Hockey (altfranzösisch hoquet, „Schäferstock“) ist ein mit Hockeyschlägern auszuführendes Ballspiel, das auf Rasen (heutzutage vorwiegend auf Kunstrasen) als Feldhockey und in der Halle als Hallenhockey gespielt wird. Hockey ist seit 1908 eine olympische Sportart. Der Welthockeyverband ist die Fédération Internationale de Hockey (FIH).

Ausgehend vom traditionellen Hockey, das in der Schweiz und Österreich auch Landhockey genannt wird, haben sich weitere Hockeysportarten gebildet, von denen Eishockey die bekannteste ist. Andere sind: Bandy, Rollhockey, Inline-/Skaterhockey, Unihockey/Floorball, Streethockey, Einradhockey, Rollstuhl-Hockey und Unterwasserhockey. mini|Feldhockeyspiel

Verbreitung und Geschichte mini|Grabstein eines Sportlers aus Athen, ca. 510 v. Chr., zeigt eine Spielszene mit Stöcken und einem Ball Hockey ist eine Mannschaftssportart. Im mitteleuropäischen Raum wird neben Feldhockey auch Hallenhockey (nur in den Wintermonaten) gespielt, wobei das Regelwerk leicht von dem des Feldhockeys abweicht. Das internationale Feldhockey wurde lange Zeit von den ehemaligen britischen Kolonien Indien und Pakistan dominiert, die traditionell über technisch sehr versierte Spieler verfügten. Seit Ende der 1980er Jahre wird Hockey zunehmend durch Athletik und Taktik geprägt. Die europäischen Länder Belgien, die Niederlande, Spanien und Deutschland sowie Australien, Indien und Argentinien gelten momentan im Herrenhockey als führend. Bei den Damen sind als aktuell stärkste Nationen Australien, die Niederlande und Argentinien zu nennen.

Das älteste schriftlich überlieferte Hockeyregelwerk der Welt, die Rules of Harrow, wurde im Jahr 1852 in England veröffentlicht. In den 1840ern wurde im englischen Blackheath der erste Hockeyverein gegründet.The Brief History of The Oldest Hockey Club in the World auf der Website des Blackheath & Elthamians Hockey Club. Die älteste erhaltene Urkunde ist ein Protokollbuch aus 1861, daher die Jahreszahl im Vereinswappen. Das erste Wettspiel wurde 1896 zwischen englischen Schülern des Pädagogiums Bad Godesberg und deutschen Schülern des Bonner Königlichen Gymnasiums in Bonn gespielt. 1899 absolvierten in Berlin die Damenmannschaft des Berliner Damen Hockey Club und in Hamburg der Erste Hamburger Hockey-Club ihre ersten Wettspiele als Clubmannschaften.Sonstiger Sport. In: Hamburger Nachrichten. 5. September 1899, S. 9, Digitalisat. In Berlin wurde 1902 der Berliner Hockey-Verband als erster regionaler Hockeyverband in Deutschland gegründet. 1908 nahm eine Mannschaft des Uhlenhorster HC für Deutschland am ersten olympischen Hockeyturnier teil. Hamburg ist heute die Hochburg des deutschen Hockeysports, mit den meisten Vereinsspielern und mit den erfolgreichsten Mannschaften.

Am 31. Dezember 1909 wurde in Bonn der Deutsche Hockey-Bund gegründet. 1913 wurde der Österreichische Hockeyverband (ÖHV) gegründet, 1919 der Schweizerische Landhockeyverband, der sich 2015 in Swiss Hockey umbenannte. Am 7. Januar 1924 gründeten sieben Nationen (Belgien, Frankreich, Spanien, Österreich, Schweiz, Tschechoslowakei, Ungarn) den Weltverband FIH (Fédération Internationale de Hockey). Der Hauptsitz befindet sich in Lausanne. Anfang der 1950er Jahre wurde begonnen, während des Winters wegen der schlechten Wetterbedingungen in der Halle Hockey zu spielen. Die Regeln wurden in Österreich und Deutschland verfasst und gelten heute noch im Prinzip unverändert, wurden in den letzten Jahren aber den aktuellen Entwicklungen angepasst. alternativtext=eine Gruppe junger Frauen mit Hockeyschlägern auf einem Rasen, in damaliger Hockeykleidung (lange Jacken, kurze Hosen, Kniestrümpfe)|mini|Gruppenbild einer Hockey-Damenmannschaft (ca. 1928) Der oft (auch kritisch) bemerkte Umstand, dass hockeyspielende Frauen Röcke tragen, rührt daher, dass Hockey eine der ältesten Sportarten ist, die Frauen überhaupt zugänglich war. Sie spielten schon um 1900 Hockey, damals freilich in knöchellangen Röcken.Warum tragen Hockeyspielerinnen Röcke? In: Wieso? Weshalb? Warum? › Sport. Schule und Familie. Auf Schule-und-Familie.de, abgerufen am 19. September 2025. Mit dem Wandel der Sitten konnten die Röcke Stück für Stück den sportlichen Erfordernissen angepasst werden. Auch der Umstand, dass man im deutschen Sprachraum allgemein von Damenhockey, nicht von Frauenhockey spricht, beruht auf der vergleichsweise langen Tradition. In den Hockeyländern, abgesehen von Indien und Pakistan, wie z. B. den Niederlanden, Großbritannien, Australien, Argentinien, Südkorea und Deutschland, wird Hockey von Frauen in ähnlicher Leistungsbreite und Leistungsdichte betrieben wie von Männern.

In Deutschland gibt es zum Stichtag 1. Januar 2023 insgesamt 89.354 Mitgliedschaften in 359 Hockeyvereinen.

Ausrüstung mini|Hallenhockeyschläger mini|hochkant|Spielerausrüstung mini|hochkant|Torwartausrüstung Beim Hockey ist nur für den Torwart eine spezielle Schutzausrüstung erlaubt. Für Feldspieler sind nur bestimmte Ausrüstungsteile zugelassen, um Verletzungen vorzubeugen. Außerdem wird ein Vereinstrikot getragen. Während des Spiels muss die Ausrüstung korrekt getragen werden. Falls nicht, kann der Schiedsrichter eine Strafe für „unkorrekte Ausrüstung“ aussprechen.

Spielerausrüstung Hallen- bzw. Feldhockeyschläger Trikot mit Spielernummer Feld- bzw. Hallenhockeyschuhe kurze Hose (Männer)/kurzer Rock (Frauen) Stutzen Schienbeinschützer (vom Regelwerk nicht vorgeschrieben, werden jedoch in der Regel von allen Feldspielern getragen) Mundschutz (vom Regelwerk nicht vorgeschrieben, manchmal eine recht teure Spezialanfertigung vom Zahntechniker, es sind aber vor allem billigere, aber weniger schützende Versionen im Handel erhältlich und auch üblich) Schutzhandschuh (in der Halle: großer Handschuh, der auch den Daumen umfasst, auf dem Feld: kleinerer Handschuh, geht nicht bis an die Fingerspitzen; der Schutzhandschuh befindet sich aufgrund der üblichen Schlägerhaltung an der linken Hand, mittlerweile sind wegen großer Verletzungsgefahr auch Handschuhe für die rechte Hand erhältlich) Gesichtsmasken für die Verteidiger (bei Strafecken, freiwillig) Knieschutz (bei Strafecken, freiwillig) Tiefschutz (bei Strafecken, nur Männer, freiwillig)

Torwartausrüstung Beinschoner (Kicker, Schienen) Brustpanzer Suspensorium Halskrause/Kehlkopfschutz Helm mit Gitter Hose Stockhandschuh linker Handschuh Trikot Torwartkelle (spezieller Hockeyschläger) (nicht verpflichtend) Um spielfähig zu sein, benötigt der Torwart lediglich Kopfschutz, Schienen und Kicker.

Regeln Beim Hockey treten zwei Mannschaften, die aus jeweils zehn Feld- und einem Torspieler bestehen (beim Kleinfeld sechs Feldspieler und Torwart und in der Halle fünf Feldspieler und Torwart), gegeneinander an. Außerdem sind bis zu fünf Wechselspieler erlaubt, die jederzeit wechseln dürfen, außer bei Strafecken (Interchanging). Es darf so oft gewechselt werden, wie man will. Gespielt wurde früher auf Naturrasen (und ausnahmsweise auf Hartplätzen u. ä.), inzwischen wird hochklassiges Hockey fast ausschließlich auf Kunstrasen gespielt (ein Vorteil ist z. B. die ebenere Oberfläche, die schnelleres Tempo und bessere Ballkontrolle ermöglicht, sowie die Wetterunabhängigkeit des Rasens). Im Unterschied zu anderen Ballsportarten ist Hockey grundsätzlich ein körperloses Spiel, d. h. der Gegenspieler darf nicht abgedrängt oder aktiv abgeblockt werden.

Feldhockey-Spiele dauern im Erwachsenenbereich 4 × 15 Minuten, wobei es eine 40 Sekunden dauernde Auszeit bei Strafeckenverhängung sowie nach Erzielen eines Tores gibt. Bei Wiederholung einer Strafecke wird keine neue Auszeit gewährt. Bei längeren Unterbrechungen wird die Zeit angehalten. Im Jugendbereich sowie bei Turnieren kann es abweichende Regelungen geben, zum Beispiel zwei Halbzeiten oder kürzere Spielzeiten.mini|Hockeytorwart bei einer ParadeDer Spielball darf weder den Fuß noch irgendetwas anderes außer der flachen Seite des Schlägers berühren. Nur der Torwart darf den Ball innerhalb des eigenen Schusskreises auch mit dem Körper abwehren. Bei unabsichtlichen Regelverstößen der verteidigenden Mannschaft innerhalb des Schusskreises gibt es eine Strafecke, auch „kurze Ecke“ genannt. Bei absichtlichen Verstößen wird ein Siebenmeter verhängt.

Im Feldhockey darf der Ball hoch gespielt werden, wenn er für die Spieler nicht gefährlich ist. Nur beim Torschuss darf der Ball hoch geschlagen, ansonsten nur geschlenzt werden. Wenn ein Spieler einen hoch gespielten Ball annehmen möchte, dürfen andere Spieler ihm nicht näher als fünf Meter kommen, bis der Ball angenommen worden ist. Falls unklar ist, wer dem Ball am nächsten ist, hat der Spieler das Recht auf den Ball, welcher der Mannschaft angehört, die den Ball nicht hoch gespielt hat.

Spielfeld

Das Feldhockey-Spielfeld ist 91,4 × 55 m groß (≙ 100 × 60 Yards), bei Hallenhockey kleiner. Die beiden Spielfeldhälften werden jeweils durch eine 22,9 m von der Torauslinie entfernte Viertellinie unterteilt. 6,40 m (≙ 7,00 Yards) vor der Tormitte befindet sich der so genannte Sieben-Meter-Punkt (für Strafstöße). Außerhalb des regulären Punktspielbetriebes wird auch Kleinfeldhockey gespielt.

Gespielt wird heute zumeist auf Kunstrasenplätzen, teilweise auch noch auf Rasen (Naturrasen).

Ziel des Spieles Das Ziel ist es, den Ball (meist ein Kunststoffball von 22,4 bis 23,5 cm Umfang, also 7,1 bis 7,5 cm Durchmesser, früher aus Leder oder Presskork) in das 2,14 m hohe Tor zu schießen, wobei der Ball nur mit der flachen Seite des Schlägers gespielt werden und der Torschuss nur in dem vor dem Tor markierten Schusskreis erfolgen darf. Dieser Schusskreis ist ein von der Tormitte ausgehender gedachter Halbkreis mit dem Radius 14,63 m (Feldhockey, Hallenhockey: 9 m).

Strafecke Eine Besonderheit im Hockey ist die sogenannte Strafecke oder „kurze Ecke“. Sowohl im Feld- als auch im Hallenhockey erfolgt bei einem Regelverstoß der verteidigenden Mannschaft im Schusskreis oder auch bei groben Regelverstößen außerhalb des Schusskreises eine Strafecke.

Bei einer Strafecke begeben sich bis zu vier Spieler plus Torwart der verteidigenden Mannschaft auf Höhe der Torauslinie neben oder in das Tor. Sie müssen alle mit den Füßen hinter der Linie stehen. Die anderen Verteidiger müssen sich hinter die Mittellinie begeben. Ein Spieler der angreifenden Mannschaft („Herausgeber“) befindet sich mit dem Ball auf der Höhe der Torauslinie, eine beliebige Anzahl an weiteren Angreifern hält sich außerhalb des Schusskreises auf. Nachdem der Schiedsrichter die Ecke freigegeben hat, erfolgt durch den Herausgeber ein Anspiel auf einen der Angreifer. Erst wenn dieses Abspiel erfolgt ist, dürfen die Abwehrspieler den Schusskreis betreten. Die Angreifer nehmen den Ball in der Regel außerhalb des Schusskreises an, da der Ball mindestens einmal den Kreis verlassen muss, bevor ein Tor erzielt werden darf. Den Angreifern stehen mehrere Optionen offen, zum Beispiel Annahme und Torschuss durch ein und denselben Spieler, Annahme durch den Stopper und Torschuss durch einen anderen Spieler, oder auch ein Abspiel.

Die Wahrscheinlichkeit, dass bei solch einer Strafecke ein Tor fällt, ist hoch. Zur Abwehr einer Strafecke dürfen von den Verteidigern Gesichtsmasken getragen werden.

Siebenmeter Ein Siebenmeter wird bei absichtlichen Regelverstößen der Verteidiger im Schusskreis verhängt, oder bei Regelverstößen, die ein Tor oder zumindest eine nahezu hundertprozentige Torchance verhindert haben. Während der Ausführung des Siebenmeters wird die Zeit angehalten. Beim Schuss für den Siebenmeter darf nicht ausgeholt werden.

Persönliche Strafen