Medaillenspiegel Platz Land G S B Ges. 1 11 6 10 27 2 10 10 9 29 3 10 10 5 25 4 9 9 10 28 5 9 5 5 19 6 8 7 9 24 7 7 2 2 11 8 5 – 1 6 9 4 9 4 17 10 4 4 7 15 Vollständiger Medaillenspiegel
Die Olympischen Winterspiele 2014 (auch XXII. Olympische Winterspiele genannt) fanden vom 7. bis 23. Februar 2014 in Sotschi, einer Stadtregion mit 330.000 Einwohnern an der „russischen Riviera“ am Schwarzen Meer in Russland, statt. Sie waren die ersten Winterspiele in einer subtropischen Stadt sowie die zweiten Olympischen Spiele in Russland nach den Olympischen Sommerspielen 1980 in Moskau. Russland hatte sich zuvor bereits erfolglos um die Olympischen Winterspiele 2002 in Sotschi beworben.
Wahl des Austragungsortes
Bis zur festgelegten Frist am 28. Juni 2005 reichten sieben Städte ihre Bewerbung zur Durchführung der Olympischen Winterspiele 2014 beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ein: Almaty (Kasachstan), Bordschomi (Georgien), Jaca (Spanien), Pyeongchang (Südkorea), Salzburg (Österreich), Sofia (Bulgarien) und Sotschi (Russland). Gestützt auf einen Bericht der Evaluationskommission, die verschiedene Aspekte der Bewerbungen untersucht und bewertet hatte, reduzierte das IOC am 22. Juni 2006 das Kandidatenfeld auf drei Städte: Pyeongchang, Salzburg und Sotschi.
Die endgültige Entscheidung über den Austragungsort der Spiele fiel am 4. Juli 2007 in Guatemala-Stadt. 103 stimmberechtigte Mitglieder des IOC waren zur Abstimmung zugelassen, wobei die Mitglieder der Bewerberländer ihr Stimmrecht nicht ausüben durften. Vor der Wahl hatten die drei Kandidaten noch einmal Gelegenheit, die Vorzüge ihrer Bewerbung zu präsentieren. Salzburg scheiterte bereits im ersten Wahlgang mit 25 Stimmen, während Pyeongchang die meisten Stimmen erhielt. Im zweiten Wahlgang unterlag Pyeongchang (wie schon bei der Kandidatur vier Jahre zuvor gegen Vancouver) mit 47 zu 51 Stimmen gegen Sotschi. Somit wurden 2014 erstmals Olympische Winterspiele in Russland und in einer subtropischen Stadt am Meer – und erstmals im Kaukasus – ausgetragen.
Nachstehend die Ergebnisse der Wahlgänge: Wahlresultate Stadt Land 1. Runde 2. Runde Sotschi 34 51 Pyeongchang 36 47 Salzburg 25 –
Vorbereitungen Organisation Die Olympischen Winterspiele 2014 wurden vom Sochi 2014 Olympic Organizing Committee (SOOC) vorbereitet, das am 2. Oktober 2007 vom Russischen Olympischen Komitee, dem Sportministerium und der Stadt Sotschi gegründet wurde. Zum Vorsitzenden des Organisationskomitees wurde Alexander Schukow ernannt.
Das Komitee hat die Aufgabe die Wettkämpfe vorzubereiten, den Bau der Sportstätten und die Verbesserung der Infrastruktur zu betreiben und die Finanzierung der Spiele sicherzustellen. Im Rahmen der Winterspiele 2010 sagten die nunmehrigen Präsidenten des Organisationskomitees, Dmitri Tschernyschenko und Andrey Stroev, in einem Interview, dass man finanziell abgesichert und bereits eine Milliarde US-Dollar von privaten Sponsoren gesammelt worden sei, auch wenn Korruptionsvorwürfe zu hören sind.
Verkehrsinfrastruktur mini|Im umgebauten Hafen von Sotschi können bis zu 300 m lange Kreuzfahrtschiffe anlegen. mini|Der neue Bahnhof am Olympiapark Mit Blick auf die Olympischen Winterspiele sollte die Verkehrsinfrastruktur erneuert und ausgebaut werden. So sollten Straßen, Brücken und Tunnel entstehen, die den Verkehr beschleunigen sollten. Laut Angaben des Leiters der zuständigen Baubehörde fehlten im Jahr 2009 jedoch rund 70 Millionen Euro im Budget, so dass sich Arbeiten verzögern konnten.
Hinzu kamen die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise, die das Vorhaben, die meisten Sportstätten von privaten Investoren finanzieren zu lassen, erschwerten. In der ersten Hälfte des Jahres 2008 gab es laut Berichten russischer Medien für 8 von 14 Bauprojekten noch keinen Investor.
Im Dezember 2009 gab Russlands staatliche Bahngesellschaft, Rossijskije schelesnyje dorogi, den Bau von 38 Zügen vom Typ Siemens Desiro in Auftrag, die bei den Winterspielen in Sotschi zum Einsatz kommen werden und seit August 2013 den Streckenabschnitt zwischen Tuapse und Adler bedienen. Darüber hinaus wurde der Kauf von 16 weiteren Zügen vereinbart, die aber teilweise in Russland produziert werden sollen. Die Gesamtkosten des Kaufs belaufen sich auf rund 580 Millionen GBP.Siemens signs Russian Olympic train order. In: Railway Gazette International, 1. Januar 2010.
Fernsehübertragungsrechte Aufgrund der Vorgaben des IOC durften die jeweiligen Inhalte auch nur von Nutzern im jeweiligen Ausstrahlungsland gesehen werden – die Fernsehsender und Berichterstatter mussten ihre entsprechenden Internetinhalte also mit einem so genannten Geoblocking versehen.
In den Vereinigten Staaten erhielt der Fernsehsender NBC die exklusiven Übertragungsrechte für rund eine Milliarde US-Dollar. NBC schickte neben seinem gesamten Sport-Team auch etliche terror- und kriegserfahrene Reporter nach Sotschi.spiegel.de:Sotschi, USA sorgen sich um Sicherheit in Sotschi
In Kanada wurden die Winterspiele von CBC Television und den Partnern The Sports Network und Sportsnet übertragen.CBC/Radio Canada welcomes partners in 2014 Sochi Olympics coverage. Auf: CBC.ca, 7. Februar 2013.Rob Brodie: . Auf: Canada.com, 30. Januar 2014.
In Deutschland berichteten ARD und ZDF im täglichen Wechsel live und in ausführlicher Kommentierung bzw. in langen Interviews von den Spielen. Die Kosten für die Übertragungsrechte sollen unter 20 Millionen Euro gelegen haben,Kurt Sagatz: Sotschi 2014: 740 Stunden Olympia in TV und Internet, In: tagesspiegel.de vom 6. Februar 2014 da regelmäßige Werbe-Einblendungen ermöglicht wurden. Die beiden Eishockey-Turniere wurden ferner live auf Sport1 übertragen; in Österreich erfolgten Übertragungen durch ORF SPORT + bzw. ORF eins sowie ATV; in der deutschen Schweiz hauptsächlich durch SRF zwei und vereinzelt durch SRF info.srf.ch: SRF sport – Sotschi am TV
Wettkampfstätten Bis 2014 wurden in Sotschi zwei Zentren gebaut. Anders als bei den anderen Kandidaturen bestanden die Wettkampfstätten Sotschi zum Zeitpunkt der abschließenden Präsentation lediglich als Computeranimation. Die Regierung und private Investoren wie beispielsweise Gazprom sicherten dem IOC Investitionen von rund 8,6 Milliarden Euro zu.Mit Milliarden zum Sieg. Auf sport.orf.at. Abgerufen am 14. Mai 2016.
Olympiapark Sotschi („Küstenregion“) mini|Zentraler Olympiapark in Adler (Sotschi) mini|Olympiagelände bei Nacht (10. Februar 2014), Aufnahme von der ISS mini|Der Olympiapark im Oktober 2018
Sämtliche Eishallen entstanden im Olympiapark Sotschi, wodurch erstmals in der olympischen Geschichte alle Hallen untereinander zu Fuß erreichbar sind. Das Gelände befindet sich etwa 30 km südlich der Kernstadt von Sotschi in Adler direkt am Schwarzen Meer und wird daher auch „Küstenregion“ genannt.
Olympiastadion – das 2013 fertiggestellte Stadion hat eine Kapazität von 40.000 Zuschauern. Hier fanden die Eröffnungs- und die Schlussfeier der Spiele statt. Das Stadion ist nach einem Berg im Nordkaukasus benannt. Nach den Spielen soll das Stadion für Fußballspiele genutzt werden. Darüber hinaus wurde Sotschi als Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 ausgewählt, so dass das Olympiastadion vier Jahre nach den Olympischen Spielen für eine weitere große internationale Sportveranstaltung genutzt wurde. Bolschoi-Eispalast (Übersetzung: Großer Eispalast) – die Multifunktionsarena bietet 12.000 Zuschauern Platz und wurde 2012 fertiggestellt. In der Arena fanden die Finalbegegnungen im Eishockey statt. Schaiba-Eisarena – in der Multifunktionshalle für 7.000 Zuschauer fanden Eishockeyspiele statt. „Schaiba“ ist der russische Name des Pucks im Eishockey. Die Halle ist so konzipiert, dass sie nach den Spielen abgebaut und in einer anderen Stadt wiederaufgebaut werden kann. Adler-Arena – die Halle hat eine Kapazität von 8.000 Zuschauern und bietet Platz für eine 400-Meter-Eisbahn. Eisschnelllauf fand hier statt. Nach den Spielen kann wiederum die Halle abgebaut und in einer anderen Stadt als Messehalle wiederaufgebaut werden. Eisberg-Eislaufpalast – die Multifunktionsarena wurde 2012 fertiggestellt und hat eine Kapazität von 12.000 Plätzen. In der Halle fanden Eiskunstlaufen und Shorttrack statt. Die Arena ist erneut so konzipiert, dass sie nach den Spielen abgebaut und in einer anderen Stadt als Eishalle wieder aufgebaut werden kann. Ice Cube Curling Center („Eiswürfel“ Curling Center) – in der Multifunktionshalle für 3.000 Zuschauer wurden die Curlingwettkämpfe ausgetragen. Auch diese Halle kann nach den Spielen abgebaut und in einer anderen Stadt wieder aufgebaut werden.
Die „Medal Plaza“ für die Siegerehrungen, das olympische Dorf und das Medienzentrum befinden sich auch im bzw. beim Olympiapark.
Krasnaja Poljana („Schneeregion“) mini|Olympischen Winterspiele 2014 Berg Cluster Veranstaltungsorte mini|Satellitenbild der „Schneeregion“
Die Schnee-, Bob- und Rodelwettbewerbe wurden in dem Gebiet um das knapp 4000 Einwohner zählende Gebirgsdorf Krasnaja Poljana (dt. Rote Lichtung),Elke Windisch: Totentanz in Sotschi. In: Badische Zeitung, vom 7. Februar 2014. Abgerufen am 14. Mai 2016. das 30 km nordöstlich von Adler auf etwa 600 m Höhe im Tal der Msymta liegt, ausgetragen. Diese Region wurde im Zuge der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele zu einem exklusiven Wintersportresort ausgebaut. Die „Schneeregion“ besteht aus folgenden Wettkampfstätten:
RusSki Gorki Skisprung-Zentrum – die Skisprunganlage wurde im 400-Einwohner-Dorf Esto-Sadok erbaut, das an den nördlichen Hängen der Aibga-Bergkette liegt. Die Anlage hat eine Kapazität für 7.500 Zuschauer. Sie soll nach den Olympischen Spielen das nationale Trainingszentrum der russischen Skispringer werden. Bob- und Rodelbahn Sliding Center Sanki – die vom Ingenieurbüro Gurgel + Partner konzipierte Bob- und Rodelbahn wurde in Rschanaja Poljana gebaut und bietet Platz für 5.000 Zuschauer. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 138 km/h begrenzt.Sächsische Zeitung vom 3. Februar 2014 „Sanki“ ist das russische Wort für „Schlitten“. Laura Biathlon- und Skilanglaufzentrum – die Anlage wurde auf dem Psechako-Bergkamm (Chrebet Psechako) errichtet, der rund 6 km von Krasnaja Poljana entfernt ist. Die Anlage wird ein Langlauf- und ein Biathlon-Stadion für jeweils 7.500 Zuschauer umfassen. Der Name „Laura“ kommt von einem wilden Gebirgsfluss des Kaukasus. „Rosa Chutor“ Free-Style- und Snowboard-Park – auf dem schneesicheren Bergplateau Rosa Chutor fanden die Freestyle- und Snowboard-Wettkämpfe statt. Die Anlagen im Park bieten Platz für 4.000 bzw. 6.250 Zuschauer. Rosa Chutor Alpin-Zentrum – im etwa acht Kilometer von Krasnaja Poljana entfernten Rosa Chutor wurden sämtliche alpinen Skientscheidungen ausgetragen. Die Skipisten liegen an den steilen Hängen der Aibga-Bergkette und wurden vom ehemaligen Schweizer Skirennläufer Bernhard Russi konzipiert. Die Gesamtpistenlänge beträgt rund 9 km.
Der Anteil an Kunstschnee lag bei rund 80 Prozent, was einen enormen Wasser- und Stromverbrauch verursachte.
Teilnehmer Von 88 Ländern hatte sich mindestens ein Sportler für die Teilnahme an den Winterspielen von Sotschi qualifiziert. Das ist mit insgesamt 2861 Teilnehmern ein neuer Rekord. Die Mannschaften folgender sieben NOKs gaben ihr olympisches Winterspieldebüt: Dominica, Malta, Osttimor, Paraguay, Simbabwe, Togo und Tonga.
Zunächst starteten die qualifizierten Sportler aus Indien als unabhängige Olympiateilnehmer, da das NOK von Indien bei dem Beginn der Spiele noch vom IOC suspendiert war, um Einmischungen durch die Politik zu sanktionieren.IOC suspendiert NOK Indiens Am 11. Februar 2014 wurde die Suspendierung mit sofortiger Wirkung aufgehoben, sodass die Athleten unter der Fahne Indiens starten durften. Das war das erste Mal, dass das IOC die Suspendierung eines Nationalen Olympischen Komitees während Olympischer Spiele aufhob.