Raitenhaslach ist ein Gemeindeteil der Stadt Burghausen und ein Pfarrdorf im oberbayerischen Landkreis Altötting und liegt an der Salzach. Bis 1978 bildete es eine selbstständige Gemeinde.

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes, damals unter dem Namen „Rattinhaselach“ (mundartlich: Roa(d)nhåslà) war 788.

Der Namensursprung lässt sich aus dem Althochdeutschen hasalahi, mundartlich haselach (Haselgebüsch, Haselstauden) ableiten auf einen Haselwald, der einem Manne namens Reito (auch Raito) gehört.

Das Kloster Raitenhaslach wurde 1143 durch Graf Wolfker de Tegerwac (Wolfker von Wasentegernbach) und seiner Frau Hemma gestiftet. Es war bis zur Säkularisation 1803 Grundherr im Ort und hatte die niedere Gerichtsbarkeit inne.

Raitenhaslach war bis zur Gemeindegebietsreform eine Gemeinde mit 54 Gemeindeteilen. Am 1. Januar 1978 wurde die Gemeinde aufgelöst und ein kleinerer Gebietsteil mit den Orten Achatz, Aich, Algen, Feichta, Fuchs, Gasteig, Glöcklhof, Grund, Haring, Kobl, Kollmann, Kuglstadl, Linner, Mad, Pirach, Posch, Quick, Schoppenheid, Seefelden, Seißl, Spielmann, Steinberg in die Gemeinde Burgkirchen an der Alz eingegliedert, der Hauptteil mit den Orten Aching, Auberg, Bergham, Eisenhammer, Fuchshausen, Gries, Hasen, Holzham, Jägerbauer, Kupferhammer, Laimgruben, Lehner, Lindach, Marienberg, Moosbrunn, Neuhaus, Oberhadermark, Papiermuhle, Pfaffing, Pfram, Pritzl, Pulvermühle, Raitenhaslach, Sägmeister, Scheuerhof, Schreiner, Silmoning, Stacherl, Stadl, Tiefenau, Trutzhof und Unterhadermark kam zu Burghausen.

Sehenswürdigkeiten Den Hauptteil und Kern des Pfarrdorfs bildet das Zisterzienserkloster Kloster Raitenhaslach mit der Pfarrkirche St. Georg.

Besuch von James Joyce in Raitenhaslach mini|Johann Baptist Pinzingers Gastwirtschaft zur Griesmühle (1906) Im Jahr 1928 besuchte der in Salzburg urlaubende Schriftsteller James Joyce gemeinsam mit dem Salzburger Schriftsteller, Maler und Kunstsammler Adolph Johannes Fischer Raitenhaslach, wo sie beim „Most-Hans“ genannten Gastwirt Johann Baptist Pinzinger dessen „Salzach Museum“ genannte Schwemmgut-Sammlung besichtigten und Fischer einige der Salzach-Strandgut bzw. Schwemmholz-Schaustücke fotografierte. Vier von Fischers Schwarz-Weiß-Fotografien wurden 1929 unter dem Titel Fluviana in der Zeitschrift Transition veröffentlicht.Andreas Weigel: Bruchstückhafte Biografien. Spurensuche und -sicherung: Adolph Johannes Fischer und Fritz Willy Fischer-Güllern. in: Michael Ritter (Hrsg.): praesent 2011. Das österreichische Literaturjahrbuch. Das literarische Geschehen in Österreich von Juli 2009 bis Juni 2010. Wien, präsens 2010, S. 21–36. ISBN 978-3-7069-2010-0.

Literatur Andreas Weigel: James Joyces Aufenthalte in Österreich. Innsbruck (1928), Salzburg (1928) und Feldkirch (1915, 1932). In: Michael Ritter (Hrsg.): praesent 2006. Das österreichische Literaturjahrbuch. Das literarische Geschehen in Österreich von Juli 2004 bis Juni 2005. S. 93–105. Wien: präsens 2005. Eva Gilch: Der „Most-Hans“ von Raitenhaslach und James Joyce. In: Oettinger Land. Eine heimatkundliche Schriftenreihe für den gesamten Landkreis Altötting. Herausgegeben vom „Oettinger Heimatland“ e. V. Altötting. Jahresfolge 2008. Band 28. S. 221–226. Rupert Linsinger: Eine eigenartige Sammlung. In: Fluss und Zelt. 1928. S. 110–112 (detaillierte zeitgenössische Besprechung des Salzach-Museums in Raitenhaslach). Grundschule Raitenhaslach (Hrsg.): Schulgeschichte von Raitenhaslach 1804–2004. Neuötting 2004.

Weblinks

Stadt Burghausen: Raitenhaslach: James Joyce und der Most Hans. 11. August 2023.

Anmerkungen

Kategorie:Ort im Landkreis Altötting Kategorie:Gemeindeteil von Burghausen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Altötting) Kategorie:Ersterwähnung 788 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978