Die Junkers Ju 188 (Suggestivname: Rächer) war ein Kampfflugzeug der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Sie wurde hauptsächlich als (Torpedo-)Bomber und Aufklärer eingesetzt.
Entwicklung Die Junkers Ju 188 war ein zweimotoriger Mitteldecker mit Einziehfahrwerk und zunächst drei Mann Besatzung. Die Maschine stellte eine Weiterentwicklung der Junkers Ju 88 dar. Der Antrieb erfolgte durch jeweils zwei 12-Zylinder-V-Motoren Jumo 213A (A- und D-Serie) oder durch zwei 14-Zylinder-Doppelsternmotoren BMW 801 G-2 (E- und F-Serie). Der Erstflug der Ju 88 V44 (Ju 188 V1) fand am 24. Juni 1942 mit Rupprecht Wendel statt.
Gegenüber dem Ausgangstyp wurden im Wesentlichen die Kanzel, das Leitwerk und die Tragflächen geändert. Es entstand ein sogenannter Kampfkopf, in dem alle Besatzungsmitglieder in unmittelbarer Nähe zueinander im vorderen Rumpfbereich zusammengefasst wurden. Aber auch die Leistung der Triebwerke wurde erhöht, die Tragflächen und die allgemeine Aerodynamik verbessert.
Produktion Der Serienbau der Ju 188 lief von Februar 1943 bis Februar 1945. Insgesamt wurden 1234 Flugzeuge hergestellt. Auf die einzelnen Jahre verteilte sich die Produktion wie folgt:
1943: 174 Bomber, 109 Aufklärer 1944: 434 Bomber, 484 Aufklärer 1945: 33 Aufklärer
Es wurden fünf unterschiedliche Versionen in Serie gebaut. Ebenso entstanden eine Reihe von Projekten, auf denen zum Teil (J/K/L-Serie) die Weiterentwicklung Ju 388 basierte.
Bauzahlen der Ju 188 bis 28. Februar 1945: Version Junkers ATG Siebel Summe Produktion E-1263263 Februar 1943 bis Mai 1944 F-1222222 April 1943 bis Juli 1944 A-27172140283 September 1943 bis September 1944 A-36262 Juli bis September 1944 D-245139220404 Februar 1944 bis Februar 1945 Summe 601 211 422 1234 Februar 1943 bis Februar 1945
Von der Gesamtzahl wurden insgesamt 125 vor der Auslieferung zerstört, so dass nur 1109 Flugzeuge durch die Bauaufsichtsleitung (BAL) des Reichsluftfahrtministeriums übernommen wurden. Die Luftwaffe erhielt zwischen August 1943 und Februar 1945 lediglich 874 Flugzeuge, weshalb nach der BAL-Abnahme weitere Zerstörungen, aber auch umfangreiche Verschrottungen durch die weitgehende Auflösung der Kampfgeschwader anzunehmen sind. 22 Flugzeuge wurden bei Junkers zur Vorserie Ju 388 L-0 und K-0 umgebaut.
Einsatz Letztendlich erhielten nur die Kampfgeschwader 2, 6 und 26 nennenswerte Zahlen von Ju 188. Die II. Gruppe des Kampfgeschwaders 2 nahm mit 35 Ju 188E und die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 6 mit 41 Ju 188A am Unternehmen Steinbock teil.
Versionen mini|Dreiseitenriss Ju 188 A-2: Bomber mit zwei 1750-PS-Triebwerken Jumo 213A Ju 188 A-3: Torpedoflugzeug mit zwei 1750-PS-Triebwerken Jumo 213A Ju 188 D-2: Aufklärer, eine Ju 188 A-2 ohne Bomben, mit mehr Treibstoff sowie Fotoausrüstung Ju 188 E-1: Bomber mit zwei 1700 PS leistenden Triebwerken BMW 801 G-2 Ju 188 E-2: Torpedobomber, E-1 mit entsprechender Auslegung (nur Umbau) Ju 188 F-1: Aufklärer, eine Ju 188 E-1 ohne Bomben, mit mehr Treibstoff sowie Fotoausrüstung Ju 188 F-2: Aufklärer, wie F-1 aber mit Modifikationen der E-2 (nur Umbau) Ju 188 G: Bomber, mit Bodenwanne und Heckstand, keine Serienfertigung Ju 188 J: Projekt für „Schnellnachtjäger“, später als Ju 388 J-1 verwirklicht Ju 188 K: Projekt für „Schnellnachtjäger“, später als Ju 388 K-1 verwirklicht Ju 188 L: Projekt für „Schnellnachtjäger“, später als Ju 388 L-1 verwirklicht Ju 188 R: Nachtjäger, nur Projekt Ju 188 S: Schnellbomber, nur Projekt Ju 188 T: Höhenaufklärer, nur Projekt Ju 188 U: Reiseflugzeug für Generalfeldmarschall Milch
Technische Daten mini|Besatzung einer Ju 188 vor dem Start mini|Junkers Ju 188 A-3, 2. Staffel des KG 6 Kenngröße Daten der Ju 188 A-2 (1943) Einsatzzweck Horizontalbomber Besatzung 4 Länge 14,95 m Spannweite 22,02 m Höhe 4,45 m Flügelfläche 56 m² Flügelstreckung 8,7 max. Startmasse 15.000 kg Höchstgeschwindigkeit 525 km/h Dienstgipfelhöhe 10.000 m Reichweite 2200 km (mit halber Bombenlast) Triebwerke zwei V12-Motoren Junkers Jumo 213 A mit je Startleistung Bewaffnung zwei 20-mm-MG 151/20 Kanonen, zwei 13-mm-MG 131 und bis zu vier 7,92-mm-MG 81 bis zu 3000 kg an Bomben oder Torpedos
Siehe auch Liste von Luftfahrzeugen der Luftwaffe (Wehrmacht) Liste von Flugzeugtypen
Literatur
Weblinks
Junkers Ju 188 bei Luftarchiv.de
Einzelnachweise
Kategorie:Aufklärungsflugzeug Kategorie:Flugzeugtyp des Zweiten Weltkrieges (Deutsches Reich) Ju 188 Kategorie:Bomber Kategorie:Zweimotoriges Flugzeug mit Kolbenmotoren Kategorie:Luftfahrzeug der Wehrmacht Kategorie:Erstflug 1942