mini|Alphonse Pyrame de Candolle rahmenlos|zentriert|class=notpageimage skin-invert-image|Unterschrift Alphonse Pyrame de Candolle (1806–1893) Alphonse Louis Pierre Pyrame de Candolle (* 27. Oktober 1806 in Paris; † 4. April 1893 in Genf) war ein Schweizer Botaniker und Wissenschaftssoziologe. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „“
Leben und Wirken Der Sohn des Augustin-Pyrame de Candolle studierte ursprünglich Jurisprudenz an der Universität Genf, wo er 1831 Honorarprofessor für Botanik wurde und 1835 den Lehrstuhl seines Vaters übernahm. Er führte dessen Werk Prodromus systematis naturalis regni vegetabilis als Herausgeber fort. Zusammen mit seinem Sohn Casimir Pyramus de Candolle veröffentlichte er mehrere botanische Werke. Er war Mitglied der Redaktion der von Louis van Houtte herausgegebenen botanischen Zeitschrift Flore des serres et des jardins de l’Europe.Wilhelm Neubert: Van Houtte's Preisverzeichnis und seine Flore des Serres et des Jardins de L'Europe. In: Deutsches Magazin für Garten- und Blumenkunde – Zeitschrift für Garten- und Blumenfreunde, und Gärtner. Band 6, Hoffmann’sche Verlags-Buchhandlung, Stuttgart 1853, S. 369 Nach dem Tode seines Vaters 1841 wurde er Direktor des Botanischen Gartens Genf.
Konservator des Herbariums de Candolle war zwischen 1884 und 1924 der Botaniker Robert Buser.
Ungewöhnlich für einen Botaniker war seine Beschäftigung mit dem Gebiet der Wissenschaftssoziologie. In seinem Buch Histoire des sciences et des savants depuis deux siècles analysierte de Candolle die Bedingungen, die dazu führen, dass sich herausragende Wissenschaftler entwickeln können. Er untersuchte unter anderem den Einfluss der Vererbung, der sozialen Stellung, des politischen Umfeldes und der Religion.
Ehrungen 1889 wurde ihm die Linné-Medaille der Linnean Society of London verliehen. 1846 wurde er korrespondierendes Mitglied der Accademia delle Scienze di Torino und 1851 der Académie des sciences in Paris; seit 1874 war er associé étranger der Akademie. Am 17. August 1891 wurde er als ausländisches Mitglied in den preußischen Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste aufgenommen.Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste: Die Mitglieder des Ordens. Band 2. Gebr. Mann-Verlag, Berlin 1978, S. 66. 1874 wurde er korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und 1859 auswärtiges Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Im Jahr 1836 wurde er in die Leopoldina gewählt, 1847 in die American Academy of Arts and Sciences, 1858 in die Russische Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg, 1860 in die Accademia Nazionale dei Lincei, 1869 als auswärtiges Mitglied in die Royal Society of London sowie als assoziiertes Mitglied in die Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique, 1870 als auswärtiges Mitglied in die Königlich Dänischen Akademie der Wissenschaften, 1877 als Ehrenmitglied in die Royal Society of Edinburgh, 1878 als auswärtiges Mitglied in die Königlich Niederländische Akademie der Wissenschaften und 1883 in die National Academy of Sciences.
Nach ihm wurde die Gattung Alphonsea und Alphonseopsis aus der Familie der Annonengewächse (Annonaceae) benannt.
Charles Darwin erwähnte de Candolle mehrfach in seinem Hauptwerk Die Entstehung der Arten und lobte im Bezug auf dessen Buch über die Gattung der Eichen die Einzigartigkeit der Materialfülle und deren Auswertung.Charles Darwin: Die Entstehung der Arten. Reclam, Leipzig 1984 (Übersetzung: Carl Wilhelm Neumann, Nachwort: Rolf Löther) S. 64 ff.
Schriften (Auswahl) Géographie botanique raisonnée ou Exposition des faits principaux et des lois concernant la distribution géographique des plantes de l’époque actuelle. 2 Bände, Paris / Genf 1855 (Band 1, Band 2). Histoire des sciences et des savants depuis deux siècles suivie d’autres études sur des sujets scientifiques, en particulier sur la sélection dans l’espèce humaine. Georg, Genf 1873 (Digitalisat). Zur Geschichte der Wissenschaften und der Gelehrten seit zwei Jahrhunderten, nebst anderen Studien über wissenschaftliche Gegenstände insbesondere über Vererbung und Selektion beim Menschen (= Grosse Männer. Studien zur Biologie des Genies Band 2). Akademische Verlagsgesellschaft, Leipzig 1911 (Digitalisat) – herausgegeben von Wilhelm Ostwald. La phytographie ou l’art de décrire les végétaux considérés sous différents points de vue. G. Masson, Paris 1880 (Digitalisat). Origine des plantes cultivées. Paris 1882 (Digitalisat). 3., durchgesehene und erweiterte Auflage, F. Alcan, Paris 1886 (Digitalisat). Der Ursprung der Culturpflanzen. F. A. Brockhaus, Leipzig 1884 (Digitalisat) – übersetzt von Edmund Goeze (1838–1929).
Weblinks
Einzelnachweise Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018.
Kategorie:Botaniker (19. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Genf) Kategorie:Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Leopoldina (19. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Auswärtiges Mitglied der Royal Society Kategorie:Mitglied der Royal Society of Edinburgh Kategorie:Mitglied der Académie des sciences Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien Kategorie:Mitglied der Königlich Dänischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Accademia dei Lincei Kategorie:Mitglied der Accademia delle Scienze di Torino Kategorie:Träger des Pour le Mérite (Friedensklasse) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1806 Kategorie:Gestorben 1893 Kategorie:Mann