mini|Sektion Asphodelus: Ästiger Affodill (Asphodelus ramosus) mini|Sektion Verinea: Röhriger Affodill (Asphodelus fistulosus)

Affodill (Asphodelus) oder Asphodill bildet eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Affodillgewächse (Asphodeloideae) aus der Familie der Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae).

Beschreibung Die Affodill-Arten sind meist ausdauernde, krautige Pflanzen mit einem verdickten Rhizom oder ein- bis zweijährige Pflanzen mit faserigen Wurzeln. Sie haben grundständige, rosettenartig angeordnete Laubblätter.

Die Blüten stehen in Trauben oder Rispen zusammen. Die zwittrigen Blüten sind dreizählig. Die sechs Blütenhüllblätter sind weiß oder hellrosafarben. Im Gegensatz zu den Arten der Gattung Asphodeline haben die Blüten gleich lange Staubblätter. Es werden kugelige, lederige und dreifächerige Kapselfrüchte gebildet, welche die schwarzen tetraederförmigen Samen enthalten.

Vorkommen Das Vorkommen der Affodill-Arten erstreckt sich auf das gesamte Mittelmeergebiet und verläuft von dort nach Osten weiter bis nach Indien.

Systematik Es gibt in der Gattung Affodill (über lateinisch affodilus bzw. affodillusVgl. etwa Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 154. und asphodilus aus dem Griechischen), womit ursprünglich Asphodelus albusVgl. etwa Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 136 (Asphodelium).Vgl. auch Ute Obhof: Rezeptionszeugnisse des „Gart der Gesundheit“ von Johann Wonnecke in der Martinus-Bibliothek in Mainz – ein wegweisender Druck von Peter Schöffer. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018, S. 25–38, hier: S. 32 (Affodilus „goldwurcz“). (im Mittelalter auch die „Goldwurz“ Gelber Affodill und Ästiger AffodillOtto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. 1959, S. 154.) gemeint war, 16 Arten, die sich in fünf Sektionen eingruppieren lassen:

Sect. Asphodelus Asphodelus aestivus ist ein Endemit der südwestlichen Iberischen Halbinsel. Weißer Affodill (Asphodelus albus ), mit Heimat im submediterranen Europa; kommt in vier Unterarten vor. Asphodelus bento-rainhae , mit Heimat im mittleren Portugal und im angrenzenden Spanien; kommt in zwei Unterarten vor. Kirschen-Affodill (Asphodelus cerasiferus ), mit Heimat in Spanien, Frankreich, Korsika, Sardinien, Marokko und Algerien. Asphodelus gracilis , mit Heimat im nördlichen Marokko. Asphodelus lusitanicus , mit Heimat in Portugal und Galicien. Asphodelus macrocarpus , mit Heimat in Marokko, Portugal, Spanien, im mediterranen und atlantischen Frankreich sowie in Italien; kommt in zwei Unterarten vor. Ästiger Affodill oder Kleinfrüchtiger Affodill (Asphodelus ramosus ; Syn. Asphodelus aestivus auct., Asphodelus microcarpus ), weit verbreitet im Mittelmeergebiet, kommt in zwei Unterarten vor. Asphodelus serotinus , mit Heimat in der westlichen und mittleren Iberischen Halbinsel. Sect. Verineopsis Asphodelus roseus , mit Heimat in Südspanien und Nordmarokko. Sect. Verinea Asphodelus ayardii , mit Heimat im westlichen Mittelmeergebiet und auf den Kanaren. Röhriger Affodill (Asphodelus fistulosus ), weit verbreitet im Mittelmeergebiet, auf andere Kontinente verschleppt, kommt in zwei Unterarten vor. Asphodelus tenuifolius , mit Heimat im mediterranen und saharischen Nordafrika sowie von Südspanien, Griechenland, Südwestasien bis Nordindien; verschleppt nach Australien. Sect. Clausonia Asphodelus acaulis , mit Heimat in Marokko, Algerien und Tunesien. Sect. Plagiasphodelus Asphodelus refractus , mit Heimat in den Wüstengebieten Nordafrikas und auf der Arabischen Halbinsel. Asphodelus viscidulus , mit Heimat in den Wüstengebieten Nordafrikas ab Ost-Algerien bis zur nordwestlichen Arabischen Halbinsel.

Ohne Zuordnung zu einer Sektion: Asphodelus bakeri (Syn. Aspodelus comosus ), mit Heimat im westlichen Himalaja.

Verwendung Früher wurde Burrata häufig in Affodillblätter verpackt, was ihm einen speziellen Geschmack verlieh. An den grünen Blättern konnte man erkennen, ob Burrata noch frisch war. Aufgrund von Hygienebestimmungen wurde der Affodill später durch grünes Plastik ersetzt, was heutzutage jedoch mehr und mehr verschwindet.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Affodillgewächse