Der Kermeter (auch Der Kermeter genannt) ist ein bis 527,8 m oder 530,4 mKermeter, peakbagger hoher und 35,92 km² großer Teil der Rureifel in den Kreisen Düren und Euskirchen im südwestlichen Teil Nordrhein-Westfalens, Deutschland.
Bedeckt wird der Höhenzug Kermeter von einem etwa 33 km² großen Waldgebiet, das eines der größten geschlossenen Laubwaldgebiete des Rheinlands darstellt. Seit dem 1. Januar 2004 ist er das Kerngebiet des Nationalparks Eifel.
Geographie Lage Der Kermeter liegt im Gebiet der drei Eifel-Gemeinden Heimbach, Simmerath und Schleiden. Begrenzt wird der Höhenzug im Norden und Westen vom Rurstausee (um ) und damit vom Rurtal bei Heimbach, im Südwesten vom Obersee (um ; Vorsperre der Rurtalsperre), sowie im Süden vom Urftstausee (um ) und somit vom Urfttal. Im Südosten läuft der Kermeter über Wolfgarten und Gemünd in Richtung des Oberlauftals vom Rotbach aus.
Der höchste Berg im Kermeter ist eine namenlose Kuppe ( oder ) bei Wolfgarten (eine Liste weiterer Kermeter-Berge befindet sich unten), auf der bis 2017 der Feuerwach- und Aussichtsturm Feuerwachturm Wolfgarten stand.
Naturräumliche Zuordnung Der Großteil des Kermeters inklusive seiner Hochlagen gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Westeifel/Ardennen (Nr. 28) und in der Haupteinheit Rureifel (282) zur Untereinheit Kermeter Wald (282.8). Der Ostteil der Südabdachung zählt zum Naturraum Gemünder Urft- und Oleftäler (282.31), der Westteil der Südabdachung und der Urftstausee zum Naturraum Urftseegebiet (282.32), der Südteil der Westabdachung, der Obersee und der Südwestteil des Rurstausee zum Naturraum Rurseegebiet (282.30). Der Nordteil der West- und der Westteil der Nordabdachung, der Nordostteil des Rurstausees und der Westteil der Stauanlage Heimbach gehören zum Naturraum Rurseegebiet (282.33) und der Ostteil der Nordabdachung und der Ostteil der Stauanlage Heimbach zum Naturraum Heimbach-Maubacher Rurtal (282.34). Nach Osten fällt die Landschaft in die Untereinheit Vlattener Hügelland (275.1) ab, die in der Haupteinheitengruppe Osteifel (Nr. 27) zur Haupteinheit Mechernicher Voreifel (275) zählt.
Berge Zu den Bergen, Erhebungen und Hangspornen des Kermeters gehören – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN; wenn nicht anders genannt laut ): namenlose Kuppe? bei Wolfgarten ( oder Kermeter, peakbagger), Kreis Euskirchen; höchster Berg im Kermeter; bis 2017 mit Aussichts- und Feuerwachturm Wolfgarten Hellberg (), Kreis Euskirchen Wildbretshügel (), Kreis Euskirchen; gute Aussichtsmöglichkeit auf den Rurstausee Theissenberg (), Kreis Euskirchen Verbrannter Berg (), Kreis Euskirchen; mit Urwald Verbrannter Berg Winterberg (Wolfgarten) (), Kreis Euskirchen; mit Kermeterstollen unter westlicher Bergflanke Mauelter Berg (), Kreis Euskirchen; mit Feuchwachtturm (inkl. Sendeanlage) und Jagdhaus Honigberg (), Kreis Düren Schweizer Berge, Kreis Euskirchen; Schieferformation am Südostausläufer des Urftsees (max. ) Böttenbachsberg (), Kreis Euskirchen Weidenauer Berg (), Kreis Düren Adamsberg () Altenberg (ca. ), Kreis Düren; mit naher Abtei Mariawald Griesberg (), Kreis Düren; mit naher Abtei Mariawald Winterberg (Heimbach) (), Kreis Düren Hohenberg (), Kreis Düren Tonsberg (), Kreis Düren; mit Burgwüstung (Kulturdenkmal)
Gewässer Der Kermeter ist sehr gewässerreich. Neben einigen Tümpeln und Teichen gibt es zahlreiche Fließ- und Stillgewässer (alphabetisch sortiert):
Fließgewässer Zu den Fließgewässern des Kermeters gehören mit Länge in Kilometern (km): Arnsbach (2,1 km); Urft- bzw. Urftstausee-Zufluss, entspringt südlich vom Haus Kermeter Bergerbach (4,3 km); Eselsbach-Zufluss, entspringt östlich von Wolfgarten, mündet in Bergbuir Billerbach (1,4 km); Heimbach-Zufluss, entspringt westlich vom Gut Weinert Büdenbach (1,1 km); Rur- bzw. Rurstausee-Zufluss, entspringt nordnordöstlich vom Parkplatz Paulushof Düsterer Büdenbach (1,3 km); Büdenbach-Zufluss, entspringt nordnordwestlich vom Parkplatz Paulushof Eschbach (1 km); Rur- bzw. Rurstausee-Zufluss, entspringt nördlich vom Wildbretshügel Eselsbach (3,8 km); Rotbach-Zufluss, entspringt östlich von Wolfgarten, mündet bei Glehn Friedenbach (1,1 km); Urft- bzw. Obersee-Zufluss, entspringt westlich vom Wildbretshügel Großer Arnsbach (1,4 km); Heimbach-Zufluss, entspringt südwestlich vom Gut Weinert Großer Böttenbach (2,9 km); Urft- bzw. Urftstausee-Zufluss, entspringt nördlich von Wolfgarten Großer Scheuerbach (1,1 km); Urft-Zufluss, entspringt südlich von Wolfgarten, mündet in Gemünd Haftenbach (0,6 km); Urft- bzw. Urftstausee-Zufluss, entspringt östlich vom Wildbretshügel Heimbach (5,8 km); Rur-Zufluss, entspringt nordnordöstlich von Wolfgarten, mündet in Heimbach Herbstbach (2,2 km); Rur- bzw. Staubecken Heimbach-Zufluss, entspringt nordnordwestlich vom Haus Kermeter, mündet in Steinbach Hohenbach (2,1 km); Rur- bzw. Rurstausee-Zufluss, entspringt östlich vom Wildbretshügel Hohenbach (0,6 km); Urft- bzw. Urftstausee-Zufluss, entspringt zwischen Verbranntem Berg und Hellberg Kleiner Böttenbach (1,5 km); Großer Böttenbach-Zufluss, entspringt südwestlich von Wolfgarten Kleiner Steinbach (0,8 km); Steinbach-Zufluss, entspringt nordwestlich vom Haus Kermeter Lompig (1,1 km); Urft-Zufluss, entspringt südwestlich von Wolfgarten, mündet in Gemünd-Malsbenden Lorbach (3 km); Urft- bzw. Urftstausee-Zufluss, entspringt südsüdwestlich von Wolfgarten Rotbach (39,1 km); Erft-Zufluss, fließt östlich am Kermeter vorbei, mündet bei Dirmerzheim Rur (164,5 km), Maas-Zufluss, fließt westlich und nördlich am Kermeter vorbei, mündet in Roermond Seelbach (0,9 km); Urft-Zufluss, entspringt westlich vom Mauelter Berg, mündet in Mauel Steinbach (1,9 km); Rur- bzw. Staubecken Heimbach-Zufluss, entspringt nordwestlich vom Haus Kermeter, mündet in Steinbach Urft (46,3 km); Rur-Zufluss, fließt südlich am Kermeter vorbei, mündet östlich von Rurberg Vlattener Bach (21,8 km); Rotbach-Zufluss, entspringt ostsüdöstlich von Wolfgarten, mündet bei Lövenich (Zülpich) Welmsbach (1,1 km), Rur-Zufluss, entspringt nördlich der Abtei Mariawald, mündet unterhalb Steinbach
Stillgewässer Stillgewässer am Kermeter mit – wenn bekannt – Fläche in Quadratkilometern (km²): Eiserbach-Staubecken (0,03 km²), Vorbecken des Rurstausees am Eiserbach, westsüdwestlich vom Kermeter Heimbach-Staubecken (0,364 km²), Ausgleichs- bzw. Staubecken von Rur- und Urftstausee an der Rur, nördlich vom Kermeter Obersee, Vorbecken des Rurstausees an der Rur, südwestlich vom Kermeter Rurstausee (7,83 km²), Stausee an der Rur, westlich und nordwestlich vom Kermeter Urftstausee (2,3 km²), Stausee an der Urft, südlich vom Kermeter
Geschichte Auf dem Tonsberg, der sich auf einer Halbinsel des Rurstausees als Teil der Nordabdachung des Kermeters (Nähe Schwammenauel) erhebt, erscheint auf älteren Eifelvereinskarten ein Eintrag als Römische Befestigung; jedoch konnte ein antiker Ursprung bisher nicht nachgewiesen werden. Die Funktion der ehemaligen und auch als Burgwüstung bezeichneten Baulichkeiten, die möglicherweise erst aus dem Mittelalter stammen, ist unklar.
Landschaft, Natur, Schutzgebiete mini|Weg durch dichten Buchenwald mini|Kermeter-Südhang mit Eichenwald und Schieferfels Etwa 33 km² des Kermeters sind geschlossenes Waldgebiet des Kermeter-Hochwaldes. An den schattigen, feuchten Nordhängen dominieren Buchenwälder (24 %) mit stellenweise über 200 Jahre alten Exemplaren. An sonnigen, trockenen Südhängen sind Eichenwälder vorherrschend (26 %), von Felsheide durchbrochen. Fast die Hälfte des Waldgebiets wird, als Folge von Wiederaufforstungsmaßnahmen nach dem Zweiten Weltkrieg, zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch von Fichten eingenommen. Jedoch ist langfristig geplant, den Fichtenbestand zu Gunsten der Laubwälder zu reduzieren.
Bereits vor der Gründung des Nationalparks hat der Naturpark Hohes Venn-Eifel einige Bereiche des Hochwaldes sich selbst überlassen: Bäume im hiebsreifen Alter lässt man stehen (Altholz); umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste werden nicht abtransportiert (Totholz). Von der Nationalparkverwaltung wird diese Strategie systematisch fortgesetzt, und breite Flächen des Kermeters sollen im Laufe der nächsten Generationen in einen urwaldähnlichen Zustand zurückgeführt werden. Totholz bietet Moosen, Flechten, Pilzen und über 2000 Insektenarten Lebensräume. Diese wiederum dienen Baumläufern, Kleibern, Schwarzmilanen, Buntspechten und seltenen Mittelspechten als Nahrungsgrundlage.
Auch seltene größere Tierarten wie Wildkatze und Uhu kommen im Kermeter vor. Große Tiere wie Rothirsch, Reh, Wildschwein und Mufflon stellen hingegen ein Problem dar, da ihnen die Fressfeinde fehlen. Sie verzögern oder verhindern durch ihren großen Verbiss die natürliche Vegetation. Die Nationalparkverwaltung jagt deshalb im Kermeter während einer verkürzten Saison von Oktober bis Dezember dieses Schalenwild.
Waldlichtungen und Bachufer sind von Hochstaudenfluren und Pfeifengraswiesen begleitet.
Auf dem Südost- bis Südteil des Kermeters liegt das Naturschutzgebiet (NSG) Kermeter (EU) (CDDA-Nr. 318644; 1994 ausgewiesen; 12,6735 km² groß), an das sich nördlich das im Ost- über Nord- bis Westteil der Landschaft befindliche NSG Kermeter (CDDA-Nr. 164057; 1997; 13,46 km²) anschließt; im Nordosten liegt das NSG Heimbachtal (CDDA-Nr. 163605; 1985; 37,78 ha). Am oder im Kermeter liegende Landschaftsschutzgebiete (LSG) sind: LSG Schleiden (CDDA-Nr. 555558812; 2004; 45,9516 km²), LSG Urftaue und Grünlandbereich bei Gemünd-Malsbenden (CDDA-Nr. 555558823; 2004; 13,63 ha), LSG Rur- und Obersee mit Ufer (CDDA-Nr. 555558720; 2004; 3,7026 km²), LSG Rurtalsperre (CDDA-Nr. 555558715; 2010; 3,3161 km²), LSG Rurtal und Seitenhänge zwischen Blens und Hasenfeld (CDDA-Nr. 555558713; 2010; 6,0212 km²) und LSG Hausener Busch und Hergartener Wald (CDDA-Nr. 555558714; 2010; 8,4988 km²). Auf dem gesamten Höhenzug liegen Teile des Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Kermeter (FFH-Nr. 5404-301; 35,8862 km²) und des EU-Vogelschutzgebiets Kermeter-Hetzinger Wald (VSG-Nr. 5304-402; 47,7115 km²).
Infrastruktur mini|K7 zur Staumauer mini|Blick vom Aussichtspunkt Hirschley über den Rurstausee mini|Wilder Weg im barrierefreien Naturerlebnisraum Wilder Kermeter mini|Waldlichtung Rastplatz Paulushof
Von Heimbach führt die Landesstraße 249 südlich in Serpentinen aufwärts über die ehemalige Abtei Mariawald auf die Kermeterhöhe (circa 5 km) und wieder abwärts über Wolfgarten nach Gemünd (circa 9 km). Etwa 2 km nordwestlich von Wolfgarten zweigt von der L 249 die L 15 (Kermeterhochstraße) nach Nordwesten ab und führt quer über den Kermeter-Hochwald hinunter zum Staudamm der Rurtalsperre.
Der westliche Teil des Kermeters ist nur mit dem Fahrrad befahrbar und über Wanderwege begehbar. Der nördliche Abhang hinunter an die Buchten des Rurstausees war schon in den 1960er Jahren vom Eifelverein kartographiert und durch Wanderwege, Rastplätze (Kermeter; ehemals Paulushof), einen Waldlehrpfad, Aussichtspunkte (z. B. Schutzhütte Hirschley; etwa ) und geologische Erläuterungen von Schiefer- und Grauwacke-Formationen aus dem Devon erschlossen.
Im Mai 2011 wurde an der L 15 beim Wandererparkplatz Kermeter der barrierefreie Naturerlebnisraum Wilder Kermeter eröffnet. Neben dem Parkplatz wurde die behindertengerechte Bushaltestelle Heimbach, Wilder Kermeter (früher: Schleiden, Kermeter Höhe) errichtet. Sie wird von der AVV-Buslinie 231 des Rurtalbus und von Mai bis Oktober an den Wochenenden zusätzlich vom Mäxchen angefahren.
Linie Verlauf