Stuttgart 1996, S. 363. Neben den riesigen Mammutbäumen befinden sich Zedern, Metasequoien und Tulpenbäume. Das Arboretum dehnt sich nordwestlich vom Schloss auf der Hochfläche aus.

Im Frühjahr Ende März / Anfang April beginnt auf der Mainau das Blumenjahr im Palmenhaus mit einer großen Orchideenschau. Von Ende März bis Mitte Mai blühen auf der Mainau Tulpen, Narzissen und Hyazinthen. Hierzu wurden im östlichen Teil der Insel an der sogenannten „Frühlingsallee“ parallel zum Weg Tausende von Tulpen-, Narzissen- und Hyazinthenzwiebeln gepflanzt. Ebenfalls im Frühjahr gedeihen auf der Insel Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht und Primeln.

In der Übergangszeit von Mai und Juni zeigen sich die Blüten der 200 Rhododendren- und Azaleensorten. Westlich des Comturey-Kellers kommt man zu dem ebenfalls von Großherzog Friedrich I. im italienischen Stil angelegten Rosengarten.Klaus Schäfer: Vom Rhein zu den Pyrenäen III: Pilger- und Kirchenführer am Jakobsweg. Books on Demand, 2003, ISBN 3-8334-0266-0, S. 27. Der sogenannte „italienische Rosengarten“ ist eine streng geometrische Anlage mit Pergolen, Skulpturen und Brunnen. Im Sommer betört der Duft der rund 500 verschiedenen Rosensorten, vor allem Beetrosen. Auf der ganzen Insel finden sich etwa 30.000 Rosenstöcke von 1200 Sorten. Eine Barocktreppe führt hinauf zur aussichtsreichen Schlossterrasse.

Die „Frühlingsallee“ führt zu den „Mediterran-Terrassen“ mit ihren exotischen Kübelpflanzen, wo im Sommer Palmengewächse, Agaven, Kakteen und Bougainvilleen gezeigt werden. Von hier hat man ein Panorama auf die Bodenseelandschaft. Im Juli zeigen sich auf der Mainau die Blüten der Engelstrompeten und des Hibiskus, im August die der Passionsblumen.

Südlich breitet sich der „Südgarten“ aus, wo im Herbst von September bis Oktober die Dahlienfelder mit etwa 20.000 Dahlienbüschen von 250 Sorten blühen. Im östlich anschließenden Ufergarten wachsen Frühlings- und Sommerblumen, darunter eine Sammlung verschiedener Fuchsienarten. Ein beliebtes Fotomotiv ist das Bodenseerelief, ein nach Jahreszeit unterschiedlich gestaltetes Blütenbild in Form des Bodensees.

An der Nordseite der Insel liegt der kleine Hafen mit Schiffsanlegestelle, wo die Ausflugsschiffe anlegen und es einen weiteren Eingang gibt.

mini|Schmetterling mit transparenten Flügeln im Schmetterlingshaus Im ganzjährig geöffneten Schmetterlingshaus auf der Insel, mit etwa 1000 Quadratmeter das zweitgrößte seiner Art in Deutschland, können Besucher zwischen 25 °C und 30 °C Wärme und 80 bis 90 Prozent Luftfeuchtigkeit durch eine tropisch anmutende Umgebung mit Wasserfällen und exotischen Gewächsen gehen. Je nach Saison fliegen 700 bis 1000 bunte Falter bis zu 80 verschiedener Schmetterlingsarten, vor allem südamerikanischer Herkunft, frei zwischen den Besuchern. Rund ein Drittel der gezeigten Schmetterlingsarten vermehrt sich hier auf natürliche Weise. Doch ist es ganz unterschiedlich, wie viele Nachkommen es gibt. Aus diesen Gründen bekommt das Schmetterlingshaus wöchentliche Lieferungen von 400 Puppen von Züchtern aus Costa Rica, England und Holland. Rund 20.000 Euro beträgt das Budget im Jahr für neue Raupen.Die Puppenstube der bunten Falter. In: Südkurier vom 31. Oktober 2008. Die Gartenanlage rund um das Schmetterlingshaus wurde als Lebensraum für heimische Schmetterlinge gestaltet. Angeschlossen ist ein Duftgarten mit mehr als 150 Duftpflanzenarten.

Außer den Park- und Gartenanlagen gibt es einen Streichelzoo mit Ziegen und Ponys und den „Mainauer Bauernhof“ mit Alpakas, Hasen, Hühnern, Eseln, Schafen und Katzen sowie einige gastronomische Einrichtungen.

Für Kinder gibt es das rund 1100 Quadratmeter große Mainauer Kinderland „Wasserwelt“, einen Spielplatz mit einem 60 Zentimeter tiefen Wasserbecken, das von Flusssteinen mit einem Gesamtgewicht von rund 130 Tonnen eingefasst wird. In der Mitte des mit 170 Kubikmeter Wasser gefüllten Sees liegt eine Insel. Auf dem See können die Kinder mit Flößen umherfahren oder sich mit einer Holzfähre hinüberziehen. Rundherum stehen Holzhäuser als Klettergerüste, die laut Planern an die Zeit der Pfahlbauten erinnern sollen. Verbunden sind die Häuschen durch Hängebrücken und Kettenstege. Dazu gibt es Wasserrinnen und extra Matschtische.Frank van Bebber: Spielplatz mit Wäschetrockner. In: Südkurier vom 4. April 2007. Falls ein Kind beim Spielen allzu tief in die Wasserwelt eingetaucht sein sollte, haben die beiden Mainauplaner Matthias Wagner und Markus Zeiler auch vorgesorgt: Am Spielplatz wurde in einem Kiosk ein Wäschetrockner aufgestellt, in dem die Eltern nasse Kleidungsstücke selbst trocknen können.Familienparadies Mainau. In: Südkurier vom 19. April 2007.Neue Wasserwelt für Kinder. In: Südkurier vom 23. Januar 2007.

Bauwerke Deutschordenschloss mini|Deutschordenschloss Das Deutschordenschloss wurde auf dem Burgstall der im 18. Jahrhundert abgebrochenen Burg Mainau nach den Entwürfen von Johann Caspar Bagnato (Giovanni Gaspare Bagnato) und unter seiner Bauleitung 1739 begonnen und nach siebenjähriger Bauzeit vollendet. Das dreiflügelige Barockschloss wurde um einen Ehrenhof und mit einem seitlichen Terrassengarten angelegt. Am Mittelrisalit des Westteils befindet sich ein großes Wappen des Hochmeisters Clemens August von Bayern, des Landkomturs Philipp von Froberg und des Mainaukomturs Friedrich von Baden. Auf dem Ostgiebel (Seeseite) ist ein Deutschordenswappen angebracht. Das Schloss ist bis heute Wohnsitz der gräflichen Familie. An der gräflichen Fahne, die auf dem Schlossdach gehisst ist, kann man erkennen, ob die gräfliche Familie anwesend ist. Die Privaträume liegen im Nordflügel, also vom Schlosshof aus links, im nicht zugänglichen Teil des Schlosses. Herzstück ist der ehemalige Audienzsaal, der in Weiß und Gold gehaltene sogenannte „Weiße Saal“, der sein heutiges Aussehen 1883 erhielt. Er ist nur zu Konzerten oder besonderen Veranstaltungen öffentlich zugänglich. Im Mitteltrakt werden Wechselausstellungen gezeigt. Im Südflügel befindet sich ein Café mit Terrasse unter den hohen Palmen der Schlossterrasse. Unmittelbar angrenzend an den Südflügel befindet sich das Palmenhaus.

Palmenhaus