Willebadessen ist eine Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen und gehört zum Kreis Höxter im Regierungsbezirk Detmold. Die Stadt liegt im Osten des Regierungsbezirkes mitten im Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge. Für den heutigen Ortsnamen Willebadessen gibt es die historischen Bezeichnungen Wilbadessen, Wilbodessen, Wilbossen, Wylbodessen, Wylbodisßen. In Willebadessen, das sich auf einer Fläche von rund 128 km² erstreckt, leben Einwohner.

Geografie Geografische Lage Willebadessen liegt im Osten von Nordrhein-Westfalen am östlichen Rand des Eggegebirges (südliche Verlängerung des Teutoburger Waldes) und wird von dem kleinen Fluss Nethe durchzogen, die im Nachbarort Bad Driburg-Neuenheerse entspringt und schließlich bei Höxter-Godelheim in die Weser einmündet. Der höchste Punkt der Stadt liegt im Naturschutzgebiet Teutoniaklippen und Teutonia auf , der tiefste Punkt an der Zentralkläranlage Niesen auf .

Geologie mini|250px|Geothermische Karte von Willebadessen Die an die Oberfläche tretenden Festgesteine bildeten sich im Erdmittelalter vor etwa 245 bis 95 Millionen Jahren aus Meeres- und Flusssedimentationen. Die oberflächennahen Lockergesteine stammen aus dem Eiszeitalter und sind damit deutlich jünger (ca. 10.000 Jahre).

Insbesondere in der Warburger Börde im südöstlichen Abschnitt des Stadtgebiets, aber auch in Taleinschnitten bedecken Lockergesteine, zum Beispiel durch Wind abgelagerter Löss, auch Sand und Kies den Festgesteinsuntergrund. Dieser besteht im Gebiet des Eggegebirgskamms aus Sandsteinen der Unterkreide. Hingegen wird der östliche Gebirgsabfall bis zur Linie Selle – Willebadessen – Borlinghausen mit einigen Ausnahmen von Ton- und Mergelsteinen der Jura-, Keuper- und örtlich der Buntsandsteinzeit gebildet. Im östlichen Stadtgebiet finden sich Ton- und Mergelsteine, zum geringeren Teil auch Sand- und Dolomitsteine des Keupers.

Die verkarsteten Kalksteine der oberen und unteren Muschelkalkzeit bilden die wichtigsten Grundwasserleiter, sie dienen der Trinkwassergewinnung. An der Eggequelle tritt natürliches Mineralwasser zutage. Wegen teilweiser Lösung von Gips im Untergrund sind die Grundwässer jedoch zum Teil reich an Calciumsulfat, sodass sie nicht als Trinkwasser verwendet werden können.

Am Kamm der Egge herrschen Podsole vor. Der Osthang der Egge wird von Podsol-Braunerde und Braunerde-Podsolen bedeckt, die teilweise Staunässe aufweisen und daher als Weideland genutzt werden. Auch im Fahlenbruch nördlich von Schweckhausen sind staunasse Böden vorherrschend. Das östliche Gebiet der Kommune ist von sehr nährstoffreichen Rendzinen aus Karbonatgestein bedeckt. Im Gebiet flacher Hanglagen treten Parabraunerden auf, die ackerbaulich genutzt werden. In der Aue der Nethe finden sich sehr ertragsfähige tiefgründige braune Auenböden aus jungen schluffig-lehmigen Fließgewässersedimenten, die ebenfalls ackerbaulich genutzt werden.

Willebadessen eignet sich gut bis sehr gut zur Nutzung geothermischer Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpenheizungen (vgl. dazu die nebenstehende Karte) (PDF; 369 kB).

Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets Das Gebiet der als „Große Landgemeinde“ klassifizierten Stadt Willebadessen erstreckt sich über eine Fläche von 128,13 km². In Nord-Süd-Richtung dehnt sich das Stadtgebiet ca. 13,2 km, in West-Ost-Richtung etwa 16 km aus.

Flächenach Nutzungsart Landwirt-schafts-fläche Wald-fläche Gebäude-,Frei- undBetriebsfläche Verkehrs-fläche Wasser-fläche Sport- undGrünfläche sonstigeNutzung Fläche in km² 82,38 35,14 3,86 5,28 0,79 0,42 0,26 Anteil an Gesamtfläche 64,29 % 27,42 % 3,01 % 4,12 % 0,62 % 0,33 % 0,20 %

Nachbargemeinden An Willebadessen grenzen im Norden die Städte Bad Driburg und Brakel, im Osten die Stadt Borgentreich, im Süden die Stadt Warburg (alle Kreis Höxter). Im Westen grenzt Willebadessen an die Stadt Lichtenau im Kreis Paderborn.

Stadtgliederung Ortsteil Einwohner Ortsteile von Willebadessen 400px|zentriert Altenheerse 416 Borlinghausen 421 Eissen 718 Engar 279 Fölsen 198 Helmern 195 Ikenhausen 164 Löwen 397 Niesen 564 Peckelsheim 1901 Schweckhausen 193 Willebadessen 3172 Willegassen 70 Gesamt 8688

Klima Willebadessen gehört der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas an und liegt im Bereich des subatlantischen Seeklimas. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild und die Sommer mäßig warm. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei ca. 8,5–9 °C.

Durch die Lage im subatlantischen Seeklima herrscht ganzjährig ein humides Klima mit relativ gleich verteilten Niederschlägen vor. Insgesamt fallen an der Messstation Borlinghausen im langjährigen Mittel 862 mm Niederschlag jährlich.

Für Willebadessen sind lediglich Niederschlagsdaten verfügbar, daher werden zur Darstellung der Temperaturen Daten der in etwa 15 Kilometern Entfernung nördlich angrenzenden und rund 90 Meter tiefer gelegenen Stadt Bad Driburg herangezogen.

mini|Niederschlagsdiagramm Borlinghausen

Zum Klima in der Region Ostwestfalen-Lippe, zu der die Stadt gehört, siehe auch den Artikel Klima in Ostwestfalen-Lippe.

Geschichte mini|links|Klosteranlage des ehem. Benediktinerinnenklosters Willebadessen um 1910

Willebadessen wird zum ersten Mal in einer Urkunde vom 8. Dezember 1065 unter dem Namen Wilbutissun erwähnt, zur Zeit des deutschen Königs und späteren Kaisers Heinrich IV., der durch seinen Gang nach Canossa im Jahr 1077 Berühmtheit erlangte. König Heinrich IV. schenkte 1065 seinem ehemaligen Lehrer, dem Erzbischof Adalbert von Hamburg-Bremen, einen Forst „Herescephe (Herrschaft)“ im Gau Engern. In der genannten Urkunde wird als Grenze davon angegeben: „Von der Mündung der Ambrinna (Emmer) das Ufer der Wisera (Weser) hoch bis zur Mündung der Dimila (Diemel) und von der Dimila aufwärts bis zum Dorf Scerna (Scherfede) und von dort aus durch die nach Norden verlaufende Linie der Dörfer Burchartinchusen (Borlinghausen), Wilbvtissun (Willebadessen), Altinherise (Altenheerse), Langineissina (Langeneissen), Dringin (Dringen), Tutenhusun (Donhausen), Eumissum und Bellictors bis zur Ambrinna (Emmer) und diesen Fluss hinunter bis zur Wisera.“

Willebadessen gehörte seit der Gründung zur weltlichen Herrschaft des deutschen Bistums Paderborn, ursprünglich im Herzogtum Sachsen. Ab dem 14. Jahrhundert bildete sich das Territorium Hochstift Paderborn (Hochstift) im Heiligen Römischen Reich, darin ab dem 16. Jahrhundert zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis. 1802/03 wurde das Hochstift vom Königreich Preußen besetzt. In napoleonischer Zeit war der Ort Teil des Königreiches Westphalen und dem Kanton Dringenberg unterstellt. Seit 1815 gehörte Willebadessen endgültig zum Königreich Preußen, ab 1871 war es Teil des Deutschen Reiches. Mit der Gründung des Kreises Warburg 1816 wurde Willebadessen Teil des Amtes Dringenberg, das 1856 mit dem Amt Gehrden zum Amt Dringenberg-Gehrden vereinigt wurde. Mit Auflösung des Kreises Warburg und des Amts Dringenberg-Gehrden 1975 durch das Sauerland/Paderborn-Gesetz wurde die Stadt Willebadessen Rechtsnachfolger der Ämter Peckelsheim und Dringenberg-Gehrden. Von 1945 bis 1949 war Willebadessen Teil der britischen Besatzungszone, seit 1946 gehört es zum Bundesland Nordrhein-Westfalen. Während des Kalten Krieges unterhielt das 43. belgische Artilleriebataillon mit Stützpunkt in Brakel von 1963 bis 1993 eine mobile Flugabwehrraketenstellung vom Typ MIM-23 HAWK in Willebadessen.

Der heutige Ortsteil Engar war Sitz eines Rittergeschlechtes im Hochstift Paderborn.

Religionen Aufgrund seiner Zugehörigkeit zum ehemaligen Hochstift Paderborn ist die Bevölkerung Willebadessens traditionell mehrheitlich katholisch. Von 1149 bis 1810 existierte das Benediktinerinnenkloster Willebadessen. Die neun katholischen Pfarrgemeinden im Stadtgebiet sind im Pastoralen Raum Börde-Egge (Zusammenschluss der Pastoralverbünde Willebadessen-Peckelsheim und Borgentreicher Land) organisiert. Dieser gehört zum Dekanat Höxter im Erzbistum Paderborn.

Die evangelischen Einwohner gehören zur Evangelischen Kirchengemeinde Peckelsheim im Kirchenkreis Paderborn der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Des Weiteren gibt es eine Gemeinde der Baptisten mit eigenem Gemeindehaus.

Ein Indiz für die Verteilung der Religionen kann die konfessionelle Zugehörigkeit der Willebadessener Schüler sein. Demnach gaben im Schuljahr 2006/2007 11,4 % der Schüler evangelisch, 61,1 % katholisch, 0,7 % islamisch als Religionszugehörigkeit an. 22,3 % gaben eine andere Religionszugehörigkeit und 4,4 % keine Konfession an.Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik: Schüler an allgemein bildenden Schulen in NRW nach der Religionszugehörigkeit

Eingemeindungen Auf der Basis des Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Sauerland/Paderborn (Sauerland/Paderborn-Gesetz) vom 5. November 1974 wurden die Städte Peckelsheim und Willebadessen sowie die Gemeinden Altenheerse, Borlinghausen, Eissen, Engar, Fölsen, Helmern (Amt Peckelsheim), Ikenhausen, Löwen, Niesen, Schweckhausen und Willegassen mit Wirkung zum 1. Januar 1975 zur Stadt Willebadessen zusammengeschlossen. In diesem Gesetz ist auch die Zugehörigkeit der Stadt zum Kreis Höxter geregelt.Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Bürgerservice: Sauerland/Paderborn-Gesetz

Einwohnerentwicklung Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerentwicklung von Willebadessen seit 1961 im jeweiligen Gebietsstand. Bei den Zahlen handelt es sich ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Landesbetriebs Information und Technik NRW, Geschäftsbereich StatistikLandesbetrieb für Information und Technik Nordrhein-Westfalen, Geschäftsbereich Statistik: Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen, die Angabe für 1987 ist ein VolkszählungsergebnisLandesbetrieb Information und Technik NRW: Sonderreihe zur Volkszählung 1987 in Nordrhein-Westfalen, Band 1.1: Bevölkerung, Privathaushalte und Erwerbstätige. Düsseldorf 1989, S. 110. und die Zahlen ab 1990 sind Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011https://www.landesdatenbank.nrw.de/ldbnrw/online?operation=previous&levelindex=3&step=3&titel=Ergebnis&levelid=1641932928255&acceptscookies=false#abreadcrumb. Die Angaben beziehen sich vor 1985 auf die Wohnbevölkerung und ab diesem Zeitpunkt auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung.

mini|400px|Einwohnerentwicklung von 1961 bis 2017 nach nebenstehenden Tabellen. Obere Kurve nach dem heutigen Gebietsstand

Willebadessen nach dem damaligen Gebietsstand

Jahr Einwohner 1961 (6. Juni) 1.939 1970 (27. Mai) 2.026 1974 (30. Juni) 2.151

Willebadessen nach dem heutigen Gebietsstand

Jahr Einwohner 1961 (6. Juni) 7.481 1970 (27. Mai) 7.672 1974 (30. Juni) 7.688 1975 (31. Dez.) 7.665 1980 (31. Dez.) 7.784 1985 (31. Dez.) 7.587 1987 (25. Mai) 7.822 1990 (31. Dez.) 8.234 Jahr Einwohner 1995 (31. Dez.) 8.959 2000 (31. Dez.) 9.103 2005 (31. Dez.) 8.799 2008 (31. Dez.) 8.649 2011 (30. Juni) 8.483 2012 (31. Dez.) 8.343 2017 (31. Dez.) 8.227 2018 (31. Dez.) 8.142 Jahr Einwohner 2022 (31. Dez.) 8.288

Politik Stadtrat Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des Stadtrates und die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05762040Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik: Kommunalwahlen