mini|Blick vom Hoxberg aus auf das Nalbacher Tal mit den historischen Talgemeinden Diefflen (seit 1969 zu Dillingen/Saar), Nalbach, Piesbach, Bilsdorf und Körprich sowie auf den 414 m hohen Litermont; Das Nebelband am Horizont bezeichnet den Verlauf der Saar mini|Diefflen, Blick von dem Gewann „Auf der Scheif“ (Flur 5) auf das Ortszentrum; links die „Zipp“, dahinter die Ensdorfer Bergehalde mit dem Saarpolygon; in der Mitte die Bergehalde der Dillinger Hütte, rechts der Dieffler Kirchturm, weiter rechts die Dillinger Hütte, dahinter der Limberg am jenseitigen Saarufer mini|Diefflen, Dillinger Straße in Richtung Nalbach mit Kirchturm mini|Diefflen, Dillinger Straße am Kirchplatz mini|Diefflen, Partie am Dorfplatz, Ecke Düppenweilerstraße/Beckingerstraße

Diefflen (hochdeutsche Aussprache: Dieflen; im örtlichen, moselfränkischen Dialekt Dejfeln) ist eine Ortschaft und ein Stadtteil von Dillingen/Saar im Landkreis Saarlouis (Saarland) und zählt etwa 4700 Einwohner.dillingen-saar.de Es liegt an der unteren Prims, einem Nebenfluss der Saar. Seit seiner Gründung im Hochmittelalter war Diefflen historischer Teil des Hochgerichtes Nalbacher Tal. Auch hinsichtlich seines Weichbildes ist Diefflen mit dem Altort Nalbach sowie dessen Siedlungen Bierbach und Ziegelei verschmolzen. Aus dem bisherigen kommunalen Verband schied der Ort durch die Angliederung an die Stadt Dillingen/Saar im Jahr 1969 aus.

Geographie Physisch-geographische Einordnung mini|links|150px|Saar-Nahe-Bergland südlich der dunkelgrün bewaldeten Hunsrück-Taunus-Linie, der südlichen Grenze des Rheinischen Schiefergebirges; Oben links die Rheinmündung in die Nordsee; Unten rechts der Bodensee (Satellitenaufnahme) mini|300px|Umrisskarte des Pariser Beckens. Die umgebenden Grundgebirgsmassive sind durch rote Linien markiert, gelb-gestrichelt sind die Verbindungen zu anderen Becken mini|Flussterrassen im Mündungsgebiet der Prims in die Saar; Dil = Dillingen/Saar, Di = Diefflen, Na = Nalbach, Pi = Piesbach, Bettstadt, Bi = Bilsdorf, Kö = Körprich; I = Sohlenterrasse, II = Niederterrasse, III = Untere Hauptterrasse, IV = Obere Hauptterrasse, V = Mittelterrasse, VI = Hochterrasse, VII = Trogterrasse (Gliederung nach Johann Jakob Reichrath)

Diefflen ist dem Hunsrück-Vorland und damit dem Saar-Nahe-Bergland sowie dem Lothringer Stufenland, dem östlichsten Glied des Pariser Beckens, zuzuordnen.Martin Born: Geographische Landeskunde des Saarlands. Saarbrücken 1980, S. 14. Charakteristisch für das Saar-Nahe-Bergland ist ein Gefüge aus Flächen in unterschiedlichen Höhenlagen, die durch größere Täler mit zugehörigen Seitentälern zerschnitten werden. Die Flächen werden zu Teilen von ausgeprägten Stufen voneinander abgegrenzt. Zu Beginn des Tertiärs vor etwa 65 Millionen Jahren bildete das heutige Gebiet eine leicht gewellte Ebene, die sich kaum vom variskischen Rumpf des Rheinischen Schiefergebirges unterschied. Damals lag der Raum nur wenig über Meeresniveau. Anschließend erfolgte in mehreren Phasen seine heutige Heraushebung.

Im Gebiet des Saar-Nahe-Berglandes gehört Diefflen zu einem Sporn des mittleren Saartales, der in nordöstlicher Richtung in das Saarlouiser Becken hineinstößt und im Prims-Blies-Hügelland endet. Der Unterlauf der Prims bildet mit seinem Mündungsgebiet in die Saar eine Talverbreitung mit breiter Talaue und sehr flächig ausgebildeten Terrassen.Martin Born: Geographische Landeskunde des Saarlands. Saarbrücken 1980, S. 24–30, 38–39.

Die Prims ist der größte Nebenfluss der Saar aus dem devonischen Hunsrückgebiet. In ihrem Unterlauf hat die Prims von Körprich abwärts in den weicheren oberen Kuseler Schichten und dem grobkörnigen Vogesensandstein eine weite Talung geschaffen. Im ausgedehnten Mündungstrichter in die Saar hat sie mächtige Schotter- und Lehmterrassen hinterlassen. Die breiten Talböden, die sich von einer gedachten Linie zwischen Litermont und Steinberg auf beiden Talflanken nach Südwesten hinziehen, sind sowohl gegen die Prims als auch gegen die Saar geneigt. Die Talflanken sind nur im äußersten Mündungsgebiet durch die Erosion der Saar entstanden. Die mächtigen Erosionsmassen aus Geröll, Sand und Lehm wurden durch die Ur-Prims mit ihren Parallelbächen (Lochbach, Rodener Bach, Kondeler Bach, Beckinger Bach bzw. deren Vorgängern) nach Südwesten zur Saar hin bewegt und haben dadurch den Lauf der Saar mitbestimmt.

In der Saarlouiser Talweitung ist das Saartal auf einer Länge von etwa 15 km und in durchschnittlicher Breite von 2 km von großen Schottermassen gefüllt. Bei Fundamentgründungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Brückenbauten des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts in Wallerfangen (1927), Fraulautern (1929), Dillingen (1933) sowie bei Eisenbahnbauten und Flussregulierungen bei Dillingen erreichte man den festen Buntsandstein erst bei einer Tiefe von 6 m. Diese Erosionsmassen können nicht der Saar zugeschrieben werden, da diese hier nur ein Gefälle von 0,36 ‰ aufweist. Ebenso kommen nicht die linken Saarnebenflüsse als Verursacher in Frage.

Die Ursache dieser starken Aufschotterung im Saartal durch die Ur-Prims liegt vermutlich in einer gegen Ende des Tertiär erfolgten stärkeren Hebung der Scholle des Ostflügels an der mittleren Saar. Die Saar glitt auf der rechten, stärker geneigten Scholle nach Westen ab und schuf an der linken, schwächer geneigten Triasplatte steile Prallhänge, wie z. B. die Wallerfanger Saarengt. Die Ur-Prims muss also als ein Fluss mit stärkerem Gefälle, als dies heute der Fall ist, gedacht werden. Im Diluvium übte die wasserreiche Ur-Prims von Osten her einen starken Druck auf den Flusslauf der Saar aus und zwang diese durch Ablagerung von Erosionsmaterial, teilweise nach Westen auszuweichen. So sind am Limberg (358,9 m) und am Hoesberg (325,7 m) links der Saar noch Spuren alter Flussbetten der Saar zu erkennen. Damals floss die Saar im Altdiluvium südlich von Itzbach, bog um den Itzbacher Königsberg (344, m) nach Norden um und floss über Eimersdorf in das heutige Saartal. Westlich von Büren nahm sie die Nied auf.

Die Gerölle der Prims bestehen hauptsächlich aus Gang- und Kluftquarzen, Quarziten, Quarzitschiefern, Kieselschiefern, permischen Kieselhölzern, Sandsteinen, Konglomeraten aus dem Rotliegenden, Porphyren sowie Melaphyren. Der charakteristische Primsschotter ist auch auf den Saarterrassen zu finden. In diluvialer und alluvialer Zeit haben die riesigen Schuttmassen das Flussbett öfter verbaut und die Mündung in die Saar mehrfach verlagert. Erst in jüngerer Zeit wurde der Steilhang am Fuß des Dillinger Waldes und in der Dillinger Straße in Diefflen ausgebildet, von dem sich die Prims wieder zurückgezogen hat. Diese Verlagerung des Primsbettes ist der Entwicklung der lokalen Erosionsbasis der Prims, das heißt der Saar an der Primsmündung, geschuldet. Durch die Einschneidung der Saar nach der letzten Eiszeit musste ihr die Prims dem Gesetz der regressiven Erosion entsprechend folgen. Diese regressive Erosion hat die eiszeitlichen Ablagerungen der Prims im Unterlauf um 4 bis 5 m durchsenkt. Die rückwärtsschreitende Abtragungsentwicklung der Prims ist aktuell von der Primsmündung ausgehend etwa 12 km primsaufwärts vorgedrungen und hat ungefähr die Höhe der Mündung der Theel in die Prims erreicht.Friedrich Fischer: Beiträge zur Morphologie des Flußsystems der Saar, Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität des Saarlandes (Arbeiten aus dem Geographischen Institut der Universität des Saarlandes), Saarbrücken 1957, S. 56–57.

Die Siedlungen des unteren Primstales (Piesbach, Bilsdorf, Nalbach, Diefflen, Dillingen) entstanden alle auf den hochflutfreien Niederterrassen der Prims bzw. den zugehörigen Berghängen. Das Gefälle der Prims nimmt vom Ursprung an, wo es noch 20 ‰ ausmacht, kontinuierlich ab. Unterhalb von Körprich hat die Prims nur noch ein Gefälle von ca. 2 ‰. Nach mehrfachen Verästelungen in der Nalbach-Dieffler Talweitung erreicht die Prims bei Dillingen die Saar in einer Höhe von 173,5 m. Um die Gefahr der ständig drohenden Überschwemmungen zu vermindern, wurde häufig durch künstliche Regulierung des Primsbettes der Fluss in der breiten Talniederung eingedämmt und die Mündung mehrfach saarabwärts nach Norden verlegt. Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wurden bei Primsbegradigungsmaßnahmen bei Nalbach, Diefflen und auf dem Gelände der Dillinger Hütte in der Sohlenterrasse auf Diluvialschotter Eichenstämme von 6 bis 10 m Länge und mehr als 1 m Durchmesser freigelegt. Diese Funde können als Hinweise auf die Gewalt des ehemals reißenden Primflusses oder als Eindämmungshölzer des Menschen in geschichtlicher Zeit gedeutet werden.Johann Jakob Reichrath: Beiträge zur Morphologie und Morphogenese des Flußgebietes der mittleren und unteren Saar, Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde genehmigt von der Philosophischen Fakultät der Ernst Moritz Arndt-Universität zu Greifswald, Bonn 1936, S. 94–96, 119–122.

Unter der Voraussetzung der Richtigkeit der durch den Geographen Johann Jakob Reichrath vorgetragenen These, dass der Buntsandsteinhang in der Nalbacher Straße (Nalbacher Kirchenweg) und der Dillinger Straße in vorgeschichtlicher Zeit einstmals das rechte Primsufer bildete,Johann Jakob Reichrath: Beiträge zur Morphologie und Morphogenese des Flußgebietes der mittleren und unteren Saar, Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde genehmigt von der Philosophischen Fakultät der Ernst Moritz Arndt-Universität zu Greifswald, Bonn 1936, S. 122. müsste der seit dem 20. Jahrhundert verrohrte Dieffler Dorfbach (gespeist von der „Schlungenbach“, der „Obersten Bach“ und der „Augrätbach“) zu dieser Zeit in einem annähernd rechten Winkel im Bereich des Petersberges unterhalb der Zipp in die Prims eingemündet sein. Die relativ scharfe Hangkante des Petersberges dürfte diese Vermutung belegen. Aufgrund der stärkeren Strömungsgeschwindigkeit der Prims, ihrer größeren Erosionskraft und ihrer größeren Menge an mitgeführtem Sediment dürfte diese die Einmündung des Dorfbaches mit der Zeit Richtung Westen derart verschoben haben, dass sich die Gräth des Dieffler Dorfbaches trichterförmig ausweitete. Zentrum dieses ausgespülten Taldreieckes wäre der heutige Dieffler Dorfplatz zwischen Weilerstraße und Beckinger Straße/Düppenweilerstraße. Als sich das Flussbett der Prims dann zunehmend in seine heutige Talaue Richtung Süden verlagerte, könnte die ursprüngliche Einmündung des Dorfbaches durch Sedimente so zugeschüttet gewesen sein, dass er durch die heutige Dillinger Straße nach Westen floss und vermutlich erst im Gebiet der heutigen Straße „In der Gaul“ nach Süden, Richtung Prims, umlenkte.

Geologisch-geomorphologische Situation mini|Diefflen, Luftbild von Südosten Richtung Dillinger Wald, Der Verlauf der Dillinger Straße und der Nalbacher Straße (Nalbacher Kirchenweg), also die Bilddiagonale von links oben nach rechts unten, bezeichnet mit seinem anstehenden Buntsandstein einen ehemaligen Prallhang der Prims und trennt die Auenzone von der Hang- und Gräthenzone