Djamila Rowe (* 1. August 1967 in Ost-Berlin; auch Djamile Rowe) ist eine deutsche Visagistin, die durch eine frei erfundene Affäre mit dem Schweizer Botschafter Thomas Borer 2002 bekannt wurde. 2023 gewann sie die 16. Staffel von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!
Leben Rowe wurde in Berlin-Lichtenberg geboren. In einem Interview zur Veröffentlichung ihrer Biographie beschrieb sie, dass der Freund ihrer Mutter sie misshandelt habe.Djamila Rowe über schwere Kindheit. Tränenreiches Interview. In: Vox, 21. Oktober 2021, abgerufen am 18. Januar 2023 (Video, Videolänge 3:46 min). Nach der Flucht ihrer Mutter und ihres persischenExplosiv vom 15. Oktober 2021 Vaters in den Westen wuchs sie bei ihren Großeltern auf. Dort erlebte sie ebenfalls Gewalt. Ab dem 14. Lebensjahr lebte Rowe in fünf verschiedenen Kinderheimen sowie im Anschluss im Jugendwerkhof Crimmitschau. In ihrer Jugend unternahm sie zwei Suizidversuche, aufgrund derer sie in Isolationshaft kam.
Rowe wollte eine Ausbildung zur Verkäuferin im Intershop absolvieren. Nach ihrer Darstellung verhinderte dies das Ministerium für Staatssicherheit. Ebenfalls nach ihrer Darstellung flüchtete sie 1989 aus der DDR. Ab 1991 arbeitete Rowe als Visagistin in Berlin, unter anderem im KaDeWe. Nebenher arbeitete sie als Model und trat auch als Nackttänzerin auf.Djamila Rowe modelt für Joop, Der Spiegel, 18. August 2002Borer und die Medien, Zitat: „Diese angebliche Affaire um die frühere Nackttänzerin Djamila führte verständlicherweise zu einem Boulevardmedienwirbel.“, rhetorik.ch, 11. Juli 2002
Von 1997 bis 2002 war Rowe mit einem Unternehmensberater liiert, der auch der Vater ihres Sohnes (* 1997) ist. In den Jahren 2004 bis 2006 war Rowe mit einem anderen Unternehmensberater verlobt. Ende 2006 wurde eine kurze Liaison mit Ferfried Prinz von Hohenzollern publik. Ihre Tochter wurde 2009 geboren.Djamila Rowe schießt gegen Neu-Mama Sophia Vegas, vip.de vom 14. Februar 2019 / Ex-Botschaftsluder plötzlich seriös – und ungeschminkt!, bunte.de vom 5. Dezember 2015
Borer-Affäre 2002 wurde Djamila Rowe durch eine von ihr und Alexandra Würzbach frei erfundene Affäre mit dem damaligen Schweizer Botschafter Thomas Borer in Deutschland bekannt.Affäre Borer: Sex ist nur noch Nebensache, Tagesspiegel, 13. Oktober 2002Neue Bohrlöcher:"Blick"-Enthüller nun bei "Bild", Süddeutsche Zeitung, 11. Mai 2010 In der schweizerischen Zeitung SonntagsBlick behauptete Rowe für ein Honorar von 10.000 Euro,Schweizer Verleger zahlt an Ex-Botschafter, Der Spiegel, 14. Juli 2002, Zitat: „Rowe darin: ‚Da ich durch den enormen psychischen Druck, den [...] Michael Ringier (Schweizer Verleger, Anm. d. Red.) und seine Mitarbeiter auf mich ausübten, für mich keinen anderen Ausweg mehr sah und aufgrund des hohen angebotenen Geldbetrages willigte ich schließlich ein, bei ihrer veröffentlichten unwahren Geschichte und deren Fortsetzung weiter zur Verfügung zu stehen.‘“, B.Z., 14. Juli 2002Woher kommt der Luxus von Djamile Rowe?, Stern, 14. August 2002 eine Affäre mit Borer gehabt zu haben, die in der Nacht des 21. März stattgefunden haben soll.Undiplomatische Sex-Affäre: Der Botschafter und das lästige Nacktmodell, Der Spiegel, 4. April 2002 Diese Aussage widerrief die von Heinrich Wirtz geförderteDer goldene Käfig: Die angebliche Sexaffäre um Ex-Botschafter Borer-Fielding hat kein Ende: Nun unterlag Djamile Rowe gegen Ringier. Trotzdem lebt sie in Saus und Braus, Tagesspiegel, 30. August 2002 Rowe später., Stern, 11. Juli 2002 Die erfundene Affäre führte nicht zur Versetzung Borers nach Bern. Borer kündigte jedoch sein Arbeitsverhältnis.Borer und die Medien, Zitat: „Schliesslich ist festzuhalten, dass Herr Borer nicht entlassen worden ist, wie dies zum Teil gesagt wird. Herr Borer hat von sich aus gekündigt, obwohl wir ihm einen guten Posten in Bern angeboten haben. Diese Kündigung hatte er im Übrigen gegenüber Medienvertretern erläutert, bevor er mich Samstagnacht mit einem Zweizeiler davon informierte.“, rhetorik.ch, 18. August 2002 Borer und Rowe gaben im Juli 2002 an, sich zu kennen, aber keine Affäre gehabt zu haben. Der Ringier-Verlag zahlte Borer nach einer außergerichtlichen Einigung SchmerzensgeldDie Schlammschlacht geht weiter, Zitat: „Rowe hatte erklärt, sie sei von der ‚Blick‘-Reporterin Alexandra Würzbach unter psychischen Druck gesetzt worden und habe letztlich von ihr viel Geld für ihre frei erfundene Sex-Beichte erhalten.“, Der Spiegel, 16. Juli 2002 von über einer Million Schweizer Franken.VIP-Ticker, Die Welt, 8. Dezember 2002T. Knellwolf: „Blick“ bleibt dabei. 2002: Borers Fall, Teure Texte. In: Tages-Anzeiger, 14. Oktober 2009, Seite 3, Spalte 3
Stalking-Prozess Mitte 2007 verklagte Djamila Rowe einen 33-jährigen Mann, der wegen Nötigung vorbestraft war.Total gestört ..., Berliner Kurier, 21. Juni 2006 Der Vorwurf lautete auf Stalking durch sexuell belästigende Nachrichten. Das Verfahren wurde nach einer Zahlung des Angeklagten in Höhe von 200 Euro eingestellt.Obszönitäten auf dem Handydisplay – Party-Girl als Opfer, Zitat: „Gegen Zahlung von 200 Euro wurde das Verfahren eingestellt.“, Der Tagesspiegel, 18. September 2007
Karriere TV-Auftritte Rowe nahm 2004 an der ProSieben-Reality-Fernsehshow Die Alm teil, Netzeitung, 27. Juli 2004 und belegte Platz acht. Ein anschließendes Angebot, einen eigenen Song zu veröffentlichen, lehnte sie ab. 2006 hatte sie in der RTL-II-Fernsehshow Big Brother einen Gastauftritt.Djamila Rowe bei "Big Brother", Bild, 10. Februar 2006 Im Jahr 2007 war sie Protagonistin in zwei Folgen der ProSieben-Sendung We Are Family! So lebt Deutschland. 2014 ließ sie sich für das Format Promis privat – Das süße Leben der Stars von Sat.1 Emotions begleiten. 2017 war sie Teilnehmerin bei Adam sucht Eva – Promis im Paradies. Im Januar 2021 war Rowe Kandidatin bei Ich bin ein Star – Die große Dschungelshow. Sie belegte mit 49,86 Prozent der Zuschauerstimmen Platz zwei. 2023 war sie Ersatzteilnehmerin der 16. Staffel von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! und wurde Dschungelkönigin. Sie erhielt – außer an Tag neun und 14 – täglich die meisten Zuschauerstimmen. Das Finale gewann sie mit 62,26 Prozent.
Modeljobs Rowe trat als Model und Erotikmodel auf. 2002 war sie u. a. Laufstegmodel für das Modeunternehmen Joop, im April 2013 war sie auf dem Cover der Zeitschrift Penthouse zu sehen.Djamila Rowe schafft es mit 45 Jahren aufs „Penthouse“-Cover, Die Welt, 27. März 2013 2018 war sie Teil des Jahreskalenders von Micaela Schäfer. 2025 eröffnete sie einen Account auf der Erotikplattform Onlyfans, um ihren Gewinn vom Dschungelcamp 2023 nicht vollständig „auf[zu]brauchen und dann beim Jobcenter [zu] landen“. Sie habe nur im ersten Jahr nach ihrem Sieg mit Anschlussaufträgen verdient.
Werbeaktivitäten 2011 war sie mit neun anderen It-Girls Werbegesicht für die Weinmarke Vingooo.SÜNDE machte sie berühmt. In: Bunte 27/2011, S. 48 f. (Onlineversion). 2015 hatte sie einen Auftritt in einem Werbefilm von Fitness First. Im Jahr 2020 war sie in einem TV-Werbespot von Meßmer zu sehen.
Autobiografie Im Oktober 2021 erschien Rowes Autobiografie Botox für meine Seele. Diese entstand gemeinsam mit Autorin Christiane Gref während der COVID-19-Pandemie. Den Titel der Autobiografie entschied Rowe selbst. Die Treffen zwischen Rowe und Gref, in der Rowe über ihr Leben berichtete, fanden vorrangig als Videokonferenzen statt.Bruske-Guth, Tanja (2023): Die Ghostwriterin des Dschungekcamp-Lieblings. Gelnhäuser Neue Zeitung, Wochenendausgabe. Rowe beschreibt in Interviews, dass das Schreiben der Biographie für sie wie eine Therapie gewirkt habe.
Rezeption Seit Rowe im Jahr 2002 bekannt wurde, wurde sie als „Luder“, „Promi-Luder“, „Botschaftsluder“, „Skandalnudel“ und „Botox-Tussi“ bezeichnet. Ihr wurde „zweifelhafte Berühmtheit“ nachgesagt, ihr Image sei „ramponiert“. Auch für ihre Schönheitsoperationen wurde sie kritisiert. Die B.Z. betitelte sie als „Berlins größte Beauty-Baustelle“.
Rowes Teilnahme an der 16. Staffel der Fernsehshow Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! im Jahr 2023 führte zu einer veränderten öffentlichen Wahrnehmung ihrer Person. Anja Rützel charakterisierte Rowe als „warmherzig und selbstironisch“. Auf RP Online wurde sie als „authentisch, herzlich und erfrischend normal“ beschrieben. In einem anderen Artikel analysierte RP Online, dass Rowe durch ihre Wahrhaftigkeit so beliebt bei den Zuschauern geworden sei. Die Fuldaer Zeitung bezeichnete Rowe als Person „mit viel Tiefe“. Die Berliner Zeitung schrieb einen Tag nach ihrem Showsieg, Rowe habe Vorbildfunktion aufgrund ihrer „entwaffnenden Ehrlichkeit, ihres trockenen Witzes, einer gehörigen Portion Selbstironie“. Ihre Wahl zur Dschungelkönigin gilt als „TV-Triumph“, „Erdrutschsieg“ und „schöner als jedes Märchen“. In der Süddeutschen Zeitung wurde die Staffel mit Rowe als eine der besten in der Geschichte des Formats bezeichnet. Rowe stehe stellvertretend für diejenigen Zuschauer, die viele Niederlagen im Leben erlitten und den Glauben an das Glück im Leben verloren haben. Durch ihre Menschlichkeit und Offenheit wurde laut der Süddeutschen Zeitung nicht nur Rowe selbst, sondern auch das Format gekrönt. Das Schweizer Nachrichtenportal Watson schrieb, Rowe sei nach all den Jahren in den Medien nun „Queen D“ und „die Königin der Herzen“.
Filmografie 2004: Die Alm 2004: TV total 2006: Big Brother 2009: We Are Family! So lebt Deutschland 2011: Exklusiv – Die Reportage – Germanys Next Promiluder – Alles für den Ruhm! 2014: Promis privat – Das süße Leben der Stars 2017: Adam sucht Eva – Promis im Paradies 2021: Ich bin ein Star – Die große Dschungelshow (Platz 2) 2023: Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! (Gewinnerin) 2023: Grill den Henssler (Sieg der Prominenten mit Steven Gätjen, Papis Loveday und MC Fitti) 2024: The 50 2025: Volle Kraft voraus – Die Kreuzfahrt-Doku
Literatur und Medien Literatur von Djamila Rowe
Djamila Rowe, Christiane Gref (2021): Botox für meine Seele. Die Biografie. NIBE Media, ISBN 978-3-96607-190-1.
Literatur über Djamila Rowe und den Fall Borer Oliver Zihlmann, Philippe Pfister (2003): Der Fall Borer. Fakten und Hintergründe eines Medienskandals. Werd Verlag, Zürich, ISBN 3-85932-436-5.
Weblinks
Website von Djamila Rowe
Einzelnachweise
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