Nachrichten aus Mittelerde (englischer Originaltitel Unfinished Tales of Númenor and Middle-earth) ist eine Sammlung von Texten des Fantasy-Autors J. R. R. Tolkien, die postum von seinem Sohn Christopher zusammengestellt, überarbeitet, kommentiert und 1980 veröffentlicht wurden. Im Gegensatz zum Silmarillion sind die Texte in diesem Buch nicht zu einem zusammenhängenden Ganzen bearbeitet worden, sondern sie werden als Fragmente präsentiert, wie Tolkien sie hinterlassen hat. Einzig die Schreibweise der Namen wurde vereinheitlicht.

Jedem Fragment folgt ein ausführlicher Kommentar des Herausgebers, in dem unter anderem Zusammenhänge zu Der Herr der Ringe oder anderen Werken Tolkiens hergestellt werden. Die Fragmente sind chronologisch geordnet nach den Zeitaltern in Tolkiens Welt.

Inhalt Einleitung mit ausführlichen Hinweisen Christopher Tolkiens zu seiner Vorgehensweise bei der Erstellung dieses Buches.J. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2006, ISBN 3-423-20845-7, S. 9–25.

Teil Eins – das Erste Zeitalter Im Ersten Zeitalter in Mittelerde geht es um die Geschichten der Menschen aus dem Geschlecht Hador Lóriols (Hador Goldscheitel), man könnte das Kapitel daher auch bei seinem elbischen Namen nennen. In Quenya Nyáre maro ló Hador oder Sindarin Narn e-mbar Hador.

Hador war ein Vasall des Elbenkönigs Fingolfin und Vater von Galdor, der wiederum zwei Söhne hatte. Diese hießen Huor und Húrin und lebten in Dor Lómin (‚Land des Schattens‘) einem Gebiet hoch oben im Nordwesten von Beleriand. Die Erzählungen berichten nun über Tuor, den Sohn von Huor, und seiner Frau Rían und von Túrin, dem Sohn Húrins, und seiner Gemahlin Morwen. Beide Frauen entstammten dem Hause Beors des Alten, daher waren Tuor und Túrin weitläufig mit Beren dem Einhänder verwandt. Von Hador, der in der Dagor Bragollach (‚Schlacht des jähen Feuers‘) gefallen war, stammt der berühmte Drachenhelm, das Erbstück seines Hauses, der zuletzt von Túrin Turambar getragen wurde. Hador besaß darüber hinaus ein Schwert, das den Namen Hadhafang (‚Eisenschwinge‘) trug und wahrscheinlich von dem Zwergenschmied Fangluin (‚Blaubart‘) aus Nogrod (‚Zwergengrotte‘) hergestellt worden war. Der Name dieses Schwertes taucht in der Verfilmung der Trilogie Herr der Ringe auf, wo er für das Schwert Arwens benutzt wird.

Von Tuor und seiner Ankunft in GondolinJ. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2006, ISBN 3-423-20845-7, S. 29–80.

Tuor, der Sohn Huors, wächst nach dem Tode seiner Mutter Rían bei den Grauelben auf. Als der zu einem jungen Mann herangewachsen ist, verlässt er seine Heimat und begibt sich auf eine lange Reise, die ihn schließlich bis in die verborgene Stadt Gondolin führt. Er ist ein Mittler für den Vala Ulmo, der Turgon, dem Herren der Stadt, von diesem einst als Helfer prophezeit wurde.

Ein wichtiger Aspekt in dieser Geschichte ist es, dass die Brüder Huor und Húrin eine Zeit lang in der verborgenen Stadt Gondolin lebten und von deren König Turgon wie seine eigenen Kinder erzogen wurden. Sie lernten dort viel über die Geschichte der Elben und sprachen die Elbensprache Quenya. Huor und Húrin zählen neben Tuor zu den einzigen Menschen, die diese Stadt je betreten haben. Die Stadt Gondolin und ihr späterer Untergang weisen Ähnlichkeiten mit den Beschreibungen Trojas in Homers Epos Ilias auf. auf thinkquest.org.

Narn i hîn HúrinJ. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2006, ISBN 3-423-20845-7, S. 81–221.

Hier wird vom schweren Schicksal der Kinder Húrins berichtet, der von Melkor gefangen gehalten wurde, und vom Beschluss Morwens, ihren Sohn Túrin in die Obhut des Elbenfürsten Elu Thingol zu geben, von Túrins Aufnahme und Fortgang aus Doriath, den langen Jahren seines Kampfes gegen Melkors Schergen und seinem eigenen Schicksal bis hin zu seinem tragischen Tod. Ebenso erzählt die Geschichte von Nienor, seiner jüngeren Schwester, die er unwissend zu seiner Frau nahm und von Morwens Suche nach ihren Kindern.

Die ausführliche Erzählung gliedert sich in folgende Abschnitte: Túrins Kindheit; Die Geschichte beginnt mit einer kurzen Einführung über die Familienverhältnisse und Beziehungen zwischen Húrin und Huor und von deren Frauen Morwen und Rían. Túrins Geburtsjahr fällt mit einem weiteren wichtigen Ereignis des Ersten Zeitalters zusammen, der Begegnung Berens und Lúthiens in Doriath. Húrin und Morwen hatten auch eine kleine Tochter, Túrins jüngere Schwester Urwen, die jedoch Lalaith genannt wurde, das Lachen. Diese wurde jedoch nur Fünf Jahre alt ein erster Schicksalsschlag für den jungen Túrin. Der zweite war die Nachricht vom vermeintlichen Tode seines Vaters, was Morwen dazu bewog ihn nach Doriath zu schicken, damit wenigstens ihr Sohn vom Feind verschont bliebe. Morwen wollte und konnte ihn nicht dorthin begleiten, da sie hochschwanger war. Der Wortstreit zwischen Húrin und Morgoth; Húrin war mit Fingon in die Schlacht gezogen, welche die Elben Nirnaeth Arnoediad nennen, die ‚Schlacht der Ungezählten Tränen‘. Er wurde lebend gefangen genommen und vor Morgoth gebracht, da dieser von ihm erfahren wollte, wo sich die verborgene Stadt Gondolin befindet. Doch Húrin weigert sich standhaft ihm diese Information zu geben. Daraufhin verflucht Morgoth Húrin und seine Familie, fesselt den Menschen an einen hohen Gipfel, von dem aus dieser das Schicksal seiner Familie mit ansehen muss, ohne eingreifen zu können. Túrins Abreise; Túrin in Doriath; Berichtet von Túrin, der im Alter von zehn Jahren Dor-lómin verlässt und über verborgene Wege bis nach Doriath gebracht wird, wo ihm Thingol, als Verwandten von Beren, Einlass gewährt und ihn wie einen Sohn aufnimmt und erzieht. Als Túrin nahezu erwachsen ist, wird er von einem Elben verhöhnt und tötet diesen versehentlich, als er einen Gegenstand nach ihm wirft. Daraufhin läuft er davon und verlässt Doriath. Beleg Cúthalion, ein Elb aus Thingols Wachmannschaft, der mit Túrin befreundet ist, folgt ihm, um ihn zurückzuholen. Túrin bei den Geächteten; Túrin trifft auf eine Bande von Geächteten, die das Land südlich des Teiglin (‚Grenzwasser‘) durchstreiften. Im Zweikampf erschlägt er ihren Anführer und tritt an dessen Stelle. Beleg findet ihn und versucht ihn zur Rückkehr zu bewegen, doch Túrin weigert sich. Von Mîm, dem Zwerg; Mîm ist ein Zwerg, der von den Geächteten aufgegriffen und beinahe erschlagen wird, doch Túrin lässt ihm sein Leben. Dafür muss er ihnen im Gegenzug seinen verborgenen Unterschlupf auf dem Ammon Rûdh zur Verfügung stellen. Hier fehlt ein wesentlicher Teil der Geschichte und die Erzählung setzt zu einem späteren Zeitpunkt wieder ein. Die Rückkehr Túrins nach Dor-lómin; Túrin kehrt nach 23 Jahren nach Dor-lómin zurück, um seine Mutter aufzusuchen. Doch Morwen hat inzwischen das Land verlassen, nachdem ihr Haus von Ostlingen überfallen und geplündert worden ist. Túrin tötet Brodda, den Anführer jener Menschen aus dem Osten, die Dor-lómin besetzt haben und Morgoth dienen. Danach macht er sich auf die Suche nach Morwen und seiner Schwester Nienor. Túrins Ankunft in Brethil; Túrin glaubt, dass seine Mutter und Schwester sich sicher in Dorith aufhalten, was ihn beruhigt, so dass er nicht weiter nach ihnen sucht. Er gelangt nach Brethil und schließt sich dort einer Gruppe Menschen an, die dort leben und gegen Orks kämpfen. Er legt sich einen neuen Namen zu und nennt sich nun Turambar (‚Meister des Schicksals‘), weil er glaubt hier endlich ein ruhiges Leben führen zu können. Die Reise Morwens und Nienors nach Nargothrond; Hier wird erzählt, wie die Nachricht vom Fall Nargothronds (der fehlende Teil dieser Geschichte) Morwen in Doriath erreichte und sie erfährt, dass ihr Sohn Túrin, unter dem Namen Mormegil (‚Schwarzes Schwert‘) dort gewesen ist. Daraufhin beschließt sie ihn zu suchen. Nienor soll dort in der Obhut Thingols und Melians verweilen, doch folgt sie ihrer Mutter heimlich. Thingol hatte ihnen einen Trupp Elben als Schutz nachgesandt, doch als Glaurung, der Drache von Morgoth dort auftaucht, wenden sie sich diesem zu, um ihn zu bekämpfen. Der Drache hatte Nargothrond besetzt und als er die Elben kommen sah, wälzte er seinen feurigen Körper in die Fluten des Flusses Narog, wodurch sich dichte Nebelschwaden bildeten. Glaurung gelangte in dessen Schutz zu Morwen und Nienor, seine Anwesenheit erschreckte die Pferde, so dass sie mitsamt ihren Reiter davonstoben. Morwen wurde fortgetragen und es heißt sie irrte von da an nach ihren Kindern suchend durch die weiten Wälder Brethils. Nienor aber stand dem Drachen Auge in Auge gegenüber und dieser belegt sie mit einem Bann des Vergessens, nachdem er ihr Lügen über ihren Bruder erzählt hat. Nienor in Brethil; Nienor hat sich die Kleider vom Leib gerissen und rennt ziellos durch die Wälder, bis sie schließlich erschöpft auf einen Hügel liegen bleibt. Hier findet sie Túrin und nimmt sie mit sich. Sie erinnert sich an nichts und er gibt ihr den Namen Níniel (‚die Traurige‘). Túrin und Níniel heiraten und sie ist bald darauf von ihrem eigenen Bruder schwanger, ohne dass einem von beiden diese Tatsache bekannt ist. Die Ankunft Glaurungs; Glaurungs Tod; Glaurung sucht nach Túrin und begibt sich schließlich nach Brethil, um ihn dort zu stellen. Túrin denkt sich eine List aus, um den Drachen töten zu können. Dieser muss auf seinem Weg nach Brethil die enge Schlucht des Teiglin überqueren. An der Engstelle, die Cabed-en-Aras (‚Hirschensprung‘) genannt wird lauert Túrin dem Drachen auf und rammt ihm sein Schwert in den weichen Unterbauch, so dass Glaurung tödlich verletzt wird. Als Túrin versucht sein Schwert wieder aus dem Leib des Drachen zu ziehen, wird er von dessen Blut bespritzt und verliert sein Bewusstsein. So findet Níniel die beiden und sie verbindet Túrins Wunden und ruft seinen Namen, doch nicht Túrin, sondern Glaurung erwacht und er nimmt den Bann von ihr und erzählt ihr sterbend, dass der Mann kein anderer als ihr Bruder Túrin sei, dessen ungeborenes Kind sie in sich trägt. Sie glaubt, dass ihr Bruder tot ist und spricht: „Lebwohl, o zweifach Geliebter! A Túrin Turambar turin’ ambartanen: Meister des Schicksals, vom Schicksal gemeistert! O Glück, tot zu sein!“ Dann rennt sie davon und stürzt sich hinab in die Schlucht des Teiglin. Túrins Tod; Túrin erwacht, wundert sich darüber, wer ihm den Verband anlegte und kehrt zu seinen Leuten zurück. Er sucht nach Níniel, doch als er erfährt, dass diese seine eigene Schwester Nienor ist und dass sie nun tot ist, stürzt er sich selbst am Cabed-en-Aras, jenem Ort, wo sie ihr Leben ließ in die Klinge seines schwarzen Schwertes, das daraufhin zerbricht. Die Elben errichten für die Kinder Húrins ein Grab auf dessen Steinplatte geschrieben steht: und darunter . Anmerkungen und Anhang.

Teil Zwei – das Zweite Zeitalter Das Zweite Zeitalter befasst sich mit dem Aufstieg und Fall der Menschen, die als Edain oder Elbenfreunde bezeichnet wurden. Sie entstammten den drei Häusern jener Menschenvölker, die im Ersten Zeitalter über die Ered Luin (‚Blaue Berge‘) nach Beleriand gekommen waren und den Elben dort in ihrem Kampf gegen Morgoth, den ‚Schwarzen Feind‘ und Gegenspieler der Valar und Elben, beigestanden hatten. Als Lohn für ihre Hilfe hatten sie von den Valar eine eigene Insel, weit westlich von Mittelerde, im großen Meer Belegar erhalten. Von dieser und den dortigen Ereignissen, aber auch von Galadriel und Celeborn und der Liebe des Elbenfürsten Amroth zu der schönen Elbin Nimrodel, die sich in Mittelerde abspielen, wird in den folgenden Abschnitten berichtet.

Eine Beschreibung der Insel NúmenorJ. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2006, ISBN 3-423-20845-7, S. 225–233.