-by ist eine Ortsnamenendung.

Skandinavischer Ursprung Die Endung kommt in Skandinavien mitsamt Schleswig, Ostfalen, im Danelag in England und in der Normandie vor. Sie bedeutet in der Regel „Hof, Gehöft“. Daraus entwickelte sich die Bedeutung „Ansammlung von Höfen“ und später die Bedeutungen „Ort“, „Dorf“, „Stadt“.

Allein in Schweden gibt es etwa 3400 Ortsnamen mit dieser Endung.Harry Ståhl: Ortnamn och ortnamnsforskning, Almqvist & Wiksell Förlag, Stockholm 1970, andra upplagan 1976, ISBN 91-20-04466-6; S. 71

Beispiele für englische Ortsnamen mit -by: Gustav Indrebø: Norsk Målsoga, Bergen 1951; S. 96 Derby (altnordisch Dýrabýr) Gaddesby Grimsby (altnordisch Grímsbýr) Whitby (altnordisch Hvítabýr)

Das Suffix im ehemaligen Herzogtum Schleswig Die schleswigschen Ortsnamen auf -by sind in der Regel ursprünglich dänisch. Ausgesprochen wird das -by vor Ort entweder als -bü (so beispielsweise in Fleckeby) oder als -bi (so zum Beispiel in Güby). NDR-Fernsehen, Schleswig-Holstein-Magazin vom 20. Juli 2025: Fleckeby, Güby, Hüsby: Was ist richtig, i oder ü? Im Herzogtum Schleswig gibt es beiderseits der heutigen deutsch-dänischen Grenze viele Ortsnamen dieser Form. Die Südgrenze des geschlossenen dänischen bzw. skandinavischen Verbreitungsgebietes verläuft im Osten durch die Eckernförder Bucht und die Stadt Eckernförde (Stadtteil Borby) und von dort aus bis Osterby gen Westen und danach in einem Nordbogen über Fleckeby weiter nach Westen bis Owschlag (Ortsteil Norby). Zwischen dem Flensburger Raum und Owschlag verläuft die Grenze in relativer Nord-Süd-Richtung (u. a.: Schuby bei Schleswig, Süderschmedeby (Gemeinde Sieverstedt) bei Tarp, Weesby westlich von Flensburg). Die Nordseeküste erreicht das Gebiet erst im heutigen Dänemark (Koldby nordwestlich von Tondern, Havneby auf Rømø). Siehe auch Herzogtum Schleswig, Abschnitt Siedlungsgeschichte und Bevölkerung.

Beispiele für Ortsnamen in Südschleswig (deutscher Teil des Herzogtums Schleswig):

Adelby Ahneby Akeby Barkelsby Böelschuby Borby Börsby Bösby Brodersby (2×) Engelsby Esgrusschauby Flatzby Fleckeby Gammelby (2×) Geelby Gereby Götheby Grödersby Großbrodersby Grumby Guckelsby Güby Gundelsby Gunneby Haby Hardesby Hüsby Husby Janneby Jürgensby Kahleby Kalleby Karby Ketelsby Kiesby Kleinbrodersby Klensby Kopperby Krieseby Medelby Mehlby Nieby Norby (2×) Osterby (2×) Pommerby Rieseby Schaalby Schnarup-Thumby Schuby (2×) Schwensby Sensby Sieseby Söby Sönderby Süderschmedeby Thumby Tolkschuby Uelsby Weesby Weseby (2×) Westerrakeby Windeby In der Liste schleswigscher Ortsnamen werden weitere Ortsnamen mit -by aufgeführt.

Abweichende Herkunft: Bereits das rund 10 Kilometer südlich von Eckernförde gelegene Haby ist eine Exklave der -by-Ortsnamen und gehört etymologisch auch nicht zu den Ortsnamen skandinavischen Ursprungs; Haby ist entweder nach einem ehemaligen Besitzer der Fläche oder nach der Hagebutte benannt worden. Beim Flensburger Ort Trögelsby soll die Endung auf Grund eines Missverständnisses entstanden sein. Der Name Flüchteby, für einen Teil des Flensburger Stadtteils Fruerlund, entstand nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich dort Flüchtlinge ansiedelten und ein neues Viertel gründeten.Vgl. Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!. Flensburg 2009, Artikel: Flüchteby

Sächsischer Ursprung Die elbostfälischen Ortsnamen auf -by gehen auf das altsächsische bogi „Biegung“ zurück. Die Orte, die so heißen, liegen meistens an Flusskrümmungen. Beispiele: Brumby, Steckby, Barby – 961 Barbogi.Wilhelm Sturmfels, Heinz Bischof: Unsere Ortsnamen im ABC erklärt nach Herkunft und Bedeutung, Ferdinand Dümmlers Verlag, dritte Auflage, Bonn 1961; Stichwort -by

Quellen

Kategorie:Ortsnamen-Endung Kategorie:Siedlungsname