mini|Sofia Coppola bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2025 Sofia Carmina Coppola (* 14. Mai 1971 in New York) ist eine US-amerikanische Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin. Für das Drehbuch zu ihrem Film Lost in Translation erhielt sie 2004 den Oscar für das Beste Originaldrehbuch.
Leben Sofia Coppola ist die Tochter der Filmemacher Francis Ford Coppola und Eleanor Coppola, die Schwester von Roman Coppola und die Cousine des Schauspielers Nicolas Cage. Im Film Der Pate ihres Vaters hatte sie als zehn Wochen altes Baby ihren ersten Filmauftritt und bekam achtzehn Jahre später im dritten Teil der Trilogie eine bedeutende Nebenrolle als Tochter des Don Corleone, nachdem Winona Ryder wegen Krankheit ausgeschieden war. Für diese Darstellung erhielt sie vernichtende Kritiken sowie zwei Goldene Himbeeren als Schlechteste Nebendarstellerin und Schlechtester Newcomer. Infolgedessen beendete sie ihre Schauspielkarriere. Eine Ausnahme hiervon stellt ihre Rolle als Kunstturnerin im Musikvideo zum Song Elektrobank von The Chemical Brothers aus dem Jahr 1997 dar.
Nach dem Studium der Malerei und Fotografie gründete sie in Japan das Mode-Unternehmen MilkFed. Auf diese Zeit ist auch die spätere Entstehung ihres Films Lost in Translation zurückzuführen. Fünf Jahre nach der Drehbucharbeit an Leben ohne Zoe, der Episode ihres Vaters an den New Yorker Geschichten (1989), begann Coppola mit der Adaption des Jeffrey-Eugenides-Romans Die Selbstmord-Schwestern. Ihr Debütfilm The Virgin Suicides wurde bei den Filmfestspielen von Cannes 1999 vorgestellt und gewann internationale Filmpreise.
Ihr nächster Film Lost in Translation (2003) gewann den Oscar für das beste Originaldrehbuch und machte Coppola zu der ersten Amerikanerin, die für den Regie-Preis nominiert wurde (sie war überhaupt erst die dritte Frau in dieser Kategorie). Der internationale Filmhit erhielt außerdem mehrere Auszeichnungen bei den Golden Globes, den Independent Spirit Awards und den Filmfestspielen von Venedig. Coppolas dritte Regiearbeit Marie Antoinette wurde auf den Filmfestspielen von Cannes 2006 von einer von Frédéric Mitterrand geleiteten Jury aus sechs Lehrern, zwei Kinoexperten und zwei Filmstudenten mit dem nationalen Bildungspreis ausgezeichnet. Die Hauptrollen spielten Kirsten Dunst und Coppolas Cousin Jason Schwartzman.
In ihrem vierten Spielfilm Somewhere widmete sich Coppola 2010 dem „traurige(n) Alltag des Starkults“Michael Althen: Die Leere der wahren Empfindung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 4. September 2010, Nr. 205, S. 33. und stellte einen berühmten Schauspieler (dargestellt von Stephen Dorff) in den Mittelpunkt, der von seiner elfjährigen Tochter (Elle Fanning) Besuch bekommt. Der Film wurde bei den 67. Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.Vgl. Venezia: Il Leone d’Oro va a Sofia Coppola con “Somewhere” auf lastampa.it, 11. September 2010, abgerufen am 11. September 2010.Vgl. auf isatrends.at, 12. September 2010, abgerufen am 20. Februar 2011.
Nach siebenjähriger Beziehung mit Regisseur Spike Jonze heirateten die beiden am 26. Juni 1999. Die Ehe wurde 2003 geschieden, noch bevor Coppola eine Affäre mit Filmemacher Quentin Tarantino nachgesagt wurde. Seit 2005 lebt sie mit dem Franzosen Thomas Mars zusammen, Sänger der Band Phoenix. Sie hat ihn 1999 bei den Dreharbeiten zu ihrem Film The Virgin Suicides kennengelernt. Am 27. August 2011 heirateten Coppola und Mars im italienischen Dorf Bernalda. Das Paar hat zwei Töchter: Romy (* 28. November 2006 in Paris) und Cosima (* 18. Mai 2010).
2016 hatte sie im Rahmen des „Fashion Weekend 2016“ in der Oper Rom ihr Opernregiedebüt mit Verdis La Traviata. Die Kostüme der farbenprächtigen Inszenierung kamen aus dem Haus Valentino, das Bühnenbild entwarf der britische Setdesigner Nathan CrowleyLa Traviata by Sofia Coppola & Valentino auf ARD.de
2017 drehte Coppola den Historienthriller Die Verführten mit Nicole Kidman, Colin Farrell, Elle Fanning und Kirsten Dunst in den Hauptrollen. Der Film basiert auf dem Buch A Painted Devil von Thomas P. Cullinan, das bereits 1971 unter der Regie von Don Siegel unter dem Titel Betrogen verfilmt worden war. Die Verführten konkurrierte im Wettbewerb des 70. Filmfestivals von Cannes und brachte Coppola dort den Regiepreis ein.
Mit dem Biopic Priscilla basierend auf der Biografie Elvis and Me von Priscilla Presley und Sandra Harmon über die Beziehung von Priscilla und Elvis Presley wurde sie zu den Filmfestspielen von Venedig 2023 in den Wettbewerb um den Goldenen Löwen eingeladen.
Wiederholte Zusammenarbeit Mit einigen Schauspielern hat Coppola mehrfach zusammengearbeitet, wobei sie Kirsten Dunst bisher am häufigsten besetzte:
Kirsten Dunst (The Virgin Suicides, Marie Antoinette, Die Verführten, The Bling Ring) Bill Murray (Lost in Translation, A Very Murray Christmas, On the Rocks) Giovanni Ribisi (The Virgin Suicides, Lost in Translation) Jason Schwartzman (Marie Antoinette, A Very Murray Christmas) Elle Fanning (Somewhere, Die Verführten) Rashida Jones (A Very Murray Christmas, On the Rocks)
Filmografie mini|Coppola in Cannes 2014 Drehbuchautorin und Regisseurin 1989: New Yorker Geschichten (New York Stories, nur Drehbuch, gemeinsam mit Francis Ford Coppola) 1998: Lick the Star (Kurzfilm) 1999: The Virgin Suicides 2003: Lost in Translation 2006: Marie Antoinette 2010: Somewhere 2013: The Bling Ring 2015: A Very Murray Christmas 2016: La Traviata (Oper), Regie 2017: Die Verführten (The Beguiled) 2020: On the Rocks 2023: Priscilla
Musikvideos (Regie) 1993: Walt Mink – Shine 1996: The Flaming Lips – This Here Giraffe 2000: Air – Playground Love 2003: Kevin Shields – City Girl 2003: The White Stripes – I Just Don’t Know What to Do with Myself 2013: Phoenix – Chloroform
Werbefilme (Regie) 2008: Miss Dior Chérie 2012: Marni for H&M
Schauspielerin 1983: Die Outsider (The Outsiders) 1983: Rumble Fish 1984: Frankenweenie (Kurzfilm) 1984: Cotton Club (The Cotton Club) 1986: Peggy Sue hat geheiratet (Peggy Sue Got Married) 1987: Anna… Exil New York (Anna) 1990: Der Pate III (The Godfather Part III) 1990: Musikvideo: Sonic Youth – Mildred Pierce (Regie: Dave Markey) 1992: Der ganz normale Wahnsinn (Inside Monkey Zetterland) 1992: Musikvideo: Madonna – Deeper and Deeper (Regie: Bobby Woods) 1992: Musikvideo: The Black Crowes – Sometimes Salvation (Regie: Stéphane Sednaoui) 1997: Musikvideo: The Chemical Brothers – Elektrobank (Regie: Spike Jonze) 1999: Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung (Star Wars: Episode I – The Phantom Menace) 2001: CQ 2002: Musikvideo: Phoenix – Funky Squaredance (Regie: Roman Coppola)
Auszeichnungen (Auswahl) 1991: Goldene Himbeere in den Kategorien Schlechteste Nebendarstellerin und Schlechtester Newcomer für Der Pate III 2004: Golden Globe Award in der Kategorie Bestes Drehbuch für Lost in Translation 2004: Oscar in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch für Lost in Translation 2004: Chlotrudis Awards in der Kategorie Beste Regie für Lost in Translation 2010: Goldener Löwe der Internationalen Filmfestspiele von Venedig für Somewhere 2017: Regiepreis der Internationalen Filmfestspiele von Cannes für Die Verführten
Publikationen
Literatur Tobias Kniebe: Die schwebende Frau. Sofia Coppola ist die wichtigste Regisseurin unserer Zeit. In: Süddeutsche Zeitung, 30./31. Oktober/1. November 2010, S. 3. Johannes Wende (Hrsg.): Sofia Coppola. Edition Text + Kritik, München 2013, ISBN 978-3-86916-247-8, (Film-Konzepte, Heft 29). Andreas Jacke: Écriture féminine im internationalen Film: Margarethe von Trotta, Claire Denis, Chantal Akerman und Sofia Coppola, Psychosozial-Verlag, Gießen 2022, ISBN 3-8379-3149-8.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Francis Ford Coppola Sofia Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Kinderdarsteller Kategorie:Musikvideoproduzent Kategorie:Oscarpreisträger Kategorie:Golden-Globe-Preisträger Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Frau