Das Gebiet Aqtöbe (, ) ist ein Oblys im Westen Kasachstans. Seine Hauptstadt ist Aqtöbe (russ. Aktjubinsk).

Geografie mini|Siedlung im Südosten des Gebietes Geografische Lage Das Gebiet liegt im mittleren Westen Kasachstans. Im Süden grenzt es an den Aralsee, im Norden an die Uralprovinzen Russlands. Den größten Teil des Gebiets nimmt eine von Flüssen durchzogene Ebene ein, im mittleren Teil dehnen sich die Mugodscharberge aus. Der höchste Berg ist mit der Große Baktybai. Den westlichen Teil des Gebiets nimmt das Poduralski-Plateau ein, das im Südwesten ins Vorkaspische Tiefland übergeht; im Südosten gibt es Sandmassive – die Aral-Karakum und der Große und der Kleine Barsuki. Im Nordosten beginnt das schluchtenreiche Turgai-Plateau.

Flora und Fauna Der nordwestliche Teil des Gebiets ist mit Federgras und Wermut bedeckt, in den Auen gibt es Wiesenvegetation, Pappel-, Espen und Birkenhaine sowie Strauchwerk. Das Gebiet weist große Nagetierpopulationen auf (Steppenlemminge, Ziesel und Springmäuse). Zu den Raubtieren zählen Wölfe und Steppenfüchse. Hier leben Saiga und Kropfgazelle. Im Gebiet Aqtöbe liegt das 348.000 Hektar große Schutzgebiet Turgai. Es steht auf der Liste der international bedeutsamen Wasser- und Sumpfgebiete. Die Seen und anliegenden Sumpfgebiete haben eine Fläche von 40.000 Hektar. Die Bedeutung des Schutzgebiets erklärt sich durch seine Lage auf einer der wichtigsten Zugvogelrouten. Im Schutzgebiet leben 29 Arten von Säugetieren, elf Fischarten und 170 Vogelarten, von denen dreißig in die Rote Liste Kasachstans eingetragen sind. Die riesigen Schilfrohrfelder bieten Wildschweinen Schutz, in den Seen tummeln sich Bisamratten. Aber besonders zahlreich sind Wasservögel. Im Herbst und Frühjahr sind die Seen mit einem dichten Schleier von Vogelschwärmen bedeckt. Hier nisten Graugänse, viele Entenarten, Blässhühner, Reiher, Kormorane und Strandläufer. Von den in die Rote Liste eingetragenen Arten nisten hier Singschwan, Löffler, Sichler, Krauskopfpelikan, Sandflughuhn, Jungfernkranich, Steppenadler, Seeadler, Fischadler und Ruderenten. Anzutreffen sind auch Zwergschwäne, Flamingos, Rothalsgänse, Trappen, Falken und seltene Mönchskraniche. Die Gewässer sind für die Fischerei von großer Bedeutung. Der gewerbliche Fischfang ist in der Nestbau- und Brutperiode vom 15. April bis 1. September strikt verboten.

Geschichte Verwaltungsrechtlich wurde das Gebiet Aqtöbe am 10. März 1932 als Oblast Aktjubinsk der damaligen Kasachischen SSR gegründet.

Bevölkerung Jahr Einwohner 1939¹ 339.069 1959¹ 402.049 1970¹ 550.582 1979¹ 629.241 1989¹ 737.995 1999¹ 682.558 2000 677.715 Jahr Einwohner 2001 670.231 2002 668.166 2003 668.378 2004 671.812 2005 678.602 2006 686.698 2007 695.454 Jahr Einwohner 2008 703.660 2009¹ 757.768 2010 763.589 2011 777.471 2012 786.349 2013 795.817 2014 808.932 Jahr Einwohner 2015 822.522 2016 834.813 2017 845.679 2018 857.711 2019 869.637 2020 881.651 ¹ Volkszählungsergebnis

Politik und Verwaltung Verwaltungsgliederung Das Gebiet ist in 13 Bezirke (; ) unterteilt. Das Verwaltungszentrum Aqtöbe stellt dabei einen eigenen städtischen Bezirk dar. Neben Aqtöbe gibt es noch sieben weitere Städte: Algha, Jembi, Qandyaghasch, Chromtau, Schalqar, Temir und Schem. Außerdem besitzen zwei Orte den Status einer Siedlung städtischen Typs: Schubarqudyq und Schubarschi. mini|400px|Administrative Gliederung des Gebietes Aqtöbe

AudanFläche [km²]EinwohnerVerwaltungssitzÄiteke bi 36.300 Temirbek SchürgenowAlgha 7.100 AlghaAqtöbe (Stadt) 2.338 AqtöbeBaighanin 61.000 QarauylkeldiChromtau 12.900 ChromtauMärtök 6.600 MärtökMughalschar 29.530 QandyaghaschOiyl 11.500 OiylQarghaly 5.000 BadamschyQobda14.000 QobdaSchalqar62.200 SchalqarTemir 12.600 SchubarqudyqYrghys 41.500 Yrghys Stand:

Äkim (Gouverneur) Liste der Gouverneure (, Äkim) des Gebietes Aqtöbe seit 1992: Nr. Name Amtszeit (Beginn) Amtszeit (Ende) 1 11. Februar 1992 18. November 1993 2 18. November 1993 29. September 1995 3 29. September 1995 3. April 2002 4 3. April 2002 10. Juli 2004 5 10. Juli 2004 22. Juli 2011 6 22. Juli 2011 11. September 2015 7 11. September 2015 25. Februar 2019 8 26. Februar 2019 31. August 2022 9 31. August 2022 5. September 2023 10 5. September 2023 amtierend

Wirtschaft Im Gebiet Aqtöbe liegen wichtige Erdölfelder bei Schangaschol () und Kengqijaq () sowie Chromerzvorkommen bei Chromtau.

In der Nähe der Stadt Jembi (russisch Emba) befand sich zu Zeiten der Sowjetunion ein Raketentestgelände.

Weblinks

Offizielle Website der Gebietsverwaltung (kasachisch, russisch) Offizielle Tourismus-Website von Kasachstan/Aqtöbe (deutsch)

Einzelnachweise

Kategorie:Gebiet (Kasachstan)

Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1932