Die Verbandsgemeinde Ruwer ist eine rheinland-pfälzische Verbandsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg und liegt südöstlich der kreisfreien Stadt Trier im moselfränkischen Sprachraum. Das Gebiet ist geprägt durch die jahrtausendealte Weinkulturlandschaft des unteren Ruwertals sowie die links und rechts der Ruwer bis in den Osburger Hochwald und die Schöndorfer Pfarrei ansteigenden waldreichen Ausläufer des Hunsrücks.
Geographie Geographische Lage Die Verbandsgemeinde Ruwer liegt hauptsächlich im Bereich der naturräumlichen Landschaftseinheiten Unteres Ruwertal, Ruwerengtal, Osburger Hunsrück und Osburger Hochwald, teilweise auch im Bereich der Pellinger Hochflächen, dem Tarforster Plateau und der Leiwener Moselrandhöhen.Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz
Die Höhenlage des Verbandsgemeindegebietes reicht von etwa bei Mertesdorf bis zu auf dem Rösterkopf bei Osburg. Am Fuße des Rösterkopfes entspringt der rechte Moselzufluss Ruwer.
Die Verbandsgemeinde liegt überwiegend im Wassereinzugsgebiet der Ruwer mit ihren Nebenbächen, insbesondere der Riveris. Der östliche Teil der Verbandsgemeinde liegt im Einzugsgebiet des Feller Baches mit Nebengewässern, kleinere Gebiete liegen im Bereich der Wadrill (Prims) im südöstlichen Teil der Gemarkung Osburg, im Bereich des Olewiger Baches bei Ollmuth und im Bereich des Meierbaches (Mosel) bei Mertesdorf.
Benachbarte Kommunen Nachbarkommunen sind im Uhrzeigersinn (beginnend im Norden): Longuich, Fell und Mehring im Bereich der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße Bescheid, Beuren und Reinsfeld im Bereich der Verbandsgemeinde Hermeskeil Kell am See, Schillingen, Heddert und Lampaden im Bereich der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell Pellingen im Bereich der Verbandsgemeinde Konz Franzenheim und Hockweiler im Bereich der Verbandsgemeinde Trier-Land Trier-Irsch, Trier-Filsch, Trier-Tarforst, Trier-Kürenz und Trier-Ruwer/Eitelsbach im Bereich der Stadt Trier
Verbandsangehörige Gemeinden Name Flächein km² Mittl. Höhein m 1563Feuerst. 1684Feuerst. 1815Einwohner 1950Einwohner 2000Einwohner Einwohner 20px|coat of arms Bonerath 4,25 424 6 6 151 221 246 20px|coat of arms Farschweiler 7,45 433 13 8 197 531 748 20px|coat of arms Gusterath 4,41 301 5 9 141 339 1.915 20px|coat of arms Gutweiler 2,51 305 7 7 100 291 711 20px|coat of arms Herl 2,83 420 5 7 140 199 231 20px|coat of arms Hinzenburg 2,87 328 3 3 82 163 158 20px|coat of arms Holzerath 6,79 427 6 5 186 326 472 20px|coat of arms Kasel 4,53 166 25 21 255 1.029 1.272 20px|coat of arms Korlingen 2,08 287 9 6 97 194 843 20px|coat of arms Lorscheid 5,09 439 25 12 187 444 580 20px|coat of arms Mertesdorf 6,47 199 20 14 287 990 1.681 20px|coat of arms Morscheid 5,48 282 17 18 227 526 822 20px|coat of arms Ollmuth 3,92 330 4 4 91 174 162 20px|coat of arms Osburg 32,92 456 23 17 515 1.227 1.938 20px|coat of arms Pluwig 4,87 310 9 9 250 657 1.163 20px|coat of arms Riveris 2,11 209 4 4 133 286 366 20px|coat of arms Schöndorf 10,03 309 12 12 296 716 820 20px|coat of arms Sommerau 1,04 194 1 1 29 111 70 20px|coat of arms Thomm 4,49 462 16 12 327 707 997 20px|coat of arms Waldrach 12,46 159 53 41 533 1.649 2.043 20px|Coat of arms VG Ruwer 126,60 ø 322 263 216 4.224 10.780 17.238
Gemeindeteile Zu den verbandsangehörigen Gemeinden gehören auch die Gemeindeteile mini|Geizenburg mini|Lonzenburg Langeichhof (Bonerath) Backeshof, Birkenhof, Forsthaus Farschweiler, Klostermühle/Gehrensmühle (Farschweiler) Romika (Gusterath) Romika (Gutweiler) Kaffeemühle (Herl) Hinzenburgermühle (Hinzenburg) Haus Timpert (Kasel) Korlinger Mühle (Korlingen) Scholersmühle (Lorscheid) Eisenbahnhaltepunkt Grünhaus-Mertesdorf, Lorenzhof, Maximin Grünhaus, früher auch: Friedrichshof (Mertesdorf) Herrgottsmühle, Im Lonschenberg, Lichtenthalsmühle (ehemals Stadt Trier), Schloss Marienlay, Studentenmühle (Morscheid) Forsthaus Sternfeld, Neuhaus (Osburg) Bahnhof Pluwig, Geizenburg, Pluwigerhammer, Willmerich, Wilzenburg (Pluwig) Feilensmühle, Karlstollen (Riveris) Lonzenburg, Neuhof, Pluwigerhammer, Raulsmühle, Schöndorferheide (Schöndorf) Althinkelhaus, Neuhinkelhaus, Thommerberg (Thomm) Haus Kampf, Schleifmühle, Schmelzmühle (Waldrach)
Klima 250px|rechts|Diagramm Der Jahresniederschlag an der ehemaligen Messstation des Deutschen Wetterdienstes in Mertesdorf im Ruwertal betrug 760 mm im Zeitraum von 1961 bis 1990. Die nächsten Wetterstationen befinden sich in Trier-Petrisberg bzw. Deuselbach/Hunsrück.
Raumplanung Das nächstgelegene Oberzentrum ist die kreisfreie Stadt Trier. Die Gemeinden Waldrach und Osburg bilden einen grundzentralen Versorgungsbereich mit Funktionsteilung. Umliegende Grund- oder Mittelzentren sind Reinsfeld, Kell am See, Zerf, Schweich und Hermeskeil.
Geschichte mini|Verwaltungsgebäude der VG Ruwer bis zum Jahre 2005 in Trier-Ruwer mini|Neues Rathaus in Waldrach Die Orte der Verbandsgemeinde gehörten in kurtrierischer Zeit zum Amt Pfalzel, zum Amt Maximin, zum Amt St. Paulin, zum Amt Grimburg oder zu weiteren Herrschaften. Diese Ämter waren in Pflegen unterteilt. Zum Ende des 18. Jahrhunderts umfasste die Pflege Waldrach im Amt Pfalzel die Orte Bonerath, Eitelsbach, Farschweiler, Filsch, Gutweiler mit Sommerau, Hinzenburg, Hockweiler, Irsch, Kasel, Korlingen, Morscheid, Osburg, Riveris, Schöndorf, Thomm und Waldrach.Trierische Chronik / Zeitschr. d. Gesellschaft für Trierische Geschichte und Denkmalpflege (Archiv)
In französischer Zeit entstanden die Mairien in Ruwer, Farschweiler, Schöndorf und Irsch. Diese wurden in preußischer Zeit zu den Bürgermeistereien Ruwer, Farschweiler, Schöndorf und Irsch umfunktioniert. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Bürgermeistereien Irsch und Schöndorf zur Bürgermeisterei Irsch-Schöndorf in Wilzenburg vereinigt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Bürgermeistereien zu Ämtern umbenannt.
Bei Neuorganisation der Ämter in der Region Trier wurde 1934 das Amt Waldrach in Ruwer gebildet. Das frühere Amt Ruwer, welches aus nur sieben Gemeinden bestand, bekam 14 neue Gemeinden hinzu. 1954 wurde das Amt wieder zu Amt Ruwer umbenannt und am 1. Oktober 1968 in eine Verbandsgemeinde umgewandelt.Durch das Landesgesetz zur Änderung kommunalverfassungsrechtlicher Vorschriften und zur Vorbereitung der Neugliederung von Gemeinden vom 16. Juli 1968 wurde die neue Verbandsgemeindeordnung erlassen und gleichzeitig die seit 1948 geltende Amtsordnung aufgehoben. Das Gesetz trat mit Wirkung vom 1. Oktober 1968 in Kraft. Die Gemeinden Ruwer und Eitelsbach wurden im Rahmen einer kommunalen Neugliederung am 7. Juni 1969 in die Stadt Trier eingemeindet und bilden seit 1974 den Stadtbezirk Ruwer/Eitelsbach. Die Gemeinde Hinzenburg kam am 7. November 1970 von der Verbandsgemeinde Kell zur Verbandsgemeinde Ruwer.
Der Bau des neuen Rathauses der Verbandsgemeinde Ruwer wurde im März 2004 in Waldrach begonnen und im November 2005 offiziell in Betrieb genommen. Die neue Touristinformation der Verbandsgemeinde in Kasel wurde im Sommer 2006 ihrer Bestimmung übergeben und im Jahre 2009 vom rheinland-pfälzischen Fachbeirat der Initiative ServiceQualität Deutschland als „Qualitätsbetrieb Stufe 1“ sowie als „Qualitätsbetrieb der Dachmarke Mosel“ ausgezeichnet. Die Touristinformation führt die i-Marke des Deutschen Tourismusverbandes.
Religion mini|Kirche St. Laurentius in Waldrach 67 Prozent der Bevölkerung der Verbandsgemeinde gehören der römisch-katholischen Kirche in der Diözese Trier an, 9 Prozent der evangelischen in der Evangelischen Kirche im Rheinland, 2 Prozent einer sonstigen Religionsgemeinschaft und 22 Prozent sind ohne Angabe oder gemeinschaftslos.Gemeindestatistik Stichtag: 31. Dezember 2021
Kirchen Katholische Kirchen in den Pastoralen Räumen Trier bzw. Hermeskeil sind: St. Arnulf und St. Margarethe, Bonerath; Mariä Heimsuchung, Farschweiler; St. Martin, Gusterath; St. Cosmas und Damian, Gutweiler; St. Quirinus, Herl; St. Magdalena, Hinzenburg; St. Helena, Holzerath; St. Nikolaus, Kasel; St. Valentin, Korlingen; St. Gertrud, Lorscheid; St. Martin, Mertesdorf; St. Martin, Morscheid; St. Thomas, Ollmuth; St. Clemens, Osburg; St. Johannes der Täufer, Pluwig; St. Cornelius, Riveris; St. Andreas, Schöndorf; St. Pauli Bekehrung, Thomm; St. Laurentius, Waldrach;
Evangelisch: Ev. Gemeindehaus Gusterath, Johannes-Kirche zu Grünhaus/Mertesdorf;
Neuapostolisch: Neuapostolische Gemeinde Mertesdorf (seit 1939).
Bevölkerungsentwicklung Im Gebiet der Verbandsgemeinde Ruwer gab es nach dem Trierer Feuerbuch von 1563 249 Feuerstellen (entspricht etwa fünf bis sechs Einwohnern je Feuerstelle) und im Jahre 1684 216 Feuerstellen.
Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf das Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde Ruwer; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
Am 31. Dezember 2021 gab es 19.205 Haupt- und Nebenwohnsitze in der Verbandsgemeinde Ruwer.
Politik Die Verbandsgemeinde gehört zum Bundestagswahlkreis Trier und zum Landtagswahlkreis Trier/Schweich. Weitere regionale und institutionelle Zuordnungen sind das Amtsgericht Trier, das Landgericht Trier, das Oberlandesgericht Koblenz, das Finanzamt Trier, die Industrie- und Handelskammer Trier, die Handwerkskammer Trier, das Vermessungs- und Katasteramt Westeifel-Mosel, Servicestelle Trier und die Arbeitsagentur Trier. Die Verbandsgemeinde und alle Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde sind Mitglied im Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz.
Verbandsgemeinderat
Der Verbandsgemeinderat Ruwer besteht aus 32 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Verbandsgemeinderat: Wahl SPD CDU Grüne FWG Gesamt 2024 8 10 4 10 32 Sitze 2019 11 10 – 11 32 SitzeWahlband Kommunalwahlen 2019 Verbandsgemeindeebene 2014 9 12 3 8 32 Sitze 2009 9 12 3 8 32 Sitze 2004 8 14 2 8 32 Sitze 1999 10 15 2 5 32 Sitze 1994 12 15 – 5 32 Sitze FWG = Freie Wählergruppe Verbandsgemeinde Ruwer e. V.
Ein Gremium des Verbandsgemeinderates Ruwer ist der Ältestenrat. Eine Jugendvertretung ist eingerichtet. Weitere Ausschüsse des Verbandsgemeinderates nach der Hauptsatzung sind der Haupt- und Finanzausschuss, der Bau-, Umwelt- und Planungsausschuss, der Rechnungsprüfungsausschuss, der Jugend-, Sport- und Sozialausschuss, der Ausschuss für Tourismus, Kultur und Weinbau, der Werksausschuss Abwasserwerk sowie der Schulträgerausschuss.Hauptsatzung der Verbandsgemeinde Ruwer vom 25. September 2019 im Amtsblatt der VG Ruwer, Ausgabe 40/2019, S. 5 (Archiv) Die Einrichtung eines Feuerwehrausschusses wurde im April 2023 vom Verbandsgemeinderat beschlossen.
Bürgermeister Liste der Amtsbürgermeister bzw. Bürgermeister: 1917–1937: Eduard Voss 1938–1945: Josef Jost 1945–1946: Josef Koster Am 21. Januar 1946 wurde Hans Rüdel vom Präsidenten des Regierungsbezirks Trier, Wilhelm Steinlein, im Einvernehmen mit der französischen Militärregierung zum Bürgermeister der Amtsbürgermeisterei Ruwer ernannt. Dieses Amt trat Rüdel jedoch nicht an, denn am 4. Mai 1946 wurde er vom Landrat Heinrich Salzmann zum Kreisamtmann befördert und mit der Büroleitung der Kreisverwaltung beauftragt. 1946–1961: Karl Rittel 1961–1965: Walter Steffens 1965–1996: Hermann Feldges, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande 1996–2017: Bernhard Busch (FWG) 2018–2025: Stephanie Nickels (CDU) seit 2026: Thomas Hoffmann (FWG)
Die erste Direktwahl eines Bürgermeisters fand statt am 22. Oktober 1995. Klaus Longen (CDU) erzielte 42,85 % der Stimmen, Helmut Striethorst (SPD) erhielt 14,29 % und Bernhard Busch (FWG) bekam 42,86 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,57 %. Bei der erforderlichen Stichwahl am 5. November 1995 setzte sich Bernhard Busch mit 68,33 % gegen Klaus Longen (31,67 %) durch bei einer Wahlbeteiligung von 65,12 %. Damit war Bernhard Busch für die Amtszeit vom 1. März 1996 bis zum 29. Februar 2004 gewählt.