Marco Huck (* 11. November 1984 als Muamer Hukić in Ugao, Gemeinde Sjenica, SFR Jugoslawien) ist ein deutscher Profiboxer und ehemaliger WBO-Weltmeister im Cruisergewicht.
Herkunft und Privates Huck stammt aus einer Familie aus Ugao in der Gemeinde Sjenica im südserbischen Sandžak. Er stammt aus einer Familie bosniakisierter Albaner.Andrea Pieroni, Maria Elena Giusti & Cassandra L. Quave (2011): Cross-cultural ethnobiology in the Western Balkans: medical ethnobotany and ethnozoology among Albanians and Serbs in the Pešter Plateau, Sandžak, South-Western Serbia. Human Ecology. 39.(3): 335. “The current population of the Albanian villages is partly ‘bosniakicised’, since in the last two generations a number of Albanian males began to intermarry with (Muslim) Bosniak women of Pešter. This is one of the reasons why locals in Ugao were declared to be ‘Bosniaks’ in the last census of 2002, or, in Boroštica, to be simply ‘Muslims’, and in both cases abandoning the previous ethnic label of ‘Albanians’, which these villages used in the census conducted during ‘Yugoslavian’ times. A number of our informants confirmed that the self-attribution ‘Albanian’ was purposely abandoned in order to avoid problems following the Yugoslav Wars and associated violent incursions of Serbian para-military forces in the area. The oldest generation of the villagers however are still fluent in a dialect of Ghegh Albanian, which appears to have been neglected by European linguists thus far. Additionally, the presence of an Albanian minority in this area has never been brought to the attention of international stakeholders by either the former Yugoslav or the current Serbian authorities.” 1993 zog die Familie nach Deutschland, wo sie sich zunächst im Bielefelder Stadtteil Brackwede ansiedelte. Huck hat zwei jüngere Geschwister und eine ältere Schwester. Er lebte in Berlin und hat seit August 2009 die deutsche Staatsbürgerschaft. Seit 2013 lebt er in Novi Pazar. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Sauerland Event, 11. August 2012, abgerufen am 26. Januar 2014.Marco Huck wird Vater. Boxwelt.com, 16. April 2014, abgerufen am 14. Juni 2015.
Amateur- und Kickboxer Huck war vor seiner Profikarriere Kickboxer und trainierte bei Ulf Schmidt im Sportpalast Bielefeld. Im Alter von 16 Jahren wurde er Europameister im Kickboxen. Mit 18 Jahren wurde er zudem 2003 in Paris bei der WAKO-Weltmeisterschaft der bislang jüngste Kickbox-Weltmeister einer deutschen Mannschaft. Anschließend wechselte er zum Boxsport, wo er beim BC Vorwärts Bielefeld trainierte und jeden seiner 15 Amateurkämpfe gewinnen konnte.
Profiboxer seit 2004 2004 entschloss sich Huck, Profi zu werden, und besuchte das Training des Sauerland-Teams, bei dem er sich im Sparring gegen Cengiz Koç unter Beweis stellte. 2004 wurde er im Boxstall von Wilfried Sauerland unter Trainer Ulli Wegner Profi im Cruisergewicht. Sein Profidebüt feierte er am 7. November 2004 durch einen Technischen K.-o.-Sieg in der ersten Runde gegen den Tschechen Pavel Cirok. Nach neun weiteren K.-o.-Siegen gegen Aufbaugegner gewann er am 3. September 2005 einstimmig nach Punkten gegen Rüdiger May und drei Monate später ebenfalls einstimmig gegen den US-amerikanischen Amateurweltmeister von 1999, Michael Simms.
Im Januar 2006 gewann Huck durch K. o. in der siebten Runde gegen den Rumänen Claudio Rasco, Vize-Europameister der Amateure 2000 und Bronzegewinner der Amateur-WM 2001. Nach drei weiteren Siegen, unter anderem nach Punkten gegen den Albaner Nuri Seferi (späterer Europameister der WBO) und durch K. o. gegen Rachid El Hadak (späterer Europameister der EBA), boxte er am 16. Dezember 2006 in Kempten (Allgäu) um den EU-Titel der EBU im Cruisergewicht. Sein Gegner beim Kampf um den vakanten Titel war der italienische Rechtsausleger Pietro Aurino, ehemaliger Europameister der EBU und bereits zweifacher WM-Herausforderer. Der von Beginn an von beiden Seiten temperamentvoll und sehr unsauber geführte Kampf endete in der zweiten Runde kontrovers: Es kam zu einer Rangelei, die der Ringrichter vergeblich zu unterbinden versuchte. Nach zwei absichtlichen Kopfstößen Aurinos revanchierte sich Huck mit einem Knietritt, der den Italiener nicht voll traf. Nach Trennung der Boxer bekam Aurino vom Ringrichter zwei Punkte abgezogen und fühlte sich daraufhin benachteiligt, da Huck für seinen Knietritt nicht bestraft wurde. Aurino verließ verärgert kurzzeitig den Ring und disqualifizierte sich somit nach den Regeln der EBU selbst; später wurde der Kampf als Technischer K. o. gewertet.
Nach einer folgenden Titelverteidigung in der Schweiz gegen den Belgier Ismail Abdoul und einem gewonnenen Titelausscheidungskampf gegen den ungeschlagenen Russen Wadim Tokarew, erhielt Huck das Herausforderungsrecht gegen den amtierenden IBF-Weltmeister Steve Cunningham aus den USA. Am 29. Dezember 2007 musste sich Huck jedoch in Bielefeld dem Titelverteidiger geschlagen geben; Huck war nur in den ersten beiden Runden der aktivere Mann gewesen und brach gegen Ende des Kampfes konditionell ein, zudem musste er immer öfter schwere Treffer einstecken. In der zwölften Runde hatte Hucks Ringecke ein Einsehen und warf während einer erneuten Schlagattacke von Cunningham, der Huck bereits verteidigungslos ausgesetzt schien, das Handtuch.
Im Februar 2008 trennte sich Huck schließlich von Ulli Wegner, um sich fortan von Manfred Wolke trainieren zu lassen. Im April kehrte Huck allerdings wieder zu Wegner zurück, da es, wie er selbst sagte, „nichts bringt, die Schuld für Misserfolge bei anderen zu suchen.“
Am 17. Mai 2008 kämpfte Huck in der Oberfrankenhalle in Bayreuth gegen František Kasanič aus der Slowakei und gewann den Kampf in der neunten Runde durch Technischen K. o. In diesem Kampf arbeitete Huck wesentlich besonnener und konzentrierter als bisher. Nach einer rechten Geraden seines Gegners musste er ab der dritten Runde mit gebrochenem Kiefer boxen. Trotz dieser erlittenen Verletzung stieg Huck bereits am 20. September 2008 wieder in den Ring und besiegte den amtierenden Europameister Jean-Marc Monrose in der zwölften Runde durch Technischen K. o., wodurch er neuer Europameister der EBU wurde. Am 25. Oktober 2008 traf er in Oldenburg auf den Italiener Fabio Tuiach und gewann durch Technischen K. o. in Runde 2.
Für den 24. Januar 2009 war eine Titelverteidigung gegen den Russen Waleri Brudow in Riesa geplant, der aber vierzehn Tage vorher den Kampf absagen musste. Als Ersatz wurde dann der bis dahin unbesiegte Belgier Geoffrey Battelo verpflichtet, gegen den Huck durch Technischen K. o. Sekunden vor Ende der dritten Runde gewann. Am 9. Mai 2009 trat Marco Huck als EBU-Titelverteidiger in Bamberg gegen den bis dahin unbesiegten Ukrainer Witalij Rusal an. Er konnte seinen Gegner in der fünften Runde durch Technischen K. o. besiegen. Am 29. August 2009 gewann Huck schließlich in Halle (Westf.) gegen den Argentinier und amtierenden Weltmeister Victor Emilio Ramírez die WBO-Weltmeisterschaft im Cruisergewicht einstimmig nach Punkten. Seine erste Titelverteidigung bestritt er am 5. Dezember 2009 in Ludwigsburg gegen Ola Afolabi und gewann einstimmig nach Punkten. Darauf folgte am 13. März 2010 in Berlin eine freiwillige Titelverteidigung gegen den US-Amerikaner Adam Richards. Huck siegte durch eine Schlagserie, nachdem Richards am Hinterkopf einen Cut erlitten hatte, durch Knockout in der dritten Runde.
Am 1. Mai 2010 verteidigte er seinen Titel gegen den US-Amerikaner Brian Minto, der erstmals in seiner Profikarriere im Cruisergewicht antrat. Minto musste in den Runden 3 und 5 dreimal zu Boden. Am Ende der neunten Runde gab er den Kampf schließlich schwer angeschlagen auf und musste anschließend im Krankenhaus behandelt werden. Am 21. August 2010 verteidigte Huck den Titel in Erfurt durch Technischen K. o. in der fünften Runde gegen den nordamerikanischen Meister Matt Godfrey, der Huck nichts entgegenzusetzen hatte. Am 18. Dezember 2010 traf Huck in der Berliner Max-Schmeling-Halle auf den ungeschlagenen Russen Denis Lebedew. Er erlitt bereits in der vierten Runde eine Rippenfraktur, hatte seinen Kontrahenten jedoch in der fünften Runde am Boden und konnte mit aggressiven Angriffen gegen den technisch überlegenen Russen punkten. Nach den vollen zwölf Runden wurde Huck, nicht unumstritten, zum 2:1-Punktsieger erklärt und verteidigte damit seinen Titel zum bereits fünften Mal in Folge.
Auch den ungeschlagenen Israeli Ran Nakash, der nur zwei der zwölf Runden gewinnen konnte und viel einstecken musste, besiegte Huck am 2. April 2011 einstimmig nach Punkten. Am 16. Juli 2011 verteidigte er seinen Titel nach anfänglichen Schwierigkeiten durch K. o. in Runde 10 gegen den Argentinier und ehemaligen WBA-Weltmeister im Halbschwergewicht Hugo Hernán Garay. Garay ging bereits in der ersten Runde einmal zu Boden; Huck wurde in Runde 3 für das Schlagen auf den Hinterkopf seines Gegners mit Punktabzug bestraft. Am 22. Oktober 2011 boxte er gegen den Argentinier Rogelio Omar Rossi. In dem unsauber geführten Kampf wurde Rossi für Tiefschläge in der dritten Runde mit Punktabzug bestraft. Auch Huck erhielt für Schläge nach dem Rundengong zweimal Punktabzüge, erzielte in der fünften Runde jedoch zwei Niederschläge gegen Rossi und gewann durch K. o. in der sechsten Runde.
Am 25. Februar 2012 boxte Marco Huck in der Stuttgarter Porsche-Arena um den regulären WBA Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Alexander Povetkin, der nach der Ernennung von Wladimir Klitschko zum WBA-Superchampion den vakanten Titel gewonnen hatte. Durch eine knappe Niederlage nach Punkten verpasste Huck die Möglichkeit, der zweite deutsche Schwergewichtsweltmeister nach Max Schmeling zu werden. Das Urteil war umstritten, denn Huck hatte seinen Gegner mehrmals am Rand einer K.-o.-Niederlage.
Nach dem Kampf musste sich Huck innerhalb von zehn Tagen entscheiden, ob er seinen WBO-Weltmeistertitel im Cruisergewicht behalten will oder weiter in der höchsten Gewichtsklasse boxen wolle.WBO setzt Huck ein Klassen-Ultimatum. bz-berlin.de, 19. Februar 2012. Er entschied sich für die Rückkehr in das Cruisergewicht. Die WBO-Titelverteidigung gegen Ola Afolabi am 5. Mai 2012 in Erfurt ging über zwölf Runden und endete unentschieden; somit blieb Marco Huck Weltmeister.Rückkehr ins Cruisergewicht. mopo.de, 8. März 2012.Huck behält Titel nach Remis. Stern.de Am 3. November 2012 verteidigte Huck seinen Titel in Halle (Westf.) gegen den ehemaligen WBA-Weltmeister im Cruisergewicht, Firat Arslan. Er gewann diesen Kampf durch ein, allerdings umstrittenes, einstimmiges Urteil nach Punkten (115:113, 115:113, 117:111).Huck-Titelverteidigung: „Ein Unentschieden wäre auch gerecht gewesen“. Spiegel Online, 4. November 2012, abgerufen am 14. Juni 2015.
Am 8. Juni 2013 bestritt er ein drittes Duell gegen Ola Afolabi, das er durch Mehrheitsentscheidung nach Punkten gewann. Der WM-Kampf im Cruisergewicht zwischen Huck und seinem Herausforderer Firat Arslan am 14. September 2013 in Stuttgart wurde von Huck aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt.Marco Huck sagt Kampf gegen Friedberger Firat Arslan ab. augsburger-allgemeine.de, 14. September 2013. Der Kampf fand schließlich am 25. Januar 2014 statt. In der sechsten Runde brach der Ringrichter den Kampf ab, nachdem Arslan zweimal am Boden gewesen war. Sein zweiter Kampf 2014 stieg am 30. August 2014 im Gerry-Weber-Stadion in Halle (Westf.) gegen den Italiener Mirko Larghetti, welchen Huck nach Punkten gewann (116:112, 116:112, 118:110).Huck bezwingt Larghetti und bleibt Weltmeister. Spiegel Online, 31. August 2014, abgerufen am 2. August 2015. Wenige Monate nach seinem Sieg kündigte Huck im Oktober 2014 an, seinen Vertrag bei Sauerland Event nicht zu verlängern.Nach Huck-Trennung von Box-Promoter Sauerland - Der Kampf um Trainer Wegner. Bild.de, 2. Oktober 2014, abgerufen am 6. August 2015.