mini|Das Wappen des Bistums Dresden-Meißen setzt sich aus den Wappen der vorreformatorischen Bistümer Merseburg, Naumburg-Zeitz und Meißen zusammen Das Bistum Dresden-Meißen (, obersorbisch Biskopstwo Drježdźany-Mišno), bis 1979 Bistum Meißen, ist ein Bistum der römisch-katholischen Kirche mit Sitz in Dresden. Die Diözese wurde 1921 wiedererrichtet. Kathedrale ist die unter Kurfürst Friedrich August II. 1739–1751 errichtete ehemalige Katholische Hofkirche Sanctissimae Trinitatis in Dresden, Konkathedrale der Dom Sancti Petri in Bautzen. Der Schutzpatron des Bistums ist der heilige Benno von Meißen. Weitere Diözesanpatrone sind der heilige Donatus von Arezzo und die heilige Afra von Augsburg.
Bistumsgebiet Das Gebiet des Bistums erstreckt sich nahezu über den gesamten Freistaat Sachsen (ausgenommen die ehemals preußischen Teile der Oberlausitz und der Südosten der vormaligen preußischen Provinz Sachsen). Zusätzlich gehören zum Bistum Teile des Freistaats Thüringen und zwar die Gebiete der ehemaligen Thüringer Kleinstaaten: Herzogtum Sachsen-Altenburg (Altenburg, Eisenberg (Thür.), Kahla, Ronneburg, Rositz, Schmölln, Stadtroda) Fürstentum Reuß jüngere Linie (Gera, Bad Lobenstein, Schleiz) Fürstentum Reuß ältere Linie (Greiz, Zeulenroda-Triebes).
Bistumsgliederung Das Bistum Dresden-Meißen ist ein Suffraganbistum von Berlin.
Zum 1. Januar 2026 wurden die seit 2002 bestehenden 8 Dekanate neu geordnet und auf 5 Dekanate reduziert. Die Dekanate Gera, Plauen und Zwickau wurden zum Dekanat Gera – Plauen – Zwickau zusammengeschlossen, das Dekanat Meißen wurden dem Dekanat Dresden angeschlossen. Diesw Neuordnung der Dekanate folgt der Pfarrstrukturreform im Bistum Dresden–Meißen mit nur mehr 37 (statt 97) Pfarreien.Tag des Herrn (17. August 2025), S. 32Bistumskarte des Bistums Dresden-Meißen (abgerufen am 22. April 2026)
Die Pfarreien, gegliedert nach Dekanaten, finden sich in folgenden Übersichten: Dekanat Bautzen Dekanat Chemnitz Dekanat Dresden + Dekanat Meißen Dekanat Leipzig Dekanat Gera + Dekanat Plauen + Dekanat Zwickau
Geschichte Zur Geschichte des Bistums vor der Reformation siehe: Bistum Meißen
Das alte Bistum Meißen wurde 968 gegründet. Durch die Reformation hörte das katholische Bistum 1581 in seinem kursächsischen Kerngebiet mit Meißen auf zu existieren. Allein im meißnischen Diözesangebiet in Ober- und Niederlausitz bedrängte der dortige Landesherr Katholiken und Kirche nicht, da die Lausitzen zu der Zeit noch königlich-böhmisches Lehen der katholischen Kaiser waren.
Der letzte Bischof des Altbistums Meißen, Johann IX. von Haugwitz, hatte für das lausitzische Diözesangebiet Johann Leisentrit als Diözesanadministrator mit Sitz in Bautzen eingesetzt. Dessen Bemühen, ein nur das lausitzische Gebiet des Altbistums Meißen umfassendes Bistum Bautzen zu gründen, schlug fehl.
Apostolische Präfektur Meißen 1567 verselbständigte der Heilige Stuhl das lausitzische Diözesangebiet als Apostolische Präfektur Meißen mit Johann Leisentrit als Präfekt. Dabei stellt eine Apostolische Präfektur kirchenrechtlich ein Bistum auf Probe dar.
Nach ihrer Lage bzw. ihrem Sitz wurde die Präfektur auch Apostolische Präfektur der Lausitzen oder Apostolische Präfektur Bautzen genannt. Der Kaiser, als König von Böhmen Landesherr in den Lausitzen, tat dort nur wenig gegen die Ausbreitung der Reformation, die durch die jeweils regionalen Landstände mit ganz unterschiedlichem Erfolg betrieben wurde. Als die Lausitzen 1635 ans lutherische Kursachsen fielen, sicherte dieses im Übergabevertrag (Traditionsrezess) zu, die religiösen Verhältnisse nicht zu ändern. Zudem verpflichtete der Westfälische Friede 1648 alle Vertragsstaaten, auch Kursachsen, in neu erworbenen Gebieten den Bekenntnisstand, der im Referenzjahr 1624 bestanden hatte, nicht mehr anzutasten.Georges Hellinghausen: Kampf um die Apostolischen Vikare des Nordens J. Th. Laurent und C. A. Lüpke. Der Hl. Stuhl und die protestantischen Staaten Norddeutschlands und Dänemark um 1840 (= Miscellanea historiae Pontificiae, Band 53). Editrice Pontificia Università Gregoriana, Rom 1987, ISBN 88-7652-568-8, S. 15 ff.
Nach der preußischen Annexion der Niederlausitz und der östlichen, nunmehr schlesischen, Oberlausitz schlug der Heilige Stuhl das dortige Präfekturgebiet – mit damals nur noch den beiden Pfarreien in Neuzelle und Wittichenau – 1821 dem Fürstbistum Breslau zu. Seither bürgerte sich für das Restgebiet die Bezeichnung Apostolische Präfektur der (Sächsischen) Oberlausitz ein.
Neues Bistum Meißen Am 24. Juni 1921 erhob Papst Benedikt XV. mit der Apostolischen Konstitution Sollicitudo omnium ecclesiarum die Apostolische Präfektur Meißen zum neuen Bistum Meißen, wobei der Sitz der Präfektur in Bautzen als Bischofssitz beibehalten wurde. Das in Dresden ansässige Apostolische Vikariat in den Sächsischen Erblanden, das neben dem übrigen Sachsen noch Sachsen-Altenburg und Reuß ältere und jüngere Linie umfasste, wurde gleichzeitig aufgehoben und sein Gebiet dem neuen Bistum Meißen eingegliedert. Somit umfasste es außer Sachsen auch Teile Thüringens.Geschichte des Bistums Dresden-Meißen, abgerufen am 29. August 2023. Zum Bistum Meißen gehörten damals rund 50.000 Katholiken in 65 Pfarreien.Matthias Holluba: Antwort auf Herausforderung der Zeit. In: Tag des Herrn, Ausgabe 2/2021 vom 17. Januar 2021, S. 13.
1923 fand die erste Bistumssynode im Kloster St. Marienstern statt; dabei wurden vor allem Beschlüsse über die Organisation der Pfarreien und der Diözesanverwaltung gefasst. In der Zeit des Nationalsozialismus hatte das kleine Diaspora-Bistum sehr unter den Attacken der besonders kirchenfeindlichen sächsischen NS-Führung zu leiden, wenngleich nur wenige Katholiken sich aktiv am Widerstand beteiligten. Drei Priester der Diözese starben im KZ.
Nach 1945 stieg die Zahl der im Bistum Meißen lebenden Katholiken durch die Flüchtlinge und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Reichs- sowie Siedlungsgebieten im Osten und Süden außerhalb Sachsens um mehr als das Doppelte. Infolgedessen wurden zahlreiche neue Pfarreien und Seelsorgestellen eingerichtet. Vier katholische Pfarreien im Diözesangebiet östlich der Neiße, deren Pfarrkinder meist durch Polen vertrieben worden waren, gingen verloren. Am 24. Januar 1948 übertrug Bischof Petrus Legge die Jurisdiktion für das polnisch annektierte Diözesangebiet dem Apostolischen Administrator für das ebenfalls nunmehr polnische Erzdiözesangebiet Breslaus, Karol Milik, der schon seit April 1946 darauf gedrängt hatte.Jerzy Pietrzak, , Abschnitt 'Objęcie Rządów'. Im Zuge der Neuumschreibung der Bistumsgrenzen 1972 wurde das in Polen gelegene meißnische Diözesangebiet mit der Administratur des polnischen Diözesangebietes Breslaus Teil des gleichzeitig um die Apostolische Administratur Görlitz verkleinerten Erzbistums Breslau.
1969 berief Bischof Otto Spülbeck die zweite Diözesansynode ein, für die er bei Papst Paul VI. eine päpstliche Dispens erwirkt hatte, mit der erstmals die Teilnahme von Laien an einer Bistumssynode ermöglicht wurde. Die Kirchenversammlung fasste verschiedene Beschlüsse zur Umsetzung der Intentionen des Zweiten Vatikanischen Konzils auf der Bistumsebene. In der Berliner Bischofskonferenz stießen diese Intentionen aber auf den Widerstand vieler Bischöfe. Trotzdem führte, als Spülbeck 1970 plötzlich verstarb, sein Nachfolger Gerhard Schaffran die Synode zu Ende.
Sitz- und Namensänderung – Bistum Dresden-Meißen Am 15. November 1979 wurde die Bezeichnung des Bistums auf Dresden-Meißen geändert und Bischof Gerhard Schaffran verlegte im folgenden Jahr am 25. März 1980 den Bischofssitz nach Dresden.
Seit seiner Wiedererrichtung 1921 war das Bistum exemt, d. h. direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt, bis es 1994 durch Papst Johannes Paul II. mit der Apostolischen Konstitution Certiori christifidelium der neu geschaffenen Kirchenprovinz Berlin zugeordnet wurde.Ioannes Paulus II: Const. Apost. Certiori christifidelium, AAS 87 (1995), n. 3, S. 217 f.
Nach Artikel 14 des Reichskonkordats von 1933, das bis heute in Geltung steht, richtet sich die Besetzung des Bischofsstuhles nach den Regelungen des Badischen Konkordats von 1932.
100 Jahre Bistum Dresden-Meißen Zur Erinnerung an die Neugründung des Bistums Meißen im Jahr 1921 in Bautzen wurde am 20. Juni 2021 in der Kathedrale St. Trinitatis Dresden ein Festgottesdienst mit den Bischöfen Georg Bätzing, Heiner Koch, Heinrich Timmerevers, Clemens Pickel, Joachim Reinelt und Konrad Zdarsa gefeiert. Zum Abschluss wurde das neue Bistumslied „Herr, Du hast das Land gesegnet“ (Text: Dompfarrer Klemens Ullmann, Musik: Domkantor Felix Flath) gesungen.MDR Mediathek Festgottesdienst (abgerufen am 21. Juni 2021)
Strukturprozesse Der erste Strukturprozess „Gemeinden im Aufbruch“ wurde 2002 von Bischof Joachim Reinelt beendet. Bei diesem Prozess wurden die Zahl der Pfarreien von 165 auf 97 und die der Dekanate von 14 auf neun deutlich reduziert.
2014 stieß Bischof Heiner Koch den Pastoralen Erkundungsprozess „Berufen zur eucharistischen Kirche“ an. Dieser Prozess greift in die pastoralen und verwaltungstechnischen Strukturen des Bistums ein. Das Ziel ist es, dass bis zum Bistumsjubiläum 2021 alle Pfarreien in neuen, größeren Gemeinden aufgegangen sind. Als Vorstufe und Zwischenschritt zur Neugründung einer größeren Pfarrgemeinde wurden sogenannte „Verantwortungsgemeinschaften“ – Zusammenschlüsse mehrerer Pfarrgemeinden – eingerichtet.
Bereits erfolgte Neugründungen: Pfarrei Mariä Himmelfahrt Leutersdorf, 11. Dezember 2017 (ehem. Pfarreien St. Joseph Ebersbach-Neugersdorf, St. Antonius Oppach und Mariä Himmelfahrt Leutersdorf) Pfarrei Hl. Mutter Theresa Chemnitz, 22. April 2018 (ehem. Pfarreien St. Antonius, St. Franziskus, St. Joseph und Propstei St. Johann Nepomuk Chemnitz) Pfarrei St. Benno Meißen, 17. Juni 2018 (ehem. Pfarreien Hl. Kreuz Coswig, Christus König Radebeul und St. Benno Meißen) Pfarrei St. Heinrich und Kunigunde Pirna, 2. September 2018 (ehem. Pfarreien St. Maria, Mittlerin aller Gnaden Bad Schandau – Königstein, St. Georg Heidenau, St. Gertrud Neustadt – Sebnitz und St. Kunigunde Pirna) Pfarrei St. Martin Dresden-Nord, 11. November 2018 (ehem. Pfarreien St. Josef Dresden-Pieschen, St. Hubertus Dresden-Weißer Hirsch und St. Franziskus Xaverius Dresden-Neustadt) Pfarrei St. Elisabeth Gera, 9. Dezember 2018 (ehem. Pfarreien Mariä Verkündigung Eisenberg, St. Elisabeth Gera, Hl. Maximilian Kolbe Gera-Süd, St. Josef Hermsdorf, Hl. Geist Stadtroda-Kahla) Pfarrei Mariä Geburt Aue, 6. Januar 2019 (ehem. Pfarreien Mater dolorosa Aue, Hl. Familie Schwarzenberg, St. Marien Stollberg und St. Peter und Paul Zwönitz) Pfarrei St. Bonifatius Leipzig-Süd, 20. Januar 2019 (ehem. Pfarreien St. Bonifatius Leipzig-Connewitz und St. Peter und Paul Markkleeberg) Pfarrei St. Barbara Riesa, 24. März 2019 (ehem. Pfarreien St. Katharina Großenhain, St. Barbara Riesa und St. Hubertus Wermsdorf) Pfarrei St. Franziskus Wurzen, 5. Mai 2019 (ehem. Pfarreien St. Trinitatis Grimma und Herz Jesu Wurzen) Pfarrei St. Maria Magdalena Kamenz, 26. Mai 2019 (ehem. Pfarreien St. Benno Bischofswerda, St. Maria Magdalena Kamenz und St. Laurentius Radeberg) Pfarrei Hl. Philipp Neri Leipzig-West, 16. Juni 2019 (ehem. Pfarreien Liebfrauen Leipzig-Lindenau, St. Martin Leipzig-Grünau) Pfarrei St. Marien Zittau, 7. Juli 2019 (ehem. Pfarreien Mariä Namen Löbau, Mariä Himmelfahrt Ostritz, Mariä Heimsuchung Zittau) Pfarrei St. Paulus Schleiz, 25. August 2019 (ehem. Pfarreien Christus König Bad Lobenstein, Herz Jesu Greiz, Hl. Familie Zeulenroda) Pfarrei St. Paulus Döbeln, 15. September 2019 (ehem. Pfarreien St. Johannes Apostel und Evangelist Döbeln, St. Paulus Leisnig-Waldheim) Pfarrei St. Georg Leipzig-Nord, 27. Oktober 2019 (ehem. Pfarreien St. Georg Leipzig-Gohlis, St. Albert Leipzig-Wahren, St. Gabriel Leipzig-Wiederitzsch) Pfarrei Herz Jesu Plauen, 17. November 2019 (ehem. Pfarreien Herz Jesu Plauen/Vogtland, St. Joseph Adorf/Vogtland)