mini|Buddy Elias bei einer Lesung im Berliner Anne Frank Zentrum, 2012
Bernhard Paul „Buddy“ Elias [] (* 2. Juni 1925 in Frankfurt am Main; † 16. März 2015 in Basel) war ein Schweizer Schauspieler und ein Cousin Anne Franks.
Leben Buddy Elias kam 1931 nach Basel, nachdem sein Vater Erich Elias 1929 die dortige Filiale der Opekta übernommen hatte., Anne Frank Magazine, 2000. Seine Mutter war Helene Frank. Buddy absolvierte seine Schauspielausbildung am Konservatorium. Weitere Studien bei Ernst Ginsberg in Zürich schlossen sich daran an. Ab 1947 war er mehr als zehn Jahre lang als Komiker bei Holiday on Ice zu sehen.
Ab 1962 war Elias auch an internationalen Theatern tätig (Schweiz, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) und trat unter anderem bei den Salzburger Festspielen auf. Seit Mitte der 1970er-Jahre arbeitete Buddy Elias vermehrt für Film und Fernsehen. Die Liste seiner Auftritte in deutschen Fernsehserien als Nebenrolle oder Gast umfasst neben vielen anderen Drei Damen vom Grill (1979), Die Schwarzwaldklinik, Mit Leib und Seele, Das Traumschiff, Tatort, Bella Block, Wolffs Revier, Alles Atze und St. Angela.
Im Kino spielte Buddy Elias oft in Filmen, die sich mit dem Holocaust auseinandersetzten: Peter Lilienthals David (1979), Menahem Golans The Magician of Lublin (1979), Frans Weisz’ Charlotte (1981), die Geschichte der in Auschwitz ermordeten Malerin Charlotte Salomon. Weitere Filme: Der Zauberberg (1982), Kassettenliebe (1982, mit Emil Steinberger), Bronsteins Kinder (1991, nach Jurek Becker), Mutters Courage (1995).
Man konnte ihn auch in Hörspielen hören, etwa als Gepäckträger Eugen in einer Bibi-Blocksberg-Folge, als Rudi Rundleder und Otto Oberschlau in Benjamin Blümchen sowie in der Jan-Tenner-Folge Nr. 18 als König Xoracu. Ebenso arbeitete er auch als Synchronsprecher. Z.B. in dem Film Zwei außer Rand und Band als Kneipenbesitzer.
Buddy Elias lebte in Basel und war mit der Schauspielerkollegin Gerti Elias, geborene Wiedner, verheiratet. Ihre zwei Söhne, Patrick († 2023) und Oliver Elias, wurden ebenfalls Schauspieler.
Buddy Elias war der Cousin und neben seinen Söhnen der letzte lebende Verwandte von Anne Frank, die von Nationalsozialisten 1945 im KZ Bergen-Belsen ermordet wurde. Er war Präsident des Anne Frank-Fonds mit Sitz in Basel. Dieser verwaltete seit dem Tod von Anne Franks Vater Otto (1980) die Autorenrechte am Tagebuch der Anne Frank. Der Anne-Frank-Fonds vergibt seit 2007 das Buddy-Elias-und-Otto-Frank-Stipendium. Jährlich am 16. Februar, dem Geburtstag Margot Franks, wird damit eine Forschungsarbeit im Anne-Frank-Archiv gefördert.
Filmografie (Auswahl) 1976: Pariser Geschichten (Fernsehserie) 1979: David, Regie: Peter Lilienthal 1980: Charlotte 1981: Wie der Mond über Feuer und Blut, Regie: Axel Corti 1981: Leute wie du und ich (Fernsehserie, Folge 2 Ein Freundesdienst) 1982: Der Zauberberg (1982), Regie: Hans W. Geißendörfer 1983: Das Traumschiff: Marrakesch 1984: Drei Damen vom Grill (Folge 59 Die Fahrradzicke), Regie: Michael Werlin 1985: Schöne Ferien – Urlaubsgeschichten aus Mallorca 1986: Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht, Regie: Ephraim Kishon 1987: Peng! Du bist tot!, Regie: Adolf Winkelmann 1988: Die Schwarzwaldklinik (Folge Die Freundin) 1989–1992: Mit Leib und Seele (ZDF-Fernsehserie) 1990: Die Frosch-Intrige, Regie: Hartmut Griesmayr 1991: Bronsteins Kinder, Regie: Jerzy Kawalerowicz 1992: Glückliche Reise – Australien 1994: Ihre Exzellenz, die Botschafterin, Regie: Peter Deutsch (ZDF-Fernsehserie) 1995: Mutters Courage, Regie: Michael Verhoeven 1998: Totalschaden, Regie: Thorsten Näter 1999: Tatort – Bienzle und die blinde Wut 2002: Edel & Starck (Folge Das Soufflé der Götter) 2004: Bella Block (Folge Hinter den Spiegeln), Regie: Thorsten Näter 2004: Was nützt die Liebe in Gedanken, Regie: Achim von Borries 2004: Mit deinen Augen 2006: Alles Atze (Folge 53 Der Lehrer), Regie: Martin Przyborowski 2007: Tatort – Schwelbrand 2008: Das Fräuleinwunder, Regie: Sabine Boss 2009: Hunkeler und der Fall Livius, Regie: Stefan Jäger, Markus Fischer 2014: Monuments Men – Ungewöhnliche Helden, Regie: George Clooney
Hörspiele (Auswahl) 1980: Benjamin Blümchen; als Briefträger (Episode 12); Regie Ulli Herzog 1980: Bibi Blocksberg; Ein verhexter Urlaub (Episode 5); Regie Ulli Herzog 1982: Die Abenteuer des Odysseus; Buch Jürgen Knop; Regie Ulli Herzog 1984: Benjamin Blümchen; wird verhext (Episode 36); Regie Ulli Herzog 2010: Hugo Rendler: Finkbeiners Geburtstag. Radio-Tatort, SWR
Auszeichnungen 2012: Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am MainEhrenplakette auf Frankfurt.de 2007: Basler Stern (2008)
Literatur Peter Bollag, Zwei Eisclowns erobern die Welt, Basel, 2014, ISBN 978 3 85616 636 6 Mirjam Pressler, Grüße und Küsse an alle. Die Geschichte der Familie von Anne Frank (mit Gerti Elias). S. Fischer, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-10-022303-6.
Weblinks
„Erinnerungen vom Dachboden“, Interview, Einestages, 28. Februar 2012 Nachrufe: FAZ, spiegel.de, sueddeutsche.de Schweizer Radio: Briefe vom Dachboden: Die Spuren der Familie Frank in Basel Familie Frank Zentrum, Jüdisches Museum Frankfurt
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Komiker Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Familienmitglied (Anne Frank) Kategorie:Darstellender Künstler (Basel) Kategorie:Träger der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1925 Kategorie:Gestorben 2015 Kategorie:Mann