mini|Franz Weiss Franz Weiss (* 18. Jänner 1921 in Södingberg; † 4. Juni 2014) war ein österreichischer akademischer Maler und Bildhauer. Er gab in Aquarellen, Hinterglasmalerei, Holzschnitten, Freskomalerei, Tuchmalerei, Emailarbeiten, Kupfertreibarbeiten, Mosaiken, Farbglasfenstern und Plastiken seinem christlichen Glauben Ausdruck.

Leben Franz Weiss wurde als fünftes von sieben Kindern des Kleinbauern und Tischlergehilfen Vinzenz Weiss (* 12. Jänner 1885 in Pöllitschberg; † 3. April 1965 in Bärnbach)Trauungsbuch Stallhofen, tom. VIII, fol. 70 (Faksimile), abgerufen am 10. April 2025 und seiner Ehefrau Anna (geborene Stampler; * 6. Mai 1888 in Södingberg; * 27. April 1961 in BärnbachTaufbuch Stallhofen, tom. X, fol. 119 (Faksimile), abgerufen am 10. April 2025) geboren und am 20. Jänner auf den Namen Franz getauft.Taufbuch Stallhofen, tom. XII, fol. 114 (Faksimile), abgerufen am 10. April 2025Volkskultur Steiermark: Nachruf; abgerufen am 26. Okt. 2014 Zum Zeitpunkt der Geburt war sein Vater Tischlergehilfe und lebte mit seiner Frau, die er am 26. Jänner 1919 geheiratet hatte, und den Kindern auf der Adresse Södingberg 43. Am 17. April 1932 wurde Franz Weiss in Voitsberg gefirmt.

Seine Ausbildung erhielt er von 1938 bis 1940 in der Bildhauerabteilung der Kunstgewerbeschule Graz. Den Militärdienst absolvierte er bei den Gebirgsjägern von 1940 bis 1945. Ab 1945 war er in der Bildhauerabteilung der Kunstgewerbeschule Graz mit Abschluss 1946. In der Meisterklasse für Malerei bei Rudolf Szyszkowitz war er von 1946 bis 1948 und an der Akademie der bildenden Künste Wien von 1948 bis 1951, ebenso von 1960 bis 1962 bei Herbert Boeckl und Albert Paris Gütersloh mit dem Abschluss als akademischer Maler.

Zu seinen Förderern zählte unter anderen Hanns Koren.

Neben seiner künstlerischen Tätigkeit leitete Franz Weiss von 1975 bis 2000 als Gastreferent Kurse für Hinterglasmalerei, Holzschnitt und Aquarellmalerei an der katholischen Akademie Augsburg und von 1977 bis 2007 an der Cusanus-Akademie in Brixen.

Die letzten Lebensjahre verbrachte der Künstler in der Seniorenresidenz in Stallhofen.

Werk Weiss’ umfangreiches Werk ist Ausdruck seiner künstlerischen Gestaltungfähigkeit und seines Glaubens. Er stellte Natur, Heimat und tägliches Leben im christlichen Kontext dar. Bildnerische Phantasie und Glaube verbanden sich darin zu einer Einheit. Er hielt durchgängig an der Gegenständlichkeit seiner Darstellungsweise fest und verwendete in den fünfzig Jahren seines Schaffens praktisch alle Techniken. Aus kunstwissenschaftlicher Sicht wird sein Stil als „Reduktionsrealismus“ bezeichnet. Seine Arbeiten gehören zur Volkskunst.Vgl. Veröffentlichungen des Vereins FREUNDE FRANZ WEISS ... im Literaturverzeichnis.

Denken Weiss’ Motive für sein Bedürfnis etwas darzustellen, waren nicht ausschließlich religiöser Art. Sie kamen auch aus dem Unbehagen über die Lage des Menschen in der Gegenwart. „Wir müssen wieder schauen lernen, wie es nur Kinder und ganz weise Leute können“, äußerte er in einem seiner Kurse. Menschen brauchen statt Erfolg zweckfreies Tun, kindliche Unbekümmertheit und Gelöstheit, um eine größere Sicherheit im Umgang mit der Welt zu entwickeln. In seinen Kursen bestätigte er das Tun jedes Teilnehmers. Er regte jeden an, aus Freude am Gestalten weiterzumachen.Ernst Lasnik (Hg.): Franz Weiss. Eine Künstlermonographie. Graz/Wien/Köln 1988, S. 33 f.

Auszeichnungen 1979 Berufstitel Professor 1996 Ehrenring des Landes Steiermark 2001 Ehrenring der Stadt Bärnbach 2005 Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 2010 Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark mit dem Stern

Würdigung In Tregist haben die Stadtgemeinden Voitsberg und Bärnbach in der ehemaligen Volksschule ein Museum ihm zu Ehren eingerichtet.Prof. Franz Weiß – Museum beim Steirischen Museumsverband abgerufen am 17. Dezember 2019

Werke im öffentlichen Raum mini|Dorfkapelle in Tregist, gestaltet von Franz Weiss

1973: Freskomalerei in der nördlichen Giebelfront der Pfarrkirche Wettmannstätten 1976: Fassadenmalerei an der nordseitigen Außenwand des Pfarrhofs Fernitz Kirchenportal Eibiswald Portal der Frauenkirche Bad Radkersburg Weihnachtskrippe, Kriegerdenkmal und Glasfenster in Bärnbach Oberjäger-Kapelle Bärnbach Dorfkapelle „Maria Knotenlöserin“, Gesamtkunstwerk in Bärnbach-Tregist (s. Abb.) (Pfarrei Voitsberg)Maria, die Knotenlöserin (Franz Weiß auf dem Loder-Netzwerk, 2003) Kapelle, Kriegsopfergedächtnisstätte am Hochwechsel Kirche in Ratsch an der Weinstraße Hauskapelle des LKH Enzenbach Historische Zyklen in Eibiswald, Semriach und Wies Messkapelle in Frannach Zornkapelle in Eggersdorf

Ausstellungen Einzelausstellungen (Auswahl) 1958 Graz, Buchhandlung Regner; 1967 Graz, Steiermärkische Bank, Rathaus (Katalog); 1969 Köflach, Galerie Dr. Eder; 1981 Augsburg, Katholische Akademie (Katalog); 1991 Schlierbach, Margret-Bilger-Galerie, Stift Schlierbach; 1991 Bärnbach, Glas-Center (Buchpräsentation); 1996 Graz, Schloss St. Martin (Überreichung des Ehrenringes des Landes Steiermark); 1996 Marburg, Slowenien, Galerija ARS SACRA; 1997 Stainz, Landesmuseum Joanneum, Schloß Stainz; 1999 Brixen, Südtirol, Cusanus Akademie; 1999 Salzburg, Erzabtei St. Peter, Romanischer Saal (Katalog); 2000 Gamlitz, Schloß (Sonderstempel); 2001 Altomünster, Bayern, Museum; 2008 Groß St. Florian, Steirisches Feuerwehrmuseum; 2015 Graz, Steiermarkhof, Hofgalerie.

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) 1996 Mariazell, Landesausstellung; 1999 New York, Broadway, Montserrat Gallery (Katalog); 2000 Valyermo, California, Saint Andrew‘s Abby; 2001, Verona, Spazio Espositivo Societa‘ Belle Arti Verona (Katalog).

Filme über Franz Weiss Gerhard Hierzer, Danielle Proskar: Franz Weiss – Ein Portrait (2006)

Literatur Ernst Lasnik: Franz Weiss. Eine Künstlermonographie. Styria Verlag, Graz 1988. ISBN 3-222-11820-5. Online Ernst Lasnik: Franz Weiss – Das Holzschnittwerk. Styria Verlag, Graz 1991, ISBN 3-222-12083-8. Ruth Trigler: Franz Weiss – Aquarelle. Akademische Druck- und Verlagsgesellschaft, Graz 2001, ISBN 3-201-01764-7. Online Stadlober, Trigler, Kölbl: Franz Weiss – Blick in die Grafik Chronologie der Holzschnitte 1950–2007. Verein Freunde Franz Weiss im Imma Waid-Haus, Mariazell 2007, ISBN 978-3-200-00998-1, Text deutsch/englisch Online Franz Weiss – Hinterglasbilder: 1948–1998. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1998, ISBN 3-201-01701-9, Text deutsch/englisch Online Götz Pochat: Franz Weiss – Arbeiten im öffentlichen Raum. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 2003, ISBN 978-3-201-01819-7. Online Berta E. Prassl: Franz Weiß – Farbglasfenster 1958–2002. Verlag Diözesanmuseum Graz, Graz 2013, ISBN 978-3-901810-33-6, Text deutsch/englisch Online Franz Weiss – Bilder in Holz geschnitten – Holzschnitte 1950–2006. Sonderband der Forschungsberichte Kunstgeschichte Steiermark, Mariazell 2006, ISBN 978-3-200-00794-9, Text deutsch/englisch Margit Stadlober: Holzschnitte des steirischen Künstlers Franz Weiss. Mit einem Werkkatalog 1951–1999. Forschungsstelle Kunstgeschichte Steiermark, Graz 1999, ISBN 3-00-004830-8. Text deutsch/englisch Online Franz Weiss – Sakrale & Profane Werke. Verein Freunde Franz Weiss im Imma Waid-Haus, Mariazell 2008, ISBN 978-3-200-01200-4. Online Berta E. Prassl: Franz Weiss – Wagnis der Schlichtheit, Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 2010, ISBN 978-3-201-01941-5, Text deutsch/englisch Online Berta E. Prassl: Introduction Franz Weiss – Wagnis der Schlichtheit, Preface and Short Biography in 10 Languages, Graz 2012. Online Franz Weiss – Farbkompositionen in Email. Verlag Diözesanmuseum Graz, Graz 2015. Verein Freunde Franz Weiss im Imma Waid-Haus. ISBN 978-3-901810-35-0, Text deutsch/englisch Online Franz Weiss – Gegenständliches Kunstschaffen der Moderne, Text deutsch/englisch, Graz 2016, austria-forum.org Online Franz Weiss – Life and Achievement of an Eminent Austrian Artist, englisch, austria-forum.org Online Franz Weiss – Suffering, Death and Consolation, englisch by G. Jontes, austria-forum.org Online

Weblinks

Alle Veröffentlichungen und Web-Books von Franz Weiss auf austria-forum.org

Franz Weiss in der Galerie Hofburg, Brixen

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Österreich) Kategorie:Ehrenringträger des Landes Steiermark Kategorie:Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Steiermark mit dem Stern Kategorie:Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst Kategorie:Professor (Berufstitelträger) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1921 Kategorie:Gestorben 2014 Kategorie:Mann