Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Deutschlands als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.
Regelmäßigkeit der Teilnahme und Erfolge im Wettbewerb mini|hochkant=2|Deutsche Erfolge beim Eurovision Song ContestDie weiße Linie zeigt die Teilnehmerzahl und somit die schlechteste erreichbare Platzierung im Finale (Stand: 2026) mini|Nicole holte 1982 den ersten deutschen Sieg im Wettbewerb mini|Lena holte 2010 den zweiten deutschen Sieg im Wettbewerb
Die Bundesrepublik Deutschland nahm bereits 1956 am ersten Eurovision Song Contest teil. Abgesehen vom Schweizer Sieg wurden in diesem Jahr die restlichen Platzierungen nicht bekanntgegeben. 1957 belegte Margot Hielscher Platz vier von zehn. 1958, als Hielscher erneut antrat, landete sie auf Platz sieben. 1959 holten Alice und Ellen Kessler mit Platz acht von elf eine ähnliche Platzierung.
1960 gelang es Wyn Hoop, Platz vier von 13 zu erreichen. 1961 belegte Lale Andersen Platz 13 von 16 Plätzen. 1962 und 1963 landete die Bundesrepublik Deutschland mit Platz sechs und neun jeweils unter den besten zehn. 1964 und 1965 erreichte das Land dann seine bis dahin schlechtesten Ergebnisse. In beiden Jahren landete es mit null Punkten auf dem letzten Platz. Allerdings waren die beiden letzten Plätze geteilt mit jeweils drei weiteren Ländern.
Von 1966 bis 1973 erreichten die deutschen Teilnehmer jedes Jahr einen Platz unter den besten zehn. Mit Katja Ebstein 1970 und 1971 und Mary Roos 1972 holte die Bundesrepublik dreimal in Folge Platz drei. Cindy & Bert landeten 1974 mit drei weiteren Ländern auf dem letzten Platz. Auch 1975 und 1976 landete man im unteren Teil der Tabelle mit Platz 17 von 19 und Platz 15 von 18.
Von 1977 bis 1987, mit Ausnahme von 1984, erreichte die Bundesrepublik Deutschland jedes Jahr einen Platz unter den besten zehn im Wettbewerb. 1977 belegte Silver Convention Platz acht und 1978 Ireen Sheer Platz sechs. 1979 erreichte Dschinghis Khan Platz vier. 1980, als Katja Ebstein bereits zum dritten Mal auftrat, belegte sie mit Platz zwei einen noch besseren Platz als bei ihren vorherigen Teilnahmen 1970 und 1971. Auch Lena Valaitis erreichte 1981 Platz zwei.
1982 siegte die Bundesrepublik Deutschland zum ersten Mal. Nicole gewann mit ihrem Lied Ein bißchen Frieden den Wettbewerb und erzielte mit 161 Punkten die bis dahin höchste Punktzahl einer deutschen Teilnehmerin. 1983, als der Wettbewerb dann in der Bundesrepublik Deutschland stattfand, holte das Duo Hoffmann & Hoffmann mit Platz fünf ebenfalls eine gute Platzierung. Erst 1984 erreichte Mary Roos, die bereits 1972 im Wettbewerb vertreten war und Platz drei belegt hatte, mit Platz 13 von 19 eine eher durchschnittliche Platzierung. Ein Jahr später konnte die Band Wind mit Platz zwei wieder eine sehr gute Platzierung erreichen. Auch 1986 holte Ingrid Peters mit Platz acht eine weitere Platzierung unter den besten zehn. 1987 erreichte die Band Wind erneut Platz zwei, womit bereits zum vierten Mal ein zweiter Platz im Wettbewerb zu verzeichnen war.
1988 und 1989 erreichte die Bundesrepublik Deutschland mit Platz 14 ihre schlechteste Platzierung seit 1976. Das Duo Chris Kempers & Daniel Kovac konnte 1990 mit Platz neun wieder einen Platz unter den besten zehn erreichen. 1991 und 1993 belegte Deutschland Platz 18. Die Gruppe Wind trat 1992 erneut an und belegte Platz 16. Die Band Mekado konnte 1994 den dritten Platz für Deutschland erreichen. 1995 folgte ein letzter Platz mit dem Duo Stone & Stone. Weil Deutschland 1996 in der internen Qualifikationsrunde der EBU scheiterte, musste das Land 1996 das erste Mal beim Wettbewerb aussetzen.
1997 kehrte man zum Wettbewerb zurück und wurde Teil der eingeführten „Großen“ – Big Four (Deutschland, Frankreich, Vereinigtes Königreich, Spanien), seit 2011 Big Five (mit Italien), die EBU-Beitragszahler – und hat damit immer einen garantierten Finalplatz. Diese Maßnahme wurde eingeführt, um die langfristige Teilnahme der großen Geldgeber und so das Überleben des Contests zu sichern. Die Rückkehr Deutschlands 1997 war wenig erfolgreich. Mit Platz 18 wurde wieder nur ein durchschnittlicher Platz erreicht.
Guildo Horn holte 1998 mit Platz sieben wieder einen Platz unter den besten zehn. 1999 und 2000 konnten die Band Sürpriz mit Platz drei bzw. Stefan Raab mit Platz fünf ebenfalls gute Platzierungen erreichen. Auch Michelle erlangte 2001 mit Platz acht eine Platzierung unter den besten zehn im Wettbewerb. Erst 2002 erzielte Corinna May mit Platz 21 wieder eine schlechtere Platzierung. 2003 konnte Lou Platz elf erreichen. 2004 erzielte Max Mutzke mit Platz acht wieder einen Platz unter den besten zehn im Wettbewerb.
In den folgenden Jahren war Deutschland dann weniger erfolgreich. 2005 erreichte Gracia mit Platz 24 den letzten Platz für Deutschland. Auch 2006 konnte die Band Texas Lightning mit Platz 15 nur eine durchschnittliche Platzierung holen. Roger Cicero erlangte mit Platz 19 ebenfalls wieder nur eine schlechtere Platzierung. Auch 2008 konnten die No Angels keine gute Platzierung erreichen und kamen unter die letzten drei, wobei sie mit zwei weiteren Ländern punktgleich waren. 2009 wurde mit Platz 20 die nächste schlechte Platzierung geholt.
2010 konnte Deutschland mit Lena und dem Titel Satellite den Eurovision Song Contest zum zweiten Mal nach 1982 gewinnen und mit 246 Punkten die bis dahin höchste Punktzahl für Deutschland erreichen. Nach diesem Erfolg wurde Lena 2011 zum zweiten Mal als deutsche Teilnehmerin nominiert und erreichte dieses Mal Platz zehn. Auch Roman Lob holte 2012 mit Platz acht wieder eine gute Platzierung. Erst Cascada verbuchte 2013 mit Platz 21 wieder eine schlechtere Platzierung. Auch 2014 belegte Elaiza Platz 18.
Von 2015 bis 2017 erreichte Deutschland seinen Tiefpunkt im Wettbewerb. 2015 landete Ann Sophie mit null Punkten auf dem letzten Platz. 2016 wurde Jamie-Lee Kriewitz ebenfalls Letzte. Auch Levina konnte 2017 keine gute Platzierung erringen und landete auf dem vorletzten Platz. 2018 belegte Michael Schulte Platz vier und erzielte damit das beste Ergebnis seit 2010. Im Folgejahr landete Deutschland wieder auf dem vorletzten Platz. Der Beitrag von Sisters erhielt dabei null Punkte vom Televoting. Auch 2021 landete der deutsche Beitrag mit Jendrik auf Platz 25, erneut mit null Punkten vom Televoting. 2022 wurde wieder der letzte Platz von 25 erreicht – der deutsche Kandidat Malik Harris erreichte sechs Punkte, die allesamt aus dem Televoting stammten. 2023 versuchte man es mit Lord of the Lost, die aber ebenfalls den letzten Platz mit 18 Punkten belegten. 2024 wurde Deutschland durch Isaak vertreten, der Platz 12 erreichte. 2025 erreichten die Geschwister Abor & Tynna mit Platz 15 ein schlechteres Ergebnis als im Vorjahr, schnitten aber mit 151 Punkten in dieser Hinsicht besser ab. Im Folgejahr wurde nur ein drittletzter Platz erreicht – Sarah Engels bekam 12 Punkte, die allesamt von den Jurys stammen.
Insgesamt landeten 32 von 69 Beiträgen in der linken Tabellenhälfte. Nur einmal (1996) schied es in der Qualifikationsrunde aus. Mit neun letzten Plätzen (1964, 1965, 1974, 1995, 2005, 2015, 2016, 2022, 2023), davon dreimal mit null Punkten ist Deutschland zusammen mit der Schweiz das Land, das am dritthäufigsten ganz hinten landete. Trotzdem konnte das Land bisher zwei Siege einfahren (1982 und 2010), viermal Platz 2 (1980, 1981, 1985, 1987) und fünfmal Platz 3 (1970, 1971, 1972, 1994, 1999) erreichen. Mit 69 Teilnahmen ist die Bundesrepublik Deutschland zusammen mit Frankreich das Land mit den meisten Teilnahmen am Wettbewerb. Somit gehört die Bundesrepublik Deutschland trotzdem zu den mäßig erfolgreichen Ländern im Wettbewerb.
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