mini|Fantasieporträt in Hartmann Schedels Weltchronik (1493). Alexander von Hales (latinisiert Alexander Halensis; * um 1185 in Hales in ShropshireHubert Philipp Weber: Alexander of Hales’s Theology in His Authentic Texts (Commentary on the Sentences of Peter Lombard, Various Disputed Questions). In: Michael Robson (Hrsg.): The English Province of the Franciscans (1224-c.1350). (= The Medieval Franciscans. Band 14). Brill, 2017, ISBN 978-90-04-33162-4, S. 273–294, hier: S. 273. oder Gloucester in Gloucestershire;George Godfrey Cunningham: Lives of Eminent and Illustrious Englishmen: From Alfred the Great to the Latest Times, on an Original Plan. Band 1, A. Fullarton & Co, Glasgow 1836, S. 277. † 21. August 1245 in Paris) war ein englischer Franziskaner und bedeutender Vertreter der Scholastik. Er gilt als Begründer der so genannten älteren Franziskanerschule und ist als theologisch-philosophischer Schriftsteller insbesondere wegen seines Kommentars der Sentenzen des Petrus Lombardus berühmt gewesen.
Leben Nach einer Klostererziehung im Konvent der Franziskaner in Hales studierte er die sieben freien Künste und Theologie an der Pariser Sorbonne. Durch seinen Lerneifer erreichte er die Doktorwürde und wurde Professor. Ab den 1220er-Jahren lehrte er an der theologischen Fakultät. Zu seinen Schülern gehörten Duns Scotus und Giovanni di Fidanza. Schnell erwarb er sich den Beinamen „doctor irrefragabilis“ (Doktor Unwiderlegbar).George Godfrey Cunningham: Lives of Eminent and Illustrious Englishmen: From Alfred the Great to the Latest Times, on an Original Plan, Band 1, S. 277. An der Universität war Alexander an den Auseinandersetzungen 1229/1231 beteiligt sowie an den Verurteilungen einiger Meinungen des Aristoteles 1241.
In der Dissertation von Jakob Bisson wird die Bedeutung Alexander von Hales’ darin gesehen, „… dass er in seiner Summa Theologica zuerst die ganze Philosophie des Aristoteles als Hilfswissenschaft benutzt hat.“ Das wird bei Bisson damit erläutert, dass der „… Anstoß, sich in den theologischen Schriften wenigstens implicite mehr und mehr mit den ethischen Fragen in ihrer Bedeutung und Tragweite für das sittliche Verhalten und Handeln des Menschen, in ihren Forderungen überhaupt, zu beschäftigen, […] seit Anfang des 13. Jahrhunderts, bereits auch seit Ausgang des 12. Jahrhunderts, [durch] das Bekanntwerden weiterer Schriften des Aristoteles …“ gegeben wurde.Philosophisches Jahrbuch der Görres-Gesellschaft 1932, Seiten 291–292.
Alexander von Hales trat um 1231 dem Franziskanerorden bei und nahm seinen theologischen Lehrstuhl mit. 1245 beteiligte er sich am 1. Konzil von Lyon und verstarb nach seiner Rückkehr noch im selben Jahr unerwartet in Paris. Er wurde in der Klosterkirche des Couvent des Cordeliers (auch Grand Couvent) beigesetzt, wo sein Grabstein bis zur Zerstörung der Kirche während der Revolution zu sehen war. Sein berühmtester Schüler und Nachfolger auf dem Lehrstuhl war der hl. Bonaventura.
Eintrag in der Schedelschen Weltchronik von 1493 mini|Die Summa universae theologiae als Inkunabel von 1489
Alexander von Hales hat einen eigenen Eintrag mit stilisiertem Porträt in Hartmann Schedels Weltchronik, einer Art Enzyklopädie des ausgehenden Mittelalters. Auf Blatt CCXIIII über das sechste Weltalter heißt es über ihn:
Hartmann Schedel: Weltchronik 1493. Kolorierte und kommentierte Gesamtausgabe, Einleitung und Kommentar von Stephan Füssel, Augsburg 2004, ISBN 3-8289-0803-9.
Werke Summa universae theologiae. P. 3, Johann von Köln und Johann Manthen, Venedig 1475. Summa universae theologiae. Anton Koberger, Nürnberg 1481. Band 1 (24.I.1482). Generalis discursus ī sūmā. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf Band 2 (29.XI.1481). Tabula tractatuus hui[us] secūde ptis sūme alexādri.
Literatur Werner Dettloff: Alexander Halesius. In: TRE 2 (1978), 245–248 Google-Booksearch Georg Steer: Alexander von Hales. In: Verfasserlexikon2 1 (1978), 218–220. Google-Booksearch Elisabeth Gössmann: Metaphysik und Heilsgeschichte. Eine theologische Untersuchung der Summa Halensis (= Mitteilungen des Grabmann-Instituts der Universität München, Sonderband), Grabmann-Institut zur Erforschung der Mittelalterlichen Theologie und Philosophie, Universität München, Hueber München 1964 Jakob Bisson: Die Willensfreiheit bei Alexander von Hales. Würzburg, philosophische Dissertation 1930. In: Philosophisches Jahrbuch der Görres-Gesellschaft. Auf Veranlassung und mit Unterstützung der Görres-Gesellschaft herausgegeben von den Professoren M. Grabmann und ED. Hartmann. 45. Band. Fulda 1932. Heft 3, Seiten 290–315 und Heft 4, Seiten 413–439.
Weblinks
OPAC der Regesta Imperii
Meister Eckhart und seine Zeit - Franziskaner - Alexander von Hales Werke (Faksimiles) bei der Biblioteca de la Universidad de Sevilla
Einzelnachweise
Kategorie:Katholischer Theologe (13. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Sorbonne) Kategorie:Scholastiker Kategorie:Geboren im 12. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1245 Kategorie:Mann