Die Internationale Helsinki-Föderation für Menschenrechte (englisch International Helsinki Federation for Human Rights, IHF) war eine internationale Nichtregierungsorganisation, die von 1982 bis 2007 bestand. Sie hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Achtung der Menschenrechte in den Staaten der OSZE zu schützen. Ihr gehörten 46 nationale Organisationen an, ihr Sitz war in Wien.
Tätigkeit Das wichtigste Ziel war es, die Einhaltung der Schlussakte von Helsinki von 1975 und ihrer Folgeabkommen in Europa, Nordamerika und Zentralasien zu überwachen. Die Föderation vertrat dabei ihre Mitglieder gegenüber der internationalen Politik und unterhielt Verbindungen zu Gruppen von Menschenrechtsaktivisten in Ländern, die der Schlussakte von Helsinki nicht beigetreten waren. Die gesammelten Informationen wurden nicht nur den beteiligten Organisationen, sondern auch Regierungen, Botschaften und der Presse und Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Geschichte 1982 gründeten nationale Gruppen aus Belgien, Frankreich, Kanada, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweden und den USA in Bellagio die Internationale Helsinki-Föderation für Menschenrechte. Vorläufer war die Organisation Helsinki Watch in den USA. Die Internationale Helsinki-Verein in der Schweiz übertrug 1983 seine Tätigkeit teilweise, 1986 vollständig auf die neue Föderation. Erster Präsident war Karel Schwarzenberg von 1984 bis 1991.
Im November 2007 musste die IHF wegen Veruntreuung des Vereinsvermögens durch den Kassierer Rainer Tannenberger den Konkurs anmelden., Kurier, 9. Januar 2008 Es waren 1,2 Millionen Euro entwendet worden. Tannenberger wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Am 27. November 2007 musste die IHF ihre Auflösung bekanntgeben.
Einige Gruppen sind jetzt Mitglied in der Fédération internationale des ligues des droits de l’Homme (FIDH).
Mitglieder (Auswahl) Armenische Helsinki-Assoziation, ab 2004Armenian Helsinki Association Civic Solidarity Bulgarisches Helsinki-Komitee Moskauer Helsinki-Gruppe, ab 1989 Norwegisches Helsinki-Komitee, ab 1982 Schwedisches Helsinki-Komitee, ab 1982 Schweizerische Helsinki-Vereinigung, ab 1983 Tschechische Helsinki-Gruppe, ab 1992 (Tschechoslowakische Helsinki-Gruppe, 1989–1992) Ukrainische Helsinki-Gruppe Belarussisches Helsinki-Komitee, ab 1995
Anerkennungspreis Die Internationale Helsinki-Föderation für Menschenrechte vergab einen Anerkennungspreis (Recognition Award) für Menschenrechtsaktivisten und -organisationen von 2000 bis 2006.
Preisträger: 2000: Juri Schmidt, Russland, Rechtsanwalt 2004: Russisch-tschetschenische Freundschaftsgesellschaft, Menschenrechtsorganisation 2005: Jewgeni Schowtis, Kasachstan, Menschenrechtsaktivist Karinna Moskalenko, Russland, Rechtsanwältin
Zitat Karel Schwarzenberg, erster Präsident seit 1984, berichtete in einem Festvortrag 2009 über die Entstehung der Föderation: - Festvortrag von Karel Schwarzenberg am 28. Mai 2009. PDF, 14 Seiten
Weblinks Archiv der IHF Publikationen der IHF, 1995–2007, an Webseite des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte (Forschungsinstitut der Ludwig Boltzmann Gesellschaft), Wien Statement to the Final Session of the Commission on Human Rights by 265 Non-Governmental Organisations, NGO-Erklärung mit IHF-Beteiligung, 24. April 2006 Covering the Whole of Southeast Europe, Studie der IHF, an Webseite der Karl-Franzens-Universität, Graz, Geisteswissenschaftliche Fakultät, 27. April 2000
Einzelnachweise
Kategorie:Menschenrechtsorganisation Kategorie:Europäische Organisation Kategorie:Internationale Organisation (Wien) Kategorie:Historische Organisation (Wien) Kategorie:Träger des Europäischen Menschenrechtspreises Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 1982 Kategorie:Aufgelöst 2007