302x302px|mini|Warburger Stadtpanorama mit Sehenswürdigkeiten mini|Stadtlogomini|hochkant=1.3|Blick vom Desenberg auf Warburg

Die Hansestadt Warburg siehe Burg ist eine Mittelstadt im Kreis Höxter im Osten des deutschen Landes Nordrhein-Westfalen. Sie ist ein Mittelzentrum und mit Einwohnern die größte Stadt der Warburger Börde.

Warburg wurde um 1010 erstmals schriftlich erwähnt; die erste Nennung der Stadt als geschlossene Ortschaft stammt aus dem Jahr 1036. Im Mittelalter gehörte Warburg zur westfälischen Hanse. Von 1816 bis 1974 war die Stadt Sitz des Kreises Warburg. Seit 19. März 2012 darf Warburg den offiziellen Zusatz Hansestadt führen.Landesregierung Nordrhein-Westfalen (19. März 2012): Namenszusätze stiften Identität / Kommunalminister Jäger genehmigt die ersten Zusatzbezeichnungen bei Städten und Gemeinden. Pressemitteilung des Innenministeriums. (Letzter Abruf: 26. Mai 2012).

Das Stadtbild ist durch historische Bauten, Stein- und Fachwerkhäuser und die Lage auf einem Bergrücken geprägt. Warburg wird aufgrund der größtenteils noch vorhandenen Stadtmauer und der Stadttürme auch als Rothenburg Westfalens bezeichnet.warburg.de Wolfgang Kirsch: Oft wird Warburg als Rothenburg Westfalens bezeichnet.

Geografie Geografische Lage mini|Topographie

Warburg liegt im östlichen Teil Nordrhein-Westfalens im Süden des Kreises Höxter und gehört damit zum südöstlichen Bereich der Region Ostwestfalen-Lippe. Damit liegt es in der östlichen Grenzregion des Landes Nordrhein-Westfalen, etwa 27 Kilometer südwestlich des Dreiländerecks Hessen–Niedersachsen–Nordrhein-Westfalen. Im Süden grenzt das Stadtgebiet an das Land Hessen. Naturräumlich liegt Warburg im Süden der Warburger Börde, einer fruchtbaren Niederung mit Lössboden und geringen Baumbeständen. Die Börde wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Im Südwesten berührt das Stadtgebiet die Ausläufer des Sauerlandes, im Nordwesten die des Eggegebirges. Im Norden und Nordosten schließt sich die eigentliche Warburger Börde an, südlich das Westhessische Bergland. Die nächstgelegenen Oberzentren sind Paderborn (nordwestlich: 41 Kilometer Landstraße, 55 Kilometer Autobahn), Kassel (südöstlich: 35 Kilometer Landstraße, 48 km Autobahn) und Göttingen (östlich: 76 Kilometer Landstraße, 98 Kilometer Autobahn).

mini|Blick auf die Diemel bei Warburg, vom Neuen Tor aus gesehen

Die wichtigsten Gewässer im Stadtgebiet sind die Diemel, die, von Hessen kommend, den Südteil des Stadtgebiets von Westen nach Osten durchfließt, sowie die südlich der Stadt in die Diemel mündende Twiste, die zuvor durch die Ortschaften Welda und Wormeln im Süden der Kernstadt fließt. In die Twiste mündet der (dort so genannte) Hörler Bach bei Welda. Die Diemel nimmt den Calenberger Bach auf. Ein weiterer Nebenfluss der Diemel im Gebiet der Stadt ist die Eggel, die Warburg im Osten durchfließt und große Teile der Warburger Börde, von Daseburg kommend, in Richtung Süden entwässert. An den Flüssen nutzten einige Mühlen die Wasserkraft, die heute ein Elektrizitätswerk betreibt. Die Bachströmung dient der Frischwasserzufuhr für die Fischzucht in den Teichen der Warburger Ortschaften.

Die Lage an der Diemel prägt die aus Alt- und Neustadt bestehende Stadt Warburg. Die Altstadt befindet sich im Tal der Diemel, die Neustadt in Höhenlage über dem Fluss. Altstadt und Diemel liegen auf einer Höhe von rund , die Neustadt erreicht fast .

mini|Der Desenberg, ein erloschener Vulkan, mit Burg Desenberg

Der etwas nordöstlich der Kernstadt gelegene Desenberg ist die markanteste Erhebung der sonst relativ ebenen Warburger Börde. Es handelt sich um einen die Umgebung um 150 Meter überragenden Bergkegel vulkanischen Ursprungs mit einer Gesamthöhe von . Auf seinem Gipfel befinden sich die Ruinen der Burg Desenberg. Der Berg ist jedoch nicht die höchste Erhebung des Stadtgebiets, dies ist der Humbertsberg mit im Warburger Wald westlich von Scherfede. Der mit niedrigste Punkt liegt im Südosten von Warburg im Diemeltal.Stadt Warburg: Warburg stellt sich vor

Geologie mini|Die Warburger Börde und Ortsteil Daseburg mini|Geothermische Karte von Warburg

Von Nordosten nach Südwesten bilden zunehmend ältere Gesteinsschichten den Untergrund. Die Formationen aus Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper entstanden durch Sedimente, die während der Trias dort abgelagert wurden.

In zahlreichen von Südost nach Nordwest verlaufenden Hebungs- und Senkungsgebieten, begrenzt durch Gebirgsbruchlinien, wurden ältere Gesteinsschichten gegen wesentlich jüngere verschoben. Insbesondere im tief eingeschnittenen Diemeltal und in der Warburger Börde bedecken Lockergesteine der Eiszeiten diesen felsigen Untergrund. Die Eiszeiten haben das Gebiet um Warburg nicht geformt, da die Grenze der Vereisung etwas nördlich verlief. Neben Sand und Kies ist es insbesondere der äolisch abgelagerte Löss, der die Börde zu einer fruchtbaren Landschaft macht und dessen hohe Fruchtbarkeit die landwirtschaftliche Prägung der Region begünstigt. Des Weiteren gibt es Reste von Tschernosemen in bestimmten Bereichen der Warburger Börde; in den meisten Bereichen wurden diese jedoch durch Erosion, begünstigt durch die jahrhundertelange wirtschaftliche Nutzung, abgetragen.Hans Joachim Betzer: Tschernosem-Relikte der Warburger Börde (Nordrhein-Westfalen). In: Geologischer Dienst NRW (Hrsg.): scriptum. Arbeitsergebnisse aus dem Geologischen Dienst Nordrhein-Westfalen. Heft 12. Krefeld 2004, Auf den steilen Diemeltalhängen sind flachgründige und austrocknungsgefährdete Böden, die Rendzinen, aus Muschelkalk-Gesteinsschutt entstanden, die als Weideland genutzt werden. Im nordwestlichen Stadtgebiet ist der Löss nur noch in einer dünnen Decke und lediglich stellenweise vorhanden. Es gibt dort Kalksteinverwitterungsböden wie die bereits erwähnten Rendzinen sowie basenreiche Braunerden. Auf dem Varenberg, westlich von Bonenburg, treten die Unterkreide-Sandsteine des Eggekamms zu Tage. Die hohen Niederschläge begünstigten dort die Einwaschung von Eisenhydroxiden in den Unterboden, wo sie sich zu Orterden verfestigten. Dort entwickelten sich sauergebleichte, nährstoffarme Podsol-Böden.

Der felsige Untergrund besteht zwischen Klingenburg und Hohenwepel aus Ton-, Mergel-, Dolomit- und Sandsteinen aus dem Keuper. Von Herlinghausen über Welda bis Scherfede und weiter nördlich befinden sich Kalksteine sowie Ton- und Mergelsteine eines ehemaligen Muschelkalk-Meeres. Daneben gibt es dort kleinere Vorkommen von Ton-, Schluff- und teilweise Sandsteinen der Buntsandstein-, Keuper- oder Jurazeit. Weiter südlich und südöstlich um Bonenburg sowie im Gebiet westlich von Scherfede befinden sich ebenfalls Schluff- und Sandsteine der Buntsandstein-Zeit. Am Schuren- und Humbertsberg im Westen des Stadtgebietes gibt es Tonmergel- und Mergelkalksteine des Oberkreide-Meeres. Östlich der Stadtwüstung Blankenrode sowie am Bentenberg kommen Sandsteine der Unterkreidezeit vor. Die Sandstein- und Tonsteinvorkommen werden stellenweise als Putz- und Mauersand beziehungsweise als Ziegelrohstoffe genutzt.

Im Stadtgebiet gibt es mehrere erloschene Vulkane, deren Magma vor etwa 19 Millionen Jahren in engen Schloten das Gebirge durchbrach. Die beiden markantesten Basaltkegel in der Umgebung sind der Desenberg und der Dörenberg bei Daseburg sowie die drei nördlich, wenngleich außerhalb des Stadtgebietes liegenden Basaltkegel Hüssenberg (bei Eissen), Tannenkopf (Wörtenberg, bei Lütgeneder) und die flache, bewaldete Kuppe des Weißholzes.

Das Gebiet von Warburg eignet sich gut, im westlichen Teil sehr gut, zur Nutzung geothermischer Wärmequellen mittels Erdwärmesonden und Wärmegewinnung durch Wärmepumpenheizungen.Geologischer Dienst NRW: Erdwärme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage. Krefeld, (Letzter Abruf: 5. April 2010; PDF; 369 kB)

Flora und Fauna Da Warburg in einer der regenärmsten Regionen Westfalens liegt und viele Kalk-Halbtrockenflächen aufweist, wächst dort eine Vielfalt von in Mitteleuropa sehr seltenen Acker- und Heilkräutern. Im Freiland gedeihen Obstbäume. Mehrere Flurstücke wurden als Naturschutzgebiete ausgewiesen.

Das Kalk-Halbtrockenrasen-Gelände besitzt als Lebensraum für Tagfalter und die sehr seltenen Widderchen herausragende Bedeutung, die in Mitteleuropa von keinem anderen Lebensraum erreicht wird. Die Population ist vor allem im Umkreis des Diemeltals anzutreffen. Gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie gehört der orchideenreiche Kalkmagerrasen zu den zu schützenden Habitattypen.Thomas Fartmann: Die Tagschmetterlings- und Widderchenfauna des Diemeltales im Wandel der letzten 150 Jahre. In: Beiträge zur Naturkunde zwischen Egge und Weser. Band 16 (2004), S. 3–24. online (Letzter Abruf: 5. April 2010).

Ausdehnung des Stadtgebiets und Flächennutzung Das Gebiet der Stadt erstreckt sich auf einer Fläche von 168,71 km². In Nord-Süd-Richtung dehnt sich das Stadtgebiet 12,4 km und in West-Ost-Richtung 25,4 km aus.Zahlen/Daten/Fakten.

Das Gebiet der Stadt Warburg, insbesondere die Börde, wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Daneben existieren vor allem in Richtung Eggegebirge noch verhältnismäßig große Waldgebiete. Im Vergleich zum nordrhein-westfälischen Landesdurchschnitt von 49,4 % liegt die Landwirtschaftsfläche in Warburg bei fast 60 %, während die Waldfläche mit 29,5 % sowie die Siedlungsfläche mit 11,7 % etwa unter der Hälfte (22,1 %) des Landesdurchschnitts und erheblich unter dem Durchschnitt von Gemeinden gleichen Typs (14,2 %) liegt. Eine Übersicht über die Flächennutzung gibt folgende Tabelle:

Flächenach Nutzungsart Landwirt-schaftsfläche Wald-fläche Siedlungs-und Verkehrsfläche Wasser-fläche sonstigeNutzung Fläche in ha 9.739 4.907 1.970 157 98 Anteil an Gesamtfläche 57,7 % 29,1 % 11,7 % 0,9 % 0,6 %

Nachbargemeinden Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, grenzen an Warburg die Gemeinden beziehungsweise Städte Willebadessen, Borgentreich (beide im Kreis Höxter, Nordrhein-Westfalen), Liebenau, Breuna (beide im Landkreis Kassel, Hessen), Volkmarsen, Diemelstadt (beide im Landkreis Waldeck-Frankenberg, Hessen), Marsberg (Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen) und Lichtenau (Kreis Paderborn, Nordrhein-Westfalen).

Stadtgliederung mini|Die Ortschaft Welda

Nach § 3 Absatz 1 ihrer Hauptsatzung gliedert sich die Stadt Warburg in sieben Bezirke und neun Ortschaften, die vor 1975 eigenständige Gemeinden waren und als Stadtteile bezeichnet werden. Stadtbezirke sind Stadtteile mit mehr als 1.000 Einwohnern. Für die Stadtbezirke gibt es Bezirksausschüsse, deren jeweilige Mitgliederanzahl sich an der Einwohnerzahl orientiert.

Bezirke Vorwahl Flächekm² Einwohner Bezirke und Ortschaften der Stadt Warburg Kernstadt Warburg 05641 38,89 10.013 500px|zentriert|Gliederung der Stadt Warburg Bonenburg 05642 12,38 887 Daseburg 05641 15,71 1.194 Germete 05641 4,53 955 Ossendorf 05642 6,49 1.328 Rimbeck 05642 11,00 1.448 Scherfede 05642 30,59 2.738 Ortschaften Vorwahl Flächekm² Einwohner Calenberg 05641 3,87 426 Dalheim 05641 3,38 71 Dössel 05641 5,16 604 Hardehausen 05642 96 Herlinghausen 05641 2,71 384 Hohenwepel 05641 7,20 632 Menne 05641 4,57 727 Nörde 05642 6,44 629 Welda 05641 9,22 751 Wormeln 05641 6,56 594 Gesamt 168,70 23.477

Diese Zahlen (Stand 12/2020) sind Angaben der Stadt Warburg, veröffentlicht vom Landrat, und umfassen nur Einwohner mit Hauptwohnsitz.Stadt Warburg: Die Warburger Stadtteile (Abruf: 19. Mai 2019)

Klima mini|Niederschlagsdiagramm für Warburg. Schattierungen zeigen den NRW Landesdurchschnitt