Red Sonja (dt. Titelzusatz Die Rache der Schwertkämpferin) ist ein US-amerikanischer Barbarenfilm mit Brigitte Nielsen als titelgebende Comicheldin und Arnold Schwarzenegger, der an seine Rolle aus Conan der Barbar anknüpft. Regie führte Richard Fleischer nach einem Drehbuch von Clive Exton und George MacDonald Fraser. Der Film startete am 3. Juli 1985 in den US-Kinos sowie am 5. September 1985 in Deutschland und entwickelte sich bei Publikum wie Kritik zu einem Misserfolg.

Handlung Red Sonja widersetzt sich den Annäherungsversuchen der Königin Gedren und zerkratzt ihr das Gesicht. Daraufhin wird Sonjas Familie von den Schergen der Königin erschlagen und sie selbst vergewaltigt. In der folgenden Nacht hat Sonja eine Vision und schwört Rache.

In einem Tempel bereiten Priesterinnen die Vernichtung eines Talismans vor, dessen Zerstörungskraft zu gefährlich ist. Königin Gedren überfällt mit ihren Soldaten den Tempel, um den Talisman an sich zu bringen, der nur von Frauen gefahrlos berührt werden kann. Im Kampf gegen die Übermacht werden die Priesterinnen bis auf Sonjas Schwester Varna, die aus dem Tempel fliehen kann, getötet. Der Kämpfer Kalidor rettet die schwer verwundete Varna vor ihren Verfolgern und macht sich auf ihr Bitten auf die Suche nach ihrer Schwester.

Sonja, die von einem Großmeister die Kunst des Schwertkampfes gelernt hat, wird von Kalidor zu ihrer sterbenden Schwester gebracht. Sonja muss ihr versprechen, der Königin den zerstörerischen Talisman zu entreißen und ihn zu vernichten. Kalidor bietet seine Hilfe an, aber Sonja sagt, sie brauche keine Hilfe von einem Mann.

Auf dem Weg zu Gedrens Schloss trifft Sonja auf den kindlichen Prinzen Tarn, dessen Stadt die Königin mit Hilfe des Talismans zerstört hat. Er bittet sie, sich seiner neuen Armee anzuschließen, was sie ablehnt. In einem Duell tötet Sonja den Fürsten Brytag, danach sieht sie sich allein dessen Soldaten gegenüber. Kalidor, der ihr heimlich gefolgt war, hilft ihr gegen die Übermacht, wonach Sonja weiterreitet. Als Kalidor in einer Gefahrensituation wieder zu ihr stößt, offenbart er, dass die Lords von Hyrkanien vor Jahrhunderten den Talisman den Priesterinnen zur Aufbewahrung übergeben hatten und er der gegenwärtige Lord sei. Ursprünglich sollte er die Zerstörung des Talismans überwachen, schaffte es aber wegen einer zerstörten Brücke nicht rechtzeitig zum Tempel der Priesterinnen.

Sonja befreit Tarn aus der Hand von Banditen, gemeinsam mit dessen Diener und Kalidor gelangen sie in Gedrens Festung, in der die Energie des Talismans bereits nicht mehr kontrollierbar ist und eine große Erdspalte im Boden öffnet. Sonja stößt nach einem Schwertkampf Gedren und den Talisman in das Magma. Die vier können sich aus der Festung retten, bevor sie durch eine Lavaeruption zerstört wird. Sonja und Kalidor küssen einander in der letzten Szene.

Rezeption

Red Sonja erhielt ein schlechtes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes größtenteils kritische Besprechungen und ordnet den Film damit als „Gammelig“ ein. Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Grundsätzlich Ablehnend“ aus.

Der Fischer Film Almanach 1986 fand, dass „außer den roten Haaren von Brigitte Nielsen und den Muskeln von Arnold Schwarzenegger“ der Film nichts Nennenswertes zu bieten habe.

John J. Puccio kritisierte den Film bei DVD Town als „reine Albernheit, aber nicht albern genug, um unterhaltsam zu sein“. Er zog den Vergleich mit Conan der Zerstörer, bei dem Richard Fleischer ebenfalls Regie führte. Puccio kritisierte die Darsteller Brigitte Nielsen und Arnold Schwarzenegger, die „schwerfällige“ Regie, die „uninspirierte“ Filmmusik, die Kostüme und die Spezialeffekte.John J. Puccio: bei DVD Town. 23. August 2004 (). “pure silliness, but not silly enough to qualify as amusing”

Brigitte Nielsen und Sandahl Bergman wurden im Jahr 1986 für den Negativpreis Goldene Himbeere nominiert.

Hintergründe Red Sonja Brigitte Nielsen Alexandra Lange Lord Kalidor Arnold Schwarzenegger Thomas Danneberg Königin Gedren Sandahl Bergman Kerstin Sanders-Dornseif Prinz Tarn Ernie Reyes, Jr. Gerrit Schmidt-Foß Falkon Paul L. Smith Andreas Mannkopff Ikol Ronald Lacey Harald Dietl Lord Brytag Pat Roach Michael Chevalier Varna Janet Agren Katja Nottke Großmeister des Schwertes Tad Horino Helmut Heyne Djart Terry Richards Wolfgang Kühne Gedrens Hofzauberer Tutte Lemkow Lothar Köster

Roy Thomas erdachte Red Sonja 1973 für Heft 23 der Comicserie Conan der Barbar. Nach ihren ersten Soloabenteuern in Marvel Feature Heft 1–7 (1975/76) erhielt sie 1977 ihren eigenen Comic-Ableger Red Sonja, der seither (bis 1995 bei Marvel Comics, zwischenzeitlich bei Blackthorne Publishing sowie Cross Plains und seit 2005 bei Dynamite Entertainment) mit Unterbrechungen fortgeführt wird.

Red Sonja spielt dementsprechend im selben Universum wie die Conan-Filme mit Arnold Schwarzenegger, dem „Hyborischen Zeitalter“ (Hyborian Age). Ursprünglich sollte Red Sonja direkt anknüpfen, doch aus lizenzrechtlichen Gründen konnte man den Namen „Conan“ nicht benutzen. Daher wurde Schwarzeneggers Figur in Kalidor umbenannt.Trivia-Seite des Films in der Internet Movie Database Sie trägt zudem den Titel „Großer Lord von Hyrkania“ – dieses Reich wird auch in Conan der Zerstörer erwähnt.

Auch weitere Mitwirkende kehrten zurück: Richard Fleischer führte bereits bei Conan der Zerstörer Regie, Sandahl Bergman spielte in Conan der Barbar Conans Geliebte Valeria und Pat Roach den Zauberer Toth-Amon in Conan der Zerstörer. Die Dreharbeiten fanden in Italien statt. Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Rainer Brandt Filmproduktions in Berlin. Dialogregie führte Brandt nach eigenem Dialogbuch. Der ursprünglich gedrehte Beginn wurde für den fertigen Film auf wenige Rückblenden zusammengekürzt: Sonja wird von ihrem im Sterben liegenden Bruder aus dem brennenden Haus gerettet, in dem sie gefesselt zurückgelassen wurde. Der Filmtrailer nutzte trotzdem einige dieser geschnittenen Szenen.

Obwohl Brigitte Nielsen die Titelheldin verkörpert, ist Arnold Schwarzenegger auf nahezu allen Filmplakaten und Covermotiven prominenter platziert und wird auch in den Credits zuerst genannt. Dessen Zugkraft genügte jedoch nicht und Filmverleih Metro-Goldwyn-Mayer musste eine Misserfolg an den Kinokassen verbuchen. Gegenüber einem geschätzten Budget von 18 Mio. US-Dollar spielte er in Nordamerika nur rund 7 Mio. US-Dollar ein. Inflationsbereinigt entspricht dies inzwischen Einnahmen von etwa  Mio. US-Dollar.

Mit Verzögerung folgten trotzdem weitere Adaptionen des Stoffes: In der Fernsehserie Conan, der Abenteurer mit Ralf Moeller von 1998 tritt Angelica Bridges in Folge 13 als Red Sonja auf. Hier lehnt die Figur an den Kinofilm statt an die Comicvorlage an. Seit 2009 ist eine Neuadaption des Red-Sonja-Stoffes angekündigt. Red Sonja erschien schließlich 2025.

Einzelnachweise

Weblinks

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