mini|Warschauer Schloss, Beginn des Königswegs mini|Schloss Belweder mini|Schloss Wilanów, Ende des Königswegs
Der Königsweg ( []) ist ein zehn Kilometer langer, ehemaliger Repräsentationsweg der polnischen Könige in Warschau. Er verläuft vom Warschauer Schloss im Norden über das Schloss Belweder bis zum Schloss Wilanów im Süden der Hauptstadt.
Verlauf Er beginnt am Warschauer Schloss, führt in südlicher Richtung und ist eine der längsten Repräsentationsstraßen der Welt. Ursprünglich wurde damit die etwa 4 Kilometer lange Strecke bis zum königlichen Łazienki-Park bezeichnet, später bis zum Schloss Belvedere. Neuerdings wird auch die Weiterführung bis zum 10 Kilometer entfernt liegenden Schloss Wilanów von König Jan III. Sobieski zum Königsweg gezählt.siehe beispielsweise Peter H. Baumgarten (Leitung), Polen. Baedeker Allianz Reiseführer. Verlag Karl Baedeker, ISBN 3-87504-542-4, Ostfildern 1993, S. 412.
Der historische Königsweg setzt sich aus mehreren repräsentativen Straßenzügen zusammen, der Krakowskie Przedmieście, der Nowy Świat und den Aleje Ujazdowskie (von Norden nach Süden). Über die später trassierten Straßen Ulica Belwederska, Ulica Jana III Sobieskiego sowie Aleja WilanowskaUlica Belwederska, Ulica Jana III Sobieskiego, Aleja Wilanowska: es handelt sich hierbei um die heute verwendeten Straßennamen, in der Vergangenheit wurden teilweise andere benutzt, wie Aleja Królewska (deutsch: Königliche Allee) für einen Teilabschnitt der heutigen Aleja Wilanowska. ist er mit Wilanów verbunden.gem. Juliusz W. Gomulicki, Warschau, Verlag Arkady, gedruckt bei VEB Druckerei der Werktätigen in Halle (Saale), Warschau 1967, S. 8 verbindet der dort als „Königliche Hauptstraße“ bezeichnete Königsweg das Königsschloss mit den Lieblingsresidenzen dreier Warschauer Monarchen: Ujazdów, Łazienki und Wilanów.
Der Königsweg verläuft in einem Abstand von einigen Hundert Metern bis zu zwei Kilometern etwa parallel zur Weichsel und bildete zusammen mit der senkrecht zu ihm verlaufenden Sächsischen Achse (im 18. Jahrhundert) sowie der Jerozolimskie-Allee (im 19. Jahrhundert) die Hauptachse der urbanen Entwicklung Warschaus. Er wurde zu einem Teil bereits zu Beginn der Stadtgeschichte bebaut und verband die ehemalige Siedlung Jazdów mit der Altstadt.
Warschauer Schloss
Das Warschauer Königsschloss liegt am nördlichen Ende des Königsweges. Neben dem eigentlichen Königsschloss gehören zu dem Komplex auch der Palast unter dem Blechdach und die Gärten des Königsschlosses.
Das Warschauer Königsschloss geht auf ein befestigtes Holzgebäude aus dem 13./14. Jahrhundert zurück. Zwei größere Gebäude im gotischen Stil entstanden im 15. Jahrhundert. Nachdem Warschau zur ständigen Tagungsstätte des Sejm bestimmt worden war, entstand in den Jahren 1570–71 ein neues königliches Hauptgebäude. König Sigismund III. verlegte im Jahre 1596 die Hauptstadt Polen-Litauens nach Warschau und ließ zwischen 1598 und 1619 ein neues fünfeckiges Schloss errichten. Mit den Teilungen Polens verlor das Schloss 1795 all seine Funktionen als Sitz des Königs, des Sejms und des Senates. Im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört, wurde das Schloss danach wieder aufgebaut. Heute befindet sich im Schloss ein Museum mit einer umfangreichen Gemäldegalerie.
Gärten des Warschauer Schlosses Die Gärten des Königsschlosses sind eine Gartenanlage aus der Renaissance, die sich zwischen dem Königsschloss und der Weichsel erstreckten. Sie wurden im Barock und Klassizismus erweitert und ausgebaut. Nach der Dritten Teilung Polens verfielen sie allmählich und wurden erst wieder in der Zwischenkriegszeit restauriert. Im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht devastiert, dauert ihre Rekonstruktion bis heute.
Palast unter dem Blechdach mini|Palast unter dem Blechdach
Der Palast unter dem Blechdach (poln. Pałac pod Blachą) ist ein Spätbarockschloss in Warschau aus dem 17. Jahrhundert. Das Schloss wurde von der Magnatenfamilie Lubomirski von 1698 bis 1701 errichtet. Im 18. Jahrhundert diente es der Warschauer Freimaurerloge. Der Palast wurde nach dem Warschauer Aufstand niedergebrannt und 1949 wiederaufgebaut.
Krakowskie Przedmieście
Die Straße Krakowskie Przedmieście (Krakauer Vorstadt) verläuft vom Schlossplatz, dem damaligen Krakauer Tor, bis zum Staszic-Palast. Bis etwa 1400 wurde die heutige Straße Krakauer Vorstadt – Czersker Vorstadt und nach dem Bau der St.-Anna-Kirche und des Bernardinerklosters Bernardiner Vorstadt genannt. Im 16. Jahrhundert erhielt sie den heutigen Namen. Die heutige Bebauung stammt vor allem aus dem 17. Jahrhundert. Verewigt wurde die Krakowskie Przedmieście in dem Roman „Lalka“ (Puppe) von Bolesław Prus, an dessen Szenen auf Tafeln an den Häusern erinnert wird, wie zum Beispiel das Geschäft „Mincel und Wokulski“. Während der deutschen Besatzung 1939–1945 trug die Straße den Namen „Krakauer Straße“.
Paläste Präsidentenpalast mini|Präsidentenpalast mini|Residenz des polnischen Staatspräsidenten
Der Warschauer Präsidentenpalast (poln. Pałac Prezydencki; auch Pałac Koniecpolskich, Pałac Lubomirskich, Pałac Radziwiłłów oder Pałac Namiestnikowski) wurde von 1643 bis 1645 für den Hetman Stanisław Koniecpolski errichtet. Von 1661 gehörte es der Magnatenfamilie Lubomirski, die es 1685 der Magnatenfamilie der Radziwiłł verkaufte, in deren Händen es bis 1817 blieb. Nach dem Wiener Kongress wurde es Sitz des ersten russischen Statthalters von Kongresspolen, General Józef Zajączek.
In der Zwischenkriegszeit war das Schloss Amtssitz des polnischen Ministerpräsidenten sowie der Regierung und in den Nebenflügeln war die Kanzlei des Ministerrates untergebracht.
Während des Zweiten Weltkriegs diente das Palais als „Deutsches Haus“, ein Zentrum für Deutsche in Warschau. Im Warschauer Aufstand wurde das Palais nur geringfügig beschädigt, so dass es von 1947 bis 1952 von Teodor Bursche, Antoni Jawornicki und Borys Zinserling wiederhergestellt und Sitz des Ministerrats wurde. Nach dem Krieg wurde das Denkmal von Józef Antoni Poniatowski des Bildhauers Bertel Thorvaldsen auf den Schlossplatz gestellt. 1955 wurde im Palais der Warschauer Pakt und 1970 der Warschauer Vertrag von Józef Cyrankiewicz und Willy Brandt unterzeichnet. Der Runde Tisch zwischen den Vertretern der kommunistischen Regierung und der oppositionellen Solidarność fand Anfang 1989 hier statt.
Seit 1995 ist das Schloss Sitz des polnischen Präsidenten. Bis jetzt haben Lech Wałęsa, Aleksander Kwaśniewski und Lech Kaczyński hier residiert.
Potocki-Palast mini|Potocki-Palast vom Präsidentenpalast mini|Potocki-Palast vom Innenhof
Der Potocki-Palast (Pałac Potockich) wurde vor 1683 von Józef Piola mit einem barocken Garten für die Magnatenfamilie Dönhoff errichtet. 1731 wurde das Palais von den Czartoryski erworben. Von 1760 bis 1766 wurde es von Ephraim Schröger im Stil des Rokoko umgebaut. 1765–66 kam eine vom selben Architekt im selben Stil gehaltene Kordegarde hinzu. Samuele Contessa, Jan Chryzostom Redler und Sebastian Zeisel gestalteten die Bildhauerarbeiten. 1782 kam es an Izabela Lubomirska, die es von Szymon Bogusław Zug umgestalten ließ. Auf ihn geht das klassizistische Säulenportal zurück. Auch Jan Chrystian Kamsetzer und der Maler Antonio Tombari arbeiteten an dem Gebäude 1790–91. 1830 wurde Aleksander Potocki Eigentümer des Palais, der es teilweise an die berühmte Bücherei Gebethner und Wolf vermietete. 1860 errichteten Leander Marconi und Władysław Marconi für Gracjan Unger einen Ausstellungspavillon auf dem Schlosshof, der ab 1884 der Zachęta-Galerie zur Verfügung gestellt wurde. Józef Potocki aus Antonin erwarb das Palais 1886, der es ab 1896 von Władysław Marconi generell restaurieren ließ. Das wunderschöne gusseiserne Tor geht auf ihn zurück. Ab 1924 diente das Palais als schwedische Botschaft und wurde 1944 von der deutschen Wehrmacht zerstört. Es wurde 1948–1950 nach dem Entwurf von Jan Zachwatowicz von Zygmunt Stępiński rekonstruiert. Vom ursprünglichen Palast sind nur die Wache mit Skulpturen von Sebastian Zeisl, die Tore im Neurokokostil und das Schmuckgitter erhalten geblieben. Heute beherbergt das Palais das Ministerium für Kultur und Kunst.
Czapski-Palast
Der Czapski-Palast (Pałac Czapskich) entstand von 1686 bis 1705, entworfen von Tylman van Gameren anstelle eines älteren Palastes des litauischen Großmarschalls Aleksander Ludwik Radziwiłł und seit 1654 seines Sohnes des litauischen Hetman und Kanzlers Michał Kazimierz Radziwiłł. 1681 ging das Palais an Michael Stephan Radziejowski, den Bischof von Ermland, seit 1686 Kardinal und seit 1687 Erzbischof von Gnesen. Sein Sohn Michał Prażmowski verkaufte das Palais an den Großen Hetman der Krone Adam Sieniawski im Jahre 1712. Von 1713 bis 1718 ließ er den Palast von Augustyn Wincenty Locci, Karol Bay und Kacper Bażanka umbauen. Später ging das Palais an die Magnatenfamilie Czartoryski, die es 1732 an den Bankier Piotr de Riacour verkaufte. 1735 erwarb der Woiwode und Großschatzmeister der Krone von Chełm Jan Ansgary Czapski den Palast. Antonio Caspar und Samuele Contessa schufen 1743/1744 die Fassadenstatuen. Der Umbau von 1752 bis 1765 gab dem Palais die heutige spätbarocke Form. Jan Chrystian Kamsetzer baute 1790 zwei Offizine an. Ende des 18. Jahrhunderts wurde ein barocker Schlossgarten angelegt, an dessen Stelle 1848 die Offizine ausgebaut wurden. Nach dem Tod von Stanisław Małachowski erwarb Maria Urszula Radziwiłłówna, die Ehefrau des Generals Wincenty Krasiński, das Palais. 1851/1852 wurde der Palast von Henryk Marconi umgebaut und ab 1860 teilweise als öffentliche Bibliothek genutzt. 1867 kam ein Pavillon hinzu. Julian Antkiewicz baute 1890 die Offizine um und Jan Kacper Heurich und Stefan Szyller gestalteten den Innenraum. Das Palais gehörte nachfolgend den Magnatenfamilien Radziejowski, Sieniawski, Czartoryski, Małachowski, Krasiński, Raczyński, Zamoyski und Czapski. Heute sind Ateliers für Malerei und Graphik sowie der Salon, in dem die Familie Chopin von 1826 bis 1830 wohnte, untergebracht. Auch der Marschall des Vierjährigen Sejm Stanisław Małachowski (1786–1890), der Künstler Zygmunt Vogel (1808–1828) und der Poet Zygmunt Krasiński (bis 1859) wohnten hier. Auf dem Palaishof steht eine Kopie einer Statue von Verrocchi, das Colleoni-Denkmal. Bei dem Bombardement Warschaus durch die deutsche Luftwaffe wurde der Palast mit seinen Kunstschätzen und der Bibliothek im September 1939 vollständig zerstört. 1944 sprengte die Wehrmacht auch noch die Offizine. Der Palast wurde von 1948 bis 1959 von Stanisław Brukalski teilweise rekonstruiert und bis 2004 schrittweise wiederaufgebaut.
Tyszkiewicz-Palast mini|Tyszkiewicz-Palast
Der Tyszkiewicz-Palast wurde von 1785 bis 1792 im klassizistischen Stil von Jan Chrystian Kamsetzer für den litauischen Hetman Ludwik Tyszkiewicz gebaut. Bei den Dekorationsarbeiten waren Paolo Casasopra aus Gentilino, Giuseppe Amadio aus Lugano und Jan Michał Graffa tätig. Die Atlanten gehen auf André le Brun zurück. Dem vorausgegangen war ein 1781 von Stanisław Zawadzki begonnener Bau, den dieser jedoch aufgrund von Streitigkeiten mit dem Bauherrn nicht vollendete. Besondere Beachtung fanden die Innenräume Billardsaal, Muschelsaal und Tischsaal. Fryderyk Albert Lessel errichtete 1821–22 die Offizine und das Haupttor. Von 1840 bis 1923 stand es im Eigentum der Magnatenfamilie Potocki. Henryk Marconi fügte 1841 bis 1846 eine Orangerie und ein Wagenhaus hinzu. Im Palais wohnte im 18. Jahrhundert der Schriftsteller Julian Ursyn Niemcewicz. Die Bank der Landeswirtschaft hatte hier ihren Sitz. Von 1933 bis 1939 befand sich in dem Palais die Polnische Literaturakademie. Im Jahr 1944 wurde es von der deutschen Wehrmacht niedergebrannt und 1948 wiederaufgebaut. Heute dient es als Universitätsmuseum.
Kazimierz-Palast mini|Kazimierz-Palast