Kleinerdlingen (Rieser Schwäbisch Kloierle) ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Nördlingen im schwäbischen Landkreis Donau-Ries in Bayern. Die Gemarkung Kleinerdlingen hat eine Fläche von 2,844 km². Sie ist in 608 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4678,21 m² haben.

Geographie Das Pfarrdorf liegt auf einer Höhe von am Rand des Nördlinger Ries. Das Siedlungsgebiet grenzt beinahe an das der Stadt Nördlingen.

Geschichte Ursprünglich hieß der Ort Erningen, nach einem Alemannen Erin. Später wurde es zu Erlingen, dann zu Erdlingen, bis es seinen heutigen Namen Kleinerdlingen erhielt. In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts taucht der Ort auf Karten und in Kirchenbüchern auch mit dem Namen Klein-Nördlingen auf. Erstmals erwähnt wurde es 1250 durch den Kauf beziehungsweise Eventualerbschaft eines Hofes von Konrad v. Höchstädt. Im Jahre 1271 wurde es in einem Kaufbrief an das Kloster Zimmern erwähnt.

Kleinerdlingen wird bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Kommende des Johanniterordens erwähnt. 1250 bezeugt Bruder Friedrich eine Hürnheimer Urkunde, der erste Komtur ist 1273 bekannt.Stiftung der Kommende Kleinerdlingen im Historischen Lexikon, abgerufen am 23. Oktober 2020

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde in die Stadt Nördlingen eingegliedert.

Baudenkmäler Die Pfarrkirche St. Johannes Baptist wurde 1824 im Auftrag von König Max Joseph I. im klassizistischen Stil errichtet, mit einem halbrunden Chor mit Halbkuppel als Chorabschluss. Das Schloss Kleinerdlingen ist ein ehemaliges Johanniterschloss.

Persönlichkeiten Johannes von Wernau, Komtur des Malteser Ordens in der Kommende Kleinerdlingen, dargestellt auf dem Kleinerdlinger Altar von 1516 aus der Werkstatt von Hans Schäufelin. Johann Friedrich Hund von Saulheim († 1635), seit 1612 deutscher Johanniter-Großprior und Reichsfürst von Heitersheim. Er amtierte 1600 als hiesiger Johanniter-Komtur und es gelang ihm die Wiedereinführung des katholischen Bekenntnisses.Johannes A. Mol, Klaus Militzer, Helen J. Nicholson: The Military Orders and the Reformation: Choices, State Building, and the Weight of Tradition, 2006, ISBN 90-6550-913-5, S. 107; (Digitalscan) Marx Michael Kohn (1826–1888), Rabbiner Max Koppel (1840–1917), Unternehmer, Syenit-, Granit- und Marmor-Werke Max Koppel & Söhne Pinchas Kohn (1867–1941), Rabbiner

Literatur

Weblinks

Kleinerdlingen auf der Website der Stadt Nördlingen Private Website zu Kleinerdlingen

Einzelnachweise

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