Godzilla (japanisch , Gojira) ist der Titel eines Monsterfilms des japanischen Regisseurs Ishirō Honda.

Der in Schwarzweiß gedrehte Film bildete den Grundstein für den Kult um das Riesenmonster Godzilla, der daraufhin in bislang 33 japanischen und vier US-amerikanischen Monsterfilmen die Hauptrolle spielen sollte (Stand Sommer 2026), und begründete in Japan ein eigenes Filmgenre, das des „Kaijū Eiga“ (jap. ).

Handlung Vor der Küste der Insel Odo spielt sich Seltsames ab: Einige Schiffe geraten in Brand und sinken. Die wenigen Überlebenden können nicht erklären, was passiert ist. Nur ein älterer Bewohner der Insel Odo meint, den Grund zu kennen: Das sagenumwobene Monster Godzilla suche an Land nach Nahrung, wenn es im Meer keine Fische mehr finde. Nur Menschenopfer könnten es wieder besänftigen.

Des Nachts entsteigt Godzilla dem Meer und verwüstet die Insel. Professor Yamane, der zusammen mit seiner Tochter Emiko und deren Freund, dem Marineoffizier Ogata nach Odo gereist ist, untersucht Godzillas riesige, radioaktive Fußabdrücke und findet die Erklärung: So hat das Ungeheuer Jahrmillionen unter Wasser verbracht, wie ein entsprechend alter Trilobit beweist, und kam an Land, als es von Atombombenversuchen aufgeschreckt wurde. Es kommt zu einer ersten Sichtung Godzillas auf der Insel. Die Echse zieht sich anschließend wieder ins Meer zurück. Sofort fängt die Marine an, den Meeresabschnitt, in dem Godzilla lebt, zu bombardieren. Als das Militär Professor Yamane nach Möglichkeiten befragt, Godzilla zu töten, plädiert dieser dafür, an Godzilla die Geheimnisse des Lebens zu studieren, beispielsweise wie die Echse die radioaktive Strahlung absorbiert und überlebt hat.

Professor Yamanes Tochter Emiko ist zwar mit Ogata zusammen, aber eigentlich ihrem Jugendfreund, dem Wissenschaftler Dr. Serizawa versprochen. Bei einem Besuch führt Serizawa ihr seine neueste Erfindung, den Oxygen-Zerstörer, vor. Der Oxygen-Zerstörer zersetzt den Sauerstoff in seiner unmittelbaren Umgebung und kann so alles Leben töten. Serizawa wollte mit dieser Erfindung als bedeutendster Wissenschaftler der Welt in die Geschichte eingehen. Da der Oxygen-Zerstörer in den falschen Händen jedoch zur bedrohlichen Waffe würde und Serizawa ihn neutralisieren will, bevor er ihn publik macht, muss Emiko ihm versprechen, niemandem davon zu erzählen.

Godzilla geht wieder an Land und lässt sich auf seinem Weg nach Tokio weder von Militärbeschuss noch von Hochspannungskabeln aufhalten. Panik bricht aus, Godzilla verwüstet Tokio, hauptsächlich indem er es mit seinem atomaren Hitzestrahl in Brand setzt. Als Emiko die Verwüstung und das Elend sieht, kann sie nicht anders, als Ogata von Serizawas Erfindung zu erzählen. Beide versuchen nun, den Wissenschaftler vom Einsatz des Oxygen-Zerstörers zu überzeugen. Dieser sträubt sich zunächst, lenkt aber ein, als er Fernsehbilder des von Godzilla verursachten Elends sieht.

Ein Schiff mit Emiko, Ogata, Serizawa, Professor Yamane und Presse an Bord fährt zu Godzillas Aufenthaltsort. Das Monster scheint am Meeresgrund auszuruhen. Ogata und Serizawa tauchen hinab, um den Oxygen-Zerstörer zu aktivieren. Godzilla reckt nun noch einmal im Überlebenskampf den Kopf aus dem Wasser. Der Oxygen-Zerstörer zersetzt dann den Körper der Echse, zurück bleibt nur noch das Skelett. Während Ogata wieder auftaucht, bleibt Serizawa unten, wünscht Ogata und Emiko per Funk, sie mögen zusammen glücklich werden, und schneidet das Sauerstoffkabel durch. Professor Yamane sinniert, es gebe sicher mehr als einen Godzilla im Meer. Wenn die Menschheit weiterhin die Atomkraft missbrauche, würden sicher auch diese Monster geweckt.

Filmmusik Die außergewöhnliche, orchestrale Filmmusik von Akira Ifukube ist ein prägendes Element des Filmes. Insbesondere die ikonische Eingangssequenz wird bei nachfolgenden Godzilla-Verfilmungen neu arrangiert und wird auch heute noch mit großem Orchester aufgeführt.Ifukube Akira – Godzilla Medley.

Hintergründe Entstehung mini|Regisseur Ishirō Honda mini|Regisseur Honda (links im Bild) bei der Arbeit mini|Filmplakat der US-amerikanischen Version

Der Vorfall um den japanischen Fischkutter Dai-go Fukuryū-maru (dt.: Glücklicher Drache), der am 1. März 1954 durch den US-amerikanischen Kernwaffentest Castle Bravo radioaktiv kontaminiert wurde, brachte den Produzenten Tomoyuki Tanaka auf die Idee, das Trauma, das das japanische Volk neun Jahre vorher durch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erlitten hatte, filmisch zu verarbeiten.Gernot Gricksch: Godzilla. Von Japan bis Hollywood: Alles über das berühmteste Monster der Filmgeschichte. Wilhelm Heyne Verlag, München 1998, S. 11. Er schlug seinen Vorgesetzten bei den Tōhō-Studios einen Monsterfilm nach dem Schema der erfolgreichen US-amerikanischen Produktion Panik in New York (1953) vor.

Zunächst war Senkichi Taniguchi als Regisseur geplant. Doch der sagte ab, weil für Godzilla sein Großprojekt Behind the Glory gestoppt worden war.Gernot Gricksch: Godzilla. Von Japan bis Hollywood: Alles über das berühmteste Monster der Filmgeschichte. Wilhelm Heyne Verlag, München 1998, S. 12. So wurde Ishirō Honda engagiert, der bis dahin erst als Regieassistent gewirkt und mit Eagle of the Pacific seinen Debütfilm gedreht hatte, aber große Ambitionen für das Monsterfilm-Projekt mitbrachte: Betrug die durchschnittliche Vorbereitungszeit für einen normalen Tōhō-Kassenknüller lediglich drei Wochen, brauchte Honda allein für das Drehbuch mehr als die doppelte Zeit.Gernot Gricksch: Godzilla. Von Japan bis Hollywood: Alles über das berühmteste Monster der Filmgeschichte. Wilhelm Heyne Verlag, München 1998, S. 13.

Der Film wurde unter der Aufsicht des für die Spezialeffekte zuständigen Tricktechnikers Eiji Tsuburaya im Suitmation-Verfahren gedreht, was bedeutet, dass ein Schauspieler im Godzilla-Kostüm durch Modellbauten stapfte. Im Falle von Godzilla wechselten sich die Schauspieler Haruo Nakajima und Katsumi Tetsuka bei der Darstellung von Godzilla ab, da wegen der Hitze und der stickigen Luft, die sich im 100 Pfund schweren Gummikostüm entwickelten, höchstens drei Minuten am Stück gedreht werden konnte. Im Gegensatz zu späteren Godzilla-Filmen, in denen die Modellbauten aus Pappwänden in einem Stück bestanden, wurden für Godzilla in mühevoller Handarbeit Miniaturbauten aus kleinen Bausteinen zusammengesetzt. Das charakteristische Brüllen des Monsters wiederum entstand, indem man einen mit Kiefernharz bestrichenen Lederhandschuh längs über die Saiten eines Kontrabasses strich.

Das Monster selbst hieß im Anfangsstadium nur „G“; später nannte man es nach dem Spitznamen eines fülligen Tōhō-Mitarbeiters „Gojira“ (einem Wortspiel aus „Gorilla“ und „Wal“). Der Name „Gojira“ wurde vom amerikanischen Verleih in „Godzilla“ übertragen.

Godzilla wurde am 3. November 1954 in Japan uraufgeführt und zählte zu den zehn erfolgreichsten Filmen des Jahres. Als der Film zwei Jahre später in die US-amerikanischen Kinos kam, wurden eigens von Terry O. Morse gedrehte Szenen eingefügt, in denen Raymond Burr den Reporter Steve Martin spielt und Frank Iwanaga den japanischen Offizier Dr. Tomo Yanaga. Szenen, in denen das durch Godzillas Nuklear-Atem zerstörte Tokio zu sehen ist, wurden entfernt. Sie hätten als Kritik an US-amerikanischer Politik interpretiert werden können. Ähnlich wurde mit Godzilla – Die Rückkehr des Monsters (1984) verfahren.

Im Film kommen zudem einige paläontologische Ungenauigkeiten und selbst für dessen Entstehungszeit falsche Aussagen vor. So berichtet Dr. Yamane über die Dinosaurier beispielsweise, diese hätten vor einer Million Jahre gelebt. Die gefundenen Trilobiten, die eigentlich auf Kambrium und Perm datiert werden, sollen zeitgleich gelebt haben und werden vermutlich aufgrund der schwierigen japanisierten Aussprache fälschlicherweise „Treboliten“ genannt.

Fortsetzung Nach dem überwältigenden Erfolg für die Tōhō-Studios wurde 1955 unter der Regie von Motoyoshi Oda die Fortsetzung Godzilla kehrt zurück (Gojira No Gyakushu) gedreht. In diesem Film muss Godzilla (der in der US-Fassung der Fortsetzung Gigantis genannt wurde) das erste Mal gegen ein anderes Monster, hier gegen Anguirus, antreten.

In beiden Filmen wurde Professor Yamane vom Schauspieler Takashi Shimura dargestellt – dieser hatte, ebenfalls 1954, unter der Regie von Akira Kurosawa in dem ebenfalls außerhalb Japans populären Die sieben Samurai mitgewirkt. Auch Honda hatte bereits als Regieassistent für Kurosawa gearbeitet.

Deutsche Version Die deutsche Kinofassung des Films wurde um etwa zwölf Minuten gekürzt (hauptsächlich Handlung), jedoch basiert sie auf der japanischen Originalversion. Heute gibt es die japanische Originalversion in Deutschland als DVD von Splendid. Vom selben Anbieter existiert auch eine Doppel-DVD mit der deutschen und der amerikanischen Kinofassung sowie eine Blu-ray Disc mit der deutschen und der japanischen Fassung.

Im Vergleich zur japanischen Originalfassung fehlten in der deutschen Kinoversion folgende Szenen: In der japanischen Originalversion verabschiedet sich die Expedition um Prof. Yamane am Hafen, als sie nach Odo zur Untersuchung von Godzillas Verwüstungen aufbricht. Als Prof. Yamane seine Untersuchungsergebnisse vorstellt, warnt er in der japanischen Originalversion vor dem Einsatz der Atombombe, was unter der im Saal versammelten Zuschauern eine heftige Debatte um die richtige Vorgehensweise gegen den Godzilla auslöst. Auch diese Szene wurde in der deutschen Kinoversion entfernt. In der japanischen Originalfassung wird diese Szene von einem in der deutschen Kinoversion fehlenden Gespräch zweier Fahrgäste (einem Mann und einer Frau) gefolgt, die sich über die aktuellen Geschehnisse unterhalten. Als Dr. Serizawa Emiko den Oxygen-Zerstörer vorführt, erklärt er ihr in der Originalversion, dass er ihn erfunden hat, um in die Geschichte einzugehen, und dass er ihn erst neutralisieren muss, bevor er ihn publik machen kann. In der deutschen Kinofassung fehlt die Szene, in der Ogata kurz vor der Zerstörung von Tokio durch Godzilla bei Prof. Yamane um Emikos Hand anhalten will und Prof. Yamane darauf besteht, dass er Emiko bereits in ihrer Kindheit an Serizawa versprochen hat. Nach der Verwüstung Tokios durch Godzilla folgen in beiden Versionen Bilder von der Versorgung der Verletzten; in der japanischen Originalfassung ist jedoch zusätzlich eine Einstellung zu sehen, in der Kinder mit einem Geigerzähler auf Radioaktivität untersucht werden. Als Ogata und Emiko Dr. Serizawa aufsuchen, um ihn zum Einsatz des Oxygen-Zerstörers zu bewegen, fehlte in der deutschen Kinoversion, dass er Ogata gegenüber seine Bedenken wiederholt, dass der Oxygen-Zerstörer erst neutralisiert werden müsse. Als Dr. Serizawa im Fernsehen Bilder vom verwüsteten Tokio sieht, hört man in beiden Versionen die Bittgesänge der Kinder. In der japanischen Originalversion ist jedoch zusätzlich eine längere Kamerafahrt enthalten, die die singenden Kinder zeigt.

Synchronisation Die deutsche Synchronisation entstand 1956 bei Berliner Synchron GmbH unter der Synchronregie von C. W. Burg, der auch das Dialogbuch schrieb. Rolle Darsteller Synchronsprecher Dr. Serizawa Akihiko Hirata Gerd Martienzen Emiko Yamane Momoko Kōchi Renate Danz Hideto Ogata Akira Takarada Paul Edwin Roth Journalist Hagiwara Sachio Sakai Friedrich Joloff Kyohei Yamane-hakase Takashi Shimura Alfred Balthoff Schiffseigner Toranosuke Ogawa Alfred Haase

Amerikanische Version Es wurden Szenen entfernt, die zu sehr Einblick in die japanische Kultur gewährten. Aufgrund von Befürchtungen, dass ein Film vom ehemaligen Kriegsgegner Japan keine Besucher in die US-Kinos ziehen würde, wurden nachgedrehte Szenen mit dem kanadischen Schauspieler Raymond Burr ergänzt. Burr spielte hier den US-Journalisten Steve Martin. Während Raymond Burr Englisch spricht, wurden die japanischen Dialoge nicht synchronisiert.