mini|Ein Buszug im Einsatz mini|Detailansicht der Anhängerkupplung und Deichsel, Zugfahrzeug rechts mini|Ein Bus mit Lastenanhänger vor einem Anwesen in ländlicher Umgebung bei Sorsele, Schweden (1978/79) mini|Post-Omnibus mit Anhänger der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen für die Staatliche Kraftwagenlinie Radeberg-Bischofswerda, in Betrieb genommen am 26. September 1913

Busanhänger, Omnibusanhänger oder Autobusanhänger sind Anhänger, die hinter Omnibussen oder Oberleitungsbussen eingesetzt werden. Bei Reisebussen sind dies häufig Gepäckanhänger, wozu auch Anhänger für Fahrräder oder Wintersportausrüstung gehören. In früheren Zeiten waren erste elektrisch angetriebene Busse mit einem Anhänger ausgerüstet, welcher der Aufnahme der Batterien diente.https://www.rheinbahn.de/unternehmen/fuhrpark/historische_busse/Seiten/9063.aspxhttps://www.linied.net/fahrzeuge/busse_9063.html Die meisten von ihnen lassen sich auch an Lastkraftwagen oder Personenkraftwagen anhängen, je nach verwendeter Anhängerkupplung und zugelassener Anhängemasse des Zugfahrzeugs.

Anhänger, die ausschließlich der Personenbeförderung dienen, werden Personenanhänger (PA) oder Beiwagen genannt. Alternative Bezeichnungen für Gespanne aus Solobus und Personenanhänger sind Omnibuszug, Buszug oder in jüngerer Zeit auch Maxitrain bzw. – bei der Verwendung mit Midibussen – MiditrainMaxi- und Miditrain sind Markenbezeichnungen des Unternehmens Göppel Bus aus Augsburg oder Midibuszug. In der Schweiz nennen sie sich Anhängerkomposition. Beleuchtung, Türsteuerung und Heizung des Anhängers werden vom Zugfahrzeug aus versorgt. Einige Anhänger sind jedoch auch mit autonom arbeitenden Klimaanlagen und Standheizungen ausgerüstet. Moderne Buszüge bieten Platz für bis zu 200 Fahrgäste, beim Einsatz im nichtöffentlichen Verkehr wie auf Flughäfen oder Werksgeländen können bis zu 250 Personen befördert werden.

Seit den 1950er-Jahren wurden Personenanhänger seltener eingesetzt – die meisten Gespanne wurden durch jüngere Entwicklungen wie Gelenkbusse ersetzt; seit Beginn des 21. Jahrhunderts werden Personenanhänger wieder häufiger verwendet.

Eine Sonderform bilden Sattelzugomnibusse, bei denen der Anhänger als Sattelauflieger konstruiert ist.

Vor- und Nachteile Wirtschaftlichkeit Verkehrsunternehmen können einen wirtschaftlichen Vorteil durch Buskonzepte erlangen, die flexibel auf stark schwankende Passagieraufkommen reagieren können, wobei statt zwei Bussen mit zwei Fahrern nur noch ein Buszug mit einem Fahrer eingesetzt werden kann. Der Vorteil des Personenanhängers besteht also darin, dass eine große Anzahl von Passagieren mit nur einem Fahrer befördert werden kann, außerhalb der Hauptverkehrszeiten der Anhänger aber abgehängt wird und das Zugfahrzeug bei geringerem Kraftstoffverbrauch solo fährt. Ferner ist die Gesamtkapazität eines solchen Gespanns höher als bei einem Gelenkbus und reicht annähernd an einen Doppelgelenkbus heran. Das Zugfahrzeug muss allerdings der Aufgabe entsprechend genug Leistung aufweisen, und auf starken Steigungen/Gefällstrecken waren Anhänger lange nur beschränkt einsetzbar – moderne, stärkere Motorisierungen haben hier die Ausgangslage inzwischen geändert.

Zeitweise war in Anhängern das Rauchen noch erlaubt, während es im Zugfahrzeug bereits verboten war. In Solingen wurden die rundlichen Anhänger daher Raucherkugel genannt.Obus-Museum Solingen:

Personalbelastung Im Vergleich mit dem Einzelfahrzeug hat der Fahrer eines Buszuges diese zusätzlichen Aufgaben: An- und Abkuppeln des Anhängers einschließlich pneumatischer, elektrischer und heiztechnischer Verbindungen Monitorüberwachung der Anhängertüren an Haltestellen Monitorüberwachung des Zwischenraums zwischen den Fahrzeugen bei jedem Anfahren, um ein Mitschleifen von unvorsichtigen Fußgängern zu vermeiden Monitorüberwachung des Anhänger-Fahrgastraums während der Fahrt (Vandalismus, Belästigungen etc.)

Früher wurden Omnibuszüge oft im Dreimannbetrieb bedient: Außer dem Fahrer war je ein Schaffner für Zugfahrzeug und Anhänger erforderlich. Im Gegensatz dazu konnten Gelenkwagen unter Zuhilfenahme des Fahrgastflussprinzips auch mit zwei Angestellten betrieben werden, was wesentlich zur Abschaffung vieler Anhänger führte. Einige Verkehrsunternehmen erlaubten hingegen nur Zeitkarten-Inhabern die Benutzung des Beiwagens.

Fahrgastkomfort Großer Nachteil älterer Busanhänger war das Fehlen einer Heizung, weswegen die Plätze in den Anhängern im Winter von den Fahrgästen gemieden wurden. Da beim klassischen Busanhänger kein Übergang zwischen Zugfahrzeug und Anhänger besteht, können die Fahrgäste während der Fahrt nicht einfach zwischen beiden Fahrzeugen wechseln, etwa um freigewordene Sitzplätze zu nutzen. Auch der nicht ohne weiteres mögliche Kontakt zum Fahrer bzw. Schaffner im Zugfahrzeug wurde von Fahrgästen im Anhänger als Nachteil gesehen.

Erweiterung des Nutzens mini|„Fahrradbus“ der Vestischen Straßenbahnen (Mai 2011) – ein Busanhänger zur Fahrradbeförderung Neben der Möglichkeit, die Fahrgastkapazität effizient und wirtschaftlich zu erweitern, lässt sich z. B. mittels Fahrrad- oder Skianhängern der Nutzen von Bussen über die Personenbeförderung hinaus ergänzen und der Kundenkreis vergrößern.

Busanhänger in verschiedenen Ländern

mini|1910: ein früher Buszug mit Daimler-Zugwagen mini|Abgestellter Beiwagen (LOWA W700) am Berliner Ostbahnhof, 1970

Deutschland Geschichte

Die Bayerische Post setzte 1905 auf ihren Kraftpost-Linien sogenannte Hängewagen ein.Geschichte der Busanhänger auf www.omnibusarchiv.de

Seit dem 1. Juli 1960 ist gemäß StVZO in der Bundesrepublik Deutschland die Beförderung von Personen im Anhänger prinzipiell untersagt, das entsprechende Gesetz wurde 1956 verabschiedet. Seit diesem Zeitpunkt werden Anhänger zur Personenbeförderung nicht mehr zugelassen. Mit Ausnahmegenehmigung konnten Personenanhänger noch bis 1962 eingesetzt werden.

Bereits am 21. Juli 1955 wurde in der 32. Sitzung im Kabinettsausschuss für Wirtschaft formuliert:

Ermöglicht wurde der Einsatz von Busanhängern aber trotzdem, man benötigte aber eine Ausnahmegenehmigung, wie in Neuzeitliche Einsätze genauer erklärt. Von diesem Instrument wird in zahlreichen deutschen Verkehrsbetrieben regelmäßig Gebrauch gemacht.

Zudem dürfen Züge mit Omnibusanhängern gemäß Absatz 5 StVO nicht schneller als 60 km/h fahrenhttps://www.verkehrsportal.de/stvo/stvo_18.php, so dass durch die langsame Fahrt weitere Verkehrsbehinderungen, insbesondere auf Stadtautobahnen und Schnellwegen, zu erwarten wären. Auch Anhängerzüge mussten in Deutschland mit dem sogenannten Anhängerdreieck gekennzeichnet werden. In Deutschland beträgt die zulässige Gesamtlänge eines Omnibusses heute regulär 18,75 Meter. Die Buszüge werden hingegen mit Zuglängen von 23,05 m bzw. 25,76 m (für Einsatz auf Werksgeländen) gefertigt.

Deutsche Demokratische Republik (DDR)

mini|DDR: Minibus mit Anhänger für Touristen 1969 vor dem Magdeburger Hauptbahnhof mini|Letzter Buszug des VEB Kraftverkehr Jena im Mai 1977

In der DDR gab es gesetzliche Einschränkungen ab 1978. Bereits vorher kam das „Aus“ für die meisten Anhänger durch den fortgeschrittenen Verschleiß der als Zugfahrzeuge geeigneten Busse (Ikarus 601/602/630, IFA H6B, Jelcz 043) und O-Busse (Škoda 9Tr); entsprechende Neufahrzeuge wurden von der Industrie nicht angeboten. Der letzte Einsatz von Busanhängern im öffentlichen Personenverkehr der DDR erfolgte Anfang Juli 1985 beim O-Bus-Betrieb Eberswalde.

Nostalgiefahrzeuge

Einige Verkehrsunternehmen haben noch Anhängerzüge aus den 1950er und 1960er Jahren als Traditionsfahrzeuge im Bestand, die aber keine Fahrgäste mehr im Anhänger befördern dürfen. Eine Ausnahme ist der historische Buszug der Halleschen Straßenbahnfreunde e. V. in Halle (Saale). Für deren H6B/L+W701-Gespann wurde eine Ausnahmegenehmigung zur Personenbeförderung im Anhänger erteilt.

Neuzeitliche Einsätze mit Ausnahmegenehmigungen

mini|Buszug der Firma Egenberger zwischen Niederschönenfeld und Rain am Lech mini|Miditrain in Herrenberg mini|Die „Plus-Bus“-Flotte (Maxi-Trains) der Osnabrücker Stadtwerke (2011)

Eine zunehmende Zahl von Verkehrsunternehmen setzt seit der Jahrtausendwende wieder Buszüge in Deutschland ein, zunächst bevorzugt im Schülerverkehr, inzwischen aber auch immer häufiger im normalen Personenverkehr. Dies ist nur mit einer Ausnahmegenehmigung von StVZO gemäß StVZO möglich. Sie kann vom zuständigen Verkehrsministerium des jeweiligen Bundeslandes erteilt werden. Je nach Modell ist aufgrund der Gesamtlänge des Gespanns gegebenenfalls zudem eine Erlaubnis nach StVO erforderlich.so das Omnibusarchiv in einer Darstellung aktueller Omnibusanhänger der Schweizer Carrosserie HESS AG. Buszüge (z. B. MVG) können deutlich länger sein als die erlaubten 18,75 m Zuglänge Mit Stand Juni 2016 waren in Deutschland zusammen an die 100 Anhänger im EinsatzÜbersicht der Busanhänger in Deutschland auf stadtbus.de, sie verkehren unter anderem für folgende Unternehmen: Fritz Behrendt OHG in Kloster Lehnin, seit 2003 (inzwischen ausgesondert) Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein, ab 2003 (als PVG) Infra Fürth, seit 2004fuerther-nachrichten.de: Stroh Bus-Verkehrs GmbH, Altenstadt seit 2008 (vom Betriebshof Neuenhaßlau) RegioBus Mittelsachsen GmbH (damals RegioBus Mittweida), seit 2007 Ludwigsburger Verkehrslinien, seit 2008 Stadtwerke Osnabrück, seit 2009 Mecklenburger Verkehrsbetriebe GmbH, seit 2009 Egenberger Reisen, seit 2009 Regionalverkehr Main-Kinzig GmbH, seit 2009 Racktours, Erlensee, seit 2009 Heuser Omnibusunternehmen, Langenselbold, seit 2009 Münchner Verkehrsgesellschaft, seit 2011MVG: Unsere Fahrzeuge Firma Grüninger in Heidenheim an der Brenz, seit 2011 RegioBus Hannover GmbH, seit 2012 mini|Ein Buszug der Verkehrsbetriebe St. Gallen (VBSG) 2019 in der Kombination MAN Lion’s City A21 / HESS APM5.6-13Stadtbus Rottweil, seit 2013 Stadtwerke Marburg, seit 2015 Wolfsburger Verkehrs GmbH (Hängerzüge mittlerweile ausgemustert – Stand 2024) Reutlinger Stadtverkehrsgesellschaft Schefenacker Reise- und Verkehrs-GmbH & Co. KG RVE Regionalverkehr Euregio Maas-Rhein WestVerkehr GmbH Verkehrsbetrieb Hüttebräucker GmbH, Leichlingen, seit 2006 zwei Maxitrains VWS Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd GmbH, seit 2015 mit einem Fahrzeug, seit 2016 mit insgesamt acht Fahrzeugen. Der Fuhrpark an Anhängern im Jahr 2022 beläuft sich nun auf insgesamt 22 Exemplare. Regionalverkehrsdienst Gründau E. Laubach e.K., seit 2016 Stadtwerke Konstanz, seit 2016 Stadtverkehr Emden GmbH, seit 2018

Getestet wurde der Einsatz derartiger Buszüge über einen Monat 2014 in Kiel im Linienverkehr der KVG. Bei der Vestischen wird der im Freizeitverkehr eingesetzte FahrradBus seit 2013 nicht mehr angeboten.

Österreich

In Österreich waren Busanhänger bis in die 1960er Jahre üblich, wurden danach zwar nicht verboten, aber kamen aus der Mode und wurden in der Regel durch Gelenkbusse abgelöst. Seit einigen Jahren werden von einigen Verkehrsbetrieben wieder Busanhänger eingesetzt, vor allem in der Hauptverkehrszeit. Hier hat sich gezeigt, dass Busanhänger in der Anschaffung günstiger als Gelenkbusse sind.

Postbus betreibt im Jahre 2007 sechs Buszüge mit Busanhänger Carrosserie Hess in Innsbruck und zwei Busanhänger in Salzburg. Der Prüfungsbetrieb begann 2003, die Gesetze waren 2005 angepasst.Bus and trailer - current in Innsbruck (en) / Autobus s vlekem - v Innsbrucku opět běžná praxe (cz), BUSportal.cz, 24. Januar 2007.

Die Graz Linien testeten bis 19. Oktober 2018 einen Münchner Buszug auf mehreren Gelenkbuslinien. Eine Anschaffung erfolgte bis 2023 nicht.https://www.facebook.com/128415380557634/posts/2108922372506915/

Schweiz

mini|Anhängerzug der Zugerland Verkehrsbetriebe mini|Postauto mit Anhänger in Stechelberg