mini|Ort und See Mattsee, Mitte die Stiftskirche dahinter Wartstein, rechts Schloss Mattsee

Mattsee ist eine Marktgemeinde im Flachgau (Salzburg, Österreich) mit Einwohnern (Stand ). Der Ort liegt am gleichnamigen Mattsee.

Geographie Mattsee ist Teil des Gerichtsbezirks Seekirchen am Wallersee.

Die beiden nur durch eine schmale Landzunge getrennten Seen Mattsee und Obertrumer See liegen rund 500 Meter über dem Meeresniveau. Der höchste Punkt der Gemeinde ist der Buchberg mit einer Höhe von 801 Meter.

Die Gemeinde hat eine Fläche von Quadratkilometer. Davon sind 38 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 18 Prozent sind bewaldet und 35 Prozent entfallen auf die beiden Seen.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Mattsee besteht aus dem am Ufer des Mattsees gelegenen Marktort und vielen umliegenden Ortschaften:

Die politische Gemeinde Mattsee umfasst die Katastralgemeinden Hof, Mattsee und Obernberg.

Klima

Nachbargemeinden Zwei der sieben Nachbargemeinden liegen im Bezirk Braunau (BR) in Oberösterreich.

Geschichte Die erste Besiedlung erfolgte in der Jung-Steinzeit, auf dem Plateau des Schlossbergs befand sich eine bedeutende Höhensiedlung.Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Salzburg. Stadt und Land. Anton Schroll & Co, Wien 1986, S. 230. Siehe dazu auch: Fritz Moosleitner: Das Gebiet von Mattsee in Urgeschichte, Römerzeit und Frühmittelalter. In: Marktgemeinde Mattsee (Hrsg.): Mattsee Chronik. Mattsee 2005, S. 41–50.

Nachdem im 5. bis 7. Jahrhundert die Bajuwaren eingewandert waren, wurde um 770 das Stift Mattsee durch Bayernherzog Tassilo III. gegründet.

Im Jahr 877 kam das Stift Mattsee zum Pfalzstift Ötting und zusammen mit diesem 903 an das Hochstift Passau im Herzogtum Bayern. Die heftigen Kämpfe zwischen den Salzburger Bischöfen und Kaiser Friedrich Barbarossa dürften die Passauer Bischöfe veranlasst haben, ihre Stellung in Mattsee durch den Bau einer Burg auf dem Schlossberg zu sichern.Heinz Dopsch: Dorf und Herrschaft Mattsee im Mittelalter. In: Marktgemeinde Mattsee (Hrsg.): Mattsee Chronik. Mattsee 2005, S. 51–72.

Seit dem 13. Jahrhundert wuchs der Einfluss der Salzburger Erzbischöfe auf Mattsee, schließlich wurde Mattsee ein Teil Salzburgs und war Sitz eines Pfleggerichts der Salzburger Fürstbischöfe.

Der Ort kam mit Salzburg 1816 zu Österreich.

Aufsehen erregte der einstimmige Beschluss des Gemeinderates vom 19. Juni 1921, der sich entrüstet zeigte, „dass einzelne Vermieter von Sommerwohnungen in Mattsee dieselben Juden überließen und dadurch den allbekannten Ruf Mattsees als ‚judenreine Sommerfrische‘ schwer geschädigt haben“.Harald Waitzbauer: Arnold Schönberg ist in Mattsee unerwünscht. In: Robert Kriechbaumer (Hrsg.): Der Geschmack der Vergänglichkeit. Jüdische Sommerfrische in Salzburg. Böhlau, Wien 2002, ISBN 3-205-99455-8. S. 153–174, Zitat S. 162.

Der Ort Mattsee ist seit 1935 Marktgemeinde.

Mattsee war bis Ende Mai 1923 Sitz eines Bezirksgerichts des Gerichtsbezirks Mattsee, per 1. Juni 1923 wurde dieser aufgelöst und Mattsee dem Gerichtsbezirk Neumarkt bei Salzburg zugewiesen.

Einwohnerentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Mattsee mini|Stiftskirche Mattsee mini|Strandbad Mattsee mini|Wartsteinkapelle

Schloss Mattsee: Die heutige Schlossanlage geht auf eine um 1100 errichtete Burg zurück. Propstei vom Stift Mattsee: mit Stiftsmuseum, Stiftsbibliothek und Schatzkammer Stiftskirche Mattsee hl. Michael Wartsteinkapelle hl. Anna Strandbad Mattsee Ehemaliges Pfleggericht Mattsee Bajuwarengehöft Mattsee Naturpark Buchberg Oldtimer-Museum Ferdinand-Porsche-Erlebniswelten („fahr(T)raum“) Diabelli-Sommer unter Leitung von Roberto Di Ronza und Benjamin Schmid

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 57 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 44 Haupterwerbsbauern. Diese bewirtschafteten 90 Prozent der Flächen. Im Produktionssektor arbeiteten 236 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren, 30 in der Bauwirtschaft und 8 in der Wasserver- und Abfallentsorgung. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (192), Handel (176), Beherbergung und Gastronomie (88) und freiberufliche Dienstleistungen (66 Mitarbeiter). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)57696686Produktion3128274333Dienstleistung218139588554 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Tourismus Die wichtigsten Attraktionen für den Fremdenverkehr sind der Mattsee und der Obertrumer See. Dies spiegelt sich auch in den Übernachtungszahlen, 85 Prozent der Nächtigungen entfallen auf die vier Monate Juni bis September. Die Anzahl der Übernachtungen lag in den Jahren von 2011 bis 2018 zwischen 58.000 und 78.000, ging im COVID-Jahr 2020 auf 28.000 zurück.

Politik

Gemeinderat

Die Gemeindevertretung hat 21 Mitglieder. Nach den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg hatte/hat die Gemeindevertretung folgende Verteilungen: 2004: 12 ÖVP, 6 SPÖ, und 1 FPÖ. 2009: 13 ÖVP, 3 SPÖ, 2 Grüne, und 1 FPÖ. 2014: 11 ÖVP, 3 SPÖ, 3 Grüne, und 2 FPÖ. 2019: 8 ÖVP, 6 SPÖ, 3 Grüne und 2 FPÖ. 2024: 14 SPÖ, 6 ÖVP und 1 FPÖ.

Bürgermeister 1945–1959 Josef Lindner 1959–1984 Josef Furthner (ÖVP) 1984–2012 Matthäus Maislinger (ÖVP) 2012–2019 René Kuel (ÖVP) seit 2019 Michael Schwarzmayr (SPÖ)

Wappen rechts|150px Der Gemeinde wurde 1935 ein Wappen verliehen.

Blasonierung (Wappenbeschreibung): „Im roten Feld ein von einem aufrecht gestellten flammenden Schwert mit goldenem Griff belegter silberner Pfahl, der beiderseits von je einem auswärts gekehrten, silbernen Spießträger begleitet ist.“ Das flammende Schwert steht für den heiligen Michael, dem die Kirche des Stiftes Mattsee geweiht ist. Die Spießträger sind dem Wappen der Herren von Hausperg entnommen, die Besitzungen in Mattsee hatten und sich auch Herren von Mattsee nannten.

Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde

Josef Lindner (1915–1999), Bürgermeister von Mattsee 1945–1959 Karl Gebetsberger (1903–1993), Probst des Stiftes Mattsee Josef Furthner (1922–1992), Bürgermeister von Mattsee 1959–1984 Simon Feichtner (1928–2012), ehem. Vizebürgermeister Hannes Maringer (1932–2022), Hauptschul-Direktor i. R. Rupert Felber, Kustos des Heimatmuseums Matthäus Maislinger, Bürgermeister von Mattsee 1984–2012https://www.mattsee.at/LEBEN_IN_MATTSEE/Wissenswertes/Ehrenbuerger (abgerufen am 16. Februar 2018) 2010: Vinzenz Baldemair (1940–2012), Stiftspropst und 35 Jahre Pfarrer

Söhne und Töchter der Gemeinde Joseph Kranzinger (1731–1775), Maler Anton Diabelli (1781–1858), Komponist Heinrich Wallmann (1827–1898), Mediziner und Militär Eduard Pierer von Esch (1848–1902), k.u.k. Feldmarschallleutnant Johann Gmachl (1856–1919), Gutsbesitzer und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus Franz Heilmayer (1858–1920), Politiker (CSP) Burghard Breitner (1884–1956), („Engel von Sibirien“), Chirurg und Politiker Michael Neuhofer (1887–1972), Politiker (CSP) Alois Schmiedbauer (1902–1989), Maler und Restaurator Georg Eder (1928–2015), Erzbischof von Salzburg

Personen mit Bezug zur Gemeinde Julian Baumgartlinger (* 1988), österreichischer Fußballprofi von Bayer 04 Leverkusen Anton Breitner (1858–1928), Schriftsteller, Archäologe und Redakteur, in Mattsee verstorben Dominik Kraihamer (* 1989), österreichischer Automobilrennfahrer August Radnitzky (1810–1897), österreichischer Schriftsteller, in Mattsee verstorben Arnold Schönberg (1874–1951), österreichischer Komponist, wurde 1921 aus der „judenreinen Sommerfrische“ vertrieben Leonhard Steinwender (1889–1961), österreichischer Theologe, Widerstandskämpfer und Autor

Literatur Hannes Maringer: Kleines Mattseebuch. Unser Ort einst und jetzt. Führer durch Natur – Kultur – Geschichte – Wirtschaft. Für Urlaub und Leben im Salzburger Dreiseenland. Fremdenverkehrsverband Mattsee, Mattsee 1994. Hermann Dannheimer, Heinz Dopsch: Die Bajuwaren. Von Severin bis Tassilo 488–788. Gemeinsame Landesausstellung des Freistaates Bayern und des Landes Salzburg, Rosenheim/Bayern, Mattsee/Salzburg, 19. Mai bis 6. November 1988. Prähistorische Staatssammlung München und Amt der Salzburger Landesregierung, München bzw. Salzburg 1988. Marktgemeinde Mattsee (Hrsg.) (Redaktion: Gerda Dohle, Oskar Dohle): Mattsee-Chronik. Marktgemeinde Mattsee. Mattsee 2005.Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund. Marktgemeinde Mattsee (Hrsg.) (Redaktion: Siegfried Hetz, Wolfgang Neuper, Manuel Bödendorfer, Paul Sturm): Mattsee: Landschaft, Lebensraum, Natur, Geschichte, Kirche, Kunst, Kultur, Brauchtum, Volkskultur, Lebensformen, Wirtschaft, Landwirtschaft, Tourismus, Gemeinde, Vereinswesen. Zwei Bände, Marktgemeinde Mattsee, Mattsee 2023, ISBN 978-3-200-09502-1.

Weblinks

Website der Gemeinde

Topothek Mattsee historisches Bildmaterial, verortet, verschlagwortet und datiert

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Mattig