Das im Nordwesten der Iberischen Halbinsel gelegene Königreich León wurde im Jahr 910 gegründet, als sich das Königreich Asturien nach dem Tod Alfons’ III. des Großen auflöste. Hauptstadt war die Stadt León.
Vorgeschichte Das Königreich León entstand als Folge der Teilung des Königreichs Asturien, die möglicherweise auf den Willen des Königs zurückgeht oder durch zumindest eine einvernehmliche Aufteilung unter den drei ältesten Söhnen. Dabei erhielt Fruela II. die asturischen, Ordoño II. die galicischen und García I. die leónischen Herrschaftsgebiete während Alfons bei seiner Abdankung im Jahr 909 im Palast von Boides, in Gegenwart des Adels von Asturien, die Stadt Zamora für sich behielt.
Nach anderen Chroniken soll seine Gemahlin, die Königin Jimena den Plan gehabt haben ihren Mann aus dem Königreich zu vertreiben und durch ihren Sohn García zu ersetzen. Sie soll die Burgen Alba, Gordón, Arbolio und Luna an der Grenze zu León errichtet und García zum Aufstand gegen seinen Vater angestiftet haben. Als König Alfons von den Plänen seines Sohnes erfuhr, soll er nach Zamora gekommen, García gefangen genommen und in der Burg Gozón eingekerkert haben. Sein Schwiegervater Munio Núñez schloss sich daraufhin mit seiner Tochter und ihren Söhne an, um Alfons zu zwingen sein Königreich an seinen Sohn García abzutreten. Daraufhin soll König Alfons alle Adligen des Königreichs in die Stadt Boides versammelt und seine Abdankung zugunsten seinen Sohn als seinem einzigen Nachfolger verkündet haben. Anschließend begab er sich auf eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela, führte noch einen letzten Feldzug gegen die Sarazenen, kehrte nach Zamora zurück und starb kurz darauf.
Andere wiederum vermuteten, dass der Erstgeborene gegen die Pläne der Teilung und die Herausgabe einiger Gebiete an seine Brüder rebellierte und versucht haben soll, so das gesamte Königreich Asturien in seinen Besitz zu bringen und er deshalb vom Vater festgesetzt wurde. Es kam aber schließlich zur Teilung zwischen den Brüdern.
Geschichte Das ursprüngliche Gebiet konnte bereits unmittelbar nach Gründung des Königreiches nach Süden und Osten erweitert werden; in den neu gewonnenen Territorien wurden Burgen errichtet sowie Städte und Flecken neu bevölkert, darunter Coca, Coruña del Conde, San Esteban de Gormaz, Osma und Roa. In den folgenden Jahrzehnten wurden auch Galicien und Asturien eingegliedert, so dass das Königreich León als Nachfolgestaat des Königreichs Asturien gelten kann. In den 930er Jahren machte Ferdinand González die Grafschaft Burgos unabhängig und nannte das Land nach den vielen Burgen „Kastilien“. Er verbündete sich mit dem Kalifat von Córdoba gegen León, bis er im Jahr 966 von Sancho dem Dicken aufgehalten wurde.
León wurde im Jahr 1037 von König Ferdinand I. von Kastilien erobert, der auch den Titel „König von León“ annahm. Die beiden Königreiche brachen 1157 wieder auseinander, als König Alfons VII. eine Erbteilung unter seinen Söhnen vornahm. Um das Jahr 1230 wurden sie von Ferdinand III. endgültig wieder im Königreich Kastilien vereinigt. Seither nannten sich die Könige von Kastilien auch Könige von León und führten den purpurnen Löwen im Wappen.
Vor dem Zusammenschluss mit Kastilien leistete das Königreich León einen Großteil der Anstrengungen und Kriegslasten bei der Rückeroberung (reconquista) des Nordwestens der Iberischen Halbinsel. Bereits nach der für die Christen siegreichen Schlacht von Simancas (939) wurde die Grenze zwischen den christlichen Königreichen im Norden und dem Kalifat von Córdoba im Süden über den Río Duero hinaus nach Süden verschoben. Zum vergrößerten Königreich León gehörten nunmehr auch die bedeutsamen Städte Zamora, Toro und Salamanca.
Neuzeit Im vereinigten Königreich Spanien wurde León zu einem Generalkapitanat, bis das Gebiet im Jahr 1833 von Francisco Javier de Burgos in Provinzen aufgeteilt wurde. Die ehemaligen Länder von León stellen heute ganz oder teilweise das Territorium der autonomen Gemeinschaften von Kastilien und León, Galicien, Extremadura und Asturien, sowie den Norden von Portugal.
Im Jahr umfasste das Gebiet 943 bis 945 mi² und hatte rund 921.000 Einwohner und war in die Provinzen León, Palencía, Toro, Zamora, Valladolid und Salamanca untergliedert.
Flagge und Wappen
Literatur
León, Königreich. In: Lexikon des Mittelalters. Band V: Hiera-Mittel bis Lukanien. Artemis-Verlag, München 1991, Sp. 1884 (Abschrift, manfred-hiebl.de). Simon Barton: The Aristocracy in Twelfth-Century León and Castile. Cambridge University Press, Cambridge 1997, ISBN 0-511-58512-8.
Siehe auch Liste der Könige von León Kastilien und León Könige von León
Weblinks Corazón León Artikel zur Geschichte Leóns (spanisch)
Einzelnachweise
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