Altenbeken ist eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Paderborn in Nordrhein-Westfalen.
Geografie Geographische Lage mini|Blick über Altenbeken mit dem Viadukt im Hintergrund mini|Die Beke in Altenbeken Altenbeken liegt in Höhen von 200 bis 400 m am westlichen Fuße des Eggegebirges im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge. In östlicher Richtung erstreckt sich das Weserbergland. Wenige Kilometer südlich befindet sich das östliche Sauerland. 15 km südwestlich liegt die Kreisstadt Paderborn. Der Ort Altenbeken wird von der Beke durchflossen.
Geologie mini|Geothermische Karte von Altenbeken
Das in der naturräumlichen Zuordnung zum Altenbekener Kalkbergland des oberen Weserberglands im Niedersächsischen Bergland gehörende Stadtgebiet schließt sich an den nördlichen Teil der Paderborner Hochfläche anDas Altenbekener Kalkbergland hat hierbei die Nr. 363.01, die Paderborner Hochfläche die Nr. 362 und das Sintfeld die Nr. 362.1 und liegt in einem Talkessel des mittleren Teils des Eggegebirges. Das Eggegebirge besteht inklusive seines westlichen Vorlands aus den Sedimentgesteinen Sand-, Kalk- und Mergelsteinen des Erdmittelalters. Diese Gesteine bildeten sich in der Kreidezeit, als die Region von einem Meer bedeckt war. Die Schichtflächen der Gesteine sind im Bereich von Altenbeken aufgrund einer Heraushebung und Verstellung im Verlauf der Erdgeschichte leicht nach Westen geneigt. Gesteine aus dem älteren Trias, nämlich Kalk- und Mergelsteine des Muschelkalks, finden sich am steileren Osthang des Eggegebirges entlang einer Linie zwischen Kempen im benachbarten Horn-Bad Meinberg und dem Bahnhof Neuenheerse auf dem Gebiet der Stadt Bad Driburg. Gesteine des älteren Trias und des Erdaltertums sind im tiefer liegenden Festgesteinssockel zu finden. In Tälern und im westlichen Vorland des Eggegebirges ist der Festgesteinsuntergrund von Lockergesteinen des Eiszeitalters bedeckt. Hier wurden durch Flüsse Sand und Kies und durch den Wind Löss abgelagert. Als Folge von Kalklösung haben sich durch Verkarstung in den Kalk- und Mergelsteinen Erdfällen und Höhlen gebildet.
mini|Die Bollernbornquelle mit dem 1872 aufgestellten Kreuz mit Inschrift steht an der Landstraße. 100 Meter weiter wurde ein Neptunbrunnen aufgestellt, der vom Wasser des Bollerborn gespeist wird.(2009)
Die im Erdmittelalter abgelagerten klüftigen Sandsteine der Unterkreide und verkarsteten Kalksteine des unteren Muschelkalks sind gute Grundwasserleiter. Ihre Aufnahme- und Speicherfähigkeit wird allerdings durch die tiefe Zertalung der Geländeoberfläche reduziert. Der überwiegende Teil des Trinkwassers in Altenbeken wird aus den Sandsteinen der Unterkreide gefördert; dabei deckt die Bollerborn-Quelle mit Grundwasser aus dem unteren Muschelkalk rund die Hälfte des Bedarfs ab. Weitere Trinkwasserentnahmen finden an der Apuhl-Quelle und in der Bohrung Sagetal statt. Obwohl die Festgesteine des Erdmittelalters zum Teil als mineralische Rohstoffe genutzt werden könnten, findet derzeit keine Gewinnung statt.
Auf dem Eggegebirgskamm haben sich stein- und schuttreiche, sandige Podsole entwickelt, die sehr nährstoffarm und stark versauert sind. Ähnliche strukturierte Podsol-Braunerden finden sich nördlich von Bollerborn, südlich davon haben sich von Wald bewachsene Braunerden aus dem eiszeitlichen Löss entwickelt. Pseudogleye finden sich in geringem Umfang von Altenbeken bis südlich von Schwaney. Dort bildet als Grünland genutzter dichter toniger Mergel aus der Kreidezeit eine Stausohle.
Altenbeken eignet sich im flacheren Gelände gut, im Bereich der Egge sehr gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpenheizungen (vgl. dazu die nebenstehende Karte). (PDF; 369 kB)
Ausdehnung und Nutzung des Gemeindegebiets Die als „große Landgemeinde“ klassifizierte Gemeinde Altenbeken bedeckt eine Fläche von 76,22 km². Den größten Flächenanteil nehmen Wald- und Landwirtschaftsfläche mit zusammen ca. 89,8 % ein. Die größte Ausdehnung in Nordsüdrichtung ist ca. 19,9 km, in Ostwestrichtung ca. 8,9 km.
Flächenach Nutzungsart Landwirt-schaftsfläche Wald-fläche Gebäude-, Frei-und Betriebsfläche Verkehrs-fläche Fläche in km² 26,19 42,24 2,97 4,10 Anteil an Gesamtfläche 34,38 % 55,45 % 3,90 % 5,38 % Flächenach Nutzungsart Wasser-fläche Sport- undGrünfläche sonstigeNutzung Fläche in km² 0,21 0,35 0,12 Anteil an Gesamtfläche 0,28 % 0,46 % 0,16 %
Nachbargemeinden Altenbeken grenzt an folgende Städte und Gemeinden: im Norden an die Städte Horn-Bad Meinberg und Steinheim, im Osten an die Stadt Bad Driburg, im Süden an die Stadt Lichtenau und im Westen an die Städte Paderborn und Bad Lippspringe.
Gemeindegliederung Gemäß der Hauptsatzung der Gemeinde gliedert sich Altenbeken in die drei Ortsteile Altenbeken, Buke und Schwaney. Die drei Ortsteile gelten als eigene Ortschaften und haben je einen Ortsvorsteher. (PDF; 66 kB) vom 14. Juli 1994 in der Fassung vom 15. Juni 1999
Die folgende Tabelle zeigt die Fläche und die Bevölkerungszahlen der Ortsteile:
Bevölkerungszahlen und Fläche der OrtsteileAmt Altenbeken: Amt Altenbeken Ortsteil Flächein km² 1 Einwohner 2 Ortsteile der Gemeinde Altenbeken Altenbeken 25,93 4085 200px|zentriert|Ortsteile von Altenbeken Buke 16,73 2343 Schwaney 30,94 2737 Gesamt 76,22 9165
1 Flächenangabe zum ehemaligen Amt Altenbeken (entspricht nicht genau der heutigen Fläche)2 Einwohnerangaben mit Stand 31. Dezember 2021
Klima Altenbeken gehört der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas an und liegt im Bereich des subatlantischen Seeklimas. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild und die Sommer mäßig warm. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei ca. sieben bis acht Grad Celsius.
Durch die Lage im subatlantischen Seeklima herrscht ganzjährig ein humides Klima mit relativ gleich verteilten Niederschlägen vor. Klimawerte für das Gemeindegebiet sind nicht verfügbar, sodass Werte benachbarter Gemeinden herangezogen werden müssen. An der Messstation Feldrom, die ca. acht Kilometer nördlich und 110 m höher gelegen ist, fallen im langjährigen Mittel 1258,8 mm Niederschlag jährlich und damit deutlich mehr als im deutschen Mittel (700 mm). An der etwa zwölf Kilometer östlich gelegenen Messstation Nieheim, die auf etwa gleicher Höhe wie Altenbeken liegt, fallen im Jahresmittel noch 908,4 mm Niederschlag.
Die durchschnittlichen Temperaturen sind angegeben für das ca. neun Kilometer entfernte Bad Lippspringe, das deutlich tiefer liegt. Die durchschnittliche tägliche Sonnenscheindauer wird für das 12,5 km entfernte Bad Meinberg angegeben. mini|Niederschlagsdiagramm Nieheim
Zum Klima in der Region Ostwestfalen-Lippe, zu der die Gemeinde gehört, siehe auch den Artikel Klima in Ostwestfalen-Lippe.
Geschichte Vorchristliche Zeit Die ältesten Siedlungszeugnisse in der Umgebung von Altenbeken stammen aus der Jungsteinzeit. So gibt es auf den Höhenzügen um Altenbeken einige Hügelgräber, und an der Kuhlbornquelle in Altenbeken wurde 1934 ein Steinhammer gefunden, dessen Alter auf 4000–5000 Jahre geschätzt wurde. Interessant ist insoweit die Tatsache, dass dieser Hammer (exakte Bezeichnung: Lochaxt) aus Norditalien stammt. Ein ähnlicher Hammer befindet sich im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck; Gesteinsart: Diorit/Serpentin; Herkunftsort: Grins/Tirol; Alter: ebenfalls 3500–2500 vor Christus.
Aus römischer Zeit stammen einige kleine Münzfunde, die an den Straßen nach Altenbeken gemacht wurden. Außerdem entdeckte man 1958 bei Kanalisationsarbeiten kleine Hufeisen.
Urkundliche Erwähnung Der Name „Beken“ wurde bereits 1036 urkundlich erwähnt: Bischof Meinwerk schenkte dem Busdorfstift in Paderborn den Zehnten seines Hofes „Bekena“ mit den Vorwerken Heng, Brockhusen, Elinere und Asseln. Auf dem Haupthof saßen die Verwalter des Amtes Beken. Aus dem Hof entwickelte sich das Dorf „Beken“.
Am Anfang des 13. Jahrhunderts kam es zu einem Streit der Mönche des Zisterzienserklosters Hardehausen mit den Einwohnern von Altenbeken und Schlangen, so dass beide Dörfer mit Kirchenbann belegt wurden. Bischof Bernhard III. beurkundete 1211, dass der Bann nur zurückgenommen würde, wenn die Bewohner beider Dörfer dem Hardehausener Hof in Druheim die Mitbenutzung der Hude und Mast in ihren Waldbezirken gestatteten. In dieser Urkunde werden sieben Zeugen aus „Aldebekene“ benannt, welches die erste urkundliche Erwähnung von Altenbeken ist.Urkunde aus dem Jahr 1211
Spätes Mittelalter Ab 1392 begann man in Altenbeken, Erze aus der Egge zu schmelzen und Holzkohle herzustellen.
Ab dem 14. Jahrhundert bildete sich das Territorium Hochstift Paderborn im Heiligen Römischen Reich. Altenbeken gehörte bis 1448 zum Kloster Hardehausen. Um 1400 wurde Altenbeken von der Pest, Hunger und Krieg heimgesucht. In dieser Zeit gab es fast kein Brot mehr zu kaufen, und man ging dazu über, auch ungeliebte Früchte und Erzeugnisse von Wäldern und Feldern zu verzehren. Manche kochten Rinde und aßen Viehfutter.
Im beginnenden 15. Jahrhundert versuchten die Erzbischöfe von Köln den Besitz der Paderborner Bischöfe an sich zu reißen, so dass es zu einigen Fehden im Paderborner Land kam. In den unsicheren Zeiten verließen die Einwohner kleinerer Siedlungen ihren Besitz und siedelten sich in Städten und größeren Dörfern an. So wurde die Siedlung „Katherbike“, welche zwischen Altenbeken und Neuenbeken lag, zur Wüstung. Trotz den Fehden trafen sich Bauern, Handwerker, Bergleute und Hüttenarbeiter in Altenbeken.
1448 wurde der Ort vom Kloster Hardehausen abgetrennt und dem Kirchdorf Neuenbeken zugeteilt. Kurze Zeit später wurde die Verhüttung von Eisenerzen eingestellt. Die Hofstätten wurden dem Busdorfstift zehntpflichtig, die Bewohner waren aber Hörige des Fürstbischofs in Paderborn. Dem Fürstbischof war es am Wohlergehen seiner Bauern gelegen, da diese bei gut laufender Landwirtschaft höhere Abgaben an das Bistum leisten konnten.
Frühe Neuzeit mini|Altenbeken in den Monumenta Paderbornensia (1672) Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Paderborner Land von holländischen Freibeutern überfallen. Sie plünderten die Wohnstätten und beraubten die Bürger des Landes. 1593 gründeten sich deshalb viele Schützenbruderschaften im Paderborner Land. 1595 überfielen die Holländer abermals das Land, ließen sich aber mit 3000 Reichstalern vom Bischof abfinden. Zwei Jahre später fielen die Holländer in Delbrück ein, wo auch Schützen aus Altenbeken bei der Verteidigung halfen. In dieser Zeit entstand der Konföderationsvertrag „Wie man dies Stift Paderborn vor stadischen undt anderen Infällen verthedigen möge.“
1607 nahm man den Erzbergbau wieder auf und errichtete 1610 eine neue Eisenhütte. 1615 folgte ein neues Hammerwerk unterhalb von Altenbeken. Zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs (1618–1648) gerieten insbesondere die Bauern in Notstand. Gutsbesitzer, die ihre Besitzungen nicht mehr bewirtschaften konnten, teilten die Anwesen unter den Kindern auf, so dass viele kleinere Kotten entstanden. Nach dem Ende des Krieges mit dem Westfälischen Frieden mussten die Bauern in Altenbeken jährlich einen Scheffel Hafer an die Neuenbekener Pfarrkirche liefern. Da die Güter vorher aufgeteilt worden waren, waren sie nicht mehr so leistungsfähig, so dass der Bischof 1652 und 1655 neue Verordnungen zur Splitterung von Gütern herausgab, damit seine Einnahmen gesichert waren. 1720 gab es wiederum einen neuen Erlass.
Für das Ende des 17. Jahrhunderts ist für Altenbeken eine erste Pfarrschule belegt, obwohl der Schulzwang erst 1717 eingeführt wurde. Ausstattung der Schulen und Besoldung der Lehrkräfte war Aufgabe der Pfarrgemeinden.
Ende des Hochstifts Paderborn Am 18. Februar 1756 und am 19. Januar 1757 gab es Erdbeben in Altenbeken. Im August des Jahres brach der Siebenjährige Krieg über den Ort herein und brachte Not und Verarmung über die Bevölkerung. Viele kamen durch Hunger um, einige Häuser wurden zerstört.