mini|Aimé Paris (1798–1866) Das Major-System, auch Master-System genannt und als Zifferncode nach Aimé Paris bezeichnet, ist eine Mnemotechnik, die auf der Zuordnung von Lauten zu Ziffern und Wörtern zu Zahlen basiert. Der Grundgedanke des Master-Systems ist es, jeder Zahl von 0 bis 99 sowie den Ziffernfolgen von 00 bis 09 jeweils ein bleibendes Bild zuzuordnen, das dann gelernt und sicher wiedergegeben werden muss. Bei Anwendung dieser Gedächtnistechnik ist der Benutzer in der Lage, sich auch sehr lange Zahlenreihen fest einzuprägen, da jeweils gleich zwei aufeinanderfolgende Ziffern mit einem einzigen festen Bild abgedeckt sind.

Zuordnungsliste nach Aimé Paris Im Folgenden wird die Zuordnung nach dem französischen Rechtsanwalt und Mnemotechniker Aimé Paris, der auch der Erfinder eines Stenografie-Systems ist,Franz Moser / Karl Erbach / Maria Erbach: Lebendige Kurzschriftgeschichte. Ein Führer durch Kurzschriftlehre und Kurzschriftgeschichte, Winklers Verlag, Darmstadt 1990, 9. Auflage, S. 37–38 gezeigt.Karsten, S. 90 Aimé Paris veröffentlichte seine Zuordnung 1825Voigt, S. 172 und sie ist für jede Sprache übertragbar. Die Ziffern-Konsonanten-Zuordnung wechselt jedoch leicht je nach Sprache. So gibt es zum Beispiel ß nur in der deutschen Sprache. Da es auf die Laute, denen nur Konsonanten und Konsonantenverbindungen zugrunde liegen, ankommt, und nicht auf Buchstaben, funktioniert die Zuordnung in beide Richtungen. Es gibt auch andere Zuordnungen als nach Aimé Paris. Diese sind aber viel seltener verbreitet. Um das Major-System auch erfolgreich anwenden zu können, ist es erforderlich die folgenden Zuordnungen sicher in beide Richtungen zu beherrschen. Ziffer Konsonanten Merkhilfen 0 s, ß, ss, z Im Englischen und Italienischen heißt null zero;Stenger, S. 102; Bien, S. 146 im Englischen mit stimmhaftem s, im Italienischen mit z ausgesprochen. 1 t, d Der Buchstabe t ähnelt der Ziffer 1; d ist lautverwandt.Bien, S. 146 2 n Das n hat zwei „Beine“, also zwei Striche nach unten.Stenger, S. 102; Karsten, S. 91 3 m Das m hat drei „Beine“, also drei Striche nach unten.Stenger, S. 102; Karsten, S. 91 4 r Der 4te Buchstabe des Wortes vier ist ein r.Bien, S. 146 Weitere Merkhilfemöglichkeit: das französische Auto R4.Possin, S. 128 5 l Das L ist das römische Zahlzeichen für 50.Karsten, S. 91 Der Winkel oben auf der 5 sieht aus wie ein nach rechts gedrehtes L.Bien, S. 146 Weitere Merkhilfe: Wenn man von den fünf Fingern einer Hand den Daumen waagrecht abspreizt, bilden der Zeigefinger und der abgespreizte Daumen ein großes L.Otto, S. 52 6 sch, sh, ch, j Die ersten drei Mitlaute des Wortes sechs lauten sch.Karsten, S. 91; Possin, S. 128 Mit 6 geht man in die Schule.Stenger, S. 102 Die 6 war eine schlechte Note in der Schule.Possin, S. 128 7 k, ck, g 7 ist eine Glückszahl. Am 7. Tag gehen wir in die Kirche.Stenger, S. 102 Die Laute ck und g sind lautverwandt. Weitere Merkhilfe: Der Siebenjährige Krieg.Possin, S. 128 8 f, ph, v, w Das handschriftliche kleine f beinhaltet in etwa die Ziffer 8.Stenger, S. 91 Die Laute v und w sind lautverwandt. Weitere Merkhilfe: 8ung – Vorsicht Falle!Possin, S. 128 9 p, b Die Ziffer 9 ähnelt dem Spiegelbild von pBien, S. 146 und einem verkehrt herumstehenden bPossin, S. 128. Die Zeichen p und b sind lautverwandt. Sind einer Ziffer mehrere Laute zugeordnet, werden diese phonetisch ähnlich erzeugt (Ausnahme „6“). Wenn man sich diese Zuordnung fest eingeprägt, lassen sich leicht längere Zahlen als ein Wort oder als Satz merken. Vokale kommen in diesem System nicht vor; man kann sie also beliebig verwenden, da sie nicht sinntragend sind. Auch der Hauchlaut h kann in dem aus der Zahl übertragenen Wort beliebig oft vorkommen.

Dabei ist zu beachten, dass nur der phonetische Wert gilt, nicht der orthografische: Kaffee hat den Zahlenwert 78 Latte hat den Zahlenwert 51 Beispiel 1: Anstatt sich die Zahl 6752 (z. B. eine PIN) einzuprägen, merkt man sich lediglich das Wort schaukeln.

Beispiel 2: Die Ziffernfolge 0123456789 ist in diesem Satz kodiert: „Ist Unmoral schick, Weib?“ Oder auch in diesem: „Zeitnehmer: eile! Schau: Kaffeeabbau!“

Die Methode ist im Alltag immer dann nützlich, wenn man bestimmte längere Zahlen häufiger braucht, beispielsweise PIN-Zahlen, Kontonummern und Telefonnummern. Es lassen sich auch Notizen in Form von Zahlen anfertigen, die dann quasi eine Geheimschrift darstellen. Die Kombination „6 59 16“ könnte dann etwa „Ich liebe dich“ bedeuten.

Erstellung von Master-Begriffen Die verschiedenen Autoren von Mnemotechnikbüchern kommen zu einem einheitlichen Ergebnis, was die eigene Erstellung von Master-Begriffen, also die Erstellung von festen Bildwörtern für die einzelnen Zahlen, betrifft.so zum Beispiel Karsten, S. 92–99

Wichtig ist, dass man die Zahlen in emotionale, klare Bilder übersetzt, die man sich gut vorstellen kann, also auf abstrakte Begriffe verzichtet. Je mehr Sinneseindrücke man mit dem Bild verknüpft, desto besser. Das erstellte Wort soll möglichst zum eigenen Lebensbereich in Bezug treten.

Weitere Regeln: Ein Bildwort beginnt immer mit einem Konsonanten gemäß der Zuordnung nach Aimé Paris, soweit ein Wort gefunden werden kann – für die Ziffer 3 also besser Mai statt Oma und für die 9 besser Po statt Opa Vokale, der Hauchlaut h sowie die seltenen Buchstaben q, x und y haben nur eine Statistenrolle und sind völlig neutral; sie können im Wort beliebig oft vorkommen: Tee, Noah, Nivea, Fahne. Doppelkonsonanten zählen als jeweils ein Konsonant: Kaffee, Bett. Bildwörter sollen nur anschauliche und gut vorstellbare Substantive sein und keine anderen Wortarten, damit es bei der Bildung eines Satzes oder einer Geschichte bei langen Zahlen nicht zu Unsicherheiten kommt und man bei der Bildung der anderen Wortarten völlig freie Hand hat. Bei der Erstellung der Bildwörter sollen ähnliche Begriffe vermieden werden, damit es bei der Rückübertragung der Wörter in Zahlen zu keinen Verwechslungen kommt. Wenn der Anwender zum Beispiel bei der Zahl 68 sich für das Wort Schaf entscheidet, soll er für 53 nicht Lamm verwenden, sondern für eine der beiden Zahlen ein anderes Wort finden (eventuell Limo für die 53). Weiteres Negativ-Beispiel: Kahn für 72 und gleichzeitig Boot für 91. Master-Begriffe dürfen beim oder auch noch nach dem Erlernen in Einzelfällen ausgetauscht werden, wenn sich beim Lernenden das eine oder andere Bildwort als schwer merkbar herausstellt.

Bildwörter für die Zahlen von 1 bis 100 und von 00, 000 sowie 01 bis 09 In den folgenden Tabelle sind alle Zahlen 1 bis 100 und von 00 bis 09 nach der Major-Systematik in Bilder umgewandelt. Bei den Bildwörtern handelt es sich um die gängigen und herkömmlichen Bilder aus der Fachliteratur (vgl. Literaturliste). Es steht jedoch jedem Anwender frei, auch andere Bildwörter, die ihm vertrauter sind und mehr seinem Lebensumfeld entsprechen, zu bilden. Jedem Bildwort sind auch mögliche Visualisierungsvorschläge beigegeben sowie auch alternative Bildwörter zur Auswahl aufgelistet.

Wenn man einen besonderen Bezug zu Personen eines bestimmten Vornamens aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis hat oder auch zu Orten, Gewässern, Bergen, weil man in der Nähe wohnt oder Urlaubserinnerungen oder einen sonstigen Bezug dazu hat, können auch solche Bildwörter gewählt werden, so zum Beispiel Donau für 12, Rom für 43 oder Lea für 5 (weil man eine Lea persönlich gut kennt).

Bildwörter für die Zahlen 1 bis 100