Die Gattung Phidippus zählt zur Familie der Springspinnen (Salticidae) innerhalb der Ordnung der Webspinnen. Die Arten sind bis auf wenige Ausnahmen, die in Indien vorkommen, in Nord- und Mittelamerika verbreitet und bewohnen dort vorwiegend trockene, offene Lebensräume. Bei den Arten der Gattung handelt es sich um vergleichsweise große Springspinnen mit oftmals auffälligen Farbmustern. Weitere gattungstypische Merkmale sind die durch Irisierung (Lichtbruch) schillernden Cheliceren (Kieferklauen) sowie die dichte Körperbehaarung.

Merkmale mini|Männchen von Phidippus carneus Bei den Arten der Gattung Phidippus handelt es sich um mittel- bis sehr große Springspinnen, mit einer Körperlänge je nach Art und Geschlecht von 3,3 (kleine Männchen von Phidippus clarus aus Kanada) bis 22 (große, trächtige Weibchen von Phidippus regius) Millimetern. Der gesamte Körper ist mehr oder weniger mit sog. Vestituralsetae bedeckt. Ausgenommen sind die Cheliceren (Kieferklauen) und manchmal das mediane (mittlere) Augenviereck zwischen den Mittelaugen. Daneben wird der Körper im geringere Maße von einigen länglichen, schwarzen oder bei einigen Arten grauen Setae (chitinisierte Haare) bedeckt, die vor allem am lateralen (seitlichen) cephalischen Bereichs (Kopfregion) sowie auf die vorderen und seitlichen Ränder des Augenvierecks gehäuft vorkommen. Ferner bilden einige längere Setae am vorderen Rand des Augenvierecks eine Randformation über der unteren Augenreihe. Seitlich des Vierecks bilden einige Setae unterschiedlich ausfallende Büschel, deren Anzahl durchschnittlich zwei oder vier und grundsätzlich null bis sechs beträgt. Die Büschel befinden sich lateral unterhalb und etwas vor den oberen Mittelaugen. Die unterhalb dieser Augen befindlichen Büschel bilden dabei eine kompakte und horizontale Umrandung. Die Büschelreihe wird auf halber Strecke bis zu den oberen und unteren Mittelaugen fortgeführt, wobei bei Weibchen auch Büschel nach den Mittelaugen auftreten. Außerdem gibt es entweder dazu oder stattdessen ein Paar dieser Büschel in der Mitte des Augenvierecks. Dorsale (obere) Setaebüschel sind zumindest bei ausgewachsenen Weibchen der Gattung vorhanden, fehlen jedoch bei vielen Männchen. Bei einem 1990 gesichteten Jungtier der Gattung fehlten diese Setae ebenfalls. Auf den Extremitäten, dem Clypeus (Abschnitt zwischen den anterioren Augen und dem Peltidium) und verschiedenen Dorsalzeichenelementen befinden sich überdies mehrere am Körper angelegte, schuppenartige Setae, die sich gelegentlich den Großteil der der Dorsalfläche und zusätzlich oder Anstelle davon andere Bereiche des Körpers befinden können.

mini|Augen eines Weibchens von Phidippus workmani Das Integument (äußere Körperhülle) der Arten ist beim Prosoma (Vorderkörper) und seinen Anhängen rotbraun, wobei es bei blasseren Individuen gelblichbraun und in seltenen Fällen gelb gefärbt sein kann. Das Augenviereck erscheint verglichen mit dem Rest des Prosomas dunkler und kann bis schwarz gefärbt sein. Ventral (unten) ist die Färbung zumeist gelblich braun und kann bei dunkleren Individuen auch rotbraun ausfallen. Die Oberfläche des Integuments ist stark reflektierend. Das Peltidium oder Carapax, das Rückenschild des Prosomas, hat eine maximale Breite von 0,75, die sich gleichzeitig auch am vordersten Punkt des höchstens 0,9 Millimeter langen Carapax befindet. Die maximale Höhe des Carapax beträgt 0,5 Millimeter und befindet sich höchstens bei 0,71 Millimeter Breite. Das mediane Augenquadrat mitsamt der unteren Mittelaugen nimmt 0,4 bis 0,5 Millimeter der Länge des Carapax ein. Es ist gröber retikuliert als das umgebende Integument. Der Abstand der oberen Mittelaugen zu den oberen sowie den unteren Seitenaugen beträgt 0,3 bis 0,43 Millimeter, wobei sie sich bei kleineren Individuen der Gattung geringfügig weiter entfernt von letzteren befinden. Bei größeren sind die oberen Mittelaugen jedoch näher an den unteren Seitenaugen positioniert. Der Abstand zwischen den beiden oberen Seitenaugen nimmt 0,75 bis 0,9 Millimeter der Breite des Carapax ein, während der zwischen den unteren Seitenaugen 0,56 bis 0,85 Millimeter der Carapaxbreite einnimmt. Im Allgemeinen lassen sich bei kleineren Spinnen der Gattung höhere Größenverhältnisse der Augenreihen vermerken. Die Höhe des Clypeus entspricht genau oder beträgt etwas weniger als der Radius der unteren Mittelaugen. Die obere Augenreihe weist eine Quervertiefung mit einer zentralen Längsfurche auf. Die Neigung des Carapax beträgt etwa 45° Abwinklung und nimmt 0,33 Millimeter der Länge des Carapax ein. Der Der cephalische Bereich ist anterior (vorne) zu den oberen Seitenaugen ebenfalls leicht nach unten geneigt.

mini|Detailaufnahme eines drohenden Männchens von Phidippus johnsoni mit gespreizten Cheliceren Die Cheliceren erscheinen runzelig, robust und insbesondere bei den Männchen der Gattung leicht porrekt (nach vorne ragend). Ein markantes Merkmal der Cheliceren ist ihre schillernde Farbgebung, die sich meist zwischen gelb und grünblau beläuft, besonders häufig jedoch grün. Insgesamt kann die Schillerung der Cheliceren je nach Art von rot und violett reichen. Die promarginale Fläche (innen vorderseitige) der Cheliceren ist mit zwei Zähnen versehen, von denen der medialere und proximale (zur Körpermitte gelegene) kleiner ist. Die retromarginale (innen rückseitige) Fläche ist mit einem Zahn ausgestattet, der im Regelfall etwas größer als der größere der beiden Zähne auf der Promarginalseite ist. Die Maxillae (umgewandelte Coxen der Pedipalpen) sind bei den Weibchen konvergierend (einander nähernd) und bei den Männchen divergent (auseinanderstrebend) verlaufend sowie bei Individuen letzteren Geschlechts mit anterolateralen (vorne seitlichen) Höckern versehen. Das Labium (sklerotisierte, bzw. verhärtete Platte zwischen den Maxillae und vor dem Sternum) länger als breit und die Länge beträgt die Hälfte der der Laden. Das Sternum (Brustschild des Prosomas) ist ebenfalls etwas schmaler und maximal so breit, wie es das Labium anterior ist. Außerdem erscheint es posterior (hinten) stark verengt. Die Coxen (Hüftglieder) berühren sich fast einander.

mini|links|Lateralansicht eines Männchens von Phidippus insignarius mit Beinmusterungen Die Längenformel der Beinpaare lautet bei den Männchen der Gattung Phidippus 1-4-2-3 und bei den Weibchen normalerweise 4-1-2-3 oder seltner 4-1-3-2. Dabei sind bei den Weibchen das zweite und das dritte Beinpaar häufig fast gleich oder manchmal gleich lang. Bei den Weibchen weniger Arten, etwa Phidippus workmani sind das erste und das vierte Beinpaar gleich lang. Das erste Beinpaar halb so kräftig gebaut wie und das zweite Beinpaar ist etwas kräftiger als das dritte und vierte Beinpaar. Alle Beine und insbesondere das erste sind zumindest ventral gesäumt, wobei die Säumung besonders bei den Männchen ausgeprägt ist. Die Säumungen des ersten Beinpaares können bei den Männchen sehr variabel ausgeprägt sein, sind jedoch immer in folgende Grundmerkmalen vorhanden: Die Femora (Schenkel) haben schwarze Säumungen an den dorsalen und den pro- (nach vorne gerichteten) und retrolateralen (nach innen gerichteten) Rändern der Ventralseite, wobei der Abschnitt zwischen den ventralen Rändern kahl und distal reflektierend erscheint. Die Patellae (Glieder zwischen Femora und Tibien) weisen weiße Säumungen auf, die die pro- und retrolaterale sowie die Ventralfläche bedecken. Ähnlich fällt auch die Säumung der Tibien (Schienen) aus, wie jedoch schwarz gesäumt ist. Genauso fällt die Säumung der Metatarsen (Fersenglieder) und die der Tarsen (Fußglieder) den der beiden vorherigen Beingliedern ähnlich aus. Diese sind hier jedoch eher reduziert und weiß auf der proximalen Hälfte sowie schwarz auf der distalen Hälfte jedes Segments dieser Glieder gefärbt. Zusätzlich verfügen die Patellae sowie die Metatarsen und Tarsen auf proximaler Fläche weitere weiße Säumungen mitsamt weißer Schuppen auf der prolateralen Oberfläche dieser Segmente. Diese Merkmale werden nicht selten als abwechselnd schwarze und weiße Streifen auf dieses Musterungen der Säumumgen, die nicht alle den erwähnten ähneln.

mini|Frontale Detailansicht eines Weibchens von Phidippus regius mit den hier gut erkennbaren Pedipalpen und Beinsetae Die Femora der Pedipalpen (umgewandelte Extremitäten im Kopfbereich) weisen jeweils eine bis drei dorsale Makrosetae (längere Setae) auf. Bei den Laufbeinen ist das Vorhandensein von Makroseate auf die Femora, die Patellae, die Tibien und die Metatarsen beschränkt. Der Abstand der Makrosetae verglichen mit der anderer Gattungen der Springspinnen, lässt vermuten, dass diese auch bei den Arten der Gattung Phidippus in je vier Sätzen an den Femora und den Tibien und in drei Sätzen an den Patellae und den Metatarsen angeordnet sind. Ventral angelegte Makrosetae sind in den meisten Fällen in Paaren angeordnet, während die dorsalen und lateralen Makrosetae einzeln angelegt sind. Von letzteren liegen die dorsalen entlang der Mittellinie der jeweiligen Segmente. Die proximaleren dorsalen Makrosetae auf den Femora werden zunehmend länger und weniger kräftig. Die lateralen Makrosetae können marginal angelegt sein. +Anordnung der Makrosetae an den Beinen Beinpaar  Femur Patella Tibia Metatarsus Erstes Beinpaar *d0-1-1-1, dp0-0-0-2 p0-1-0 v0-2-2-2 v0-2-2 Zweites Beinpaar d*0-1-1-1, dp0-0-0-2 p0-1-0 v0-1r-2-2, p*0-0-1-0 v0-2-2 Drittes Beinpaar d0-1-1-1, dp0-0-0-2, dr0-0-0-1 r0-1-0 v0-1P-0-2*, p0-0-1-0, r0-1-1*-0 v0-2-2*, p0-1-2*, r0-1-2* Viertes Beinpaar d0-1-1-1, dp0-0-0-1, dr0-0-0-1 r0-1-0 v0-1P-0-2*, p0-0-1-0, r0-1-1*-0, v0-2-2*, p0-1-2* Legende: d = dorsal p = prolateral r = retrolateral v = ventral dp = dorsoprolateral dr = dorsoretrolateral * = Fast oder gänzlich unveränderliche einzelne Makrosetae oder Sätze dieser (unmarkierte sind variabler).

Größere Exemplare der Gattung haben mit größerer Wahrscheinlichkeit eine größere Fülle an Makrosetae, während bei kleineren und dort insbesondere an der proximalen Ventralseite der Tibien sowie im Zentrum der Metatarsen des dritten und vierten Beinpaars nicht selten spärlicher mit Makrosetae bestückt sind. Sollten Schuppen an den Beinen präsent sein, sind diese bei den Weibchen der Gattung häufig dichter und umfassen normalerweise die gesamten Beinflächen mit Ausnahme der ventralen Oberfläche der Beine. Bei den Männchen sind die Beinschuppen vor allem am ersten Paar der Laufbeine befindlich, während hier die Anordnung der Schuppen an den Pedipalpen mit der der weiblichen Tiere. Sie können dort jedoch unterschiedlich angelegt sein und dienen anscheinend dem Balzverhalten.

mini|links|Dorsalansicht eines Weibchens von Phidippus otiosus mini|Rückansicht eines Weibchens von Phidippus arizonensis