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Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung von Stuttgart tabellarisch und graphisch wieder.
Am betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Stuttgart nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).Statistisches Landesamt Baden-Württemberg:
Einwohnerentwicklung
Im Mittelalter und der frühen Neuzeit wuchs die Bevölkerungszahl von Stuttgart sehr langsam und ging wegen der zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So wurde die Stadt im Dreißigjährigen Krieg mehrmals von kaiserlichen Truppen eingenommen. Die Bevölkerung sank während des Krieges um mehr als die Hälfte: 1648 hatte Stuttgart 4.500 Einwohner, 1600 waren es noch 10.000 gewesen. Nachdem Stuttgart 1806 Königssitz wurde, ließ Friedrich I. die Stadt dementsprechend ausbauen.
Zahlreiche Verlage zogen in die Stadt. Auch die Instrumentenfabrikation (Klavierbau) entwickelte sich. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich zwischen 1802 und 1843 auf rund 40.000. Im Jahre 1846 wurde der Bahnhof in Betrieb genommen. Firmen wie Bosch oder Daimler siedelten sich an. Mit dem Beginn der Industrialisierung beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1852 rund 50.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1874 bereits 100.000. Damit wurde Stuttgart die erste Großstadt auf dem Gebiet des heutigen Landes Baden-Württemberg.
Auch durch zahlreiche Eingemeindungen wuchs die Bevölkerungszahl der Stadt. Am 1. April 1901 wurde Gaisburg (4.800 Einwohner) eingegliedert, am 1. April 1905 die Stadt Cannstatt (1900 = 26.497 Einwohner), sowie die Orte Untertürkheim und Wangen mit zusammen 43.050 Einwohnern. Am 1. August 1908 wurde Degerloch (4.300 Einwohner) eingemeindet. Bei der Volkszählung vom 5. Dezember 1917 wurde eine ortsanwesende Gesamtbevölkerung von 289.821 Personen ermittelt. Davon waren nach Angaben der Volkswirtschaftlichen Abteilung des Kriegsernährungsamtes 23.205 Militärpersonen und 3.559 Kriegsgefangene. Am 1. April 1922 kamen Botnang, Kaltental, Hedelfingen und Obertürkheim mit zusammen 14.700 Einwohnern nach Stuttgart. Bei der Volkszählung am 16. Juni 1925 lebten in der Stadt 341.967 Menschen.
Am 1. Juli 1929 wurde Hofen (1.300 Einwohner), am 1. April 1931 Zuffenhausen (15.630 Einwohner) und am 1. Mai 1931 Rotenberg (650 Einwohner) eingegliedert, am 1. Juli 1931 Münster am Neckar (4.900 Einwohner). Die Eingemeindung der Stadt Feuerbach sowie der Orte Mühlhausen am Neckar und Zazenhausen am 1. Mai 1933 brachte einen Zuwachs von 25.700 Personen. Bei der Zählung am 16. Juni 1933 hatte Stuttgart 415.028 Einwohner. Am 1. April 1937 kamen Heumaden, Rohracker, Sillenbuch und Uhlbach mit zusammen 7.500 Einwohnern hinzu. Die Eingliederung von Stammheim und mehrerer Fildergemeinden (Birkach, Fasanenhof, Möhringen, Plieningen, Solitude, Rohr, Vaihingen) brachte am 1. April 1942 einen weiteren Zuwachs von 40.550 Personen auf 498.063 Einwohner.
Deutlich sichtbar sind die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges. Die Stadt war im Verlauf des Krieges mehrmals das Ziel alliierter Luftangriffe. Der schwerste Angriff erfolgte am 12. September 1944 durch die britische Royal Air Force auf die Stuttgarter Altstadt. Dem anschließend entstandenen Feuersturm fielen mehr als 1.000 Menschen zum Opfer. Bei den insgesamt 53 Luftangriffen wurden 68 Prozent aller Gebäude zerstört und 4.477 Menschen getötet. Insgesamt verlor Stuttgart seit 1942 durch Evakuierung, Flucht und Luftangriffe fast die Hälfte seiner Bewohner. Die Bevölkerungszahl sank bis 30. April 1945 auf 266.067.
Durch die Rückkehr der Zwangsevakuierten und den Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten stieg die Bevölkerungszahl wieder. 1950 lebten in der Stadt mit rund 500.000 Einwohnern wieder so viele Menschen wie nach den Eingemeindungen von 1942. Im Jahre 1962 erreichte die Bevölkerungszahl mit 640.560 ihren historischen Höchststand. Im Jahre 2006 war Stuttgart mit 593.923 Einwohnern nach München die zweitgrößte Stadt Süddeutschlands und lag unter den Großstädten Deutschlands an sechster Stelle.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1832 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Stadtverwaltung (bis 1970) und des Statistischen Landesamtes (ab 1971). Die Angaben beziehen sich ab 1837 auf die „Zollabrechnungsbevölkerung“, ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1837 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
Von 1400 bis 1870
(jeweiliger Gebietsstand)
Jahr Einwohner 1400 4.000 1589 9.000 1600 10.000 1631 8.327 1648 4.500 1698 13.000 1707 16.000 1730 11.330 1758 18.145 Jahr/Datum Einwohner 1765 15.524 1769 15.151 1798 18.467 1802 21.545 1821 22.686 1824 29.143 1832 35.021 3. Dezember 1837 ¹ 36.041 3. Dezember 1840 ¹ 38.727 Jahr/Datum Einwohner 3. Dezember 1843 ¹ 43.877 3. Dezember 1846 ¹ 48.635 3. Dezember 1849 ¹ 47.837 3. Dezember 1852 ¹ 50.003 3. Dezember 1855 ¹ 50.804 3. Dezember 1858 ¹ 56.483 3. Dezember 1861 ¹ 61.314 3. Dezember 1864 ¹ 69.084 3. Dezember 1867 ¹ 75.781 ¹ Volkszählungsergebnis
Von 1871 bis 1944
(jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 1. Dezember 1871 ¹ 91.623 31. Dezember 1872 94.354 31. Dezember 1873 98.148 31. Dezember 1874 102.095 1. Dezember 1875 ¹ 107.273 1. Dezember 1880 ¹ 117.303 1. Dezember 1885 ¹ 125.901 1. Dezember 1890 ¹ 139.817 2. Dezember 1895 ¹ 158.321 1. Dezember 1900 ¹ 166.699 31. Dezember 1901 185.734 31. Dezember 1902 189.820 31. Dezember 1903 194.049 31. Dezember 1904 198.415 1. Dezember 1905 ¹ 249.443 31. Dezember 1906 256.297 31. Dezember 1907 262.768 31. Dezember 1908 273.553 Datum Einwohner 31. Dezember 1909 280.195 1. Dezember 1910 ¹ 286.218 31. Dezember 1911 294.020 31. Dezember 1912 301.220 31. Dezember 1913 308.436 1. Dezember 1916 ¹ 289.637 5. Dezember 1917 ¹ 289.821 8. Oktober 1919 ¹ 309.197 31. Dezember 1919 315.136 31. Dezember 1920 315.796 31. Dezember 1921 315.443 31. Dezember 1922 329.174 31. Dezember 1923 324.233 31. Dezember 1924 334.298 16. Juni 1925 ¹ 341.967 31. Dezember 1925 349.709 31. Dezember 1926 354.120 31. Dezember 1927 364.838 Datum Einwohner 31. Dezember 1928 371.997 31. Dezember 1929 376.214 31. Dezember 1930 377.461 31. Dezember 1931 403.120 31. Dezember 1932 408.511 16. Juni 1933 ¹ 415.028 31. Dezember 1933 417.985 31. Dezember 1934 426.035 31. Dezember 1935 429.445 31. Dezember 1936 436.968 31. Dezember 1937 451.959 31. Dezember 1938 456.100 17. Mai 1939 ¹ 458.429 31. Dezember 1939 460.900 31. Dezember 1940 454.600 1. April 1942 498.063 1. Juli 1943 470.260 ¹ Volkszählungsergebnis
Quelle: Stadt Stuttgart
Von 1945 bis 1989 (jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 8. Januar 1945 282.353 30. April 1945 266.067 31. Dezember 1945 359.319 29. Oktober 1946 ¹ 413.528 31. Dezember 1947 447.604 13. September 1950 ¹ 497.677 31. Dezember 1951 520.043 31. Dezember 1952 538.857 31. Dezember 1953 563.118 25. September 1956 ¹ 601.115 6. Juni 1961 ¹ 637.539 31. Dezember 1961 637.774 31. Dezember 1962 640.560 31. Dezember 1963 635.208 Datum Einwohner 31. Dezember 1964 629.752 31. Dezember 1965 628.585 31. Dezember 1966 624.202 31. Dezember 1967 612.907 31. Dezember 1968 616.025 31. Dezember 1969 625.888 27. Mai 1970 ¹ 633.158 31. Dezember 1970 631.780 31. Dezember 1971 632.947 31. Dezember 1972 630.390 31. Dezember 1973 624.835 31. Dezember 1974 613.263 31. Dezember 1975 600.421 31. Dezember 1976 590.135 Datum Einwohner 31. Dezember 1977 584.554 31. Dezember 1978 583.700 31. Dezember 1979 581.989 31. Dezember 1980 580.648 31. Dezember 1981 583.001 31. Dezember 1982 573.577 31. Dezember 1983 567.020 31. Dezember 1984 561.567 31. Dezember 1985 561.628 31. Dezember 1986 565.486 25. Mai 1987 ¹ 551.904 31. Dezember 1987 556.302 31. Dezember 1988 562.658 31. Dezember 1989 570.699 ¹ Volkszählungsergebnis
Quellen: Stadt Stuttgart (bis 1970), Statistisches Landesamt Baden-Württemberg (ab 1971)
Ab 1990
Zur grafischen Darstellung der Entwicklung seit 1990 siehe Abschnitt Prognosen.
(jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 31. Dezember 1990 579.988 31. Dezember 1991 591.946 31. Dezember 1992 599.415 31. Dezember 1993 594.406 31. Dezember 1994 588.482 31. Dezember 1995 585.604 31. Dezember 1996 585.540 31. Dezember 1997 585.274 31. Dezember 1998 581.961 31. Dezember 1999 582.443 Datum Einwohner 31. Dezember 2000 583.874 31. Dezember 2001 587.152 31. Dezember 2002 588.477 31. Dezember 2003 589.161 31. Dezember 2004 590.657 31. Dezember 2005 592.569 31. Dezember 2006 593.923 31. Dezember 2007 597.176 31. Dezember 2008 600.068 31. Dezember 2009 601.646 Datum Einwohner 31. Dezember 2010 606.588 31. Dezember 2011 591.015 31. Dezember 2012 597.939 31. Dezember 2013 604.297 31. Dezember 2014 612.441 31. Dezember 2015 623.738 31. Dezember 2016 628.032 31. Dezember 2017 632.743 31. Dezember 2018 634.830 31. Dezember 2019 635.911 Datum Einwohner 31. Dezember 2020 630.305 31. Dezember 2021 626.275 31. Dezember 2022 612.041 31. Dezember 2023 613.111 31. Dezember 2024 612.663 31. Dezember 2025 609.365
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
Bevölkerungsprognose
In ihrem 2006 publizierten „Wegweiser Demographischer Wandel 2020“, in dem die Bertelsmann-Stiftung Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl von 2.959 Kommunen in Deutschland liefert, wird für Stuttgart ein Rückgang der Bevölkerung zwischen 2003 und 2020 um 2,0 Prozent (11.976 Personen) vorausgesagt.
Absolute Bevölkerungsentwicklung 2003–2020 – Prognose für Stuttgart (Hauptwohnsitze): mini|400px|Die nebenstehenden Prognosen im Vergleich zur realen Entwicklung seit 1990
Datum Einwohner 31. Dezember 2003 589.161 31. Dezember 2005 590.605 31. Dezember 2010 590.767 31. Dezember 2015 586.955 31. Dezember 2020 577.185
Die Prognose wurde 2009 aktualisiert und umfasst nun einen Zeitraum von 2006 bis 2025. In diesem Zeitraum wird von einem Anstieg der Bevölkerung um 13.795 Einwohner oder 2,32 % ausgegangen.wegweiser-kommune.de:
Datum Einwohner 31. Dezember 2006 593.923 31. Dezember 2010 598.269 31. Dezember 2015 603.579 31. Dezember 2020 607.242 31. Dezember 2025 607.718 Quelle: Bertelsmann-Stiftung
Im Jahr 2015 fand eine weitere Aktualisierung statt. Sie umfasst nun den Zeitraum von 2012 bis 2030. In diesem Zeitraum wird von einem Anstieg der Bevölkerung um 42.010 Einwohner oder 7,03 % ausgegangen. Datum Einwohner 31. Dezember 2012 597.460 31. Dezember 2020 630.070 31. Dezember 2025 637.730 31. Dezember 2030 639.470 Quelle: Bertelsmann-Stiftung
Bevölkerungsstruktur Die größten Gruppen der melderechtlich in Stuttgart registrierten Ausländer kamen am 31. Dezember 2018 aus der Türkei (17.900), Kroatien (15.268), Italien (14.021), Griechenland (13.757), Serbien (5.844), Rumänien (6.121), Bosnien und Herzegowina (4.963), Polen (4.162), Portugal (4.172) und Syrien (4.585).Stadt Stuttgart: Ausländer in Stuttgart am 31.12.2018 nach Staatsangehörigkeit und Altersgruppen, abgerufen am 17. Oktober 2025 Von der amtlichen Statistik als Ausländer nicht erfasst werden eingebürgerte Personen und als Deutsche in Deutschland geborene Kinder ausländischer Abstammung.
Bevölkerung Stand 31. Dezember 2015 Einwohner mit Hauptwohnsitz 602.301 davon männlich 299.973 weiblich 302.328 Deutsche 453.880 davon männlich 221.864 weiblich 232.016 Ausländer 148.421 davon männlich 78.109 weiblich 70.312 Ausländeranteil in Prozent 24,6 Quelle: Stadt Stuttgart
Altersstruktur mini|400px|right|Bevölkerungspyramide für Stuttgart (Datenquelle: Zensus 2011Datenbank Zensus 2011, Stuttgart, Alter + Geschlecht.)
Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Gesamtbevölkerung und die einzelner Altersgruppen von 1990 bis 2007. Alle Daten stammen vom 31. Dezember des jeweiligen Jahres.