Die Sloops der Black-Swan- und modifizierten Black-Swan-Klasse wurden bei der Royal Navy und Royal Indian Navy bestellt und eingesetzt. Die ersten vier Schiffe der Royal Navy wurden noch vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs bestellt. Die erste Bestellung der Royal Indian Navy erfolgte unmittelbar nach Beginn des Krieges. Die Bestellung der übrigen 27 Sloops der Klasse für die Royal Navy erfolgte während des Krieges, Britisch-Indien orderte nach dem ersten Paar 1939 auch noch zwei weitere Paare. Alle Schiffe entstanden auf britischen Werften. Erst ab 1942 kamen die Sloops in größeren Stückzahl zur Flotte.

Mit zwölf Neubauten stellte die Werft William Denny & Brothers in Dumbarton die meisten Schiffe der Klasse her. Daneben entstanden acht Schiffe bei Yarrows, fünf bei Thornycroft und je zwei bei Furness, Cammell Laird, Fairfields, Scotts, Stephens sowie dem Chatham Dockyard. Die Fertigstellung weiterer vergebener Aufträge unterblieb wegen des Kriegsendes.

Wie Korvetten waren Sloops auf Geleitschutzaufgaben spezialisierte Kriegsschiffe, mit Flugabwehr- und U-Jagdfähigkeiten. Ihre Seeausdauer (Reichweite) war größer als die eines Zerstörers, dafür ihre Höchstgeschwindigkeit deutlich niedriger. Immerhin waren die Schiffe aber in der Lage, ein über Wasser ablaufendes deutsches U-Boot vom Typ VII oder Typ IX abzufangen.

Im Zweiten Weltkrieg versenkten die Sloops der Black-Swan-Klasse 29 deutsche U-Boote. Der wohl bekannteste Kommandant einer Sloop war Captain Frederic John Walker. Seine Sloop Starling war an der Versenkung von elf deutschen U-Booten beteiligt und damit wohl der erfolgreichste britische U-Boot-Jäger des Zweiten Weltkriegs. Die Sloops kamen ab 1941 vornehmlich zur Abwehr der deutschen U-Boote im Atlantik, Nordmeer, bei den alliierten Landungen auf Sizilien und in der Normandie zum Einsatz. Zum Kriegsende wurden auch einige Sloops in den Pazifik verlegt, wo sie den Train der britischen Pazifikflotte sicherten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben einige Sloops im aktiven Dienst bei der Royal Navy. Die Schiffe wurden auf verschiedenen Auslandsstationen eingesetzt. Aufsehen erregte, als die Chinesische Volksbefreiungsarmee im April 1949 die Amethyst auf dem Weg zur Ablösung eines anderen Stationsschiff zwischen Schanghai nach Nanking angriff und monatelang im Fluss blockierte. Ab 1950 wurden auch einige Schiffe der Klasse im Korea-Krieg eingesetzt (Black Swan, Pheasant, Amethyst, Hart, Opossum und Sparrow). Die letzten Schiffe bei der Royal Navy wurden 1965 ausgesondert.

Von den sechs indischen Schiffen wurden 1948 die beiden Schiffe der zweiten Gruppe bei der Teilung der britischen Kolonie an Pakistan abgegeben.

Von Pakistan in Jhelum und Sindh umbenannt, wurden die beiden Schiffe 1959 ausgesondert. Die vier indischen Einheiten blieben länger im Einsatz und wurden erst Anfang der 1980er Jahre abgebrochen.

Großbritannien gab die Whimbrel 1949 an Ägypten ab. Dieses Schiff soll als letztes der Klasse noch vorhanden sein.

Trotz des zum Teil erheblichen Umbaus wurden die Schiffe bis 1968 schon wieder ausgesondert.

Black-Swan-Klasse mini|links|Die Ibis 1941 Die vier ersten Schiffe der Klasse wurden von der Royal Navy im Januar 1938 und Mitte 1939 von der Royal Navy bestellt.

Das erste Paar wurde bei Yarrows in Scotstoun, das zweite bei Furness in Haverton Hill bestellt. Die Sloops hatten eine Verdrängung von 1300 ts (max. 1770 ts), waren 91,3 m lang, bis 11,4 m breit und hatten einen Tiefgang bis 3,56 m. Ihre Parsons-Getriebeturbinen brachten eine Leistung von 4300 PS auf zwei Wellen und ermöglichten eine Höchstgeschwindigkeit von 19,75 kn. Die Schiffe waren etwas länger und stärker aus die vorangegangenen Sloops der Egret- und Bittern-Klasse und damit etwas schneller als diese Vorgänger. Während die Egrets noch über vier 102-mm-Zwillingsgeschütze verfügten, erhielten die neuen Sloops nur drei 4-Zoll-Zwillingsgeschütze, aber eine Vierfach-pompom (bei Black Swan erst nachträglich 1941 bei der ersten Überholung eingebaut).

Dazu verfügten Flamingo und Black Swan anfangs über zwei schwere Fla-MG-Vierlinge, während die beiden 1939 bestellten Erne und Ibis gleich mit zwei wirkungsvolleren 20-mm-Oerlikon-Kanonen ausgerüstet wurden. Abgerundet wurde die Bewaffnung durch 40 Wasserbomben, die mit vier Werfern und zwei Ablaufschienen eingesetzt wurden. Die Black Swan und Erne testeten darüber hinaus auch die Nutzung eines Minenräumgeschirrs und Black Swan konnte anfangs auch 34 Minen mitnehmen und ablegen.BLACK SWAN sloops (1939–1941). navypedia.org mini|Flamingo als Fregatte 1949

Während des Krieges wurden die Schiffe mehrfach umgerüstet: Bei Kriegsende verfügten die drei verbliebenen Schiffe über drei 4-Zoll-Zwillingsgeschütze, eine Vierfach-„pompom“, bis zu sechs Oerlikon-Maschinenkanonen, einen Hedgehog-Werfer und 110 Wasserbomben. Sie konnten wegen der regelmäßigen Anpassung des Bauzustandes von den Kriegsnachbauten nicht unterschieden werden.

Name Pennant Werft Kiellegung Stapellauf in Dienst Schicksal Flamingo L/U/F07 Yarrows  (BauN°1716) 26.05.1938 18.04.1939 3.11.1939 1949 bis 1955 Einsatz im Persischen Golf,    11.1957 an Bundesmarine, 21.02.1959 Schulfregatte Graf SpeeHMS Flamingo (L 18) – Black Swan-class Sloop,7.1964 außer Dienst Black Swan L/U/F57 Yarrows  (BauN°1717) 20.06.1938 17.07.1939 27.01.1940 1950/51 Korea, September 1956 zum Abbruch verkauft.HMS BLACK SWAN (L 57) – Black Swan-class Sloop. naval-history.net Erne U/F03 Furness, (BauN°318) 22.09.1939 5.08.1940 26.04.1941 Juni 1952 stationäres Drillschiff, 1965 zum Abbruch verkauft.HMS ERNE (U 03) – Black Swan-class Sloop. naval-history.net Ibis U99 Furness, (BauN°317) 22.09.1939 28.11.1940 30.08.1941 versenkt von italienischen Torpedobombern nahe Algier am 10. November 1942.HMS Ibis (U 99) – Black Swan-class Sloop. naval-history.net

Modifizierte Black-Swan-Klasse Das Kriegsbauprogramm vom 13. April 1940 enthielt zehn verbesserte Sloops der Black-Swan-Klasse. Allerdings wurden schon bald sechs Aufträge (je zwei bei White, Thornycroft und Swan Hunter) in Aufträge für Geleitzerstörer der Hunt-Klasse umgewandelt. Die regelmäßige Verbesserung während der Einsätze und die Bauzeit über die gesamte Kriegszeit führte zu einer weitgehenden Angleichung aller Schiffe der Klasse. mini|links|Die Cygnet, die erste fertiggestellte Sloop der Kriegsaufträge Noch 1940 wurden vierzehn weitere Sloops genehmigt, deren Bestellung 1941 erfolgte. Am 9. Januar wurden die beiden ersten Denny bestellt, dann weitere fünf Paare am 27. März 1941 bei Cammell Laird, Scotts, Thornycroft, Yarrow und John Brown sowie schließlich noch ein weiteres Paar bei Fairfield am 18. Juli 1941. Der Vertrag bei John Brown war schon im März der Staatswerft in Devonport übertragen worden und ging dann am 8. Dezember 1942 an Denny.

Weitere vierzehn Schiffe genehmigte der Marinehaushalt für 1941, von denen am 3. Dezember 1941 das erste Schiff bei Thornycroft und im selben Jahr noch ein Paar bei Stephens bestellt wurde. 1942 wurden acht weitere Aufträge erteilt, von denen sechs fertiggestellt wurden.

Zwei ursprünglich im März an die Staatswerft in Portsmouth vergebene Aufträge (Nonsuch, Nymphe) wurden im Juni 1943 dem Chatham Dockyard übertragen und dann am 15. Oktober 1945 aufgehoben. Die ursprünglich genehmigten weiteren drei Schiffe sollten die Namen Star, Steady und Trial erhalten.

mini|Die Alacrity, das letzte während des Krieges in Europa fertiggestellte Schiff der Klasse Weitere geplante und zum Teil auch begonnene Neubauten unterblieben. Die fertiggestellten Sloops wurden in unterschiedlichen Bewaffnungszuständen ausgeliefert, da nicht alle ausgewählten Waffen wegen der Vielzahl der auszurüstenden Schiffe immer in ausreichender Zahl zur Verfügung standen. Als Hauptbewaffnung führten die Schiffe wie ihre Vorbilder drei 102-mm-Zwillingsgeschütze in sich nur in Details unterscheidenden Ausführungen. Als zusätzliche Flugabwehrbewaffnung sollten die neuen Sloops zwei 40-mm-Bofors-Zwillingsgeschütze in Lafetten der Bauart Hazemeyer erhalten. Als erstes Schiff erhielt die 1943 bei Yarrow fertiggestellte Whimbrel diese Geschütze, die auch für eine Vielzahl anderer im Bau befindlicher Einheiten der Royal Navy vorgesehen waren. Von den dann von 1943/44 fertiggestellten weiteren 17 Schiffen erhielten nur Woodcock und Redpole diese Geschütze und dann die sieben noch 1945/46 fertig gestellten Sloops der Klasse. Dazu wurden sieben Schiffe der Klasse 1945 wegen des erwarteten Einsatzes gegen Japan und der dort zu erwartenden höheren Bedrohung aus der Luft mit diesen Geschützen nachgerüstet. Mit den ersten beiden Schiffen der Klasse (Cygnet, Woodpecker) und der Kite verfügten drei Schiffe über zwei pom-pom-Vierlinge, von denen die vorangehende Ursprungsklasse eins erhalten hatte. Neben diesen anfangs oft nicht vorhandenen 40-mm-Flakgeschützen erhielten alle während des Krieges fertiggestellten Sloops bis zu zwölf 20-mm-Oerlikon-Kanonen in verschiedenen Zusammensetzungen von Einzel- und Zwillingsgeschützen.

Dazu hatten alle Sloops bis zu 110 Wasserbomben. Das zweite Schiff der Klasse, Woodpecker, hatte einen Hedgehog-Werfer erhalten, mit dem insgesamt vierzehn Schiffe der Klasse während des Zweiten Weltkriegs ausgerüstet wurden. Diese Waffe, die auch auf einer Vielzahl anderer Schiffe installiert wurde, erhielten auch die drei überlebenden Sloops der ursprünglichen Black-Swan-Klasse, die indischen Sloops Sutlej, Cauvery und Kistna, aber auch Stork und Enchantress bzw. Pelican und Egret der zuvor gelieferten ähnlichen Sloops im Zuge von Modernisierungen.