zentriert|350px|Alexander von Kotzebue: Sturmangriff der Karoliner unter Karl XII. auf die Russen Karl XII. von Schweden besiegt in der Schlacht bei Narva die russische Armee Peters I. zentriert|164px|Ratifikation des Kontraktats durch Friedrich I. Auf Grund des Kontraktats darf sich Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg als König in Preußen bezeichnen. zentriert|176px|Ludwig XIV. erklärt seinen Enkel Philippe d’Anjou in Versailles zum neuen König von Spanien Ludwig XIV. von Frankreich proklamiert seinen Enkel Philippe von Anjou als König von Spanien. 1700 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1148/49 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1692/93 (Jahreswechsel 10./11. September) Bengalischer Solarkalender 1105/06 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2243/44 (südlicher Buddhismus); 2242/43 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 73. (74.) Zyklus Jahr des Metall-Drachen 庚辰 (am Beginn des Jahres Erde-Hase 己卯) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1062/63 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4033/34 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1078/79 Islamischer Kalender 1111/12 (Jahreswechsel 17./18. Juni) Jüdischer Kalender 5460/61 (13./14. September) Koptischer Kalender 1416/17 (10./11. September) Malayalam-Kalender 875/876 Seleukidische Ära Babylon: 2010/11 (Jahreswechsel April) Syrien: 2011/12 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1756/57 (Jahreswechsel April)
Im Jahr 1700, dem letzten Jahr des 17. Jahrhunderts, beginnt der Große Nordische Krieg um die Vorherrschaft im Ostseeraum zwischen dem Russischen Zarenreich und den beiden Personalunionen Sachsen-Polen und Dänemark-Norwegen einerseits und dem Schwedischen Reich andererseits, das von dem achtzehnjährigen König Karl XII. regiert wird.
Mit dem Tod Karls II. ohne Erben sterben die Habsburger in Spanien aus, was im folgenden Jahr zum Ausbruch des Spanischen Erbfolgekrieges zwischen den europäischen Mächten um die Thronfolge führen wird.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Großer Nordischer Krieg
13. Januar: Schweden, England und Holland schließen einen Allianzvertrag in Haag. 12. Februar: Eine Invasion der sächsischen Armee unter Jacob Heinrich von Flemming in Livland ohne Kriegserklärung und die auf einen fehlgeschlagenen Überraschungsangriff folgende erste Belagerung von Riga ist die erste feindliche Handlung im ausbrechenden Großen Nordischen Krieg. Die Belagerung kann von den Sachsen aber nicht aufrechterhalten werden, denn dem sächsischen Heer fehlt eine wirkungsvolle Artillerie, um die Stadt zu bombardieren, und die Infanterie kann keinen kompletten Belagerungsring um die Stadt ziehen, so dass es 350 livländischen Wagenfahrern gelingt, die Belagerungslinien der sächsischen Infanterie zu durchbrechen und die Festung mit Vorräten zu versorgen. 11. März: Dänemark erklärt Schweden den Krieg und marschiert in das schleswig-holsteinische Teilherzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf ein. 13. bis 15. März: Sächsische Einheiten unter Jacob Heinrich von Flemming erobern die Festung Dünamünde, die in Augustusburg umbenannt wird. 22. März: Die Belagerung von Tönning durch den dänischen König Friedrich IV. beginnt. 17. Mai: Schwedische Entsatzeinheiten unter dem Befehl von Georg Johann Maydell landen bei Riga und schlagen die Sachsen im Gefecht bei Jungfernhof. Die sächsischen Truppen brechen die Belagerung Rigas ab, weichen hinter die Dvina aus und warten zunächst Verstärkung ab. 5. Juni: Der polnische König August der Starke, gleichzeitig Kurfürst von Sachsen, beginnt persönlich die zweite Belagerung von Riga. Juli: Als sächsische Verstärkungen im Juni unter Generalfeldmarschall Adam Heinrich von Steinau eintreffen, gehen die polnisch-sächsischen Einheiten wieder zum Angriff über und schlagen ein schwedisches Detachement unter General Otto Ottoson Vellingk in der Nähe von Jungfernhof. 3. Juli: Russland und das Osmanische Reich signieren den Vertrag von Konstantinopel, der den Russisch-Türkischen Krieg von 1686–1700 beendet. Asow und Taganrog fallen an Russland.
4. August: Unter dem Schutz der eigenen Flotte landet der schwedische König Karl XII. auf der dänischen Hauptinsel Seeland, lässt Kopenhagen einschließen und im August mit der Belagerung der dänischen Hauptstadt beginnen. 18. August: Schwedens König Karl XII. erzwingt vom dänischen König Friedrich IV. durch die auf Seeland eingedrungenen und Kopenhagen bedrohenden Streitkräfte den Frieden von Traventhal. Die antischwedische Koalition im Großen Nordischen Krieg verliert damit Dänemark als ihren Partner. Die Belagerung der Festung Tönning durch die Dänen wird abgebrochen. 19. August: Gleich nach der Kriegserklärung Russlands an Schweden rücken das versammelte russische Heer und andere Truppenabteilungen in das schwedische Estland und Ingermanland ein. 28. August: Die Bombardierung von Riga durch die sächsisch-polnische Armee beginnt. Dabei werden auch Handelskontore von englischen und holländischen Kaufleuten zerstört. 1. Oktober: Eine aus 200 Schiffen und mit 8000 Mann besetzte schwedische Flotte geht vom schwedischen Festland aus in Segel, um das belagerte Riga zu entsetzen. August der Starke bricht daraufhin die Belagerung ab, nachdem auch England und die Niederlande formell ihre Handelsinteressen in Riga bekräftigt haben.
4. Oktober: Unter Alexander Artschilowitsch Imeretinski beginnt die Belagerung von Narva durch die russische Armee. 17. Oktober: Die von Sachsen belagerte kleinere schwedische Festung Kokenhausen wird erobert. 4. bis 14. November: Nach zehntägiger Beschießung von Narva geht den russischen Truppen die Munition aus. 17. November: Karl XII. besiegt russische Einheiten im Gefecht am Pühhajoggi-Pass auf dem Weg nach Narva. 30. November: Karl XII. besiegt in der Schlacht bei Narva die russische Armee. In der Annahme, sie jederzeit wieder schlagen zu können, unterlässt er es, sie zu verfolgen, um eine Entscheidung herbeizuführen, und wendet sich stattdessen gegen Polen unter August dem Starken.
Spanischer Erbfolgekrieg
miniatur|links|Die dynastischen Ansprüche auf den spanischen Thron 25. März: Zwischen den Seemächten (England, Niederlande) und Frankreich kommt es (nach 1698) zum zweiten Erbteilungsvertrag des bald zu erwartenden spanischen Erbes. 1. November: Der spanische König Karl II. stirbt, mit ihm sterben die spanischen Habsburger aus. In seinem Testament hat er am 3. Oktober auf französischen Druck Philipp von Anjou, Enkel Ludwigs XIV. von Frankreich, zum Erben eingesetzt. Dagegen setzt der römisch-deutsche Kaiser Leopold I. Erbansprüche als Gatte der jüngeren Schwester Karls II., der bereits 1673 verstorbenen Margarita Theresa von Spanien. Um die Thronfolge bricht im folgenden Jahr der Spanische Erbfolgekrieg aus. 24. November: Der Bourbone Philipp von Anjou wird als Philipp V. zum König von Spanien proklamiert.
Heiliges Römisches Reich
16. November: Kaiser Leopold I. stimmt im so genannten Kontraktat zu, dass sich der brandenburgische Kurfürst Friedrich III. nach Erfüllen bestimmter Bedingungen künftig als König in Preußen bezeichnen darf und damit im Rang steigt. (vgl. Königskrönung Friedrichs III. von Brandenburg) Der Aufstand von Franz II. Rákóczi beginnt, als der ungarische Adelige Franz II. Rákóczi Kontakt zu Ludwig XIV. von Frankreich aufnimmt und um Unterstützung bei einem Aufstand gegen die Habsburger bittet. Aus Frankreich vertriebene Waldenser gründen im Herzogtum Württemberg den Ort Le Bourset, das heutige Neuhengstett.
Republik Venedig
miniatur|hochkant|Alvise Mocenigo II. 17. Juli: Alvise Mocenigo II. wird als Nachfolger des am 7. Juli verstorbenen Silvestro Valier zum Dogen von Venedig gewählt. Er lässt seine Wahl mit tagelangen Festgelagen und Feuerwerken in der Stadt feiern.
Wirtschaft
2. Mai: In Ziesar wird der Baubetrieb Hotibag gegründet. 28. Mai: Die kursächsische Glashütte Glücksburg wird gegründet. 15. Juni: Das Hofpostamt in Berlin wird gegründet. In München wird ein Handelsgeschäft gegründet, aus dem sich die Delikatessenhandlung Dallmayr entwickelt.
Wissenschaft und Technik
miniatur|links|Dampiers Reise 1699–1700 27. Februar: Auf seiner Fahrt entlang der Küste von Neuguinea mit seinem Schiff Roebuck entdeckt der englische Kapitän William Dampier die Insel Neubritannien und die nach ihm benannte Dampierstraße. Der schlechte Zustand seines Schiffes und die an Skorbut leidende Mannschaft zwingen Dampier jedoch, nach Timor zurückzukehren, das er im Mai erreicht. 11. Juli: In Berlin wird die Preußische Akademie der Wissenschaften gegründet, deren erster Präsident Gottfried Wilhelm Leibniz wird. Um 1700 wird Kitt als Dichtstoff entwickelt. um 1700: Isaac Newton schlägt die Newton-Skala als Temperaturskala vor. Dabei definiert er den Nullpunkt bei schmelzendem Schnee und 33 Grad als kochendes Wasser.
Kultur
6. Juni: Die Uraufführung der Oper Atys o L'inganno vinto dalla Costanza von Attilio Ariosti findet in der Lietzenburg in Berlin statt. Das Libretto stammt von Ortensio Mauro.
Gesellschaft
1. Januar: Zar Peter I. ersetzt die bis dahin in Russland geltende byzantinische Jahreszählung ab Erschaffung der Welt durch den julianischen Kalender mit Jahreszählung ab der Geburt Christi. 1. März: In den protestantischen Teilen des Heiligen Römischen Reiches und in Dänemark wird der Gregorianische Kalender eingeführt. Der vorige Tag war der 18. Februarjul.. In Schweden wird als Übergang zwischen Julianischem und Gregorianischem Kalender der Schwedische Kalender eingeführt.
Religion
15. August: Der Patriarch der Maronitischen Kirche in Syrien Gabriel II. al Blouzani gründet den Mönchsorden der Maronitischen Antonianer. Die ersten Ordensmitglieder rekrutieren sich aus dem Libanesischen Maronitischen Orden. 4. September: Die Rumänische griechisch-katholische Kirche schließt eine Union mit der katholischen Kirche.
miniatur|hochkant|Papst Clemens XI. 23. November: Giovanni Francesco Albani, Kardinaldiakon der Kirche Santa Maria in Aquiro, wird als Nachfolger des am 27. September verstorbenen Innozenz XII. vom Konklave zum Papst gewählt. Er nimmt zu Ehren des Tagesheiligen Clemens von Rom den Namen Clemens XI. an. um 1700: Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz stiftet das Kloster Sankt Maria in Neuburg an der Donau. Das Kloster erhält eine eigene Kirche St. Ursula und ist eine Bildungsanstalt für Mädchen aller Stände.
Katastrophen
26. Januar: Das Kaskadien-Erdbeben von 1700 vor der Westküste Nordamerikas löst einen Tsunami aus, der bis nach Japan kommt.
Historische Karten und Ansichten miniatur|links|Mappe-Monde von Guillaume Delisle, 1700 miniatur|Weltkarte 1700 mini|zentriert|400px|Globale territoriale Situation im Jahre 1700
Geboren Erstes Halbjahr
5. Januar: Philipp Heinrich Hasenmeyer, deutscher Orgelbauer († 1783) 14. Januar: Christian Friedrich Henrici, sächsischer Dichter, wichtigster Textdichter Johann Sebastian Bachs († 1764) 23. Januar: Johann Christian Joseph, Erbprinz der Kurpfalz († 1733)
2. Februar: Johann Christoph Gottsched, deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Sprachforscher und Literaturtheoretiker († 1766) 7. Februar: Friedrich von Wattenwyl, Schweizer Patrizier, Bankier, Gutsverwalter, Pietist und Bischof der Herrnhuter Brüdergemeine († 1777)
miniatur|hochkant|Daniel Bernoulli 8. Februar: Daniel Bernoulli, Schweizer Mathematiker und Physiker († 1782) 16. Februar: Pedro Messía de la Cerda, spanischer Offizier, Kolonialverwalter und Vizekönig von Neugranada († 1783)
3. März: Charles-Joseph Natoire, französischer Maler († 1777) 4. März: Louis Auguste de Bourbon, Herzog von Maine und Fürst von Dombes († 1755) 4. März Salomon Kleiner, Architekturzeichner und -stecher aus Augsburg († 1761) 13. März: Michel Blavet, französischer Flötist und Komponist († 1768) 20. März: Benedykt Chmielowski, polnischer Priester und Enzyklopädist († 1763)