Guttenbach ist ein Dorf im Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg, das zu Neckargerach gehört.
Geografie miniatur|Der Krebsbach fließt durch Guttenbach
Guttenbach liegt am nördlichen Fuß des Mittelbergs am linken Ufer des Neckars an dessen den Odenwald berührenden Unterlauf im nördlichen Baden-Württemberg. Diese links des Neckars gelegene Region wird auch Kleiner Odenwald genannt. Der Neckar floss noch in der Eiszeit in einer ausgedehnten Schleife bis Neckarkatzenbach südlich um den Mittelberg und hat sich erst seitdem zwischen Guttenbach und dem nordwestlich liegenden Neckargerach ein neues Bett gegraben. Im östlichen Teil der alten Neckarschleife verläuft heute der Krebsbach, der in Guttenbach in den Neckar mündet. Wenige hundert Meter nordwestlich der heutigen Siedlungsausdehnung liegt auf einem Bergsporn die Minneburg.
Geschichte Guttenbach wird erstmals als Botenbach in einer Urkunde vom 31. Dezember 792 im Lorscher Codex erwähnt. Diese Urkunde hat mehrere Schenkungen des Hermenher zu Obrigheim an das Kloster Lorsch zum Inhalt. Der vermutlich keltische Name deutet auf eine sumpfige Geländelage am Dorfbach hin, der 1789 Kazenbach und später Krebsbach genannt wurde. Die Geschichte des Ortes ist eng mit der nahen Minneburg verknüpft, deren Herren die Ortsherrschaft ausübten. Hier sind insbesondere die Herren von Habern im 16. Jahrhundert zu nennen, unter denen die Minneburg renaissancezeitlich ausgebaut wurde und von denen ein schmuckvolles Epitaph im Ort erhalten ist. Auffällig für den kleinen Ort ist auch das Vorhandensein von zwei Kirchen.
Nach der Evakuierung des KZ Natzweiler im Elsass befand sich die Verwaltung und Kommandantur des KZ Natzweiler von Ende November 1944 bis Anfang März 1945Markowitsch, Rautnig, 2005, S. 185. in den Dörfern Guttenbach und Binau. Die Kommandantur versuchte hier die Verwaltung der Natzweiler-Außenlager neu aufzubauen.
1939 waren 368 Einwohner gezählt worden, Ende 1945 waren es 401.Mitteilungen des Württ. und Bad. Statistischen Landesamtes Nr. 2: Ergebnisse der Einwohnerzählung am 31. Dezember 1945 in Nordbaden Am 31. Dezember 1972 wurde der Ort nach Neckargerach eingemeindet.
Schultheiße, Vögte und Bürgermeister miniatur|Altes Rathaus miniatur|Neues Rathaus Schultheiße
Vor 1624: Hanß Michel 1642: Bernhardt Öttler 1734, 1754: Johann Michel Martin 1772: Wilhelm Vierling 1773: Hans Adam Pfütsch
Vögte
1815, 1822: Vierling 1822: Pfitsch 1830–1833: Jakob Frank
Bürgermeister
1833–1872: Jakob Frank 1872–1896: Stoll 1896–1905: Heinrich Stoll 1905–1916: Georg Reinmuth 1916–1924: Wilhelm Leibfried 1924–1928: Karl Stoll 1928–1938: Eugen Leibfried 1938–1945: Theodor Dollinger 1945–1948: Ludwig Klenk 1948–1957: Wilhelm Unfall 1957–1973: Albert Herrmann
Wappen Die Blasonierung lautet: In von Blau und Silber gerautetem Schild ein blauer Wellenbalken.
Bauwerke miniatur|hochkant|Katholische Kirche Wenige hundert Meter nordwestlich von Guttenbach befindet sich auf einem Bergsporn die bereits auf Markung von Neckarkatzenbach liegende Minneburg, mit der der Ort geschichtlich verbunden ist. Die Burg wurde im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt und ist seit ihrer Zerstörung im 17. Jahrhundert eine Ruine. Die St. Urbanus (Guttenbach) ist die ursprüngliche Kirche des Ortes, die im 16. Jahrhundert reformiert und bei der Kirchenteilung 1707 wieder katholisch wurde. Das Gebäude in seiner heutigen Form wurde ab 1780 erbaut und seitdem mehrfach renoviert. In der Kirchenmauer ist ein schmuckvolles Epitaph für Ludwig von Habern († 1555) erhalten. Die Evangelische Kirche, erbaut von 1740 bis 1750, besaß ursprünglich keinen Turm. 1973 wurde ein schmuckloser, freistehender Glockenturm ergänzt, in dem sich seit 1974 vier Glocken befinden. Das Alte Rathaus ist ein schmuckvoller Fachwerkbau. Das Neue Rathaus ist ein neuerer Zweckbau. Beim Alten Rathaus befindet sich ein historischer Dorfbrunnen. Die Staustufe Guttenbach liegt zur Hälfte auf Guttenbacher Gemarkung im Neckar.
Literatur Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 6: Natzweiler, Groß-Rosen, Stutthof. C.H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-52966-5. Tobias Markowitsch, Katrin Rautnig: Goldfisch und Zebra. Das Konzentrationsaußenlager Neckarelz. KZ-Gedenkstätte Neckarelz e. V. Selbstverlag, Mosbach 2005, ISBN 3-88260-072-1.
Weblinks
Einzelnachweise
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