Der Dornbirner EC ist ein österreichischer Eishockeyvereins aus Dornbirn (Vorarlberg), der zwischen 2012 und 2022 in der ICE Hockey League spielte. Zuvor waren der Dornbirner EC in der Nationalliga aktiv und gewann dort zwei Meistertitel. 2022 zog sich der Klub vom Profi-Spielbetrieb zurück.

Geschichte Anfänge Der EC Dornbirn wurde im Jahr 1992 als Nachfolgeverein des EHC Dornbirn gegründet und etablierte sich zu Beginn vor allem als Ausbildungsclub, dessen verschiedene Jugendmannschaften rasch Erfolge feiern konnten. 1998 konnten die Superminiknaben, 2001 die Miniknaben und 2002 die Schüler den Meistertitel ihrer jeweiligen Altersklasse gewinnen. Daneben versuchte die Vereinsführung, durch Kooperationsprojekte mit verschiedenen etablierten Mannschaften, Anschluss an das Niveau der Profis zu finden. Im Jahr 2001 trugen diese Bemühungen Früchte, als sich der Club erstmals für die Nationalliga, Österreichs zweithöchste Spielklasse, qualifizieren konnte.

Nationalliga Den ersten größeren Erfolg der Vereinsgeschichte stellte der Vizemeistertitel im Jahr 2004 dar, wo man den Grunddurchgang gewinnen konnte, dann aber im Finale den Red Bulls Salzburg mit 0:3 unterlag. In der Saison 2007/08 standen die Dornbirner erneut im Finale und holten gegen das Farmteam der Salzburger den ersten Nationalliga-Titel der Vereinsgeschichte. Nach einem Vizemeistertitel in der Saison 2008/09, in der man im Finale mit 1:3 in der Serie dem EHC Lustenau unterlag, konnten die Bulldogs in der darauf folgenden Saison 2009/10 erneut den Titel in der Nationalliga holen.

Als Zweitplatzierter im Grunddurchgang standen die Dornbirner schon fix im Halbfinale und konnten das Farmteam der Salzburger Red Bulls mit 3:0 besiegen. Im Finale hieß der Gegner HC Innsbruck, der vor der Saison aus der Bundesliga abgestiegen war. Vor den Playoffs hatte man die Mannschaft mit dem ehemaligen KAC-Torhüter Hannes Enzenhofer und dem von den Vienna Capitals ausgemusterten Verteidiger Tino Anton Teppert verstärkt. Die Serie gegen Innsbruck konnte schlussendlich mit 3:1 gewonnen werden. Wie schon in den beiden vorangegangenen Spielzeiten hatten die Dornbirner im Finale in die Rheinhalle, Spielstätte des EHC Lustenau, ausweichen müssen.

Bundesliga Im Frühjahr 2012 bewarb sich der EC Dornbirn nach langer Planungsphase um die Aufnahme in die höchste österreichische Spielklasse. Der Bewerbung wurde stattgegeben, womit seit dem Ausstieg der VEU Feldkirch im Jahr 2004 erstmals wieder ein Team aus Vorarlberg in der Bundesliga aktiv ist.Es ist fix - Dornbirn steigt in die EBEL auf, Bericht auf www.hockeyfans.at vom 23. Mai 2012

In der ersten Bundesliga-Saison 2012/13 erreichten die Dornbirner den vorletzten Platz der Hauptrunde und schieden nach der Qualifizierungsrunde ohne Play-off-Ticket aus. Überraschenderweise etablierten sich zwei Dornbirner Legionäre als beste Spieler der Liga. So erzielte Luciano Aquino die meisten Punkte und die meisten Assists der Liga, während Andrew Kozek die meisten Tore schoss.

2013/14 kam es zu einer Vielzahl von Neuverpflichtungen, im Gegenzug verließ Andrew Kozek die Mannschaft und wechselte nach Linz. In ihrer erst zweiten EBEL-Saison gelang den Dornbirnern der Einzug ins Play-off, wobei sich Luciano Aquino erneut als einer der besten Spieler der Liga auszeichnete. Im Viertelfinale unterlagen die Vorarlberger gegen die Salzburger mit 2:4 in der Serie.

Die Saison 2014/15 verlief für die Dornbirner nicht erfolgreich. Nachdem Aquino in die höchste schwedische Spielklasse gewechselt war, beendete der Verein die Hauptrunde auf dem zehnten Platz und konnte auch in der Qualifizierungsrunde kein Play-off-Ticket lösen.

In der Saison 2015/16 konnten sich die Dornbirner mit dem sechsten Platz in der Hauptrunde direkt für das Play-off qualifizieren, erreichten in der Platzierungsrunde der besten Sechs jedoch nur den letzten Platz. Im Viertelfinale des Play-offs trafen die Dornbirner auf den Orli Znojmo, dem sie im Best-of-Seven-Modus mit 2:4 unterlagen.

2016/17 landete Dornbirn in der Hauptrunde auf dem zehnten Platz und musste in die Qualifikationsrunde. Dort schrammten die Bulldogs mit sechs Siegen aus zehn Spielen nur knapp an einem Playoff-Ticket vorbei, als man nur vier Punkte hinter Orli Znojmo auf Platz 3 landete.

Im April zog sich der DEC aufgrund schwieriger Rahmenbedingungen zunächst aus der ICE Hockey League, im August 2022 komplett aus dem Profi-Spielbetrieb zurück.

Namenssponsoren Der EC Dornbirn hatte im Lauf seiner Geschichte mehrere Sponsoren, deren Namen er in der Mannschaftsbezeichnung trug. Lange Zeit lautete der volle Name der Mannschaft EC TRENDamin Bulldogs Dornbirn. Dies wurde in der Spielzeit im Jahr 2005 zu EC-TREND Dornbirn verkürzt, was bis 2008 die offizielle Bezeichnung blieb. Seit der Saison 2009/10 heißt die Mannschaft mit vollem Namen EC hagn_leone Dornbirn. Ihren eigentlichen Beinamen Bulldogs behielt die Mannschaft jedoch immer.

Meistermannschaften Nationalliga-Meister2007/08Torhüter: Christian Fend, Christof Schwendinger

Verteidiger: Jürgen Fussenegger, Michael Kutzer, Alexander Mellitzer, Patric Scheffknecht, Stefan Spannring, Markus Stengele, Florian Stern, Thomas Urban

Angreifer: Thomas Auer, Manuel Ganahl, Julian Grafschafter, Raphael Herburger, Fabio Hofer, Pascal Kainz, Markus Kosnjak, Michael Lissek, Christian Messner, Alexander Paul, Sascha Rauter, Lukas Schwitzer, Daniel Smith, Adrian Ströhle, Juha-Matti Vanhanen, Marcel Wolf, Matt Zultek

Cheftrainer: Kjell G.Lindqvist

Nationalliga-Meister2009/10Torhüter: Bernhard Bock, Hannes Enzenhofer, René Burtscher

Verteidiger: Alexander Mellitzer, Tobias Holzer, Stefan Spannring, Igor Iwanow, Michael Kutzer, Sebastian Spiegel, Patric Scheffknecht, Jürgen Fussenegger, Tino Anton Teppert, Bernhard Fechtig

Angreifer: Lukas Schwitzer, Julian Grafschafter, Fabian Glanznig, Fabio Hofer, Martin Pewal, Jussi Tarvainen, Adrian Ströhle, Ryan Murphy, Steven Burger, Roman Schreiber, Benni Schennach, Dmitri Nabokow, Patrick Spannring, Christian Messner, Thomas Auer, Marcel Wolf

Cheftrainer: Peter Johansson

Bedeutende ehemalige Spieler (Teamzugehörigkeit und Position in Klammern) Aaron Fox(2010–2011, Stürmer) Der US-Amerikaner, der zuvor bereits ausgiebige Erfahrungen in der Erste Bank Liga gesammelt hatte, begann seine Zweitliga-Karriere in Dornbirn und sammelte dort in 42 Partien 83 Punkte. Juha-Matti Vanhanen(2003–2006, 2007–2008, Stürmer) Vanhanen verbrachte insgesamt vier Jahre in Dornbirn und war dort in dieser Zeit mit über 200 erzielten Punkten einer der wichtigsten Spieler. 2008 feierte er mit dem Club auch dessen ersten Meistertitel. Raphael Herburger(2005–2008, Stürmer) Herburger, der in Dornbirn ausgebildet wurde und 2008 zum EC KAC in die erste Liga wechselte, gilt als eines der besten Beispiele für die erfolgreiche Jugendarbeit in Dornbirn.

Vereinsstatistiken Nationalliga Die folgende Tabelle gibt die Platzierungen des Clubs durch sämtliche Spielzeiten wieder.

Bis zur Saison 2008/09 galt in der Nationalliga die 2-Punkte-Regel (2 Punkte für einen Sieg in regulärer Spielzeit oder Overtime/Shootout), mit Beginn der Spielzeit 2009/10 wurde die 3-Punkte-Regel eingeführt, sodass ein Sieg in regulärer Spielzeit mit 3 Punkten bewertet wurde. Des Weiteren wurden zwischen 2002 und 2010 die Punkte nach der Hälfte des Grunddurchgangs halbiert. Die Spalte »Pkt. ges.« gibt die tatsächlich erreichten Punkte basierend auf der Anzahl der Siege und Niederlagen wieder.

Saison Liga Hauptrunde Playoffs SP S N OTS OTN T GT Torv. Punkte Pkt. ges. Rang 2001–02 Nationalliga 16 4 8 1 3 65 84 −19 13 – 6. Viertelfinal-Out 2002–03 Nationalliga 28 6 19 1 2 96 129 −33 12 16 7. Viertelfinal-Out 2003–04 Nationalliga 28 16 5 2 5 156 115 +41 32 41 1. Vizemeister 2004–05 Nationalliga 36 24 11 0 1 162 109 +53 38 49 3. Halbfinal-Out 2005–06 Nationalliga 32 17 8 3 4 132 101 +31 32 44 3. Viertelfinal-Out 2006–07 Nationalliga 32 16 11 3 2 141 115 +26 28 40 5. Viertelfinal-Out 2007–08 Nationalliga 32 20 6 4 2 165 109 +56 36 50 1. Meister 2008–09 Nationalliga 28 17 10 0 1 119 82 +37 38 52 2. Vizemeister 2009–10 Nationalliga 36 19 11 4 2 155 113 +42 47 67 1. Meister 2010–11 Nationalliga 34 21 5 5 3 165 95 +70 76 – 2. Vizemeister 2011–12 Nationalliga 32 21 5 4 2 156 68 +88 73 – 3. Halbfinal-Out

EBEL

Saison Sp S N OTN Tore Punkte Anmerkung 2012/13 RS 44 13 28 3 128:183 29 PR 10 5 4 1 26:36 11 Rang 10, keine Playoff-Teilnahme 2013/14 RS 44 21 19 4 144:151 46 PR 10 6 4 0 33:27 15 Rang 8 PO 6 2 3 1 18:24 – Viertelfinal-Out 2014/15 RS 44 19 23 2 121:147 40 PR 10 5 3 2 25:23 13 Rang 10, keine Playoff-Teilnahme 2015/16 RS 44 23 15 6 126:108 73 PR 10 5 3 2 32:37 14 Rang 6 PO 6 2 3 1 15:17 – Viertelfinal-Out 2016/17 RS 44 15 21 8 120:143 53 PR 10 6 3 1 32:23 19 Rang 9, keine Playoff-Teilnahme 2017/18 RS 44 20 18 6 127:133 61 PR 10 7 1 2 41:30 28 Rang 7 PO 6 2 3 1 14:20 – Viertelfinal-Out EBEL-Hauptrunde 264 111 124 29 766:865 302 EBEL-Platzierungsrunde 60 34 18 8 206:176 100 EBEL-Playoffs 18 6 9 3 47:61 –

Vereinsinterne Rekorde Enthalten sind sämtliche Vorrunden- und Play-off-Spiele.

Saison Tore Platz Spieler Tore Saison 1. Jouko Myrrä 71 2003/04 2. Ryan Foster 52 2003/04 3. Matt Zultek 46 2007/08 4. Tommy Kiviaho 43 2005/06 5. Jouko Myrrä 39 2004/05 Assists Platz Spieler Assists Saison 1. Juha-Matti Vanhanen 61 2003/04 2. Dmitri Nabokov 60 2009/10 3. Ryan Foster 58 2003/04 4. Luciano Aquino 54 2013/14 Luciano Aquino 54 2012/13 Topscorer Platz Spieler Punkte Saison 1. Jouko Myrrä 123 2003/04 2. Ryan Foster 110 2003/04 3. Dmitri Nabokov 88 2009/10 4. Luciano Aquino 86 2013/14 5. Tommy Kiviaho 85 2005/06

Strafminuten Platz Spieler Strafminuten Saison 1. Thomas Auer 187 2008/09 2. Thomas Auer 148 2007/08 3. Guillaume Desbiens 148 2014/15 4. Danny Bois 135 2012/13 5. Thomas Auer 134 2010/11

Insgesamt Abkürzungen: Sp = Spiele, T = Tore, V = Assists, Pkt = Punkte, SM = Strafminuten; Fett: Bestwert Spieler Position Sp T V Pkt Pkt/Sp SM Stefan Häussle F 435 37 37 74 0,17 64 Olivier Magnan D 427 26 96 122 0,29 497 Chris D’Alvise C 275 124 107 231 0,84 152 Stefan Spannring D 274 32 89 121 0,44 242 Julian Grafschafter LW 269 53 57 110 0,41 128 Jamie Arniel C/RW 261 90 144 234 0,90 140 Martin Grabher-Meier RW 259 60 108 168 0,65 114 Nikolas Petrik LW 241 18 51 69 0,29 309 Lukas Schwitzer D/C 201 50 121 171 0,85 500 Juha-Matti Vanhanen C 160 60 173 233 1,46 106 Gerald Penker D 152 20 53 73 0,48 408 Thomas Auer F 146 73 106 179 1,23 576 Luciano Aquino C/W 137 59 125 184 1,34 132 Ryan Foster F 76 85 102 187 2,46 58 Jouko Myrrä LW 73 110 82 192 2,63 14

Trainergeschichte mini|Dave MacQueen, Trainer zwischen 2012 und 2019 Zeit Nation TrainerAnmerkungen 2007–08 Kjell Lindqvist Meister 2008–09 Kjell Lindqvist Vizemeister 2009–10 Peter Johansson Meister 2010–11 20px|DEU-CAN Jamie Bartman Vizemeister 2011–12 Lenny Eriksson Niederlage im Halbfinale 2012–13 Dave MacQueen Playoffs verpasst 2013–14 Dave MacQueen Viertelfinal-Out 2014–2019 Dave MacQueen 2× Viertelfinal-Out; 3× Playoffs verpasst 2019 Jussi Tupamäki seit Okt. 2019 Kai Suikkanen Playoffs verpasst

Spielstätte Seit Mitte der 2000er Jahre herrscht eine rege Diskussion um das Messestadion Dornbirn, die Heimspielstätte des Dornbirner Eishockeyclubs. Dieses Stadion wurde von der Stadt Dornbirn als Mehrzweckhalle konzipiert, dadurch wird in der Halle nicht nur Eishockey gespielt. So war es am 24. und 25. September 2006 der Fall, dass David Copperfield seine Zaubershow in der Messehalle veranstaltete. Dadurch konnte die Halle von den Dornbirnern Eishockeyspielern nicht genutzt werden und mit dem Eistraining konnte erst am 5. Oktober begonnen werden.