mini|Wappen des Fürstengeschlechts Lubomirski (Szreniawa ohne Kreuz) mini|hochkant|Fürst Jerzy Sebastian Lubomirski mini|hochkant|Fürst Stanisław Herakliusz Lubomirski mini|hochkant|Fürst Jan Kazimierz Lubomirski mini|hochkant|Fürst Jerzy Aleksander Lubomirski mini|hochkant|Fürst Jerzy Ignacy Lubomirski mini|hochkant|Fürst Stanisław Herakliusz Lubomirski mini|hochkant|Fürst Teodor Lubomirski mini|hochkant|Fürst Hieronim Augustyn Lubomirski
Lubomirski ist der Name eines bedeutenden polnischen Hochadelsgeschlechts.
Geschichte der Fürstenfamilie Lubomirski Lubomirski – polnische Fürsten mit dem Wappen Szreniawa ohne Kreuz.
Herkunft und Wappen der Familie
Das Geschlecht der Fürsten Lubomirski ist seit dem 10. Jahrhundert Teil der Geschichte Polens. Die erste Theorie über die Herkunft der Familie, die von dem polnischen Heraldiker Adam Boniecki stammt, nimmt an, dass es zwei Geschlechtszweige gab. Der erste Zweig siedelte sich am Fluss Szreniawa im Kreis Proszowice, der zweite im Kreis Szczyrzyce an. Das Datum der Teilung der Sippe ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich geschah sie vor der Annahme des Christentums durch Polen. Die am Fluss Szreniawa lebenden Szreniawiten verband ein gemeinsames Wappen, das bedeutet, dass sie auch die gleichen Vorfahren hatten. Während der Zeit der Herrschaft von Mieszko I. bewiesen die Mitglieder dieser Familie Tapferkeit im Kampf mit Heiden. Für diese Heldentat wurden sie mit Ritterwürde und Wappen ausgezeichnet. Das Adelswappen Drużyna (Szreniawa ohne Kreuz) stellt die Schleifen des Flusses Szreniawa in Form eines weißen Buchstabens S auf rotem Feld dar. Mit dem Motto Patriam Versus (auf die Heimat gerichtet) wird dieses Wappen von den Vertretern der Familie bis heute verwendet.Adam Boniecki, A. Reiski: Herbarz polski, Teil 1, Wiadomości historyczno-genealogiczne o rodach szlacheckich, Bd. 15, Gebethner i Wolf, Warschau 1912, S. 56–57.
Der Urheber der zweiten Theorie über die Herkunft des Geschlechts ist der Mediävist Władysław Semkowicz. Im Artikel „Drużyna i Śreniawa. Studyum heraldyczne“ schreibt er, dass die Familie die Ufer des Flusses Szreniawa im Kreis Szczyrzyce bewohnte, also auf einem von den Bächen: Raba, Stradomka mit dem Bach Trzciański, Łososina und Krzyworzeka umgrenzten Gebiet. Semkowicz beschreibt, dass sich dort das ursprüngliche Sippenterritorium der Drużynniten befand (Vorfahren der Geschlechter Lubomirski, Wieruski, Rupniewski und Lasocki). Seiner Meinung nach stellt das Wappen nicht die Flussschleifen, sondern „Krzywaśń“, also einen gebogenen Stab dar – das Attribut säkularer oder bischöflicher Gewalt. Das würde bedeuten, dass die Sippe mehrere Jahrhunderte vor der Annahme ihres Namens wichtige, mit Herrschaft verbundene Funktionen erfüllte.W. Semkowicz: Drużyna i Śreniawa. Studyum heraldyczne, „Kwartalnik Historyczny“, Jahrgang. 14 (1900), S. 200–222. Diese Theorie nimmt im Weiteren an, dass schon im 15. Jh. Jan Długosz die Herkunft des Wappens Drużyna (Szreniawa ohne Kreuz) nicht richtig beschrieben hat und andere Heraldiker diesen Fehler wiederholten. Das vorstehend beschriebene Wappen wird bis heute von den Mitgliedern des Geschlechts verwendet.
Die weitere Geschichte des Geschlechts der Szreniawiten oder Drużynniten ist eng mit dem Hof der Piast-Herrscher verbunden. Einer von ihnen war Kanoniker am Wawel-Hof. Die Personen, die sich dieses Wappens bedienten, gehörten zum inneren Kreis um König Bolesław Śmiały – seinen Leibwächtern, was der berühmteste polnische Chronist Jan Długosz in „Roczniki czyli Kroniki sławnego Królestwa Polskiego“ erwähnt. Die älteste Urkunde, die das Geschlecht Lubomirski betrifft, stammt aus dem 11. Jahrhundert. Es handelt sich um eine Vermögensteilung, die im Jahre 1682 in Krakau oblatiert (in die Bücher eingetragen) wurde. Das Original ist nicht erhalten geblieben. Es findet sich nur eine Erwähnung aus diesem Jahr in der Kronmetrik.Zum Beispiel Piotr, Erzbischof von Gnesen, der aus dem Geschlecht der Szreniawiten stammte, führte im Jahre 1180 Verhandlungen zwischen den Fürsten aus der Piastendynastie während des Kongresses in Łęczyca. Siehe K. Niecsiecki S. J. Herbarz polski powiększony dodatkami z późniejszych autorów, rękopisów, dowodów urzędowych, Bd. 8, Breitkopf w Haertel, Leipzig 1841, S. 469–472. Die nachfolgenden Mitglieder des Geschlechts waren Bischöfe,Zum Beispiel Piotr, Erzbischof von Gnesen, der aus dem Geschlecht der Szreniawiten stammte, führte im Jahre 1180 Verhandlungen zwischen den Fürsten aus der Piastendynastie während des Kongresses in Łęczyca. Siehe K. Niecsiecki S. J. Herbarz polski powiększony dodatkami z późniejszych autorów, rękopisów, dowodów urzędowych, Bd. 8, Breitkopf w Haertel, Leipzig 1841, S. 469–472. die zentrale Funktionen am Hof der Piasten erfüllten, ihre Vermögen ausbauten und in Landgüter investierten, hauptsächlich in Kleinpolen. Jakub Lubomirski hatte im 14. Jahrhundert das Amt des Stadtschreibers inne.
Grundlagen ökonomischer Macht
Als Vorläufer des Geschlechts Lubomirski, welches sich von der Sippe der Szreniawiten absonderte, gilt Piotr (verst. 1480), Gutsherr von Lubomierz, der Ortschaft, von der er den Namen annahm. Die Familie schuf ihre wirtschaftlichen Grundlagen auf der Ausbeutung der Salzbergwerke in der Krakauer Woiwodschaft. Die Bergwerkschächte wurden von den Herrschern Polens verpachtet. Die Vertreter der Familie Lubomirski gründeten auch ihre eigenen Bergwerke in der Woiwodschaft Małopolska (Kleinpolen). Der Urheber der ökonomischen Macht war Sebastian (ca. 1546–1613), der im Jahre 1581 zum Krakauer Salzgrafen wurde. Es war das erste hauptstädtische Amt, das von einem Vertreter der Familie ausgeübt wurde. Sebastian nutzte bei der Amtsübernahme die Unterstützung des Königs Stefan Batory. Sebastian erhielt im Jahre 1595 von Kaiser Rudolf II. den Titel Fürst zu Wiśnicz, 1591 trat er als der Landrat von Małogoszcz dem Senat bei. Er öffnete den privaten Salzschacht „Kunegunda“ in Siercza, der zirka 100 Jahre ausgebeutet wurde.T. Zielińska: Poczet polskich rodów arystokratycznych. WSiP, Warschau 1997, S. 134.
Die durch den Salzhandel gewonnenen Gelder ermöglichten den Vertretern der Familie die Gewährung von Darlehen selbst für die reichsten Personen im Lande. Dies ermöglichte den weiteren Erwerb von Land oder dessen Übernahme von nicht zahlungsfähigen Schuldnern. Die Familie verbesserte über mehrere Generationen ihre ökonomische Lage und vergrößerte dadurch ihr schon jahrhundertelang gehaltenes Vermögen.Rody magnackie Rzeczypospolitej. PWN, Warschau 2009, S. 98.
Residenzen
Die ältesten Erwähnungen über Lubomierz – die Heimatortschaft – wurden im Jahre 1398 aufgezeichnet.Solche Information geben A. Boniecki und A. Reiski an, Herbarz polski, Teil 1, Wiadomości historyczno-genealogiczne o rodach szlacheckich, Bd. 15, Gebethner i Wolf, Warschau 1912, S. 56–58. Das Landgut, das zuerst aus den Dörfern Gdow und Szczyrzyce bestand und sich schon im 13. Jahrhundert im Besitz der Familie befand, erweiterte sich bedeutend. Im 17. und 18. Jahrhundert umfasste es unter anderem schon Lubomierz, Nowy Wiśnicz, Bochnia, Wieliczka, Łańcut, Baranów Sandomierski, Puławy, Rzeszów, Równe, Tarnów, Jarosław, Przeworsk und Janowiec an der Weichsel. Bis heute ist das Schloss in Nowy Wiśnicz Eigentum des Familienvereins Lubomirski.Sąd Rejonowy [Amtsgericht] in Bochnia, Grundbuchabteilung, LWH 390. Viele Anwesen befanden sich auf dem Gebiet der größten polnischen Städte: Warschau, der Lubomirski-Palast, der heutige Präsidentenpalast, weiter z. B. Mokotów, Ujazdów, Czerniaków, Krakau (Wola Justowska, Kamienica Pod Baranami [Haus zum Widder]), Rzeszów (Schloss), Sandomir oder Lemberg. Das Prestige wurde durch das Unterhalten von Residenzen in Dresden, Wien und Paris betont. Die Familienmitglieder wurden „Besitzer des Ufers des Flusses Dniepr“ genannt, weil sich ein Großteil ihrer Besitztümer auf dem Gebiet der heutigen Ukraine und der Slowakei befand. Die Familie Lubomirski hatte politischen, militärischen und ökonomischen Einfluss, der sich vor allem in den Woiwodschaft Krakau, Sandomierz, Stanisławów und der ruthenischen Woiwodschaft konzentrierte, um in späterer Zeit das ganze Gebiet der Republik beider Nationen zu erfassen. Diesen Besitzstand blieb ihnen bis zum Zusammenbruch des polnischen Staates erhalten. Damals wurden der Familie viele Landgüter als Folge der Sanktionen für die Unabhängigkeitsbewegung entzogen.
Die Mitglieder der Familie Lubomirski investierten in Grundbesitz und erwarben große Ländereien. Man strebte bewusst eine Konzentration des Landbesitzes an, da dieser ein einheitliches Ganzes werden sollte. Die territoriale Expansion begann auf dem angestammten Gebiet südlich von Krakau und richtete sich nach Osten. Die gemeinsamen Güter erreichten ihre größte Ausdehnung in Zeiten des Königs Stanislaus (verst. 1649). Dies war das drittgrößte Vermögen in der damaligen polnischen Republik, kleiner nur als das des Ostroger Majorats und die Güter der Familie Radziwiłł. Man erwarb das Eigentum an Grundstücken und pachtete reiche königliche Vermögen, wie die Starostei Zips, Sandomierz und Sacz. Die Einnahmen aus den vom König gepachteten Ländern waren vergleichbar mit denen aus privaten Ländereien. Auf ihrem Landgut führten sie viele Erleichterungen und neue Lösungen ein. Ihre Bauerngüter stellten sie auf industrielle Produktion um. Sie bauten Zuckerraffinerien, Brennereien, Fabriken. Sie behandelten ihre Untertanen gleich, führten Gleichberechtigung ein, erlaubten den Juden, Grundbesitz in Privatstädten zu erwerben, Häuser zu bauen, verliehen ihnen Gerichtsberechtigungen.Jerzy Sebastian war besonders an der Demokratisierung beteiligt. Er glaubte, dass größere wirtschaftliche Berechtigungen aller seiner Untertanen auch seine Bereicherung zufolge haben wird. Sie gründeten Schulen und Krankenhäuser für die bäuerliche Bevölkerung, die aus privaten Einnahmen unterhalten wurden. In ihren Gütern stellten sie oft Personen aus dem niedrigsten Stand ein, kümmerten sich um deren Bildung und boten ihnen Wohnsitz, Kleidung und, wie damals üblich, zweimal im Jahr ausgezahlten Lohn an. Für treue Dienste gaben sie ihnen Güter in lebenslangen oder vererbbaren Besitz.Kasper Niesiecki: Herbarz polski powiększony dodatkami z późniejszych autorów, rękopisów, dowodów urzędowych i ausgegeben von J. N. Borowicza, Bd. 6, Leipzig 1841, S. 147.
Familienteilung
Diese zunächst wenig zahlreiche Familie vermehrte sich erheblich, was zur Teilung des gehaltenen Vermögens führte, aber auch einen leichteren politischen Start dank der Unterstützung zahlreicher Personen in Sejm und Senat oder am königlichen Hof ermöglichte. Die nächsten Familienvertreter konnten auch auf Unterstützung ihrer Verwandten bei politischen oder gerichtlichen Aktivitäten zählen. Die Familie teilte sich in fünf Hauptlinien: Wiśnicz-Linie (von Alexander Michael, 1614–1677), Lańcuter-Linie (von Stanisław Herakliusz, 1642–1702), Przeworsk-Linie (von Alexander Michael, verst. 1675), Rzeszówer-Linie (von Hieronim Augustyn, ca. 1647–1706) und Janowiec-Linie (von Jerzy Dominik, 1665–1727).
Die zahlreichste Geschlechtslinie war die Przeworsker-Linie, die sich in drei Zweige unterteilte: dubrowieńsko-kruszyńska, równieńsko-przeworska und dubieńska. Zahlreiche Vertreter dieser Familienlinie sind heute noch am Leben.
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