mini|Hottorfer Maar
Hottorf ist ein ländlicher Ortsteil der Stadt Linnich im Kreis Düren.
Geographie Das Dorf liegt zwischen Gevenich und Kofferen im Westen und Ralshoven im Osten. Die Pfarrkirche St. Georg befindet sich am südlichen Ortsrand. Im Zentrum gruppieren sich die Häuser um einen „Maar“ genannten Dorfweiher mit einer von Bäumen dicht bewachsenen Insel. Diese Insel war einst eine Motte (Burg).
Geschichte Der alte Name des Dorfes, Hotorp, Hoetorp, Hottorp bzw. Hodorp, weist, wie beim nahegelegenen Gevelsdorf, auf eine deutlich frühere Entstehung, um das Jahr 800, hin. Im Schwedischen steht der Begriff torp für einen einsam gelegenen, kleinen Bauernhof.
Die ursprüngliche Namensbedeutung „Holzdorf“ verweist auf die früher vorhandenen Gehölze der Jülicher Börde, insbesondere den Buchholzbusch, der sich bis Mitte des 19. Jahrhunderts noch nördlich bis Lövenich und Katzem erstreckte.
1340 wurde in Hottorf eine Kapelle errichtet. Das Kirchenpatronat hatten zunächst die Herren von Palant und Breitenbend und später die Deutschordenskommende in Siersdorf. In einer Urkunde vom 21. Mai 1366 findet sich neben einem Ritter Rabodo von Kinzweiler (Råboyde van Kentzwile), dem Vater seiner Ehefrau Poele, der Ritter Hermann van Hotorp.Stadtarchiv Aachen: Regesten der Reichsstadt Aachen, Verlag Schroeder 1961, S. 12 Zur Zeit der französischen Herrschaft um 1800 war Hottorf eine eigenständige Mairie. Zwischen Hottorf und der nördlichen Nachbargemeinde Lövenich lag bis zur vollständigen Rodung in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Buchholzbusch, der nach alten Buschordnungen seit dem Mittelalter gemeinschaftlich genutzt wurde.
Im Dorf liegt ein ehemaliges Rittergut. Der Meerhof gehörte im 15. Jahrhundert der Familie von Müntz, dann von Horrich. Im 17. Jahrhundert von Oidtmann, ab 1837 von Meer. Zweimal brannte das Gut ab; im 19. Jahrhundert und im Zweiten Weltkrieg. Von der ursprünglichen Anlage sind an den Ecken des Hofes noch zwei runde Türme erhalten. Der Hof ist heute ein Baudenkmal.
Am 1. Juli 1969 wurde Hottorf nach Linnich eingemeindet.
Kirche mini|hochkant|Kath. Pfarrkirche St. Georg
Die Kirche St. Georg ist die römisch-katholische Pfarrkirche von Hottorf.
Verkehr Die AVV-Buslinie 287 des Rurtalbus verbindet Hottorf mit den Nachbarorten sowie mit Linnich und Titz. Bis zum 31. Dezember 2019 wurde diese Buslinie vom BVR Busverkehr Rheinland bedient. Zusätzlich verkehrt zu bestimmten Zeiten ein Anruf-Sammel-Taxi.
Linie Verlauf
Vereine Dorfgemeinschaft Hottorf Maarschützen Hottorf e. V. 1985 Pferdefreunde St. Georg e. V. Hottorfer Sportverein (inaktiv) Kirchenchor St. Cäcilia Hottorf (inaktiv)
Söhne und Töchter des Ortes Heinrich von Meer (1857–1946), deutscher Beamter und Abgeordneter Goswin Frenken (1887–1945), deutscher Philologe, Literaturwissenschaftler und Opfer des Nationalsozialismus
Weblinks
Hottorf auf der Homepage der Stadt Linnich Homepage "Hottorf.de" der Dorfgemeinschaft
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Linnich Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Düren) Kategorie:Gemeindeauflösung 1969