Medaillenspiegel Platz Land G S B Ges. 1 48 26 31 105 2 39 31 22 92 3 29 18 18 65 4 18 22 26 66 5 13 9 9 31 6 11 20 13 44 7 11 11 13 35 8 8 15 12 35 9 8 9 11 28 10 8 4 6 18 … … … … … … 33 2 2 – 4 Vollständiger Medaillenspiegel

Die Olympischen Sommerspiele 2012 (offiziell Spiele der XXX. Olympiade) fanden vom 25. Juli bis zum 12. August 2012 in London statt (mit der Eröffnungsfeier am 27. Juli). Den Austragungsort wählte das Internationale Olympische Komitee am 6. Juli 2005 im Rahmen seiner 117. Session in Singapur. Die Kandidatur Londons, die von Sebastian Coe angeführt worden war, setzte sich dabei gegen Paris, Madrid, New York und Moskau durch. Nach 1908 und 1948 war die Hauptstadt des Vereinigten Königreichs zum dritten Mal Gastgeber Olympischer Sommerspiele. Es nahmen 10.520 Athleten teil, die 204 Nationale Olympische Komitees vertraten. Insgesamt gab es 302 Entscheidungen in 26 Sportarten. Auf dem Programm stand erstmals das Boxen der Frauen, so dass erstmals überhaupt in sämtlichen Sportarten Frauen vertreten waren. Hauptaustragungsort war der neu errichtete Olympiapark im Londoner Stadtteil Stratford.

Bewerbungen

Neun Städte reichten ihre Bewerbung zur Durchführung der Olympischen Spiele 2012 beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ein: Havanna (Kuba), Istanbul (Türkei), Leipzig (Deutschland), London (Vereinigtes Königreich), Madrid (Spanien), Moskau (Russland), New York (USA), Paris (Frankreich) und Rio de Janeiro (Brasilien). Gestützt auf einen Bericht der Evaluationskommission, reduzierte das IOC das Kandidatenfeld auf fünf Städte: London, Madrid, Moskau, New York und Paris.

Alle fünf Städte reichten ihre offizielle Kandidatur ein und wurden im Februar und März 2005 von der Evaluationskommission des IOC jeweils vier Tage lang besucht. Das IOC veröffentlichte die Evaluationsberichte am 6. Juni 2005. Obwohl sie weder Benotungen noch Ranglisten enthielten, machte Paris den stärksten Eindruck, dicht gefolgt von London, das seit der ersten Beurteilung im Jahr 2004 zahlreiche Verbesserungen vorgenommen hatte. New York und Madrid erhielten ebenfalls positive Bewertungen, während Moskau als schwächste Kandidatur galt.

mini|Logo der Kandidatur mini|Zug der London Underground mit einer Werbelackierung für die Olympiakandidatur

Während des gesamten Bewerbungsprozesses galt Paris als Favorit, zumal diese Bewerbung bereits die dritte in jüngster Vergangenheit war. London folgte mit deutlichem Abstand, was sich jedoch zu ändern begann, nachdem Sebastian Coe zur Leitfigur der Kandidatur bestimmt worden war. Im August 2004 prognostizierten verschiedene Medien ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen London und Paris.

Im Rahmen der 117. IOC-Session in Singapur fand am 6. Juli 2005 die Wahl des Austragungsortes statt. Moskau schied in der ersten Runde aus, gefolgt von New York und Madrid. In der vierten und entscheidenden Runde setzte sich London knapp mit 54 zu 50 Stimmen gegen Paris durch, womit auch feststand, dass die Sommer-Paralympics 2012 in London stattfinden würden. Die Siegesfeiern in London waren nur von kurzer Dauer, da die Stadt am folgenden Tag durch die Terroranschläge in mehreren U-Bahn-Zügen erschüttert wurde.

Ergebnisse der Wahlgänge: Ort Land Runde 1 Runde 2 Runde 3 Runde 4 London 22 27 39 54 Paris 21 25 33 50 Madrid 20 32 31 — New York 19 16 — — Moskau 15 — — —

Die Anzahl der abgegebenen Stimmen stieg von Wahlgang zu Wahlgang, da die IOC-Mitglieder aus den Ländern der Kandidatenstädte erst nach deren Ausscheiden mitstimmen durften.

Vorbereitungen Organisation Am 3. Oktober 2005 wurde das London Organising Committee of the Olympic Games and Paralympic Games (LOCOG) gegründet. Das von Sebastian Coe präsidierte LOCOG war für die Organisation und die Durchführung der Olympischen Spiele sowie der daran anschließenden Paralympics verantwortlich. Es arbeitete eng mit der im März 2006 eingesetzten Olympic Delivery Authority (ODA) zusammen, deren Aufgabe die Planung und der Bau der Sport- und Infrastrukturanlagen war. Die Government Olympic Executive (GOE), eine Abteilung des britischen Ministeriums für Kultur, Medien und Sport, war die führende Regierungsbehörde für die Koordination der Olympischen Spiele und Paralympics. Sie trat als Aufsichtsbehörde auf, plante die Nachnutzung der Anlagen und übernahm das Controlling der Ausgaben der öffentlichen Hand, die 9,3 Milliarden Pfund betrugen. Während der Vorbereitungsphase unternahm die IOC-Koordinationskommission für die Olympischen Sommerspiele 2012 mehrere offizielle Besuche, um den Fortschritt zu begutachten. Der zehnte und letzte Besuch erfolgte im März 2012, woraufhin die Kommission zu folgendem Schluss kam: „London ist bereit, diesen Sommer die Welt zu empfangen.“

Verkehrsinfrastruktur mini|Olympic Javelin-Shuttlezug

Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs war ein wichtiges Element der Londoner Kandidatur gewesen. Transport for London (TfL) hatte im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2012 zahlreiche Verbesserungen vorgenommen. Dazu gehörten die Verlängerung der East London Line von London Overground, der Ausbau der Docklands Light Railway und der North London Line sowie die Einführung von Shuttlezügen mit der Bezeichnung Olympic Javelin auf der Schnellfahrstrecke High Speed 1. Gemäß Network Rail wurden während der Spiele 4000 zusätzliche Zugverbindungen angeboten sowie längere Züge eingesetzt.

Über die Bahnhöfe Stratford International und Stratford wurde eine Transportkapazität von 240.000 Personen pro Stunde zum Olympiapark bereitgestellt, 100.000 mehr als zu normalen Zeiten. Auch die übrigen Wettkampfstätten in London waren mit Schienenverkehrsmitteln erreichbar. Hinzu kam die neu eröffnete Gondelbahn Emirates Air Line (heute London Cable Car). Es wurden insgesamt 30.000 Parkplätze in temporären Park-and-ride-Anlagen angeboten, von wo aus die Besucher mit Bussen zu den Wettkampfstätten gelangten.

80 % aller Athleten sollten weniger als 20 Minuten bis zu ihren Wettkampfstätten benötigen und 93 % aller Athleten weniger als 30 Minuten zu ihren Trainingsstandorten. Um Athleten, Betreuern, Offiziellen und VIPs ein möglichst störungsfreies Fortbewegen zu ermöglichen, wurden für sie auf einigen Straßen Fahrspuren reserviert. Das rund 170 km lange Olympic Route Network verband Wettkampfstätten und Unterkünfte miteinander.

Verschiedentlich wurden Bedenken geäußert, die Verkehrsinfrastruktur in der Nähe der Wettkampfstätten außerhalb Londons könnte dem Besucherandrang nicht gewachsen sein. Dies traf insbesondere auf die Segelwettbewerbe bei Weymouth zu. Aus diesem Grund entstand eine sieben Kilometer lange Entlastungsstraße zwischen Dorchester und Weymouth, die im März 2011 nach dreijähriger Bauzeit eröffnet wurde, aber bereits in den 1940er Jahren geplant gewesen war.

Sicherheit mini|Rapier-Raketensystem

Die Spiele wurden von 10.000 Beamten des Metropolitan Police Service und von 13.500 Mitgliedern der britischen Streitkräfte geschützt; hinzu kamen private Sicherheitsdienste. Das Militär war insbesondere für die Luftsicherheit zuständig und setzte zu diesen Zwecken Abfangjäger (Eurofighter Typhoon) und Hubschrauber (Puma, Westland Lynx) ein. An sechs Standorten waren zudem Luftabwehrraketen (Rapier-Raketensystem, Starstreak HVM) stationiert.Wer falsch fliegt, wird abgeschossen. In: Spiegel Online. Abgerufen am 29. Juli 2012. Das amphibische Angriffsschiff Ocean ankerte auf der Themse und diente als Hubschrauberlandeplatz, logistischer Stützpunkt und Unterkunft für 800 Soldaten. Der Einsatz der Luftwaffe und Marine war während des Manövers Exercise Olympic Guardian vom 2. bis 10. Mai 2012 trainiert worden. Ferner bestand eine partielle Sperrung des Luftraums über London.

Im Juli 2012 musste das Sicherheitsunternehmen G4S, das für 300 Millionen Pfund mit der Absicherung des Olympiaparks in London beauftragt worden war, nur zwei Wochen vor Beginn der Spiele eingestehen, die vertraglich vereinbarten Aufgaben aufgrund von Personalmangel und Managementfehlern nicht erfüllen zu können. Die britische Armee stellte daraufhin zusätzlich 3.500 Mann und den Hubschrauberträger Ocean zur Verfügung, um die bei G4S entstandenen Lücken auszugleichen.

Wettkampfstätten Die Wettkampfstätten waren eine Kombination aus neu errichteten, bereits bestehenden und temporären Anlagen. Absicht der Organisatoren war es, die Anlagen nach den Spielen wann immer möglich einer neuen Nutzung zuzuführen und die Folgekosten gering zu halten. So wurde die Größe einiger Anlagen nach 2012 reduziert, während man die meisten temporären Anlagen abbaute und an anderen Orten in Großbritannien wieder aufbaute. Die meisten Anlagen waren drei verschiedenen Zonen innerhalb von Greater London zugeordnet, die Olympic Zone (Olympische Zone), die River Zone (Flusszone) und die Central Zone (zentrale Zone). Darüber hinaus gab es einige Anlagen außerhalb Londons. Teile der eigens errichteten Spielstätte wurden zurückgebaut und an anderen Stellen neu installiert.

Olympische Zone

mini|Olympiastadion mini|Aquatics Centre und ArcelorMittal Orbit (links)

Im Stadtteil Stratford, rund zehn Kilometer östlich des Stadtzentrums, entstand am Unterlauf des Flusses Lea der Olympiapark. Auf dem 250 Hektar großen Gelände befanden sich zuvor einige Industriebetriebe und ein stillgelegtes Bahnbetriebswerk.

Der Olympiapark umfasste folgende Anlagen: Olympiastadion für Leichtathletik, Eröffnungs- und Schlussfeier (80.000 Plätze) Aquatics Centre für Schwimmen, Synchronschwimmen, Wasserspringen und das Schwimmen des Modernen Fünfkampfs (17.500 Plätze) London Velopark mit London Olympic Velodrome für den Bahnradsport (6.000 Plätze) Außenanlage für BMX-Rennen (6.000 Plätze) Riverbank Arena für Feldhockey (15.000 Plätze) Basketball Arena für die Basketballvorrunde und die Handballfinalspiele (10.000 Plätze) Copper Box für die Vorrunde und die Viertelfinals im Handball sowie für die Fechtwettkämpfe des Modernen Fünfkampfs (7.000 Plätze) Water Polo Arena für Wasserball (5.000 Plätze) Eton Manor als Trainingszentrum für Schwimmer und Wasserballer

Flusszone mini|ExCeL Exhibition Centre

Die Flusszone umfasste vier Anlagen im Osten Londons beidseits der Themse, wenige Kilometer südlich des Olympiaparks: ExCeL Exhibition Centre für Boxen, Fechten, Judo, Taekwondo, Tischtennis, Gewichtheben und Ringen (5.000 bis 10.000 Plätze) North Greenwich Arena (The O2) für Gerätturnen, Trampolinturnen und die Basketballfinalspiele (20.000 Plätze) Greenwich Park für den Pferdesport sowie die Disziplinen Springreiten und Combined (Laufen und Schießen) des Modernen Fünfkampfs (23.000 Plätze) Royal Artillery Barracks für das Sportschießen (7.500 Plätze)

Zentrale Zone mini|Wembley Arena

Die zentrale Zone umfasst alle übrigen Anlagen in Greater London. Diese waren über das Stadtzentrum und den Westen der Stadt verteilt: All England Lawn Tennis and Croquet Club für die Tennisturniere (30.000 Plätze) Earls Court Exhibition Centre für Hallenvolleyball (15.000 Plätze) Horse Guards Parade für Beachvolleyball (15.000 Plätze) Hyde Park für Triathlon und Freiwasserschwimmen (3.000 Plätze) Lord’s Cricket Ground für Bogenschießen (6.500 Plätze) Wembley Arena für Badminton und Rhythmische Sportgymnastik (6.000 Plätze) Wembley Stadium für Fußballfinalspiele (90.000 Plätze) The Mall, Start und Ziel der Straßenradrennen, der Geherrennen und der Marathonläufe Hampton Court Palace, Start und Ziel der Einzelzeitfahren

Außerhalb Londons mini|Dorney Lake

Folgende Wettkampfanlagen befanden sich außerhalb Londons: Dorney Lake bei Windsor (Berkshire) für die Wettkämpfe im Rudern und im Kanurennsport (30.000 Plätze) Hadleigh Farm bei Southend-on-Sea (Essex) für die Mountainbikerennen (20.000 Plätze) Lee Valley White Water Centre bei Waltham Cross (Hertfordshire) für den Kanuslalom (12.000 Plätze) Weymouth and Portland National Sailing Academy bei Weymouth (Dorset) für die Wettbewerbe im Segeln (4.600 Plätze)