Sankt Johann am Tauern ist ein Dorf im Oberen Murtal in der Steiermark wie auch Ortsteil der Gemeinde Pölstal im Bezirk Murtal. Er war bis 2014 eigenständige Gemeinde.
Geographie
Die Ortslage befindet sich um die 25 Kilometer nordwestlich von Judenburg. Sie umfasst das hintere Pölstal, von ab 4 km nördlich von Möderbrugg über gut 10 km bis an die Schulterer Höhe hinüber nach Hohentauern, und die Pölsen, Quelltal der Pöls, auf um die 970– Höhe.
Das Dorf befindet sich etwa zehn Kilometer nördlich des Pölstal-Zentrums. Es liegt im hinteren Tal auf um die Höhe. Der Ort umfasst etwa 70 Häuser, gutteils links am Pölsbach (Sonnseite), einige Häuser rechts (Schattseite).Im Ortsverzeichnis 2001 als Weiler klassiert.
Das Gebiet von Sankt Johann am Tauern umfasst die beiden Teile Sonnseite links (ostseitig) im Tal und Schattseite rechts (westseitig), mit Ort zahlreiche Streulagen und einige Wochenendhaussiedlungen, zusammen etwa 250 Häuser mit gut 400 Einwohnern.
Die Umrahmung bilden der Kamm des Grießsteins () und der Südkamm (Kesseleck ) der Seckauer Tauern im Osten, der Kamm des Bruderkogels () der Wölzer Tauern im Westen, und der Hauptkamm der Niederen Tauern mit dem Bösenstein () im Nordwesten.
Durch den Ort führt die Triebener Straße (B114).
Geschichte Hier verlief der Saumweg über den Triebener Tauern, der schon vorrömisch bedeutend und dann Teil der Römerstraße Virunum – Ovilava (Zollfeld – Wels) war. Ob die Poststation (Mansio) Tartursanis hier oder in Hohentauern lag, ist aufgrund fehlender archäologischer Befunde unbekannt.Ulla Steinklauber: Römerzeit (und Spätantike) – von der Zeitenwende bis ins 5. Jahrhundert. In: Bernhard Hebert (Hrsg.): Urgeschichte und Römerzeit in der Steiermark. Band 1 von Geschichte der Steiermark. Hrsg. im Auftrag der Historischen Landeskommission für Steiermark, 2. Auflage, Böhlau Verlag, Wien/Köln/Weimar 2018, ISBN 978-3-205-23253-7, S. 709 f (ganzer Artikel 701–807; ).
Es erscheint aber möglich, dass schon in der frühesten Zeit der baiuwarischen Landnahme ein Stadelhof oder Zehenthof hier gegründet wurde.Heinrich Purkarthofer: Die im Jahre 1988 verliehenen steirischen Gemeindewappen. Anhang in: Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 39, St. Johann am Tauern, S. 37 (ganzer Artikel S. 29–40, pdf, landesarchiv.steiermark.at; dort S. 9). Die Johanneskirche wurde wohl um das Jahr 1300 erbaut, sie ist 1363 erstmals urkundlich erwähnt.Pfarre St. Johann am Tauern. Diözese Graz-Seckau: katholische-kirche-steiermark.at. Der Ort bildete sich als Kirchweiler, er ist wohl 1490 als s. Johans in einem Admonter Urbar erstgenannt.
Die Straße wurde ab der frühen Neuzeit wieder ausgebaut.
Die evangelische Gemeinschaft bekam 1784 (1794) ein Toleranzbethaus, die heutige Glaubenskirche. Der Ort war bis 1788 eine Lokalie der katholischen Pfarre St. Oswald, 1892 wurde er auch Pfarrort.
Gemeinde Sankt Johann Die politische Gemeinde St. Johann am Tauern wurde 1849/50 aus den beiden Steuergemeinden, dann Katastralgemeinden St. Johann Schattseite und St. Johann Sonnseite errichtet.Erlass des Statthalters vom 20. September 1850, womit die nach dem provisorischen Gesetze vom 17. März 1849 errichteten neuen Ortsgemeinden mit ihrer Zutheilung in die politischen Gerichts- und Steueramts-Bezirke in dem Kronlande Steiermark bekannt gemacht werden. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850, XXI. Stück, Nr. 378.Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850 (Beilage Kreis Bruck). Sie gehörte bis 1868 zum Kreis Bruck, dann zum Bezirk Judenburg, und bis 1976 zum Gerichtsbezirk Oberzeiring, dann Gerichtsbezirk Judenburg, zuletzt zum neuen Bezirk Murtal ab 2012.
Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform wurde sie mit 1. Jänner 2015 mit den Gemeinden Bretstein, Oberzeiring und Sankt Oswald-Möderbrugg zusammengeschlossen.Steiermärkische Gemeindestrukturreform.§ 3 Abs. 8 Z 2 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014, , S. 3. Die neue Gemeinde führt den Namen Marktgemeinde Pölstal. Die alte Gemeinde wird im Umfang als Zählsprengel weitergeführt.
Gemeindevertretung Bis zur Auflösung des Gemeinderats am 31. Dezember 2014 setzte sich dieser aufgrund der Gemeinderatswahl 2010 wie folgt zusammen: 4 Mandate ÖVP (167 Stimmen) 3 Mandate St. Johann aktiv (120 Stimmen) 2 Mandate SPÖ (109 Stimmen) Letzte Bürgermeisterin war bis 31. Dezember 2014 war Sonja Hubmann (ÖVP).
Wappen
Bevölkerungsentwicklung
Quelle: Statistik AustriaEin Blick auf die Gemeinde Sankt Johann am Tauern
Wirtschaft und Infrastruktur Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gab es 20 Arbeitsstätten mit 58 Beschäftigten in der Gemeinde sowie 128 Auspendler und 20 Einpendler. Es gab 54 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 33 im Haupterwerb), die zusammen 3356 ha bewirtschafteten (Stand 1999).
Bildung Es gibt einen Kindergarten und eine Volksschule.
Kultur und Sehenswürdigkeiten im Ort: Katholische Pfarrkirche St. Johann am Tauern Pfarrhof, neben der Kirche Kalvarienbergkapelle in der Gegend: Evangelische Glaubenskirche Vordere Kurz, Gehöft mit alter Mühle Oberer Lerchbacher, Gehöft Schellhube, Gehöft Pölsenhube (Maximilianhube), ehem. Jagddomizil Kaiser Maximilian des I., in der Pölsen
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter von St. Johann am Tauern: Fred Rößner (1911–2005), Sportler, Trainer und Sportpionier Hermann Kröll (1939–2016), Politiker (ÖVP), Bürgermeister von Schladming 1975–2005
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Pölstal Kategorie:Rottenmanner und Wölzer Tauern Kategorie:Seckauer Tauern Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Mur Kategorie:Ersterwähnung 1490 Kategorie:Ehemalige Gemeinde in der Steiermark Kategorie:Gemeindegründung 1850 Kategorie:Gemeindeauflösung 2014 Kategorie:Geographie (Sankt Johann am Tauern)