Die Einschaltquote einer Radio- oder Fernsehsendung ist der prozentuale Anteil der – je nach Messverfahren – Empfangshaushalte oder Personen, die zu einem gegebenen Zeitpunkt die Sendung hören oder sehen,Deutschlandfunk, Quote, Quatsch und Qualität – Der Fernsehmarkt und seine Währung, abgerufen am 21. Mai 2026 um daraus Aussagen über das Fernsehverhalten einer Bevölkerung zu machen. Umgangssprachlich und in der öffentlichen Wahrnehmung wird unter der Einschaltquote oftmals die tatsächliche Zuschaueranzahl verstanden.

Sowohl bei der Erhebung als auch bei der Ausweisung von Einschaltquoten gibt es je nach Land und Empfangsmedium unterschiedliche Methoden. So kann die Einschaltquote beispielsweise auf einer Hochrechnung oder (z. B. bei Internet- oder Pay-per-View-Angeboten) auf vollständigen Daten der Grundgesamtheit basieren. Die Ausweisung kann die durchschnittliche Zuschauerzahl (in Deutschland bei TV-Einschaltquoten üblich) darstellen oder die Zahl der Menschen, die zumindest einem Teil der Sendung beigewohnt haben (in Deutschland bei den Radio-Reichweiten üblich).

In Deutschland ist das Marktforschungsinstitut GfK für die Auswahl der repräsentativen 5.000 Anschlüsse verantwortlich, die das Fernsehverhalten von 10.500 Personen erfassen. Die Ergebnisse werden dann zu der angenommenen Einschaltquoten hochgerechnet; das bedeutet, wenn 1.000 dieser 5.000 Haushalte denselben Krimi ansehen, so erreicht die Sendung, laut GfK 7,2 Millionen der 72 Mio. Zuschauer. Die Genauigkeit der Angabe sinkt zusätzlich dadurch, dass viele Sendungen zeitversetzt angesehen oder gestreamt werden und sämtliche, über Tablet oder Smartphone angesehenen Inhalte nicht mit erfasst werden.Kritik an Messung von Zuschauerzahlen nimmt zu. Quote im Zwielicht. TV Spielfilm, abgerufen am 21. Juni 2025Einschaltquoten im Fernsehen. Zahlen lügen nicht – oder doch? vom 31. August 2013 Stuttgarter Zeitung, abgerufen am 21. Juni 2025

Einschaltquoten haben einen besonderen Einfluss auf die Preise für Werbung in Radio- und Fernsehprogrammen, sind aber ebenso als eine indirekte Konsequenz der Strategien der Werbeindustrie zu verstehen.

Funktionsweise Teleskopie Teleskopie ist ein Verfahren für die Ermittlung der Einschaltquote beim Fernsehen.Teleskopie-Verfahren aus dem Lexikon – wissen.de, abgerufen am 14. November 2017. In der Bevölkerung eines Landes wird eine Auswahl an Haushalten getroffen, die in ihrer Zusammensetzung der Struktur der Gesamtbevölkerung nahekommt. Diese sogenannte Panelgruppe bildet dann Grundlage für Berechnungen der Quote verwendet.

Die Panelgruppe wird mit technischer Ausrüstung zur Erfassung und Übermittlung der Fernsehgewohnheiten ausgestattet. Sieht ein Mitglied eines ausgewählten Haushaltes fern, drückt es einen Knopf auf der speziell ausgestatteten Fernbedienung. Das Messgerät zeichnet im Sekundentakt die gesehenen Sender auf. Kommt ein weiteres Haushaltsmitglied hinzu, muss auch dieses seinen Knopf auf dem Messgerät oder der Fernbedienung drücken, der Sender hat ab diesem Zeitpunkt einen Zuschauer mehr. Die Ergebnisse des Vortages werden am darauffolgenden Morgen veröffentlicht.

Dies ist nicht überall so: In Brasilien etwa werden die Einschaltquoten in Echtzeit gemessen, daher kann es vorkommen, dass bei Live-Sendungen bestimmte Programmteile verlängert oder gekürzt werden, wenn die Quoten gerade besonders steigen oder sinken.

Datenauswertung Bei der Auswertung der Daten sind die hochgerechneten absoluten Zuschauerzahlen für Sender und Werbetreibende eher zweitrangig. Wie viele zu einer bestimmten Zeit fernsehen, hängt von vielen Faktoren ab: Wetter, Tageszeit, Freizeitaktivitäten etc. Alle aus einem solchen Grunde gerade (Fernseh-)Abstinenten fallen als potenzielles Publikum für alle Sender gleichermaßen weg. Deren Werbepreise tragen den Schwankungen Rechnung, daher ist ein Werbespot zur Hauptsendezeit um 20:15 Uhr deutlich teurer als einer im Nachtprogramm. Dabei wird hier als Maßeinheit das Erreichen von jeweils 1.000 Zuschauern genutzt.

Interessanter ist daher, wie viele derer, die gerade fernsehen, ein bestimmtes Programm schauen. Dieser wieder in Prozenten ausgedrückte Marktanteil soll Rückschlüsse darüber ermöglichen, wie attraktiv eine Sendung verglichen mit den zeitgleich laufenden konkurrierenden Sendungen war (zum Beispiel von allen, die zu einem Zeitpunkt ferngesehen haben, sahen 25 % eine bestimmte Sendung). Da viele Produkte und Sendungen sich vor allem an bestimmte Altersgruppen richten, wird versucht, die Messwerte zusätzlich nach Altersgruppen, den sogenannten Zielgruppen, aufzuschlüsseln.

Erfassung der Mediennutzung über das Internet Noch bevor der Trend dahin ging Medieninhalte auch über Tablets und Smartphones abzurufen stieg die Nutzung des Internets, insbesondere Streamingportale und Mediathek der Fernsehsender an. Mittlerweile wird das Angebot durch die Möglichkeit zum kostenpflichtigen Einzelabruf mittels Video-on-Demand, Möglichkeiten zum Download und zusätzliche Abonnements (wie Netflix und Amazon Prime) ergänzt. Die Tatsache, dass diese Nutzungsformen nicht durch die Quotenboxen erfasst werden, verfälscht die Ergebnisse der Quote zusätzlich.Michael Borgers: TV-Einschaltquote. Heute zählen auch Klickzahlen. vom 24. März 2022 Deutschlandfunk, abgerufen am 21. Juni 2025.

Im Jahr 2021 erschien die deutsche Miniserie Eldorado KaDeWe – Jetzt ist unsere Zeit. Einen Tag nach der Erstausstrahlung des historischen Sechsteilsers lag die Quote im linearen Fernsehen nur bei gut 1,6 Millionen Zuschauer pro Folge, was nicht den Erwartungen entsprach. Drei Wochen später, als auch Anfrufe auf der ARD Mediathek berücksichtigt wurden, war jede Folge rund 900.000 Mal abgerufen worden, was die Miniserie in den Medien zum „Streaming-Hit“ machte – wobei jede Episode nun im Schnitt auf 2,6 Millionen Zuschauer kam.ARD-Miniserie "Eldorado KaDeWe" wird zum Mediathek-Hit. Der Standard, abgerufen am 21. Juni 2025

Seit Sommer 2020 begann die AGF zusätzlich die Mediathekennutzung zu messen und installierte in einigen der Haushalte zusätzlich Messrouter, um die Reichweite ausgewählter Streaming-Angebote auf Smart-TVs zu ermitteln. Bei allen Haushalten findet zudem eine anteilige Erfassung der nicht-linearen Angebote statt, bei der die Mediatheken von ARD und ZDF, sowie das Streaming-Angebot von Joyn berücksichtigt wurden. Messmethoden für Fernsehnutzung. Wie die Einschaltquote ermittelt wird. vom 16. April 2021 Mitteldeutscher Rundfunk, abgerufen am 21. Juni 2025 Konvergente Bewegtbildmessung (Deutschland) Mit der wachsenden Bedeutung von Streaming und Mediatheken stellte die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung ihre Reichweitenmessung von der reinen Fernsehnutzung auf eine konvergente Bewegtbildmessung um. Streamingnutzung wird seit 2017 über separate, von Nielsen betriebene Online-Panels erfasst; eine regelmäßige Ausweisung erfolgt seit 2019. Zum 1. Januar 2024 löste der „Marktstandard Bewegtbild“ den bisherigen „Marktstandard TV“ als Standardauswertung ab. Dabei wurde die Grundgesamtheit erweitert: Neben klassischen Fernsehhaushalten werden nun auch sogenannte Non-TV-Haushalte berücksichtigt, die kein Fernsehgerät, aber mindestens ein anderes für Online-Inhalte geeignetes Gerät (etwa PC, Laptop, Smartphone oder Tablet) besitzen. Erfasst wird sowohl die lineare Fernsehnutzung als auch die lineare und nonlineare Nutzung von Streamingangeboten über nahezu alle Endgeräte. Die im Online-Panel gemessene Streamingnutzung wird an der Gesamterhebung kalibriert und in das AGF-Panel fusioniert; daraus entsteht der konvergente Nutzungsdatenbestand. Für die Zusammenführung von Fernseh- und Streaminginhalten (Konvergenzreichweite) gilt seit 1. Januar 2023 ein Matchingzeitraum von −14 bis +13 Tagen um die Erstausstrahlung. Durch die Umstellung steigen absolute Werte wie Sehbeteiligung und Nettoreichweite infolge der zusätzlich erfassten Livestream-Nutzung, während relative Werte wie Marktanteile und die Sehbeteiligung in Prozent tendenziell sinken, weil die vergrößerte Grundgesamtheit das Potenzial stärker erhöht als die hinzukommende Streamingnutzung. Für konvergente Auswertungen wurden zudem neue Kenngrößen wie die endgeräteunabhängigen „Programmmarken“ und der „Nutzungsanteil Bewegtbild“ (NAB) eingeführt. Das AGF-Panel umfasst im Bewegtbildstandard mindestens 5.400 täglich berichtende Haushalte mit rund 11.000 Personen. Die Grundgesamtheit bildet damit rund 79,5 Millionen Personen ab 3 Jahren in etwa 41 Millionen Bewegtbildhaushalten ab (Stand 1. Januar 2026).

Anwendung Deutschland Das erste Fernsehmeter, Tammeter genannt, wurde von der Attwood Group und A.C. Nielsen Company in Großbritannien entwickelt. Die ARD und ZDF gründeten mit der „Infratam“ mit Sitz in Wetzlar eine gemeinsame Tochtergesellschaft und führten von 1963 bis 1974 die ersten kontinuierlichen Quotenmessungen durch. Das Tammeter maß dabei minutengenau, lieferte die Ergebnisse (Geräteeinschaltung, Kanal, Uhrzeit) aber erst vier Wochen später und nur für den kompletten Fernsehhaushalt.

Im Januar 1975 führten die Fernsehanstalten in der Bundesrepublik Deutschland ein Teleskopieverfahren mittels eines speziellen Gerätes durch. Der mit dem Fernsehgerät verbundene „Teleskomat“ (40 cm breit, 10 cm hoch) wurde in 1.200 repräsentativ ausgewählten Haushalten eingesetzt. Das Gerät verfügte über sechs Programm- und sieben Personentasten, eine Zeituhr und ein elektronisches Aufzeichnungsgerät, das alle eingedrückten Daten der Fernsehzuschauer speicherte und nachts per Telefon an einen Zentralrechner in Bad Godesberg sendete.

Seit 1985 führt die GfK Gesellschaft für Konsumforschung die Erhebung der „Einschaltquoten“, genauer gesagt der „Fernsehnutzungsdaten“, durch. Geschah dies zunächst im Auftrag von ARD und ZDF, ist seit 1988 der Auftraggeber die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF), ein Zusammenschluss der Senderfamilien von ARD, ProSiebenSat.1 Media AG, Mediengruppe RTL Deutschland und des ZDF. Seit 2009 ist Telecontrol Score, auch GfK-Meter genannt, das eingesetzte Messgerät.

Die Messung erfolgt in einem repräsentativen Panel (siehe Paneldaten), das eine Stichprobe aller deutschen und EU-ausländischen Fernsehhaushalte in Deutschland darstellt. Es ist eines der größten Panels seiner Art in Europa. Täglich berichtet die GfK aus 5.000 Haushalten mit insgesamt rund 10.500 Personen sekundengenau über die Fernsehnutzung des Vortags.Homepage der AGF, abgerufen am 18. Februar 2026

Die Haushalte zur Erhebung der Einschaltquote werden nach bestimmten Verfahrensweisen ausgewählt. Haushalte können sich nicht selbst bewerben. Ist ein ausgewählter Haushalt bereit, bei der Fernsehforschung mitzuwirken, erfolgt die Installation der Messgeräte an möglichst allen verfügbaren Fernsehgeräten im Haushalt. Per Knopfdruck melden sich die einzelnen Personen eines Haushalts an und ab, um sich als Zuschauer zu identifizieren. Über Nacht übermitteln die GfK-Meter dann die gemessenen Daten an das Rechenzentrum der GfK in Nürnberg. Mit Hilfe von Hochrechnungen wird die im Panel erhobene Stichprobe der Fernsehnutzung auf die ganze Grundgesamtheit übertragen. So stehen an 365 Tagen im Jahr spätestens ab 8:30 Uhr die „Einschaltquoten“ des Vortags den berechtigten Nutzern für ihre Auswertungen zur Verfügung. Große Fernsehanbieter wie ProSieben, RTL oder ARD können auf einzelne Haushalte zurückgreifen und genaue Zuschauerzahlen messen. Dies wird bei Live-Events und im Abendprogramm häufig angewendet, um Programmangebote zu optimieren.

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