Wildprets Natternkopf (Echium wildpretii) ist eine Pflanzenart in der Gattung Natternköpfe (Echium) innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Seit 2021 gibt es keine Subtaxa mehr und diese Art kommt nur im zentralen Teneriffa vor.

Beschreibung mini|Blattrosette vor der Bildung des Blütenstandes mini|Nahaufnahme eines Blütenstandes mit roten Blütenkronen mini|Blüten in unterschiedlichen Blütestadien im Detail

Vegetative Merkmale Wildprets Natternkopf ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 3 Metern erreicht. Sie bildet im ersten Jahr eine grundständige Blattrosette, die Durchmesser von bis zu 1 Meter erreicht. Der Stamm ist unverzweigt und nach einigen Jahren bis zu 25 Zentimeter hoch. Es dauert einige Jahre bis ein Blütenstand gebildet wird.

Die Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert; sie sind bis zu 50 Zentimeter lang. Die einfach Blattspreite ist linealisch bis verkehrt-lanzettlich mit spitzen bis zugespitzten oberen Enden und auf beiden Blattflächen dicht mit anliegenden, langen, warzigen Trichomen behaart.

Generative Merkmale Der endständige, schmal-zylindrische, thyrsoide Blütenstand ist aus vielen zymösen Teilblütenständen zusammengesetzt und enthält sehr viele fast sitzende Blüten dicht angeordnet. Der Blütenstand ist 1,5 bis 3 Meter hoch.

Die zwittrige Blüte ist schwach zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf mehr oder weniger dicht borstig behaarten Kelchlappen sind während der Anthese bei einer Länge von 9 bis 10 Millimetern eiförmig bis lanzettlich und vergrößern sich bis zur Fruchtreife deutlich. Fünf 10 bis 14 Millimeter lange Kronblätter sind breit-trichterförmig verwachsen. Die Blütenkrone ist rot und wird blau beim Trocknen sowie am Ende der Anthese. Die fünf mehr oder weniger gleichen Kronlappen sind bei einer Länge von etwa 3 Millimetern rund und fast kahl bis dicht borstig behaart. Der spärlich behaarte Kronschlund ist ein enger, fleischiger und unebener Rind. Es ist nur ein Kreis mit meist fünf fertilen Staubblättern vorhanden. Die kahlen, rötlichen Staubblätter überragen die Blütenkrone. Der borstig behaarte Griffel ist im oberen Bereich zweigabelig und überragt die Blütenkrone.

Die schwärzlichen Klausen sind bei einer Länge von etwa 2 Millimetern fast konisch und runzelig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.

Lebensweise Wildprets Natternkopf ist eine mehrjährige, hapaxanthe, monokarpe krautige Pflanze. Um den Blütenstand auszubilden braucht ein Pflanzenexemplar drei bis fünf Jahre. Wildprets Natternkopf blüht zwar nur einmal in ihrem Leben, erzeugt jedoch sehr viele Samen, was wegen des im Sommer meist trockenen Gebirgsklimas und der starken Sonneneinstrahlung notwendig ist. Die Blütezeit dauert etwas länger als einen Monat und liegt witterungsbedingt variabel zwischen Mitte Mai und Mitte Juli. Nach der Reife der Samen stirbt das Pflanzenexemplar langsam ab.

Vorkommen Der Endemit Echium wildpretii kommt nur im zentralen Teneriffa vor. Echium wildpretii nur in der subalpinen Höhenstufe in den Cañadas del Teide.

Auf den Kanaren wird diese Pflanzenart Taginaste rojo oder Tajinaste rojo genannt.

mini|Illustration aus Curtis's botanical magazine, Tafel 7847

Systematik Taxonomie Die Erstbeschreibung von Echium wildpretii erfolgte 1902 durch Joseph Dalton Hooker in Botanical Magazine; or, Flower-Garden Displayed ..., Band 128, Tafel 7847. Hooker übernahm den Namen von Henry Harold Welch Pearson (1870–1916). Das Artepitheton ehrt den Schweizer Gärtner und Botaniker Hermann Wildpret (1834–1908). Synonyme für Echium wildpretii sind: Echium bourgaeanum Webb ex Christ nom. inval., Echium bourgaeanum .

Botanische Geschichte Je nach Autor gab es von Echium wildpretii etwa zwei Unterarten oder Varietäten: Echium wildpretii subsp. wildpretii: Mit roten Blütenkronen auf Teneriffa. Echium wildpretii subsp. trichosiphon : Mit rosafarben-violetten Blüten auf La Palma.

Die vor 2021 im Rang von Unterarten geführten Echium wildpretii subsp. wildpretii und Echium wildpretii subsp. trichosiphon unterscheiden sich nach molekulargenetischen und morphologischen Merkmalen so stark, dass nach Graham 2021 eigene Art anzuerkennen und Echium wildpretii subsp. trichosiphon ist Echium perezii . Nutzung Aufgrund der attraktiven Blütenstände wird Wildprets Natternkopf auch häufiger als Zierpflanze in Parks und Gärten verwendet.

Quellen Literatur

D. Bramwell: A revision of the genus Echium in Macaronesia. In: Lagascalia, Volume 2, Issue 1, 1972, S. 37–115. PDF (17 MB). Echium wildpretii auf S. 77–78. Rolf Goetz: Flora der Kanarischen Inseln. Bergverlag Rother, München 2017, ISBN 978-3-7633-6102-1. Miguel Ángel Cabrera Pérez: Die einheimische Flora der Kanarischen Inseln. Everest, León 1999, ISBN 84-241-3550-4. Rachael E. Graham, J. Alfredo Reyes-Betancort, Mark A. Chapman, Mark A. Carine: Inter-island differentiation and contrasting patterns of diversity in the iconic Canary Island sub-alpine endemic Echium wildpretii (Boraginaceae). In: Systematics and Biodiversity, Volume 19, Issue 5, 2021, S. 507–525. doi:10.1080/14772000.2021.1877847 PDF.

Einzelnachweise D. Bramwell: A revision of the genus Echium in Macaronesia. In: Lagascalia, Volume 2, Issue 1, 1972, S. 37–115. PDF (17 MB). Echium wildpretii auf S. 77–78. Rachael E. Graham, J. Alfredo Reyes-Betancort, Mark A. Chapman, Mark A. Carine: Inter-island differentiation and contrasting patterns of diversity in the iconic Canary Island sub-alpine endemic Echium wildpretii (Boraginaceae). In: Systematics and Biodiversity, Volume 19, Issue 5, 2021, S. 507–525. doi:10.1080/14772000.2021.1877847 PDF. J. Sedlacek, B. Schmid, D. Matthies, M. Albrecht: Inbreeding depression under drought stress in the rare endemic Echium wildpretii (Boraginaceae) on Tenerife, Canary islands. In: PLoS One, Volume 7, Issue 10, e47415, 2012. doi:10.1371/journal.pone.0047415 Rolf Goetz: Flora der Kanarischen Inseln. Bergverlag Rother, München 2017, ISBN 978-3-7633-6102-1, S. 162.

Weblinks

Teide-Natterkopf (Echium wildpretii) als Giftpflanze bei GIFTPFLANZEN.COMpendium. Ulrich und Evelyn Roth: Ergebnis einer Studie des Naturhistorischen Museums London, des Akklimatisierungsgartens von La Orotava und der Universität von Southampton, siehe Rosa Natternkopf Werbung von und für La Palma Travel, letzter Abruf am 10. April 2026. Echium wildpretii Hook. f. bei Banco de Datos de Biodiversidad de Canarias. Datenblatt bei RHS = The Royal Horticultural Society. D. Bramwell: Wild flowers of the Canary Islands., 2. Auflage, Editorial Rueda SL, Madrid, Spanien, 2001, ISBN 84-7207-129-4.

Kategorie:Natternköpfe Kategorie:Endemische Pflanze der Kanarischen Inseln Kategorie:Teneriffa